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Nr. 6 / 2018

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GEMMOTHERAPIE Tilia

GEMMOTHERAPIE Tilia platyphyllos Die Sommerlinde Die Linde ist der Inbegriff von sonnigen Sommertagen, die Luft erfüllt vom honigsüssen Duft ihrer Blüten und dem Summen unzähliger Bienen. Ihre harmonische Form, das frische Grün ihrer herzförmigen Blätter und der Duft der Blüten lösen in uns ein Glücksgefühl und tiefe Ruhe aus. Unter ihren weit hinunterhängenden Ästen, eingehüllt in den Blütenduft, fühlt man sich wohl und geborgen – die Linde ist baumgewordene Mütterlichkeit. Hier kann man die Seele baumeln lassen und Kraft schöpfen. Der ökologische Wert eines Lindenbaumes ist beachtlich: Mehrere Schmetterlingsraupen ernähren sich von den Blättern, die Blüten sind eine ausgezeichnete Bienenweide. Die tief greifenden Wurzeln festigen den Boden, das herbstliche Lindenlaub zersetzt sich rasch und verbessert dank seines hohen Gehalts an Eiweiss und Kalk die Bodenqualität. Linden werden sehr alt; man sagt, dass sie 300 Jahre kommen, 300 Jahre stehen und 300 Jahre vergehen. In der Schweiz ist die bekannte Linde von Linn AG eine herausragende Erscheinung, ihr Alter wird auf 670 Jahre geschätzt! Die Dorflinde war in früheren Zeiten Treffpunkt zu Schwatz und Geselligkeit, man verbrachte unter ihren Ästen manch gemütliche Abendstunde. Auch bei vielen Bauernhäusern steht eine Linde, die als Schutzbaum Blitze und ungute Kräfte fernhalten soll. Im Mittelalter wurden zudem Linden als Markierpunkte und Orientierungshilfe in die Landschaft gepflanzt. So war die Linde stets ein wichtiger Baum, der dem Menschen als wohlgesonnen galt. Das Holz der Linde ist weich und eignet sich gut für Drechsler- und Schnitzarbeiten. Bereits in prähistorischer Zeit kam dem Lindenbast grosse Bedeutung zu, der sich zu Seilen, Schnüren und Körben verarbeiten liess. Sogar regenfeste Umhänge und Hüte aus Lindenbast wurden hergestellt und schützten unsere steinzeitlichen Ahnen vor Wetterunbill. Neuerdings hat es die Linde sogar in die moderne Küche geschafft: junge Lindenblätter sind reich an Eiweiss und Kalzium und damit eine gesunde Zutat für grüne «Smoothies». Die Anwendung der Linde in der Volksmedizin geht ins 17. Jahrhundert zurück. Der Lindenblütentee, heute noch eines der bekanntesten Hausmittel bei Erkältungen und Grippe, ist also relativ jung. Er wirkt wärmend, schweisstreibend, krampflösend, resistenzsteigernd, beruhigend und schlaffördernd. Wirkstoffe 34 Schweizer Hausapotheke 6-2018 sind ätherisches Öl mit Farnesol, Flavonoide, Glykoside, Schleimstoffe, Gerbstoffe. Lindenblüten entgiften und scheiden die Toxine über Haut und Nieren aus. Sie lindern Darmkrämpfe, reinigen Nieren und lindern Husten und verschleimte Atemwege. Die innere Rinde enthält viele Schleimstoffe und wurde in der Volksmedizin auf entzündete Stellen und Schwellungen aufgelegt. Verbreitet war die Verwendung von Holzkohle aus Linde: fein pulverisiert nahm man sie ein, um bei Durchfall und Darmentzündungen Giftstoffe im Verdauungstrakt zu binden. Äusserlich wurden Wunden und Tumore damit bestreut. Die Gemmotherapie verwendet die Knospen der Sommerlinde. Dabei überwiegt die angstlösende, beruhigende und entkrampfende Wirkung. Schlaflosen verhilft die Sommerlinde so zur ersehnten Entspannung und führt sie in einen erholsamen Schlaf. Sie eignet sich gerade auch für Kinder, die nach einem aufregenden Tag keine Ruhe finden. Bei Bedarf kann sie dabei mit dem Gemmospray Besenheide kombiniert werden. Patienten mit Angstneurosen finden mit der Sommerlinde ebenfalls zu Ruhe und Geborgenheit. Bei Gastritis und Neuralgien wirkt die Linde entkrampfend und dadurch lindernd (die Wortverwandtschaft ist kein Zufall!). Sie wird in diesen Fällen in Kombination mit Schwarzer Johannisbeere und Feigenbaum eingesetzt. Ein weiterer Anwendungsbereich der Sommerlinde sind Hautkrankheiten, wo sie, ebenfalls zusammen mit Feigenbaum, den quälenden Juckreiz und die dadurch oft blank liegenden Nerven beruhigt. Die Linde galt in der nordischen Mythologie als heiliger Baum der Frigg. Diese war die Gemahlin des Göttervaters Odin und als Göttin zuständig für das häusliche Glück, den Herd, die eheliche Liebe. Solche Werte sind heute kaum mehr gefragt, Selbstverwirklichung und unverbindliche «Lebensabschnitt-Partnerschaften» prägen unsere Zeit. Kinder wachsen in Krippen auf, damit sich ihre Eltern weiter der Karriere und der Selbstverwirklichung widmen können. Lebensglück sucht man in käuflichen Dingen, in Luxusgütern, auf Partys und auf schicken Reisen. Wie getrieben eilen viele durch ihr Leben, vergeuden ihre kostbare Lebenszeit in einer seelenlosen virtuellen Welt, putschen sich morgens mit anregenden Getränken auf und können am Abend nicht abschalten. Die sanftmütige Linde verhilft zurück zum Rhythmus der Natur. Sie vermittelt Ruhe und Zentriertheit, öffnet die Augen und das Herz wieder für die kleinen Dinge im Leben, die beglückender und wichtiger sind als Karriere und Geld: Kinderlachen, bunte Blumenwiesen, tanzende Schmetterlinge, vorbeiziehende Wolken, das Singen der Vögel, das Rauschen des Windes in den Blättern. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bachblüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch die «Kaninchenapotheke».

Zwischen Genuss und Gefahr Psychosen, Panik- und Herzattacken, Sucht: Kiffen kann zwar Flashs und Entspannung verschaffen, aber auch gefährlich sein, besonders für Jugendliche. Dauernd auf Draht: Renato* ist Lehrer und kommt nur zur Ruhe, wenn er sich abends einen Joint gönnt. Gegen 300 000 Menschen genehmigen sich hierzulande hie und da den einen oder anderen Joint. Kiffen ist längst salonfähig geworden, inmitten der Gesellschaft angekommen: Cannabis ist jene illegale Substanz, die laut Suchtmonitoring Schweiz am häufigsten konsumiert wird. Jede dritte Person ab fünfzehn Jahren hat damit, so weiss man aus Befragungen, Erfahrungen gemacht. Auch wenn es Kreise gibt, die behaupten, dem Cannabis könne nicht mit Sicherheit negative Effekte nachgewiesen werden: Cannabis ist nicht harmlos. Das zeigt eine Studie, in der über 2000 wissenschaftliche Arbeiten ausgewertet werden, die in den letzten zehn Jahren in deutscher und englischer Sprache erschienen sind. Raucht man Marihuana, ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, einen Viertel höher; einen Zehntel höher ist jenes für einen Herzinfarkt. Und Kiffen kann auch den Alltag beeinträchtigen: Die Leistung des Gedächtnisses nimmt ab, die Konzentration lässt nach. Bereits das Rauchen eines Joints ist schädlich – schädlicher, als eine Zigarette zu paffen; denn diese haben einen Filter, in dem ein Teil der Schadstoffe hängen bleibt. Cannabis hingegen wird, um die berauschende Wirkung zu erfahren, ohne Filter geraucht, so dass die Schadstoffe direkt in die Lunge gelangen. Zudem hält die Wirkung eines Joints deutlich länger an als der bei einer Zigarette: Wer zweimal pro Woche kifft, ist die ganze Woche über IM WACHSTUM LIEGT DIE KRAFT Mit Gemmotherapie von PHYTOMED NATÜRLICH GESUND In der Schweiz gesammelte Knospen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau. Produkte ohne Zusatzstoffe. 40 der wichtigsten Präparate aus eigener Herstellung. Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der äusseren Packung oder lassen Sie sich von einer Fachperson beraten. Zulassungsinhaberin/Herstellerin: www.phytomed.ch PHYTOMED AG · CH-3415 Hasle/Burgdorf Telefon +41 (0)34 460 22 11 Schweizer Hausapotheke 6-2018 35

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