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Nr. 1 Februar/März 2018

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Schweizer Hausapotheke 1/18 – Gesunde Lektüre seit 1929

Der Blaue mit dem roten

Der Blaue mit dem roten Ring Für sie & ihn Maximaler Schutz für spröde und rissige Lippen! Der Blaue mit den Aktiv- Substanzen im roten Ring pflegt, schützt und schmiert nicht, beugt vor und hindert die Bakterien am Eindringen. «Soll ich für euch mit dem Stricken von Babysachen beginnen?», fragt Lydia F. Ihre Frage klingt vordergründig scherzhaft, ihre Augen verraten jedoch, dass sie kaum spassig gemeint ist. Ihr forschender Blick zielt abwechselnd zum Gesicht ihres Sohnes und dem seiner Freundin Jeannine. «Ich glaube nicht», entgegnet die Angesprochene kühl und schaut zu ihrem Partner, um dessen Reaktion zu prüfen. Er scheint die Frage seiner Mutter zu überhören. Nach einem Augenblick des Schweigens wechselt er zu einem weniger verfänglichen Thema: «Äh, in den Herbstferien fliegen wir wieder nach Lanzarote. Am vergangenen Samstag haben wir gebucht. Kannst du wieder unsere Katze nehmen?», meint er in Richtung seiner Mutter. Sie hält den halbvollen Krug hoch und fragt: «Ja, klar. Nimmt jemand von euch nochmals Kaffee? Vom Cake könnt ihr gerne auch noch haben.» Jeannine lehnt dankend ab. Um ihre brodelnden Gefühle zu überspielen, muss sie sich zusammenreissen. Bei jedem zweiten Besuch bei der Mutter ihres Partners muss sie mit provozierenden Fragen in Richtung Heirat und Kinder rechnen. Mehrmals hat sie Patrick gebeten, er soll seiner Mutter beibringen, dass sie mit diesen peinlichen Verhörmethoden aufhören soll. Ihr selber brennt das Thema giestoss. Der Zauber der Liebe wird unmittelbar erlebbar. Doch die glückliche Zweisamkeit hält nicht ewig: Die Übergangphase von der Zeit der Verliebtheit zum Beziehungsalltag ist gemäss Paarexperten eine besonders grosse Herausforderung. Zwei unterschiedliche Charaktere mit individuellen Vorlieben und Temperamenten müssen sich arrangieren und künftig gemeinsam Ziele ansteuern. Im ungünstigsten Fall nerven sie sich mit der Zeit. In der Zeit nach der Verliebtheit zeigt sich nach und nach, ob die Verbundenheit an den Freuden und Sorgen des Alltags wächst oder ob die Distanz grösser wird. Die Medien vermitteln insbesondere wenig lebenserfahrenen Liebenden ein trügerisches Bild von Partnerschaft: turtelnde Prominentenpaare am Strand, Stars beim Shoppen in Nobelorten, Filmgrössen an Empfängen mit illustren Gästen. Die Boulevardblätter sind voll mit Fotos von Sportlern, Sängerinnen und Politikern und ihren Partnerinnen und Partnern. Doch Stars beim Aufräumen des chaotischen Kinderzimmers, beim Rasenmähen oder beim Altglasentsorgen zeigen die Bilder nie. Auch Liebesfilme mit sportlichen, ranken und schlanken Akteuren ohne Alltagssorgen erzählen von ständig leidenschaftlichen Gefühlen. Die Liebenden in diesen Streifen müssen niemals verstopfte Abflüsse durchgängig machen, schmut- Partnerschaft mit wenig Tiefgang Verlässlichkeit, Vertrauen und Geborgenheit tragen entscheidend zum Fundament einer stabilen Partnerschaft bei. Doch nicht immer erreicht sie diese Verbindlichkeit. unter den Nägeln, deshalb reagiert sie besonders sensibel auf die Fragen von Patricks Mutter. Die 31-Jährige hätte gerne eigene Kinder. Wenn sie das Thema anspricht, reagiert ihr Partner ausweichend. Sie hat ihm schon unter Tränen gedroht, die Beziehung zu beenden. Darauf hat er versprochen, bald mit ihr in Ruhe zu sprechen, aber momentan sei er mit dem Aufbau seiner Firma beschäftigt. Er habe zu viel um die Ohren, als dass er sich auf das anspruchsvolle Thema einlassen könne. Distribution Suisse – Tanner SA Cham, www.tanner-sa.ch Alltag als Prüfstein Es gibt wohl kaum ein schöneres Gefühl, das zwei Menschen erleben können, als gemeinsame Verliebtheit. Die Schmetterlinge im Bauch, das pochende Herz und die strahlenden Augen wirken wie ein täglicher Ener- 30 Schweizer Hausapotheke 1-2018 ausapotheke_73x282_d.indd 1 02.02.17 21:04

zige Wäsche in die Waschküche tragen oder die WC-Schüssel reinigen. Doch genau die gegenseitige Solidarität im Alltag bildet den Kitt in der Partnerschaft. Die wenig romantischen Aspekte werden zum Prüfstein der Beziehungstiefe und -stabilität. Im Extremfall wird die Partnerschaft bei einer schweren Erkrankung, wie beispielsweise Krebs, Herzinfarkt, Depression, auf die Probe gestellt. In schwierigen Lebenslagen zeigt sich die Stärke einer Partnerschaft. Die Leidenszeit kann die Beziehung vertiefen oder aber deren Aus bedeuten. Konstruktive Vorschläge Die Kunst in der Beziehung ist es, die Balance zwischen individuellen Bedürfnissen und denen des Gegenübers zu finden. Unerfüllte Erwartungen bergen Zündstoff in sich, sie erzeugen Unzufriedenheit. Dies kann sich in Sticheleien oder auch in heftigen Vorwürfen äussern. Beide Formen können mit der Zeit die Beziehung untergraben. Sie verletzen das Gegenüber. Partnerschaften sind in ihrem Kern ein lebendiger Prozess, sie entwickeln sich ständig weiter – allerdings nicht immer in eine konstruktive Richtung. Nach der Verliebtheit versuchen manche Partner das Gegenüber gemäss ihren Bedürfnissen umzuformen; nicht immer steckt bewusste Absicht dahinter. Zwischen dem fordernden Durchsetzen der eigenen Vorstellungen und Bitten um Rücksichtnahme ist ein schmaler Grat. Wer sich immer wieder angegriffen fühlt und sich rechtfertigen muss, kann sich gegenüber der Partnerin oder dem Partner wenig öffnen. Es führt eher zu innerem oder äusserem Rückzug, statt zu einem dauerhaften Wir-Gefühl und einer verlässlichen Kameradschaft. Die unterschwellige Botschaft heisst: So wie du bist, bist du nicht akzeptabel. Partner wollen spüren, dass sie für das Gegenüber wichtig sind, wertgeschätzt werden und anerkannt sind. Eine stabile Partnerschaft vermittelt das Gefühl, sich auf die andere Person in allen Lebenslagen verlassen zu können und Verständnis zu finden. Fehlt diese Sicherheit, werden die Gespräche öfters belanglos, einsilbig oder gar gehässig; die Beziehung wird oberflächlich. Manche Partner stürzen sich in Aktivitäten ausser Haus. Damit haben sie einen glaubwürdigen Grund, in der Partnerschaft auf Distanz zu gehen. Gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse schweissen in einer Partnerschaft näher zusammen, wer sich dagegen oft aus dem Weg geht, kann sich leicht auseinanderentwickeln. Oder es kommt zu langfristigen Machtkämpfen, die wenig zur Stabilität der Partnerschaft beitragen, im Gegenteil. Lautstarke Meinungsverschiedenheiten, Vorwürfe, zermürbende rechthaberische Diskussionen, ein genervter oder ein sarkastischer Tonfall sowie Eingeschnapptsein sind kaum zielführend. Hingegen tragen Verbesserungsvorschläge, Lob sowie deutlich gezeigte Wertschätzung zum konstruktiven Wachsen der Partnerschaft bei. Nach einem strengen Arbeitstag, einem Ausflug mit quengelnden Kindern oder einer happigen Nachforderung vom Steueramt steht einem der Sinn nicht immer nach Lob, genervte und frustrierte Bemerkung können da schon mal rausrutschen. Niemand sollte von sich selber übermenschliche Selbstbeherrschung fordern. Dies würde bedeuten, dass man sich in der Partnerschaft zu einer bestimmten Rolle zwingt; man sollte sich nicht verstellen und krampfhaft eine gute Laune vorspielen müssen. Gleichwohl sollten die Zeichen der Wertschätzung nicht zur Mangelware werden. Beziehungsexperten empfehlen, darauf zu achten, dass die Gesten des Lobes weit häufiger sind als die der Kritik. Beispielsweise wirkt ab und zu ein kleines Dankeschön-Zettelchen auf dem Frühstücks- oder dem Nachttisch wie Balsam für das Beziehungsleben. Adrian Zeller verfügt über eine mehrjährige Praxiserfahrung im Gesundheitswesen. Seit 1995 ist er journalistisch und publizistisch tätig. Schweizer Hausapotheke 1-2018 31

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