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Nr. 1 Februar/März 2018

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Schweizer Hausapotheke 1/18 – Gesunde Lektüre seit 1929

Zunehmend einsam

Zunehmend einsam Einsamkeit stellt ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft dar. Besonders im Alter leben viele Menschen allein und haben nur noch eine oder gar keine feste Bezugsperson. Einige kommen gut mit dem Alleinsein zurecht. Andere jedoch fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und verlassen und werden krank. Das muss nicht sein! Die Kinder sind aus dem Haus, die langjährige Nachbarin zieht weg, der Ehepartner stirbt, eine Krankheit schränkt die Mobilität ein. Mal ist es ein schleichender Prozess, in dem über Jahre hinweg die Bezugspersonen eine nach der anderen verloren gehen, manchmal tritt die Veränderung von einem Tag auf den anderen ins Leben. Plötzlich wird die eigene Lebensrealität fremd, lieb gewonnene Alltagsrituale gehen verloren, der Küchentisch scheint über Nacht an Grösse zu gewinnen. In diesem Moment, wenn niemand mehr da ist, der mit einem spricht, ist das Gefühl des Alleinseins nicht fern. Es fehlt nicht viel und das eigene Schweigen, die Stille in der Wohnung und der fehlende Austausch werden zu einer seelischen Belastung. Erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen sind in allen Lebensphasen eine notwendige Bedingung für eine gesunde seelische und körperliche Entwicklung des Menschen. Das seelische und teils auch das körperliche Wohlbefinden sind stark abhängig von einem Eingebundensein in ein Netz befriedigender sozialer Beziehungen. Der Husten ist weg Appenzeller Heilmittel wirken mit besonderer Kraft. Weltweit. Erhältlich in Drogerien und Apotheken. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Herbamed AG | 9055 Bühler | Switzerland | www.herbamed.ch 44 Schweizer Hausapotheke 1-2018 Merkmale der Einsamkeit Die Einsamkeit wird in vorübergehende, situationale und chronische Einsamkeit unterschieden. Die vorübergehende Einsamkeit ist ein kurzzeitiges Gefühl und dauert nur Minuten oder Stunden. Entstehen kann sie aus dem Warten oder der Sehnsucht nach einem geliebten Menschen oder aus bestimmten momentanen Stimmungen heraus, die zum Beispiel durch musikalische Klänge oder Naturereignisse hervorgerufen oder verstärkt werden. Die situationale Einsamkeit tritt als Reaktion auf bestimmte Ereignisse wie eine Trennung oder Scheidung, der Tod eines nahe stehenden Menschen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Erkrankung auf. Sie kann bis zu einem Jahr andauern und von psychosomatischen Beschwerden begleitet sein. Von chronischer Einsamkeit wird gesprochen, wenn ein Mensch unter Einsamkeitsgefühlen leidet, ohne dass ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist. Vordergründig sind kognitive Faktoren wie die Überzeugung, niemandem trauen zu können. Die erste Phase, die momentane und vorübergehende Einsamkeit, ist nur von kurzer Dauer und eine Reaktion auf äussere Umstände. Sie soll zum Handeln motivieren. In der zweiten Phase findet ein langsamer Rückzug statt und die Einsamkeit beginnt sich zu manifestieren. Die dritte Phase ist die chronische Einsamkeit, in der Resignation und Verzweiflung so stark sind, dass die Einsamkeit aus eigener Kraft nicht bewältigt werden kann. Bei der lange andauernden, chronischen Einsamkeit sind alle Fähigkeiten verschwunden, Kontakt aufzunehmen und aufrechtzuerhalten, für andere attraktiv zu sein, Anerkennung anzunehmen oder zu geben. Andere beginnen, den Betroffenen zu meiden. Das bestätigt und verstärkt dessen Gefühl, abgelehnt und unattraktiv zu sein. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geht gänzlich verloren. Der Betroffene zieht sich vollkommen in die Isolation zurück, wird dabei aber immer gereizter. Aggressionen und Sarkasmus führen dazu, dass der Einsame von anderen gemieden wird. Körperliche und seelische Beeinträchtigung Einsamkeit kann ähnliche Folgen wie chronischer Stress auf die Gehirngesundheit haben und auch das Hormonsystem sowie das Immunsystem negativ beeinflussen, was die Betroffenen wiederum anfälliger für Krankheiten macht. Gefühle des Einsamseins können sich also durchaus auf die körperliche Gesundheit auswirken. Betroffene berichten oft von diffusen Schmerzen wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, generalisiertem Unwohlsein, wofür aber kein Arzt eine eindeutige Ursache festmachen kann. Negativ empfundenes, dauerhaftes Alleinsein kann sich auch in körperlichen Verspannungen äussern, beispielsweise im Rücken, Nackenoder Kieferbereich. Bleibt professionelle Hilfe aus und finden die Betroffenen auch selbst nicht mehr den Weg aus einer belastenden Lebensphase, kann sich eine Depression entwickeln. Krankheitsbilder wie Bulimie, Anorexie oder auch suizidale Gedanken sind häufig mit einer Depression verbunden und bedürfen unbedingt ärztlicher Behandlung. Auf dem Land weniger ein Thema Schätzungsweise zehn Prozent der älteren Bevölkerung leiden an negativer Einsamkeit, so dass dadurch auch die emotionale und physische Gesundheit in Mitleidenschaft ge-

zogen werden. Siebzig Prozent davon sind von schwerwiegenden physischen oder psychischen Gesundheitsproblemen betroffen, die durch die Einsamkeit ausgelöst werden. Besorgniserregend ist, dass das Problem der Einsamkeit älterer Menschen ständig zunimmt und in einigen Jahren weltweit ein grosses Gesundheitsproblem darstellen wird. Experten auf diesem Gebiet bestätigen, dass weniger Einsamkeit deutliche gesundheitliche Vorzüge für ältere Menschen mit sich bringt; denn man geht einhellig davon aus, dass der wichtigste Faktor für eine gute Lebensqualität soziale Beziehungen sind. Ländliche Regionen verwaisen. Trotzdem ist das Vertrauen in das dörfliche Miteinander ungebrochen: Drei Viertel der Landbewohner haben gemäss neuster Erkenntnisse keine Angst vor Einsamkeit im Alter. Immer mehr Menschen zieht es vom Land in die Stadt. Wer seinem Dorf treu bleibt, fürchtet sich dennoch nicht vor dem Alleinsein: 75 Prozent der Landbewohner glauben, dass ihr soziales Netz sie auch im Alter vor Einsamkeit bewahrt. In der Stadt sind es 67 Prozent der Befragten. «Weil ich viele Angehörige, Freunde oder Bekannte habe», so begründen 41 Prozent der Landbewohner ihre Einschätzung. Im Vergleich dazu ist nur jeder dritte Städter (35 Prozent) überzeugt, dass Angehörige und Freunde ihm auch in Zukunft zur Seite stehen. Altersfragen beginnen bereits in den Fünfzigern Das menschliche Leben wird in verschiedene Lebensphasen eingeteilt. Das Alter ist die letzte Phase im individuellen Lebenslauf, die zwar von ihrem Ende, nicht aber von ihrem Anfang her eindeutig bestimmbar ist. Häufig wird der Eintritt in den Ruhestand oder das Erreichen eines bestimmten, sozialadministrativ festgelegten kalendarischen Alters, mit dem der Ausstieg aus dem Erwerbsleben möglich wird, als Abgrenzungskriterium verwendet. Aufgrund umfangreicher biologischer, psychologischer, sozialer und epidemiologischer Untersuchungen zum Alter und Altern unterscheidet die Gerontologie seit Mitte der 1980er Jahre die «jungen Alten» von den «alten Alten». Der dritten Lebensphase wird eine so genannt vierte Lebensphase angeschlossen. Damit werden altersbezogene Fragen schon für Menschen in den Fünfzigern relevant, und die als Alter definierte zeitliche Lebensspanne kann biografisch gesehen mehr als vier Jahrzehnte umfassen. Urs Tiefenauer Wertvolle Tipps gegen aufkommende Einsamkeit Einsamkeit entsteht in uns selbst. Analysieren Sie Ihre Situation, nehmen Sie sich dazu Zeit und schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Fragen Sie sich, womit Sie zufrieden sind und womit nicht. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihnen fehlt, um sich wohl und akzeptiert zu fühlen. Denken Sie darüber nach, welche Möglichkeiten Sie haben, um das zu bekommen, was Ihnen fehlt und schreiben Sie diese Lösungsansätze nieder. Bitte bedenken Sie, dass Sie nicht zwingend Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen müssen, wenn Sie sich dabei unwohl fühlen. Zufriedener ist man schon oft, wenn man eine passende Aufgabe für sich findet sowie seinen Hobbys und Interessen nachgehen kann. Aber ganz auf soziale Kontakte sollten Sie dennoch nicht verzichten. Schweizer Hausapotheke 1-2018 45

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