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Nr. 1 Februar/März 2018

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Schweizer Hausapotheke 1/18 – Gesunde Lektüre seit 1929

Eisenmangel als Ursache

Eisenmangel als Ursache von Burnout ? Wie eine Dampflok, die stehen bleibt, so fühlt sich ein Burnout an: Treibstoff ist da, und trotzdem geht es nicht mehr vorwärts. Mit diesem Bild eröffnete Frau Dr. Cécile Besson Duvanel ihren öffentlichen Vortrag in Montreux über Eisenmangel und Burnout. Denn Eisenmangel ist ein häufiger körperlicher Auslöser von Burnout. Es gilt deshalb, aufmerksam zu sein und Anzeichen wie chronische Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen oder immer wiederkehrende Kopfschmerzen zu erkennen. Frau Dr. Cécile Besson Duvanel MD-Ph.D, Allgemeinärztin, Montreux Leidet jemand an den erwähnten allgemeinen Symptomen, muss der Arzt oder die Ärztin unbedingt jegliche körperliche Ursachen ausschliessen, bevor ein Burnout diagnostiziert wird. Die Schwierigkeit liegt darin, dass sich verschiedene Krankheitsbilder ähneln; nicht alle sind auf Eisenmangel zurückzuführen. Mit der Ernährung aufgenommenes Eisen wird von der Magensäure umgewandelt. So kann es vom Dünndarm aufgenommen werden, der es in die Blutbahn einschleust. Die Symptome eines Eisenmangels hängen mit diesem Verteilmechanismus zusammen, bei dem der Treibstoff im Körper verteilt wird – oder eben nicht. Denn das Eisen vermag Sauerstoff zu binden und hat deshalb eine zentrale Funktion für die Zellatmung der Muskelzellen. Es ist auch am Stoffwechsel beteiligt und spielt deshalb eine Schlüsselrolle für die körperliche Gesundheit aller. Für einen Eisenmangel gibt es vier Hauptgründe: hoher Blutverlust (beispielsweise bei starker Regelblutung), reduzierte Eisenzufuhr, gestörte Eisenaufnahme (beispielsweise bei Glutenintoleranz) sowie erhöhter Eisenbedarf aufgrund einer chronischen Erkrankung (beispielsweise bei rheumatoider Arthritis). Je nach Mangelzustand kann Eisenmangel auf drei verschiedene Arten begegnen werden: mit eisenreicher Ernährung, mit Eisentabletten oder aber mit einer Eiseninjektion oder -infusion. Was kann ich bei Eisenmangel tun? Wenn Sie schon beim Arzt waren und die Tests einen Eisenmangel nachwiesen, besprechen Sie das Resultat. Der Arzt oder die Ärztin kann Ihnen Eisen in Form von Tabletten, Sirup oder Injektionen anbieten. Soll ich bei Eisenmangel meinen Lebensstil ändern? Tabak und Alkoholkonsum wirken sich ungünstig auf das Eisen im Körper aus. Zu einem gesunden Lebensstil gehören regelmässige körperliche Betätigung, Verzicht aufs Rauchen, eingeschränkter Alkoholkonsum sowie eine ausgewogene, eisenreiche Ernährung, die den Eisengehalt im Körper erhalten oder aufbauen kann. Sonstige Ratschläge? Kaffee und Tee können die Aufnahme von Eisen einschränken. Vitamin C oder Zitronensäure hingegen begünstigen die Eisenaufnahme. Trinken Sie deshalb mindestens eine Stunde nach einer eisenreichen Mahlzeit weder Kaffee noch Tee. Wie führe ich dem Körper Eisen zu? Jeder Mensch muss täglich etwa 10 bis 15 Milligramm Eisen zu sich nehmen. Einige (nicht alle) eisenreichen Nahrungsmittel, die man in seinen Speiseplan aufnehmen sollte, sind in der folgenden Liste zusammengestellt: ● Fetthaltiger Fisch ● Eigelb ● Weizenkeime ● Weizenkleie ● Linsen ● Broccoli, Mangold ● Tofu ● Dörraprikosen ● Nüsse, Mandeln ● Datteln Eine ausführliche Tabelle empfohlener Nahrungsmittel findet sich unter www.check-dein-eisen.ch 16 Schweizer Hausapotheke 1-2018

Warum ein Bandscheibenvorfall nicht operiert werden muss Bernd Klein ist 50. Er arbeitet viel und gern – hauptsächlich am PC. In seiner Freizeit fährt er Rad und geht ins Fitnessstudio. Immer wieder plagen ihn leichte Rückenschmerzen direkt neben der Wirbelsäule, dort, wo das Gesäss anfängt. Noch hilft eine Schmerztablette. wenn diese bewegt werden. Eine Bandscheibe verlagert sich nicht von alleine. Ihre Bewegungen sind mit denen der benachbarten Wirbelkörper gekoppelt. Weicht sie irgendwohin aus, erfolgt dies im Zusammenhang mit entsprechenden Bewegungen der Wirbelkörper. Diese bewegen aufeinander genau abgestimmtes System durcheinandergerät und beginnt, den eigenen Körper zu schädigen. Wie genau das abläuft – damit beschäftigt sich die Biokinematik. Sie geht davon aus, dass jeder Muskel auf einer mathematisch definierten Bahn verläuft. Wird diese gestört, zum Beispiel der Biokinematik verfolgt das Ziel, den geschädigten Muskel wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. Dies geschieht durch ein gezieltes Training der geschädigten Muskulatur. Eine Operation ist überflüssig. Auch Anna war in stationärer Behandlung – mittlerweile ist sie schmerzfrei! Als er im Frühling einen schweren Blumenkübel anhebt, fährt es ihm in den Rücken. Diesmal lässt der Schmerz nicht nach – er strahlt jetzt sogar ins Bein aus. Bernd Klein bekommt Angst. Nach einem MRT steht die Diagnose: Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Der Kern der Bandscheibe sei verlagert, heisst es. Dieser drücke auf die Nerven, die an dieser Stelle aus dem Rückenmark austreten. Schmerzen und Lähmungen seien die Folge. Der Orthopäde rät, es zunächst mit Physiotherapie, Spritzen etc. zu versuchen. Wenn das nicht helfe, bliebe nur die Operation. Das klingt schlüssig. Denkt man darüber nach, tauchen Fragen auf. Wodurch verlagert sich die Bandscheibe? Die Bandscheibe hat eine halbfeste, hochelastische Struktur. Sie lässt die Wirbelkörper, die sich oberhalb und unterhalb von ihr befinden, geschmeidig gleiten, sich nicht von alleine. Wirbel sind Calciumphosphat-Apatitkristalle – also aus ähnlichem Material wie Steine. Es sind die Muskeln, welche die Knochen bewegen. An der Bandscheibe befinden sich keine Muskeln. Dafür gehen von den benachbarten Wirbelknochen umso mehr Muskeln aus. Wenn eine Bandscheibe, eingeklemmt zwischen zwei Wirbelknochen, sich nicht mehr bewegen kann, dann stellt sich die Frage: Welcher Wirbelsäulenmuskel ist so inaktiv geworden, dass es zur Bandscheibenverlagerung gekommen ist? Wenn man das weiss, dann weiss man auch, wieso der Bandscheibenvorfall entstanden ist. Folgerichtig muss es das Ziel sein, diesen Muskel zu therapieren! Damit die Bandscheibe wieder rückverlagert werden kann. Biokinematik – nachhaltige Hilfe ohne OP Die Muskulatur ist als arbeitendes Element anfällig für Störungen. Die entstehen, wenn ein durch einseitige Tätigkeit, kommt es zu einer Abweichung von dieser Bahn. Spannt der geschädigte Muskel jetzt an, entstehen im Körper Kräfte, die vorher nicht da waren und den Körper schädigen. Um den eigenen Körper vor Schaden zu bewahren, generiert das Gehirn einen Schmerz, der die Bewegung, die schaden würde, bereits an ihrer Entstehung bremst. Erst wenn man bewegt, tut es weh. Im Falle des Bandscheibenvorfalls von Bernd Klein ist die Bauchmuskulatur betroffen, insbesondere der Musculus psoas major. Der verbindet die untere Wirbelsäule mit dem Oberschenkel und ist wegen des heutzutage üblichen andauernden Sitzens stark verkürzt. Er verlagert den Wirbelkörper geringfügig nach vorn, die Bandscheibe wird nach hinten gedrückt. Sie kann nun nicht mehr in ihre Ursprungsposition zurück, das verhindert die Spannung des Muskels. Die unausweichliche Folge: Der Bandscheibenvorfall. Die Therapie nach dem Ansatz Vater der Biokinematik: Walter Packi Schweizer Hausapotheke 1-2018 17

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