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Nr. 1 / 2020

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Zwangsstörungen haben

Zwangsstörungen haben viele Gesichter und unterschiedliche Ausprägungen: Reinigungs-, Wasch- und Kontrollzwänge treten in unseren Breitengraden am häufigsten auf. Dass sie zum Alltag vieler Menschen gehören, ist wenig bekannt. Damit das Leben nicht komplett aus den Fugen gerät, sind Betroffene auf Hilfe angewiesen. Um mehr über diese Störungen, die meist im Stillen stattfinden, zu erfahren, habe ich mich mit einem Profi unterhalten. Wichtig ist uns, dass wir mit diesem Interview niemandem Angst machen, sondern Aufklärungsarbeit leisten möchten. Was ist eine Marotte und wo beginnt eine Zwangsstörung, die den Alltag in einen Albtraum verwandeln kann? Herr Benoy, es gibt Marotten und Zwänge. Wie unterscheiden sie sich? Eine Marotte hat in der Regel eine funktionale und auch positive Seite. Sie kann Halt geben; und solange sich jemand dadurch nicht eingeschränkt fühlt, entsteht auch kein Problem. Solche Angewohnheiten haben bereits kleine Kinder und sind an sich nichts Schlimmes. Wir alle haben unsere Marotten. Damit sich aus einer Angewohnheit eine Zwangsstörung entwickeln kann, braucht es viele unterschiedliche Einflussfaktoren. Wenn Marotten stärker werden und sich häufen, sollte man einen Schritt zurücktreten und die Handlungen beobachten. Raphael Nadal und viele andere Sportler haben Marotten und Rituale. Warum? Sportler haben oft Rituale: Sie ziehen immer den linken Fussballschuh zuerst an, betreten den Rasen mit dem rechten Fuss oder montieren vor einem Hockeyspiel zuerst den linken Handschuh. Das gibt ihnen scheinbar Halt und ist mit dem Gewinn der Partie oder dem persönlichen Erfolg verbunden. Raphael Nadal hat vor seinen Aufschlägen eine ausgeprägte Marotte, die ihn in seiner erfolgreichen Karriere aber offensichtlich nicht behindert. Alle, die mit solchen Ritualen leben, wissen, dass sie eigentlich unnötig wären. Diese Handlungen wirken aber beruhigend und geben Sicherheit. Ich würde es bei Raphael Nadal aber keinesfalls als Zwangsstörung bezeichnen, obwohl ich zugeben muss, dass sein Verhalten vor dem Aufschlag abstrus wirken kann … Es gibt auch Zwangsgedanken. Wie äussern sich diese? Zwangsgedanken, zum Beispiel mit aggressiven Inhalten, begegnen wir sehr oft. Die Angst, zum Beispiel jemandem unkontrolliert etwas anzutun, sich selber Schaden zuzufügen oder das eigene Kind ungewollt fallen zu lassen oder zu verletzen, sind weit verbreitet. Geht der Zwangshandlung immer ein Zwangsgedanke voraus? In den allermeisten Fällen ist es so. Der Zwangsgedanke geht voraus, und mit der Zwangshandlung versuchen Betroffene, den Gedanken zu neutralisieren. Um ein Beispiel einer Mutter zu nennen: Wenn eine Mutter den Zwangsgedanken hat, dass sie ihr Kind fallenlassen könnte, löst sie das Problem, indem sie ihr Kind nicht mehr auf den Arm nimmt. So wird künftig nur noch der Vater das Kind tragen. Es gibt auch Fälle, wo der ursprüngliche Zwangsgedanke nicht mehr klar ist. Ein Patient lebt seit vielen Jahren mit einem Putzzwang: Seine Wohnung ist mittlerweile mit dem Mindesten ausgestattet, damit ihm das Putzen leichter fällt. Wie und warum dieser Zwang vor Jahrzehnten begonnen hat, weiss er nicht mehr. Der Gedanke ist nicht mehr fassbar, beziehungsweise die Angst hinter dem Ritual, aber die Zwangshandlungen sind trotzdem extrem ausgeprägt. Er findet keine Ruhe, wenn er nicht täglich die ganze Wohnung putzt. In der Regel ist es aber schon so, dass eine Zwangsstörung mit fassbaren Zwangsgedanken einhergeht. Er wird durch eine Situation oder 6 Schweizer Hausapotheke 1-2020

Gefängnis im Kopf einen inneren Gedanken ausgelöst und führt dazu, diese Gedanken auf der Handlungsebene zu neutralisieren. Zwangshandlungen äussern sich meist im Wunsch, sich sicher zu fühlen und eine bestehende Angst zu verdrängen. Wie entsteht eine Zwangsstörung? Wir alle kennen Rituale, vor allem aus der Kindheit. Sie sind eine wertvolle Form von Stabilität und Sicherheit, die zum Leben gehören. Der Übergang von einem Ritual oder einer Marotte zu einer Zwangsstörung ist schleichend. Wenn sich Betroffene in ihrem Alltag beeinträchtigt fühlen, dann ist die Grenze überschritten. Wer sich beim Verlassen der Wohnung überlegt, ob die Kaffeemaschine ausgeschaltet ist und nachkontrollieren muss, hat noch keine ausgebildete Zwangsstörung. Wir haben aber bei uns Patienten, die für das Verlassen der Wohnung mehr als zwei Stunden benötigen, weil sie beispielsweise alle Fenster, Türen und sämtliche Steckdosen kontrollieren (müssen). Solche Handlungen schränken die Lebensqualität enorm ein. Vielfach gehen Betroffene mit der Zeit aus Scham, dass sie beim Kontrollieren beobachtet werden, nicht mehr aus dem Haus. In den letzten Jahren erleben wir diesbezüglich eine deutliche Zunahme. Menschen mit einer Zwangsstörung leben komplett zurückgezogen. Mit der Möglichkeit, alles Lebensnotwendige online bestellen zu können, kann das Leben isoliert stattfinden und die Zwangsstörung somit auch kaschiert werden. So fehlen auch wichtige soziale Kontakte. Was sind Auslöser? Die Auslöser sind multifaktoriell – das ist bekannt. Nicht selten ist das Problem mit einer prägenden Erfahrung verbunden, aber es gibt auch genetische Einflussfaktoren. Menschen mit diesen Anlagen spüren mehr Angst und sind deshalb auch anfälliger für Zwänge. Auch die Erziehung kann eine Rolle spielen: Wer in einem Umfeld aufwächst, in dem zum Beispiel sehr viel Wert auf Leistung gelegt wird, es nur richtig oder falsch gibt und Strafen bei einem allfälligen Versagen ein Thema sind, wird dadurch stark geprägt. Es bilden sich Ängste vor einem Misserfolg und den möglichen Konsequenzen. Das Gefühl, sich keinen Patzer leisten zu können oder sich nichts zu Schulden kommen lassen zu dürfen, wirkt sich extrem aus. Zwänge können in solchen Fällen eine kurzfristige, beruhigende Wirkung auslösen. In 95 Prozent der Fälle steckt hinter einem Zwang immer Angst. Prellungen, Lindert Verstauchungen und Quetschungen. Original DR. ANDRES Wallwurz Salbe Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 1-2020 7

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