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Nr. 3 / 2018

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Damit der Frühling schön und farbenfroh wird, hat der Osterhase mit der übriggebliebenen Eierfarbe den Himmel bemalt. Mit der vorliegenden Ausgabe wünschen wir Ihnen den einen wundervoll bunten Start in die warme und helle Zeit des Jahres!

Hand anlegen Das

Hand anlegen Das Begreifen der Welt, in der wir leben, beginnt mit den ersten Greifbewegungen. Die frühkindliche Form, sich Kenntnisse zu erobern, besteht im Abtasten der Objekte. Auch die ersten Produkte entstehen von Hand. Handfertigkeit ist daher ebenso wichtig für die Entwicklung des Verstandes wie für jene der Kreativität und Produktivität. Die ersten Welterfahrungen erfolgen nicht mit dem Sehen – wie wir Augenmenschen wohl vermuten würden. Tast- und Geschmackssinn zusammen mit der inneren Sinneswahrnehmung unserer eigenen Bewegung (kinästhetischer Sinn) gehen dem Sehen voraus. Unvermittelte Erfahrungen entstehen sofort nach der Geburt durch das Tasten (aktiv) und durch das Spüren (passiv) von Berührungen – sei es mit dem Mund, sei es später mit der Hand – und durch Schmecken und Riechen. Entstehung von Wahrnehmung Wahrnehmung ist von Beginn an eine Kombination resp. ein Zusammenbauen verschiedener Sinneseindrücke zu einer Erfahrung oder zu einer Vorstellung. Berührungseindrücke im pflegerischen Umgang mit dem Säugling verknüpfen sich mit Geruchseindrücken und Geräuschen zum ersten Bild von Mama. Langsam ordnen sich auch optische Schattierungen zu klareren Linien. Dieses Gesicht gehört offenbar zu diesem Geruch und diesen Berührungserfahrungen. So baut sich ein Bild der Mama aus der Eindruckskombination zusammen: Diese Eindrücke werden in der Vorstellung «Mama» zusammengefasst und geistig abgespeichert. Die Vorstellung wird mit Hunderten «Experimenten» gefestigt: Das Gesicht wird abgetastet, die 32 Schweizer Hausapotheke 3-2018 Nase bohrt sich riechend in die Wange, Zuwendung und Abwendung der Augen sichern ab, dass das Bild Bestand hat. Da ereignet sich ein grosser Schritt für alle möglichen Weiterentwicklungen von Bewusstsein, Vertrauen, Sicherheit, Handeln und weiteren Fähigkeiten. Festigkeit und Vielfalt solcher ersten Vorstellungen bahnen bereits vor, wie schmal oder breit sich unser Leben entfalten wird. Verschiedene Sinne Unsere körperliche Ausstattung stellt uns verschiedene Sinne zur Verfügung. Nahsinne sind Geschmack, Tastsinn und kinästhetische Empfindungen. Sie bilden das Fundament, auf dem die Fernsinne aufbauen. Geruch zum Beispiel ist ein sogenannter Fernsinn: Die Anwesenheit der Mutter muss nicht so nah sein, um sicher zu sein, dass sie da ist. Auch Gehör und Sehen sind Fernsinne. Was vor den Augen auftaucht, wird mit den gespeicherten Vorstellungen verglichen. Stimmen Bild und Vorstellung überein, wird die Mutter wahrgenommen resp. wiedererkannt. Je sicherer wir in unseren Vorstellungen sind, desto weniger brauchen wir die begleitenden Eindrücke noch. Dem ungläubigen Thomas genügt die Erscheinung nicht – er muss berühren, um sich der Anwesenheit des Andern sicher zu sein. Das zeigt deutlich, wie stark die letzte Gewissheit auf die Nahsinne angewiesen ist. Diese Absicherung nennen wir Abstrahieren. Je weiter weg wir von der Realitätsabsicherung sind, desto abstrakter denken wir. Das hat zwar gewaltige Vorteile für Schnelligkeit und Komplexität des Denkens, öffnet anderseits aber auch das Tor zu Fantasterei, Wahn (alternative Fakten), absichtlichen und unbemerkten Täuschungen oder völliger Abgehobenheit von Denken und reinen Wunschvorstellungen. Der Realitätsbezug Von geträumter Anwesenheit unterscheidet sich die echte Gegenwart dadurch, dass ich das «Bild» berühren kann oder zumindest «mich ins Bild setzen» kann: Ich bin dort anwesend oder gehe dorthin, von wo berichtet wird. Noch sicherer werden die Vorstellungen, wenn mit ihnen hantiert werden kann. Das setzt den Raum und die Erlaubnis voraus, Dinge und Aktionen auszuprobieren: Die eigenen Laute lösen die Reaktion aus, dass das Gesicht der Mutter auftaucht und eventuell eine Berührung erfolgt. Daher ist es so wichtig, dass Eltern (KinderbetreuerInnen) bei kleinen Kinder präsent und auf sie bezogen bleiben. Keine Reaktion auslösen zu können ist tief verunsichernd, und so nehmen manche Kinder auch schmerzhafte Reaktionen

in Kauf, um wenigstens überhaupt eine Wirkung auszulösen. Hier hat Provozieren einen tieferen psychologischen Sinn. Mit diesen Aktionen sichert das Kind seine Vorstellungen ab und wird – allmählich, langsamer oder schneller – die Unterscheidung zwischen Realität und Phantasie erobern. Als Wirklichkeit oder Realität wird erlebt (und bestimmt), wenn das gegenwärtig anwesende Objekt mit der Vorstellung, die ich mir aufgebaut habe, übereinstimmt. Mit Fantasie, Einbildung, Täuschung bezeichnen wir – je nachdem positiv oder negativ gewertet – Vorstellungen, die nicht mit den sogenannten Fakten übereinstimmen. Werden fantasierte Vorstellungen in die Realität umgesetzt, sprechen wir von kreativer Produktivität (auch Lügengeschichten sind kreative Pro dukte – aber unrealistische). Verwirrung Sich als produktiv zu erleben, ist den meisten Kindern und auch Erwachsenen sehr wichtig. Je jünger das Kind, desto handfester sollte die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit sein. Bis weit in die Primarschule ist das konkrete Denken noch dominant. Vielen Kindern wird zu früh ein zu hohes Abstraktionsniveau zugemutet. Sie werden von der Realität abgelenkt oder noch schlimmer: Die Verquickung von Fantasien und Realinformationen verwirren sie. Per Touchscreen kann ich alles Wissen bilderbuchartig herbeizaubern und auch mit Berührung des Bildschirmes verändern. Die Veränderung ist aber nur abstrakt oder virtuell. Vielleicht sind einige der Ansicht, das müsse nicht extra betont werden; das sei jedermann klar – auch Kindern und Jugendlichen. Ich glaube aber, dass dies gelernt (gelehrt) werden muss. Wenn schon kleine Kinder mit Bildern gefüttert werden, müssen wir ein Augenmerk darauf legen, wie sie unterscheiden lernen zwischen Fiktion und Fakt. Das gilt natürlich auch schon beim Fernsehen. Dabei spielt der Körperbezug eine grosse Rolle: Das Spüren der eigenen Anwesenheit und ihrer Verbindung mit dem Geschehen muss im Zentrum stehen. Hand anlegen Gerade im Zeitalter digitaler Welterfassung ist mir daher in der Kindererziehung der Gebrauch der Hand, die die Welt verändert und die die Welt erspürt, so wichtig. Nicht zufällig taucht der Wortstamm «Hand» überall wieder auf. Handfeste Erlebnisse sind den virtuellen vorzuziehen – je kleiner das Kind. Handfeste Erfahrung meiner Wirksamkeit und Produktivität bilden die Basis der Lebenserfahrung, des Lebenssinns und der Selbstsicherheit. Natürlich brauchen künftige Generationen einen geübten Umgang mit der digitalen Welt. Es geht auch hier – wie meistens in Entwicklungspsychologie und Erziehung – um die Ausgewogenheit der Gewichtung. Neben dem geschickten Turnen in den digitalen Fantasiewelten der Programme sollten die Erfahrungen und beglückenden Erlebnisse mit den hergebrachten Kulturtechniken nicht verloren gehen, seien sie handwerklich, handgeschicklich oder kreativ. Legen Sie selber Hand an und lassen Sie Ihre Kinder Hand anlegen im Alltag: Das Do-it-yourself ist nicht nur eine Sparmassnahme, sondern auch ein tolles Erlebnisfeld für Kinder und eine Verankerung jenseits der digitalen Welt im gelebten Alltag der Gegenwart. Dr. phil. Rudolf Buchmann ist Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und Familien. www.praxis-buchmann.ch PUTZTIPP Kaffeemaschinen entkalken: Wer es schonend und preiswert will nimmt Vepocalc Espresso Wirksamkeit der Milchsäure im Vergleich zu anderen schonenden Säuren bei 60°C 2.4 2.0 1.6 1.2 0.8 0.4 0.0 gelöster Kalk in g Milchsäure Glykolsäure Zitronensäure Phosphorsäure 20 40 60 Temperatur °C Haushaltsentkalker unterscheiden sich vor allem in der Materialverträglichkeit und in der Ergiebigkeit. 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