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Nr. 5 Juli/August 2018

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Wieder lachen lernen

Wieder lachen lernen Lachyoga – praktiziert rund um den Globus – soll eines der besten Mittel für ein gesundes und glückliches Leben sein. Im Gemeindesaal von Etoy im Waadtland stehen zwölf Frauen (heute Abend sind nur Frauen dabei) ohne Schuhe im Kreis und skandieren: Ho, ho, ho! Ha, ha, ha! Auf ein Zeichen von Véronique Elamly, der Trainerin dieser Lachyogasitzung, fassen sie sich bei den Händen, um Kontakt miteinander und zu sich selbst aufzunehmen – wie bei jeder anderen Yogaübung auch. Keine sonderbaren Stellungen, bei denen man sich fast ein Knie ausrenkt, bloss ein paar Mal tief einatmen, um mehr Sauerstoff zu bekommen. Und dann folgt die Vorstellungsrunde: «Ich heisse Hélène und bin glücklich, hier zu sein», ruft eine Teilnehmerin in die Runde, lacht übers ganze Gesicht und streckt die Hände gegen die Decke. Haben sich alle vorgestellt, wird während der ganzen einstündigen Sitzung nicht mehr geredet. Scherze liegen auch nicht drin, obschon es alle früher oder später reizt: «Es geht darum, den mentalen Filter auszuschalten und auch nicht ins Urteilen zu fallen», betont die Trainerin, eine spritzige Mitvierzigerin mit Schalk in den Augen, die gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Ziel ist nämlich nicht, über die eine oder andere Situation zu lachen, sondern das Lachen wieder zu erlernen – um des Lachens Willen, ohne Grund. Es geht um das Lachen des Babys, des Kindes tief in uns drin. Jenes Lachen also, das wir nach und nach verloren haben. Nach einer guten Viertelstunde Übungen, bei denen die Bauchmuskeln nach allen Regeln der Kunst gefordert werden, entspannen sich alle andern Muskeln. Das Lachen bahnt sich nach und nach seinen Weg. Und befreit mehr und mehr. Masken, Vorurteile, Komplexe, aufgeblasene Egos und starre Grenzen finden immer weniger Platz. Das ganze in Jahrzehnten zusammengezimmerte Gedankengebäude kommt ins Wanken und fällt wie ein aus dem Ofen genommenes Soufflé am Boden des Gemeindesaals in sich zusammen. Lachen ohne Unterhalt Mit einfachen, positiven Rollenspielen als Unterstützung ist das Gelächter jetzt nicht mehr aufzuhalten. «Man arbeitet mit Zwerchfellbewegungen, um bestimmte Hormone freizusetzen», erklärt Véronique Elamly. «Herausfordernde, improvisierte Übungen, wie ununterbrochenes Lachen, ohne dass man dabei die Kontrolle verlieren würde.» Die Teilnehmerinnen machen ohne ein Zögern mit: Sie schwenken leere Geldbeutel, Lotosechser, eine Schale versalzene Suppe, eine Monsterrechnung 6 Schweizer Hausapotheke 5-2018

oder eine Terminkarte für den Arzt oder Zahnarzt und halten sich dabei die Bäuche vor lauter Lachen. Körperliche Schmerzen, Verlorengegangenes, eine Mahnung, ein Konto in den roten Zahlen, ein Sturz – all die grösseren und kleineren Missgeschicke des Alltags kommen dran. Und weil lachen ansteckend wirkt, breitet sich im Saal im Nu frohes Gelächter aus, auch wenn in diesem Moment noch nicht ganz klar ist, wo das erzwungene Lachen aufhört und wo das natürliche beginnt. Weil das Ziel dabei ist, miteinander in Verbindung zu bleiben, erfolgen die Übungen alle in Bewegung – und im ständigen Augenkontakt, was für Neulinge vielleicht fast die grösste Herausforderung ist. Die einzige erlaubte Kommunikation ist «gibberish», also eine Art Schwafeln. Bei dieser Übung kommunizieren die Teilnehmerinnen in einem eigenartigen Kauderwelsch und gestikulieren dazu. Die alten Hasen «reden» es so selbstverständlich, dass man sich fragt, ob sie nicht einer richtigen Sprache mächtig sind. Gegen Ende der Sitzung legt sich die kleine Gruppe in Sternform auf einen Quilt in der Mitte des Saals, in dem die Lichter inzwischen ausgingen. Mit geschlossenen Augen liegen sie auf dem Rücken und streifen oder berühren sich. Und die Lach- Schweizer Hausapotheke 5-2018 7

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