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Nr. 5 Juli/August 2018

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Entwicklungspsychologie

Entwicklungspsychologie des Bösen Gut und böse gibt es in der Natur nicht. Sie sind ein Erziehungsprodukt. Die moralisch-ethische Erziehung überwindet mit ihrem Bewertungsvorgang das «Recht des Stärkeren». Allerding stellt sich auf der erreichten ethischen Ebene die Frage neu, wer die Deutungsmacht hat. Wer kann entscheiden, was oder wer gut ist oder böse? Die Natur kennt keine Bösewichte. Es gibt Feinde und es gibt Rivalen. Der Stärkere gewinnt. Auch in der Natur gibt es aber bereits eine zweite Ebene neben der reinen Körperkraft: Verschiedene Lebewesen haben erstaunliche Schlauheit entwickelt, sich zu tarnen, Stärkere auszutricksen, ja sogar Feinde gegeneinander auszuspielen. Trotzdem bezeichnen wir den schlauen Fuchs nicht als böse, wenn er den dummen Esel überlistet (so er das denn in der Natur wirklich tut). Ethik Ethik ist eine dritte, spezifisch menschliche Ebene. Wir bezeichnen es als verwerflich, wenn «schlaue Köpfe» unintelligente, naive oder treuherzige Menschen übers Ohr hauen. Gleichzeitig werden geniale Betrüger oft bewundert. Was soll gelten? Erwachsene können darüber diskutieren. Je jünger Kinder sind, desto stärker erzeugen solche widersprüchlichen Beurteilungen Unsicherheit und Orientierungslosigkeit. Ethik aber soll Orientierungshilfen und Leitplanken für das eigene Handeln geben. Dazu muss sie stark sein. Das kann sie aber nur, wenn auch Gegenrecht gehalten wird. Der Wunsch nach Gerechtigkeit fordert, dass für alle dieselben Massstäbe gelten. Wenn ich aus ethischen 42 Schweizer Hausapotheke 5-2018 Gründen auf meine Machtvorteile und meine Überlegenheit verzichte, gehe ich davon aus, dass stärkere Mitmenschen im ähnlich gelagerten Fall gleichermassen auf mich Rücksicht nehmen. Ethik entwickelte sich im Lauf der Menschheitsgeschichte, um die Machtfrage von der rein körperlichen Stärke abzulösen. Die Machtfrage wird damit aber leider nicht in Luft aufgelöst, sie wird vielmehr auf die geistige Ebene verschoben. Auf humaner Ebene können wir unschwer in Rede- und Propagandaschlachten die Auferstehung der Machtkämpfe beobachten. So sind zum Beispiel Zuschreibungen von Gut und Böse in den Nachrichten an der Tagesordnung und Teil der psychologischen Kriegsführung: Sie wirbt um die (ethische) Zustimmung der wachen Weltbürger. Wer von Sanktionen spricht, verurteilt bereits mit diesem Wort die Gegenpartei als unethisch, strafwürdig. Strafaktionen preisen das eigene (evtl. gewalttätige) Verhalten als moralisch gut an und unterstellen dazu der Gegenpartei, dass sie unethisch sei. Strafe wird dadurch gerechtfertigt, dass der Bestrafte böse war und ist. Dieses Vorgehen fördert die Rückkehr des Rechts des Stärkeren. Mit dem Anspruch, selber hehre Werte zu verteidigen, unterläuft die Propaganda geschickt die ethischen Errungenschaften der Toleranz, des Zuhörens und des Dialogs: Heiligt der Zweck die Mittel? Aufbau der Moral Das Neugeborene hat noch keine Moral, es kennt – wie die Natur – nicht «gut» noch «böse». Aber es baut bald Erfahrungen auf, was für es gut (zuträglich) und was böse (beängstigend oder unangenehm bis schwer erträglich) ist. Seine Lebenskraft sucht, «was ihm gut tut» und meidet, was unangenehm ist. Über den Zeitraum von ein paar Wochen, Monaten und Jahren differenziert es die Erfahrungen aus und fügt Mitmenschen in sein Beurteilungsraster ein. Die Guten tun ihm wohl, die Bösen tun ihm weh. Schön ist, dass die Guten meist damit einverstanden sind, dass diejenigen gut sind, die mir Gutes tun und böse, wer mich an den Eroberungszügen hindert, mit denen ich die Welt erkunde. Böse ist bald auch, wer mir Angst macht, weh tut oder mir im Wege steht. Die Welt ist einfach. Nun wird mir aber erklärt, dass es die Mutter gut meint (also gut ist), wenn sie mich hindert, die Steckdose zu untersuchen. Keine Ahnung, weshalb das gut sein soll. Ich muss es glauben;

denn wenn ich es nicht glaube, heis st es plötzlich, ich sei böse. So ist es auch, wenn ich mich wehre. Da war der Bruder böse, weil er von der Mutter bevorzugt wurde. Will ich dem abhelfen (den bösen Anfängen wehren), wird mir vorgeworfen, ein böses Kind zu sein!! Innere Bilder von gut und böse entstehen, indem sich das Kind tausende kleine Erfahrungen zusammenbaut. Wenn es positiv läuft, werden die Eindrücke zu immer vollständigeren Gesamtbildern zusammengefasst. Es formen sich Konzepte (Baupläne) von ethischen Massstäben. Diese Konzepte sind zunächst sehr persönlich und von starken Gefühlen begleitet. Sie sind ein Kern der Persönlichkeit. Diese Bilder wandeln und integrieren sich Alterststufe um Altersstufe und bilden so ein zunehmend stabiles Gewissen aus. Läuft es konfliktreicher oder widersprüchlicher, werden die Massstäbe schon früh unklar und verwirrend: «Vielleicht ist es unklug, gut sein zu wollen?»; «ich kann nicht sicher sein, dass mir gegenüber faires Verhalten an den Tag gelegt wird»; «der Ehrliche ist der Dumme» (Titel des Buches vom früheren deutschen Nachrichtensprecher Uli Wickert). Massstäbe Die Ausbildung ethischer Massstäbe fördern wir mit Geschichten. Die erzieherische Aufgabe des Theaters, insbesondere der Tragödie als ethische Stärkung, war schon dem alten Griechenland bewusst. Indem wir Kindern von guten und bösen Kräften erzählen, die ausserhalb unserer Macht liegen, knüpfen wir an ihre frühen Erfahrungen an. In vielen Geschichten und Filmen, die wir in uns aufnehmen und die wir unseren Kindern anbieten, wird kräftig die Moralkeule geschwungen und rosa Zuckerguss über die Guten gegossen (vgl. meinen Artikel «geistige Nahrung» in der letzten Ausgabe). Dies ist zwiespältig: Für Erwachsene wird daraus ein zu einfaches Bild der Welt gezeichnet, das ihre Wahrnehmung vernebelt. Sie lässt uns glauben, dass wir eindeutig wissen können, wer gut und wer böse ist. Und das ist zu einfach. Je kleiner Kinder sind, umso notwendiger ist jedoch die Einfachheit des Moralischen: Sollen Massstäbe gelten und im Kind stark verankert werden, brauchen Kinder bis in die Adoleszenz hinein klare Bilder, an denen sie sich halten können. Erst später können und sollen sie reflektieren und dabei lernen, wie relativ unsere Urteile sind. Das frühe Konzept vom Bösen beinhaltet alles Bedrohliche. Bald gesellt sich zur äussern Bedrohung auch die innere Bedrohung hinzu. Leidenschaften und überschwemmende Affekte lassen mich so agieren, wie ich bei klarem Verstand (und bereits entwickeltem moralischem Massstab) nie handeln wollte. Klare ethische Massstäbe sind gewichtige Hilfskräfte, wenn es um Selbstbeherrschung geht. Auch im Menschen drin gibt es einen Kampf innerseelischer Kräfte. Auch unsere Triebnatur untersteht dem Recht des Stärkeren. Gewaltige Kräfte wie Gier, Hass, Eifersucht usw. sind nicht leicht zu bändigen. In den ethischen Werten der Mitmenschlichkeit, der Solidarität und der Einfühlung treten ihnen Kräfte entgegen, die nur dann fähig sind, sie im Zaum zu halten, wenn sie tief verwurzelt sind. Zu frühe Relativierung schwächt ihre Kraft. Im Gefühl der Scham erleben schon kleine Kinder ihre Niederlagen im FRISCHEKICK aromalife.ch SO COOL eine erfrischende Gesichtsdusche die duftet NEU BIO PFLANZENWASSER Schweizer Hausapotheke 5-2018 43 RZ_1/2 hoch_Inserate SHA_Frischekick.indd 1 23.04.18 09:21

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