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Nr. 1 / 2020

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Wirksame Methode Das

Wirksame Methode Das bewusste Einatmen von gasförmigen Wirkstoffen nennt man Inhalieren. Eine medizinische Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege. Bereits bei den alten Ägyptern und in der Antike wurde diese Behandlungsmethode häufig angewendet. Damals inhalierte man allerdings nicht aus medizinischen Gründen. Das Inhalieren von Dämpfen war Bestandteil vieler religiöser und magischer Rituale. Zudem ging man davon aus, dass pflanzliche Wirkstoffe in Form von Rauch reinigend wirken. Hygiene war in früheren Zeiten ein schwieriges Problem und ihr Mangel eine häufige Ursache für Infektionskrankheiten und den frühzeitigen Tod. Man kannte weder Bakterien noch Viren und glaubte, die Krankheit komme von der schlechten Luft. Grund genug, die Räume mit pflanzlichen Duftstoffen zu räuchern: Eine noch heute gebräuchliche Inhalationsmethode. Techniken Viele von uns kennen die Räucherung in Form von Räucherstäbchen. Sie sind besonders in den asiatischen Ländern beliebt und haben dort eine religiöse Bedeutung. Zum Räuchern werden getrocknete Pflanzenteile, Wurzeln, Samen, Blätter oder Rinden und Harze verwendet. Die Technik ist ganz einfach: Man benötigt eine feuerfeste Schale mit Holzkohle, die man zum Glühen bringt und auf die man die Räucherware legt. Das gesamte Zubehör ist im Handel erhältlich. Man sagt, das Räuchern hätte eine meditative Wirkung, reinige die Seele von ungeliebten Gedanken und stärke die Konzentration. 50 Schweizer Hausapotheke 1-2020 In der Schulmedizin sind Inhalationen mit Apparaten die Regel. Es gibt diese in ganz unterschiedlicher Ausführung. Besonders praktisch sind kleine Dosierapparate mit Druckgas. Wer regelmässig inhalieren muss, nutzt meist ein grösseres Gerät, welches man kaufen oder mieten kann. Gegen eine einfache jahreszeitbedingte Erkältung kann man sich mit einer simpleren Methode behelfen: Man giesst kochendes Wasser mit den zu inhalierenden Pflanzenteilen in eine Schüssel, hält den Kopf über den Dampf und atmet diesen tief ein. Damit die Inhaltsstoffe nicht so schnell entweichen, kann man sich ein Tuch über Kopf und Schüssel legen. Dadurch sind die Atemorgane wie in einem Dampfbad voll und ganz von den heilenden Dämpfen umgeben. Die Inhalationstechnik ist neben den darin enthaltenen Wirkstoffen für die effektive Anwendung entscheidend. Die Tröpfchengrösse des Dampfes unterscheidet sich da nämlich: Gewöhnlicher Dampf erreicht vor allem die oberen Atemwege und hilft gegen trockene Schleimhäute in Mund und Nase, gegen Schnupfen oder gegen eine Bronchitis. Sollen die unteren Atemwege bedampft werden, nutzt man Aerosole, die kleinere Tröpfchen produzieren: Medikamente und natürliche Hausmittel Das Inhalieren von Medikamenten ist eine wirkungsvolle Verabreichungsmethode. Durch das Einatmen gelangt die Arznei direkt in die Atemwege, ohne Umweg über den Verdauungstrakt und das Kreislaufsystem. Wer unter einer schweren Lungenkrankheit leidet, ist unter Umständen auf spezifische Medikamente angewiesen. Gegen eine Erkältung sollte man sich jedoch besser mit natürlichen Inhalationsmitteln behandeln. Dafür eignen sich getrocknete Kräuter, ätherische Öle oder Salben, die dem kochenden Wasser beigegeben werden. Gegen Erkältungen wirkt Eukalyptus, welches Cineol enthält: Dieser Inhaltsstoff wirkt schleimlösend und antibakteriell. Wacholderbeeren enthalten viel Kampfer, welcher in den meisten handelsüblichen Erkältungssalben enthalten ist. Bei hartnäckigem trockenem Husten nimmt man eine Handvoll Fenchel, Kümmel oder Anissamen, die den Schleim lösen und helfen, abhusten zu können. Natürlich wirkt Menthol, welches reichlich in Pfefferminz zu finden ist, gegen Erkältungen. Dieser Inhaltsstoff wirkt kühlend, ist angenehm erfrischend und lindert unangenehmen Reizhusten. Judith Dominguez ist Diplom-Biologin, Pflegefachfrau HF und diplomierte interdisziplinäre Gerontologin.

Dentophobie: Wenn die Angst vorm Zahnarzt grösser ist als der Schmerz Wer kennt es nicht, das mulmige Gefühl vor dem Zahnarztbesuch? Etwa 30 Prozent der Bevölkerung gibt an, Angst vor dem Zahnarzt zu empfinden. Bei manchen ist diese Angst so gross, dass sie erst zum Zahnarzt gehen, wenn die Schmerzen unerträglich sind. Bisweilen sind traumatische Kindheitserlebnisse, zum Beispiel ein brutaler Schulzahnarzt, der nachvollziehbare Grund für eine sogenannte Dentophobie. Oft ist diese Panik aber auch eine unerklärliche Urangst. Das Bewusstsein, dass der Zahnarzt heute «gar nicht mehr weh tut», hilft den Betroffenen wenig, die zudem auch noch häufig mit ihrer Angst nicht ernst genommen werden. Die Symptome beginnen oft bereits am Vorabend des Zahnarzttermins mit langsam aufkommender Nervosität und nachfolgender Schlaflosigkeit. Während der Behandlung können Herzrasen, Schweissausbrüche, Würgereiz und Blutdruckabfall bis hin zu Übelkeit oder Kreislaufkollaps dazukommen. Die Folgen für die Zahngesundheit und das körperliche bzw. psychische Allgemeinbefinden sind oft verheerend: Karies und Parodontitis breiten sich ungehindert zerstörerisch aus. Darunter leidet nicht nur die Kaufunktion, sondern auch das Aussehen der Patienten: Dentophobiker lächeln nicht mehr, sie haben Angst, als abstossend wahrgenommen zu werden und schämen sich wegen ihres Mundgeruchs. So entsteht ein sozialer Teufelskreis. Das Schlimmste: Die Leidgeplagten sind mit ihrer Angst allein und fühlen sich von niemandem ernst genommen. Von Familienangehörigen ausgelacht, finden sie häufig selbst beim eigenen Zahnarzt wenig Verständnis. Unser Behandlungskonzept hat sich seit über zehn Jahren bei mehr als Ganz entspannt: Dr. Schulte verabreicht einer Angstpatientin Lachgas. tausend Angstpatienten bewährt und basiert auf drei Pfeilern: Zuwendung, Angstabbau, schonende und schmerzlose Behandlung. Am Anfang steht das Beratungsgespräch, das wir grundsätzlich nicht im Behandlungszimmer, sondern in einem neutralen Besprechungsraum führen. Hier hat der Patient Gelegenheit, stressfrei über seine Ängste zu reden und mit uns das weitere Vorgehen zu besprechen. Danach wird er ins Behandlungszimmer begleitet. Dort findet jedoch noch keine eigentliche Behandlung, sondern lediglich eine Testsitzung mit Lachgas-Anwendung statt: Ein Kopfhörer spielt angenehme Entspannungsmusik und schirmt Aussengeräusche ab. Über eine kleine Nasenmaske atmet der Patient ein Gemisch aus Sauerstoff und Lachgas ein. Nach wenigen Atemzügen setzt bereits die Wirkung ein: Stress und Verspannung lösen sich und weichen einem wohligen Geborgenheitsgefühl. Die Musik unterstützt dabei die hypnotische Wirkung des Lachgases. In der richtigen Dosierung ist das Lachgas-Sauerstoff-Gemisch absolut unschädlich und hat praktisch keine Nebenwirkungen. Lachgas wirkt beruhigend und hypnotisch, angstlösend, dämpft Würgereiz und ist schmerzstillend. Dieser schmerzlindernde Effekt führt dazu, dass die gefürchtete Betäubungsspritze oft gar nicht mehr wahrgenommen wird. Ein weiterer Vorteil: Lachgas hat keine Nachwirkungen. Bereits wenige Minuten nach der Behandlung kann der Patient allein und mit klarem Kopf nach Hause gehen. Vier von fünf Angstpatienten sind mit Lachgas gut und entspannt behandelbar. Den anderen können wir mit stärkeren Beruhigungsmitteln oder einer Vollnarkose helfen. Die Vollnarkose bietet sich vor allem bei grösseren Eingriffen an, wie zum Beispiel Totalsanierungen, grosse Implantateingriffe, Entfernung aller Weisheitszähne in einer Sitzung. Ein Team erfahrener Narkoseärzte steht uns dabei zur Seite. Der für uns wichtigste Aspekt ist aber, dass die meisten Dentophobiepatienten im Laufe der Behandlung allmählich ihre Angst verlieren, nach einer gewissen Zeit oft gar kein Lachgas mehr benötigen und dann ganz normal behandelt werden können. Autor: Dr. med. dent. Markus Schulte ist Zahnarzt und Spezialist für Oralchirurgie Praxisklinik: Zahnarzt Team Luzern Winkelriedstrasse 37 6003 Luzern Tel. 041 210 58 58 Ausführliche Informationen unter www.ztlu.ch Schweizer Hausapotheke 1-2020 51

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