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Schuld und Scham

Schuld und Scham Schamgefühle und Schuldgefühle sind oft miteinander verknüpft. Ihnen restlos aus dem Weg zu gehen, ist gar nicht so einfach. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie arbeiten in einem Restaurant im Service. Gerade verlässt ein Gast das Restaurant und Sie wollen den Tisch abräumen. Dann sehen Sie, dass auf dem Tisch eine 50er-Note liegt, die der Gast offensichtlich vergessen hat. Sie stecken die Banknote in Ihre Tasche – und genau in diesem Moment kehrt der Gast zurück: Er hat gemerkt, dass er das Geld liegen gelassen hat. Natürlich erschrecken Sie ganz schön und eine gute Ausrede gibt es in diesem Falle ja kaum. Wahrscheinlich schämen Sie sich und fühlen sich auch schuldig; Sie wissen ja genau, dass Sie das nicht hätten tun dürfen. Schuldgefühle und Schamgefühle sind oft eng miteinander verbunden. Einen Unterschied zwischen den beiden Empfindungen definierte der amerikanische Psychologe M. Lewis: «Ein an bestimmten Normen gemessenes Versagen des ganzen Selbst erzeugt Scham, während ein spezifisches Versagen des Selbst zu Schuld führt». Das heisst nichts anderes, als dass ich nach einem gemachten Fehler von Schuldgefühlen geplagt werde, dass ich mich aber nur dann schäme, wenn ich mich selbst als Ganzes in Frage stelle. Wenn ich einem Gast Geld klaue, kann es schon sein, dass ich mich als Ganzes in Frage stelle. Warum kann ich nicht ehrlich sein? Was treibt mich zu einer solchen Handlung an? Bin ich geldgierig? Innere Normen Ein Schuldgefühl entsteht, wenn wir etwas tun, was nicht unseren inneren Normen und Wertvorstellungen entspricht. Meistens hat es mit einer Handlung oder einem Verhalten zu tun, manchmal reicht aber auch schon die reine Vorstellung. Ein Schuldgefühl kommt auf, wenn wir etwas tun oder etwas zu tun gedenken, von dem wir annehmen, dass wir es nicht tun dürften. Ebenso umgekehrt: Schuldgefühle können auch entstehen, wenn wir etwas nicht tun oder nicht tun wollen, von dem wir denken, dass wir es tun müssten. Interessant dabei ist, dass Schuldgefühlen weniger gesellschaftlich anerkannte Verbote 32 Schweizer Hausapotheke 1-2019 oder Gebote zu Grunde liegen, sondern dass viel mehr jene Wertvorstellungen zählen, die wir uns selber auferlegt haben. Unsere Wertvorstellungen beruhen übrigens zu einem grossen Teil auf unserer Erziehung. Dass diese Wertvorstellungen sehr unterschiedlich sein können, zeigen die folgenden zwei Beispiele: Markus ist seit zwanzig Jahren verheiratet. Trotzdem hat er eine Geliebte, die er regelmässig trifft. Er geniesst das, er findet auch, dass ihm das zustehe, dass es ihm guttue und dass das seine ganz persönliche Sache sei, die in keiner Weise seine Beziehung zur Ehefrau gefährde. Er tut also etwas, was gesellschaftlich nicht den Normen entspricht; zudem hat er bei der Heirat ein Versprechen abgelegt. Das kümmert ihn aber wenig. Er hat deswegen absolut keine Schuldgefühle. Im Gegenteil: Er ist der Ansicht, dass es auch der Familie und den Kindern besser gehe, wenn es ihm selbst gut gehe und er tut, wie er selbst sagt, «alles dafür, dass es mir gut geht». Ganz anders sieht es bei Anna aus: Auch sie ist verheiratet und auch sie hat einen Liebhaber. Doch jedes Mal, wenn sie ihn besucht, kämpft sie gegen fürchterliche Schuldgefühle. Sie wird unruhig und nervös. Ihr Dilemma ist gross: Einerseits geniesst sie es und will das auch, andererseits hat sie das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun und sogar ihre Ehe aufs Spiel zu setzen. Sie lebt in ständiger Angst, dass ihr Partner es merkt oder erfährt. Soll ich es meinem Mann sagen? Warum mache ich das überhaupt? Solche und ähnliche Fragen quälen sie. Sie lebt mit ganz massiven Schuldgefühlen – und sie weiss auch, dass sie sich fürchterlich schämen würde, wenn das Verhältnis zu ihrem Liebhaber plötzlich auffliegen sollte. Anna ist hin- und hergerissen... Berechtigt oder nicht? Es gibt Schuldgefühle, die berechtigt sind. Sie kommen auf, wenn wir gegen unsere inneren Normen und Wertvorstellungen ver - stossen. Das Schuldgefühl von Anna beispiels weise scheint berechtigt: Als verheiratete Frau einen Geliebten zu haben, ent spricht ganz offensichtlich nicht ihren eigenen Werten; und falls sie das Schuldgefühl immer wieder plagt, wäre ihr anzuraten, dieses Verhältnis aufzulösen. Wer nämlich permanent mit Schuldgefühlen lebt, tut sich nichts Gutes. Schuldgefühle bedeuten Stress. Das tut weder dem Körper noch der Seele gut, es ist eine unnötige, ständige Anspannung. Unberechtigt und deshalb grundsätzlich unnötig ist ein Schuldgefühl dann, wenn es sich aus einem Beurteilungsfehler ergibt. Also dann, wenn wir eine Situation falsch beurteilen und uns eine Schuld aufladen, die gar nicht uns gehört. So zum Beispiel in folgender Situation: Ein Bekannter bittet mich, ihm beim Transport eines Möbels zu helfen. Da ich kaum Zeit dazu habe, lehne ich freundlich ab. Der Bekannte ist enttäuscht. Er transportiert das Möbelstück alleine, stürzt dabei auf der Treppe und verletzt sich. Trage ich jetzt die Schuld für dieses Missgeschick? Wohl kaum. Ich bin zwar an diesem kleinen Unfall indirekt auch beteiligt, doch ich bin nicht schuld daran, dass der Bekannte das Möbelstück alleine die Treppe hinunterträgt. Ein Bekannter kann mich ja nicht zwingen, ihm beim Zügeln zu helfen – und mich dann beschuldigen, wenn etwas schiefgeht. Krimi mit Schuldgefühl Gebote und Verbote zu haben ist für das Zusammenleben in einer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Ohne Regeln und Gesetze zu leben, würde mit ziemlicher Sicherheit das totale Chaos bedeuten; und deshalb haben wohl auch alle Religionen ihre Moralgesetze. Im Christentum beispielsweise kennen wir die Zehn Gebote (nicht stehlen, nicht lügen, nicht

töten etc.). Somit sind Schuldgefühle manchmal gar nicht so schlecht. Sie können uns auch schützen vor Handlungen, die anderen Menschen empfindlichen Schaden zufügen. Doch man kann es auch übertreiben: Der Mensch ist nicht perfekt. Er war es nie und er wird es nie sein. Fehler sind an der Tagesordnung und sie gehören zu unserem Dasein. Es ist unmöglich, durchs Leben zu gehen, ohne hin und wieder andere zu verletzen oder von anderen verletzt zu werden. Es ist unmöglich, sich überall und jederzeit so zu verhalten, dass es allen anderen gefällt und dass keine Schuldgefühle aufkommen. Es ist auch kaum möglich, jede Situation richtig einzuschätzen und entsprechend richtig zu handeln. Eine grosse Schwierigkeit im Zusammenhang mit Schuldgefühlen ist die Tatsache, dass wir nicht in jedem Moment das gleiche Bedürfnis haben wie unser Umfeld; und dass unterschiedliche Bedürfnisse zu Enttäuschungen, zu Spannungen und dadurch auch zu Schuld gefühlen führen. Wenn zum Beispiel in einer Partnerschaft die Frau den Abend gerne mit einem Glas Wein und einem guten Gespräch verbringen möchte, der Mann es aber vorzieht, am Fernsehen einen Krimi zu schauen, dann stellt sich schon auch die Frage, ob jetzt ein Schuldgefühl angebracht ist oder nicht. Die Frau könnte eines haben, wenn sie sich durchsetzt und dem Mann etwas verhindert; ebenso könnte es der Mann haben, weil er nicht auf das Bedürfnis seiner Frau eingeht. Sicher aber ist: Wenn der Mann sich durchsetzt und sich den Krimi mit tiefem Schuldgefühl anschaut, wird er den Abend nicht geniessen können. Und vielleicht hätte die Frau Schuldgefühle, wenn sie nach langem, zähen Ringen dem Mann den Krimi ausgeredet hätte. Sünde Schuldgefühle hängen auch stark mit dem Selbstwertgefühl zusammen. Je schwächer bei einer Person das Selbstwertgefühl ist, desto stärker wird sie von Schuldgefühlen geplagt. Wer nur ein kleines Selbstwertgefühl hat, der ist dauernd darauf angewiesen, dass er von aussen Bestätigung erhält. Er will dann immer für andere da sein, allen alles recht machen – und stellt sich selber in den Hintergrund. Geht irgendwo etwas schief, sehen diese Menschen die Schuld immer zuerst bei sich (hätte ich doch noch dies oder jenes gesagt, getan oder unterlassen). Wer über ein gesundes Selbstwertgefühl verfügt, wird entsprechend weniger von Schuldgefühlen geplagt. Doch auch Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl sind vor Schamgefühlen nicht gefeit. So zum Beispiel, wenn ein Lehrer mit offenem Hosenladen vor einer Klasse steht und dies vorerst nicht bemerkt. Wenn dann nach längerem Kichern der Kinder sich eine Schülerin wagt, den Lehrer darauf aufmerksam zu machen, so bleibt ihm ein Gefühl der Scham kaum erspart. «Scham bezeichnet im Menschen die innere Grenze der Sünde», sagte Friedrich Hebbel. Das heisst, dass sich nicht derjenige schämt, der objektiv eine Sünde begeht, sondern nur derjenige, welcher subjektiv empfindet, soeben eine Sünde begangen zu haben. Da stellt sich einmal mehr die Frage, was eigentlich Sünde ist. «Ich treib die Sünde bis zum Äussersten, nur um zu sehen, ob es auch eine Sünde war»: Ob dieser Rat von Hebbel nützlich ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Albin Rohrer ist Berater, Coach, Autor, Kurs- und Seminar leiter sowie Musiklehrer. Vögeliwohl Das fünfte Werk der Berner Kindergärtnerin Reni Moser, ist ein herzerwärmendes Gefühlsversspielbuch. Im Mittelpunkt steht das Gelbschnabel-Vögelchen Birdy (Bördy). Das liebevoll illustrierte Buch richtet sich an Vorschulkinder ab vier Jahren. Das Thema «Gefühle» ist Reni Moser sehr wichtig. Gefühle sollen zwischen Eltern und ihren Kindern wie auch in der Fremdbetreuung einen grossen Platz einnehmen. Die Kinder begegnen Bördy in verschiedenen Situationen und Stimmungen. «Vögeli wohl» ist abwechslungsreich, lehrreich und fantasievoll. Das Buch lädt ein zum Verse üben, Gefühlsbilder nachahmen, zählen von 1 bis 10, Buchstaben von A bis Z mit entsprechenden Bildern erkennen, sich durch ein Labyrinth erkunden, ein Rezept ausprobieren, Bördy Figuren ausmalen und Bördy in einem Kurzsteckbrief näher kennenlernen. Das Buch umfasst 37 Seiten und ist in berndeutscher Sprache verfasst. Ein wunderbares Geschenk für verspielte Kinder. BESTELLTALON Gerne Bestellung bestelle ich Buch ..... Ex. «Vögeliwohl» zum Preis von Fr. 25.– plus Versandkosten. Buch «Vögeliwohl» zum Preis von Fr. 25.- plus Versandkosten. Bestellung mit Name, Anschrift und gewünschter Anzahl Exemplare per Mail an Name/Vorname service@schweizerhausapotheke.ch Strasse/Nr. (Betreff: Buch Vögeliwohl) PLZ/Ort Talon einsenden an: Schweizer Hausapotheke, «Buch Vögeliwohl», Könizstrasse 25, 3008 Bern Bestellung per E-Mail: service@schweizerhausapotheke.ch (Betreff: «Buch Vögeliwohl») Oder direkt bei der Autorin: renimo@icloud.com oder insta: reni.mo 1/19 Schweizer Hausapotheke 1-2019 33

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