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Nr. 4 / 2019

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Irren ist menschlich

Irren ist menschlich Irren ist offenbar etwas, das grundsätzlich zum Menschsein gehört. Geirrt haben sich Menschen schon ganz früh, wir irren uns auch heute noch und werden es ganz sicher weiterhin tun. So hat der berühmte Satz aus Rom wohl ewige Gültigkeit: «Errare humanum est, sed in errore perseverare diabolicum» (Irren ist menschlich, aber im Irrtum zu verharren ist teuflisch). Heutzutage wird nur noch das verkürzte Sprichwort genutzt, um zu verdeutlichen, dass Fehler im Menschsein verankert und somit natürlich sind. Der zweite Teil des Satzes aber wäre eigentlich noch fast wichtiger als der erste Teil. Irrtümer gab und gibt es nicht nur in allen Zeiten, sondern auch in allen Bereichen. In der Politik, in der Medizin, in allen Wissenschaften und nicht zuletzt auch im Alltag. Und so erstaunt es nicht, dass sich weltweit unzählige Anwälte und Gerichte immer wieder mit Irrtümern auseinandersetzen müssen. Umgangssprachlich ist ein Irrtum ein falscher Gedanke, eine falsche Vorstellung oder eine falsche Handlungsweise. Das Obligationenrecht unterscheidet zwischen Erklärungsirrtum und Grundlagenirrtum. Ein Erklärungsirrtum kann zum Beispiel sein, wenn bei einer Auktion jemand einem Bekannten winken will, dies dann aber als verbindlicher Zuschlag für den Kauf eines Gegenstandes verstanden wird. Beim Grundlagenirrtum täuscht sich jemand in einer wesentlichen Tatsache, zum Beispiel, wenn jemand ein Grundstück kauft im Glauben, es handle sich um Bauland – das Grundstück in Wirklichkeit aber zur Landwirtschaftszone gehört. Hartnäckige Irrtümer Die Geschichte der Menschheit ist voller Irrtümer. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um belanglose Details. Geirrt haben sich Menschen immer wieder auch bei grundsätzlichen und entsprechend nicht unwesentlichen Angelegenheiten. Hier ein paar Beispiele: Im 15. Jahrhundert war man der festen Überzeugung, dass die Erde eine Scheibe ist. Wir alle irren uns gelegentlich. Das ist weiter nicht tragisch – ausser, wenn wir im Irrtum verharren. Das hat sich schliesslich als grosser Irrtum herausgestellt. Vielerorts (vor allem in Deutschland) wird immer wieder behauptet, dass Einstein ein schlechter Schüler gewesen sei. Doch dem war überhaupt nicht so. Dieser Irrtum kam zustande, weil Einstein die Matura in der Schweiz absolvierte und in der Schweiz eine Sechs die beste Schulnote ist, in Deutschland aber die Eins. Zudem hatte Einstein in einem Brief an eine Bekannte folgenden Satz geschrieben: «Mach dir wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik keine Sorgen. Ich kann dir versichern, dass meine noch grösser sind». Bei diesem Gedanken hatte Einstein aber wohl mathematische Probleme im Kopf, von denen sich viele von uns gar nicht vorstellen können, dass es sie überhaupt gibt ... Immer wieder wird behauptet, dass das Lesen bei schlechtem Licht den Augen schade. Doch auch das stimmt nicht: Den Augen schadet das Lesen bei schlechtem Licht nicht, ganz im Gegenteil: Das Auge wird dabei sogar trainiert. Häufiges Haareschneiden oder Rasieren soll angeblich das Haarwachstum fördern. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch das ein Irrtum ist. Anders ist es allerdings beim Rasenmähen: Gewisse Pflanzenarten kompensieren Verluste sehr schnell und intensiv. Spinat enthält sehr viel Eisen. Auch das ist ein Irrtum. Spinat enthält gekocht etwa 2,2 Milligramm Eisen pro 100 Gramm, in frischem Zustand etwas mehr. Dies ist aber deutlich weniger als zum Beispiel der Eisengehalt von Schokolade. Obwohl dieser Irrtum bereits in den 1930er Jahren aufgedeckt wurde, hat er sich bis heute gehalten. Jungvögel, die von Menschen berührt wurden, werden von ihren Eltern nicht mehr angenommen. Auch das ist ein weit verbreiteter Irrtum: Jungvögel kann man ohne Probleme berühren, weil der Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren – nur sehr schwach ausgeprägt ist. Vogeleltern nehmen ihre Brut problemlos wieder an. Die Chinesische Mauer ist vom Mond aus sichtbar. Stimmt auch nicht. Die Mauer ist zwar unglaublich lang, jedoch an keiner Stelle breiter als eine mehrspurige Autobahn. Bei einer Entfernung des Mondes zur Erde von 356 000 Kilometern ist sie auf keinen Fall sichtbar. Diese Liste liesse sich fast unendlich fortsetzen ... Warum irren wir uns? Täglich sind wir Irrtümern unterworfen. Der Grund dafür ist einfach: Viele Menschen können oder wollen nicht zwischen einer Tatsache und einer Meinung unterscheiden. Sie halten eine gefasste Meinung für eine absolute Tatsache und treten dann auch entsprechend auf. Ganz besonders häufig trifft das auf Politiker zu. In Fernsehdiskussionen leiten sie dann ihre Aussagen sogar noch mit dem Satz «Es ist doch eine Tatsache, dass ...» ein. Doch oft handelt es sich dabei 22 Schweizer Hausapotheke 4-2019

um Irrtümer. Deutlich wird das immer wieder beim Thema Migration. Politiker aus dem rechten Lager sagen, dass es eine Tatsache sei, dass wir in der Schweiz zu viele Ausländer hätten und dass das unserer Kultur schade. Politiker aus dem linken Lager hingegen sagen, es sei doch eine Tatsache, dass viele Ausländer der Schweiz nicht schaden, sondern nützen. Beide Aussagen aber sind keine Tatsachen – es sind Meinungen. Und beide Meinungen können ein Irrtum sein. Tatsache ist, dass in der Schweiz Ende 2016 rund zwei Millionen ausländische Personen gezählt wurden, was einen Anteil von knapp 25 Prozent ergibt. Damit ist die Schweiz eines der Länder mit dem höchsten Anteil an ausländischen Personen. Ob das dem Land schadet oder nützt und was das für die Entwicklung der Gesellschaft bedeutet, ist noch längst nicht abschliessend geklärt; und kann – je nach Standpunkt – positiv oder negativ bewertet werden. Wenn wir uns an die Tatsache halten (25 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz sind Ausländer), so unterliegen wir keinem Irrtum. Irren können wir uns aber dann, wenn wir unsere Meinung («es gibt zu viele Ausländer in der Schweiz» oder «eine hohe Zahl an Ausländern ist kein Problem») zu einer Tatsache erklären. Der Mensch neigt dazu, zu einem Thema relativ schnell eine ganz bestimmte Position einzunehmen und diese hartnäckig zu verteidigen; und dann besteht die Gefahr, dass wir einem Irrtum unterliegen. Zum Beispiel auch im Sport: Da erhält eine Fussballmannschaft einen neuen Trainer und das Publikum jubelt: «Mit diesem Trainer werden wir alles gewinnen». Ein Jahr später kommt die Ernüchterung. Es stellt sich heraus, dass der neue Trainer gar nichts bewirken konnte. Alle haben sich geirrt. Nicht selten trifft auch der umgekehrte Fall ein: Alles wird viel besser, als viele geglaubt und behauptet hatten. Gut oder schlecht? Was ist gut und was ist schlecht? Wir neigen dazu, alles und jedes sofort zu bewerten, zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Das ist gut, dies ist sehr gut, jenes ist ganz schlecht – schon besteht die Gefahr, dass wir uns irren. Als im 15. Jahrhundert die Seefahrer behaupteten, die Erde sei eine Scheibe, haben das viele einfach geglaubt. Und alle, die das glaubten, haben sich geirrt. Vielleicht müssten wir den Mut haben, öfters zu sagen, dass wir etwas nicht wissen oder nicht verstehen; statt uns blind irgendeiner Aussage anzuhängen, sie als Tatsache nachzuplappern. Ganz sicher können sich alle von uns an Situationen erinnern, die wir völlig falsch einschätzten – und später dann bitter erfahren mussten, dass wir uns geirrt haben. Nun, schlimm ist das nicht, wenn wir irgendwann den Irrtum eingestehen; schlimm ist es nur dann, wenn wir im Irrtum verharren. In seinem Buch «Das Lola-Prinzip» schrieb René Egli einen ganz interessanten Satz: «Die Welt ist nicht gut, die Welt ist nicht schlecht, die Welt ist». Das ist garantiert kein Irrtum, weil es keine Beurteilung ist. Und schliesslich: Glauben Sie alles, was in diesem Text steht? Falls ja: Seien Sie vorsichtig; denn auch dieser Text könnte ein kompletter Irrtum sein ... Albin Rohrer ist Berater, Coach, Autor, Kurs- und Seminar leiter sowie Musiklehrer. GIB UNREINHEITEN KONTRA: MIT DER KRAFT DER NATUR. Weleda Naturally Clear Gesichtspflege NEU WIRKSAMKEIT KLINISCH GETESTET * : Reduziert Mitesser und Pickel, ohne auszutrocknen Minimiert überschüssigen Talg, Glanz und Rötungen Beruhigt die Haut * Naturally Clear Klärendes Waschgel: klinische Wirksamkeitsstudie bei einem unabhängigen Testinstitut: Produkt 1 x täglich über 4 Wochen verwendet. AZ_NaturallyClear2018_210x139_CH_d.indd 1 06.02.19 11:42 Schweizer Hausapotheke 4-2019 23

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