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Nr. 3 / 2019

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Gefährliche Suchtgefahr

Gefährliche Suchtgefahr Rund zehn Prozent aller Arzneimittel können in die Abhängigkeit führen. Rund zwanzig Prozent bergen die Gefahr des Missbrauchs in sich. Beim Einnehmen jedes Medikaments ist deshalb Vorsicht geboten: Die Sucht ist oft schneller da als die – vermeintliche – Heilung. Beruhigungspillen, Appetitzügler, Schlaftabletten, Schmerz- und Aufputschmittel – jeder Zehnte greift mindestens einmal pro Woche danach. Die Dunkelziffer ist hoch: Wer Medikamente schluckt, betrachtet sich oft nicht als süchtig, sondern meint, sein Leiden zu «behandeln». Daneben gehören auch chronische Schmerzpatienten zu den grossen Arzneimittelkonsumenten. Tabletten, oft «selbst verschrieben», sind für sie vielfach der einzige, aber eben auch nicht ungefährliche Ausweg aus dem Labyrinth des chronisch gewordenen Schmerzes. Der Unterschied ist verhängnisvoll – und führt mitten in die Problematik der Medikamentenabhängigkeit. Gerade weil der Ausdruck «Heilmittel» so positiv besetzt ist – und eine so hohe soziale Akzeptanz besitzt –, ist die Tablettensucht so tückisch. Geheilt werden mit Hilfe von Medikamenten und auf ärztliche Verordnung hin: Das kann doch, so die allzu leichtgläubige Ansicht, nur gut sein. Weitere Faktoren kommen hinzu, welche die Arzneimittelsucht fälschlicherweise als wenig gefährlich erscheinen lassen. So fallen «Medi-Schlucker», im Gegensatz zu Alkoholikern oder Fixern, zunächst gar nicht auf: Wer Tabletten schluckt, macht keinen Radau und schreckt niemanden auf. Das geht so lange gut (oder schlecht), bis die Sucht und die mit ihr einhergehenden Folgen – psychischer und physischer Zerfall, Depressionen, Wahnvorstellungen, Leber- und Nierenschäden – nicht mehr zu verbergen sind. Impressum Schweizer Hausapotheke Vom Missbrauch zur Sucht Medikamentenmissbrauch liegt gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dann vor, wenn ein Medikament ohne medizinische Notwendigkeit oder in unnötigen Mengen konsumiert wird. Fast jedes Medikament kann missbräuchlich verwendet werden. In der Realität ist das jedoch bei den psychoaktiven Substanzen der Fall, so bei Schlafmitteln (Hypnotika), Schmerzmitteln (Analgetika), Beruhigungsmitteln (Tranquilizern) und Anregungsmitteln (Stimulantien, Weckamine). Längerdauernder, regelmässiger Konsum derartiger Präparate kann – selbst in minimalen Dosen – zur Abhängigkeit führen. Von Abhängigkeit spricht man, wenn der starke Wunsch vorhanden ist, den Effekt einer Substanz immer wieder zu erleben. Dazu gehört als Folge das kontinuierliche Abgleiten in die Sucht. Süchtig sind Menschen, deren gesamte Lebensaktivität vom Drogenmissbrauch und der Beschaffung gekennzeichnet ist. Sucht ist das Endstadium einer Drogenlaufbahn, meist verbunden mit sozialem Abstieg, Aussenseiterdasein und Kriminalität. Von der «primären Abhängigkeit» – dem Stoff, der die Sucht zunächst auslöst – unterscheidet man die Polytoxikomanie, die Abhängigkeit von mehreren Substanzen gleichzeitig. Einer der berühmtesten Polytoxikomanen war Elvis Presley. Er schluckte jahrelang eine Fülle von verschiedensten, zum Teil stark süchtig machenden Medikamenten gleichzeitig. Verlag und Anzeigen Perpress Medien AG, Könizstrasse 25, 3008 Bern, Tel. 031 740 97 10, Fax 031 740 97 28, info@schweizerhausapotheke.ch • Geschäftsleitung Dr. Christoph Tschan, 031 740 97 15, ch.tschan@schweizerhausapotheke.ch • Administration & Buchhaltung Carolyn Scheidegger, 031 740 97 10, c.scheidegger@schweizerhausapotheke.ch • Backoffice Ursula Etter • Redak tions- und Produktions - leitung Sylvia Felber, 031 740 97 20, s.felber@schweizerhausapotheke.ch • (Stv.) 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Der Grund, weshalb sie speziell suchtauslösend sind, liegt in ihrer «psychotropen» Wirkung. Ältere Menschen, Frauen in den Wechseljahren und Männer ab dem 60. Lebensjahr sehen sich mit einer Vielzahl an Gebresten konfrontiert. Der vermehrte Griff zum unter Umständen suchtgefährdenden Medikament erfolgt verständlicherweise schneller; und sei es allein, um das Leben erträglicher zu machen. Doch der Arzt weiss sehr genau, welches Medikament Suchtpotenzial besitzt – und welches nicht. Jacqueline Trachsel ist Journalistin BR. Seit 1994 schreibt sie als selbständige Journalistin und Redaktorin für diverse Medien. Schweizer Hausapotheke 3-2019 17

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