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Nr. 7 / 2017

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Beschwingt durch den Herbst

Warmes Nest Geborgenheit

Warmes Nest Geborgenheit und Zugehörigkeit sind menschliche Urbedürfnisse. Bei entsprechenden Defiziten kommt es bei Kleinkindern zu Entwicklungsstörungen. Und bei Erwachsenen schadet ein Mangel der Gesundheit. Nun zeigt sich ein neuer Trend. Wonach sehnt man sich in einem fremden Land? Nach einer vertrauenswürdigen Person, die einem bei der Orientierung hilft. Und die dafür sorgt, dass man sich gesund verpflegen kann und eine bequeme Schlafstätte bekommt. Genau so fühlt sich ein Baby nach der Geburt: wie ein Neuankömmling an einem fremden Ort. Um in der neuen Umgebung heimisch zu werden, braucht es Vertrauen, Orientierung, Nahrung sowie einen ruhigen Platz zum Schlafen. Wenn bei einem Säugling diese elementaren Bedürfnisse ungenügend befriedigt werden, kann sich dieser Mangel auf sein ganzes späteres Leben ungünstig auswirken. Personen, die dagegen in ihrer frühen Kindheit viel Zärtlichkeit und Geborgenheit erfahren haben, können als Erwachsene besser mit Drucksituationen umgehen. Sie entspannen sich rascher und sind weniger anfällig für Folgeerscheinungen von übermässigem Stress wie etwa Herz-Kreislaufprobleme, Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden. Sie können zudem leichter Beziehungen zu anderen Menschen knüpfen. Kinder mit Geborgenheitsmängeln sind später besonders misstrauisch. Geborgenheit und Berührungen von vertrauten Personen wirken – bei Babys wie bei Erwachsenen – beruhigend. Das vegetative Nervensystem, das den Kreislauf, die Sauerstoffversorgung, die Verdauung und auch die Schweissabsonderung steuert, reduziert seinen Erregungszustand. Dabei spielt das Hormon Oxytocin, das bei angenehmen Berührungen ausgeschüttet wird, eine wichtige Rolle. Es senkt seinerseits den Cortisolspiegel. Unter dem Einfluss dieses Stresshormons stellt sich der Organismus automatisch auf Kampf oder Flucht ein. Oxytocin wirkt dem entgegen und fördert das Vertrauen in die Menschen in der Umgebung. Gleichzeitig werden auch stimmungsaufhellende Botenstoffe ausgeschüttet. Häufiger Körperkontakt In vielen Kulturen ist der häufige Körperkontakt zu Babys selbstverständlich. Sie werden im Alltag im Tragetuch am Körper getragen und schlafen nachts angeschmiegt am Körper ihrer Mutter. Kleinkinder alleine in einem eigenen Zimmer schlafen zu lassen ist in diesen Kulturen unvorstellbar. Auch hierzulande wird mittlerweile der Körperkontakt intensiv kultiviert, so werden die Babys in vielen Spitälern und auch bei Hausgeburten unmittelbar nach der Niederkunft auf den Bauch der Mutter gelegt. Dabei nimmt das Baby den Geruch der Mutter wahr; er wirkt besänftigend. Beide können sich gemeinsam vom Stress der Geburt erholen. Das Neugeborene bekommt damit einen besonders sanften und dennoch kraftvollen Start ins Leben. Ritualisierte Abläufe Babys sind sehr empfänglich für wiederkehrende Abläufe. Fixe Schlafenszeiten und andere Rituale wirkend strukturierend, beruhigend und vertrauensbildend: das tägliche Klappern von Pfannen und Geschirr, das Ziehen der Vorhänge für die Nachtruhe sowie Gute-Nacht- Melodien. Auch vertraute Stimmen wirken beruhigend, etwa die von Mutter und Vater, der Geschwister oder von Tanten und von Onkeln. Kinder haben diese Stimmen oft schon im Mutterbauch wahrgenommen. Auch regelmäs sig Zweithaar und Haarersatz in riesiger Auswahl Moderner Haarersatz aus Spezialistenhand ist unsichtbar. Seit rund 25 Jahren sind die Zweithaarspezialisten der «Perückeria» als Kompetenz-Zentrum für Haare bestens bekannt. Spezi- 34 Schweizer Hausapotheke 7-2017 ell geschulte Fachkräfte garantieren dafür, dass auch Sie Ihre Wunschfrisur finden werden, die Ihnen im Alltag Freude bereitet. Das unabhängige Schweizer Unternehmen erfüllt mit seinem einmaligen Konzept und grossem Know-how höchste Ansprüche für alle Zweitfrisuren, Haarteile, -verdichtungen oder -Integrationslösungen. Die diskrete Beratung erfolgt in zentral (mitten im Strassenkreuz der Städte Bern – Zürich – Luzern – Basel) gelegenen, rollstuhlgängigen Showrooms mit einer riesigen Auswahl und grosszügigen Öffnungszeiten. Änderungs-, Anfertigungs- und Servicearbeiten von A bis Z erfolgen vor Ort aus einer Hand. Als zugelassener Hilfsmittel-Lieferant können auf Wunsch auch Direktabrechnungen mit den zuständigen Sozialversicherungen in der ganzen Schweiz angeboten werden. Für eine seriöse, ungestörte Einzelberatung stehen Ihnen die ZweithaarspezialistInnen auf telefonische Anmeldung gerne zur Verfügung. Perückeria/Haarpraxis by Hairplay GmbH Untere Grabenstrasse 8 4800 Zofingen Telefon 062 752 57 00 info@perueckeria.ch www.perueckeria.ch zertifiziertes Qualitäts-Managementsystem ISO 9001:2008

wiederkehrende Umgebungsgeräusche, beispielsweise das Einlaufenlassen des Badewassers, wirken als Wiederholung und somit besänftigend. Selbst im Erwachsenenalter haben die akustischen Signale von Lautsprecherdurchsagen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Erkennungsmelodien von Radiostationen oder von TV-Sendungen etwas angenehm Vertrautes. Babys benötigen nicht nur eine Geborgenheit spendende Umgebung; für sie ist die Erfahrung, dass sie geliebt und um ihrer selbst willen geschätzt werden, elementar wichtig. Sie ist die Basis für das lebenslange Grundvertrauen in sich selber. Wer bedingungslos geliebt wird, kann sich selber vorbehaltlos akzeptieren. Kleinkinder brauchen zudem immer wieder das Erlebnis der sogenannten Selbstwirksamkeit. Konkret bedeutet dies, dass auf ihr Weinen bald reagiert wird und ihre Bedürfnisse beachtet werden. Sie spüren, dass sie nicht ohnmächtig anderen ausgeliefert sind. Wandel in der Umgebung Reichlich Nestwärme ist nicht nur für einen guten Start von Babys ins Leben wichtig, sie trägt auch wesentlich zum psychischen und physischen Wohlbefinden von Erwachsenen bei. Nestwärme ist hier im übertragenen Sinn zu verstehen als Gegenmittel zu zwischenmenschlicher Kühle und Distanz. Das Gefühl von häufiger Isoliertheit kann gesundheitliche Störungen wie häufige Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Herzbeschwerden und Immunschwäche auslösen. Nicht die Anzahl der Beziehungen ist dabei gemäss Studien entscheidend, sondern vor allem deren Tragfähigkeit in schwierigen Momenten. Mit anderen Worten: Wer als Single alleine lebt, ist nicht automatisch einsam. Schwache soziale Bedingungen wirken sich gemäss einer Untersuchung auf die Gesundheit ähnlich risikoreich aus wie Rauchen. In einer anderen Studie wurden 160 freiwillige Testpersonen mit Erkältungsviren angesteckt. Anschliessend wurden sie räumlich isoliert, sie durften während fünf Tagen keinen Kontakt zu ihnen nahe stehenden Personen haben. Gleichzeitig mussten sie regelmässig ihre Befindlichkeit notieren. Jene Personen, die sich besonders einsam fühlten, empfanden die Symptome der Erkältung intensiver und unangenehmer als die sozial gut Eingebetteten. Die zwischenmenschliche Geborgenheit ist in der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten anspruchsvoller geworden. Man könnte dies als einen Verlust von Nestwärme umschreiben. Die vermehrte Internationalisierung der Wirtschaft hat die Arbeitswelt dynamischer und schnelllebiger gemacht. Arbeitsplätze werden an andere Standorte verlagert, Abteilungen umstrukturiert oder zusammengelegt. Dies bedeutet, dass sich die Zusammensetzung von Teams immer wieder ändert, ein dauerhaftes Gemeinschaftsgefühl kann so schwerlich wachsen. Arbeitskräfte müssen immer wieder an neuen Orten Wurzeln schlagen. Auch Berufswechsel sind heute nichts Ungewöhnliches. Bei einer Erhebung gaben sechzig Prozent der Erwerbstätigen an, in den kommenden vier Jahren mit einem Stellenwechsel zu liebäugeln; vor Jahrzehnten blieben Arbeitskräfte zum Teil ein Leben lang im gleichen Betrieb. Viele Menschen gehören zum grossen Heer der Pendler, ihr Wohnort und ihr Arbeitsplatz liegen oft viele Kilometer auseinander. Es bieten sich oft wenige Gelegenheiten, um zuhause mit den Nachbarn in einen engeren Kontakt zu kommen. Zum Teil entstehen Schlafquartiere, in denen man sich wenig kennt. Im Gegensatz dazu waren bis in die Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts Lebensmitteläden, Bäckereien und Metzgereien im Quartier üblich, ebenso Coiffeure, Schreiner und Spengler. Man begegnete sich oft beim Einkaufen, in der Wirtschaft oder beim Kirchgang. Heute ist das Leben in den Gemeinden und in den Stadtvierteln anonymer geworden. Die Lebensmittel besorgt man sich im Tankstellenshop oder im Einkaufscenter vor der Stadt mit den vielen Parkplätzen. Dank Internet gibt es immer weniger Gründe, die Poststelle oder die Bankfiliale zu betreten. Langjährig vertraute Gesichter hinter dem Schalter sieht man so nur selten. Und die Billette für den öffentlichen Verkehr werden immer öfter digital bezogen. Forscher haben nun jedoch einen interessanten Gegentrend festgestellt: Insbesondere bei Jugendlichen haben Familie, Partnerschaft und Treue wieder an Wichtigkeit gewonnen. Vor wenigen Jahren galten diese Werte in Befragungen als konservativ und überholt; die unabhängige Lebensgestaltung wurde gross geschrieben. In einer sich wandelnden Welt mit brüchigen Strukturen steigt das Bedürfnis nach verlässlichen Beziehungen. Auch die zunehmende Verlagerung des Alltags in virtuelle Räume fördert das Bedürfnis nach stabilen Kontakten zu vertrauten Personen. Eine weitere Erkenntnis der Forscher ist die zunehmende Wichtigkeit von Freunden und von Nachbarschaftshilfe. Während in der Zeit um die Jahrtausendwende die Individualität, die Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit einen sehr hohen Stellenwert hatten, wächst das Bedürfnis nach Einbettung in eine Gemeinschaft, die zwischenmenschliche Wärme vermittelt. Adrian Zeller Die gute Wahl gegen Schmerzen. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen • schmerzlindernd • entzündungshemmend • abschwellend Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Iromedica AG, St. Gallen Schweizer Hausapotheke 7-2017 35

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