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Nr. 7 / 2018

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Jede Lüge ist eine

Jede Lüge ist eine Selbstlüge Lügen betrachten wir oft als Kavaliersdelikte, vor allem die beliebten Notlügen. Doch auch wenn sie dem Belogenen nicht schaden, so schaden sie immer uns selbst. «Du sollst nicht lügen.» Dieses Gebot aus der Bibel steht gleichwertig neben anderen wie: «Du sollst nicht stehlen» und «Du sollst nicht töten». Während die meisten Menschen, auch nicht religiöse, letztere beiden Gebote als ethische Grundsätze achten, nehmen sie es mit der Wahrheit oft nicht so genau. Woher stammt diese Ansicht, die Lüge sei ein Kavaliersdelikt? Vielleicht daher, dass wir dadurch keinen grossen Schaden anzurichten meinen, eine Notlüge sogar für etwas Wünschenswertes halten; um Mitmenschen nicht zu verletzen, nicht vor den Kopf zu stossen, besonders wenn die Wahrheit vermeintlich niemandem nützen und nur Unheil anrichten würde. Oder weil wir es als gegeben akzeptieren, dass kein Mensch es schafft, immer nur die Wahrheit zu sagen. Lügen aus Angst Aber warum lügen wir überhaupt? Warum sagen wir nicht immer schlicht die Wahrheit? Es wäre doch viel einfacher – bloss sagen, wie es ist, nichts erfinden müssen, das Risiko aufzufliegen nicht eingehen… Meistens lügen wir, weil wir Angst haben. Wir stehen nicht zu uns selbst, zu dem, was wir denken und zu dem, was wir tun: aus Angst vor dem Urteil der Mitmenschen; Angst davor, ihre Wertschätzung, Anerkennung, Sympathie, Liebe zu verlieren; Angst vor Vorwürfen oder einem Konflikt; Angst, einen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen oder einen Vorteil zu verlieren; Angst, den Ansprüchen anderer nicht zu genügen und sie zu enttäuschen oder zu verletzen. Tatsächlich sind wir es so gewohnt, es mit der Wahrheit nicht allzu genau zu nehmen, dass uns Lügen ganz spontan und leicht über die Lippen kommen. Es sind dies meistens keine schwerwiegenden Unwahrheiten, sondern eine Übertreibung hier, eine Auslassung dort, das Ausschmücken von Erlebnissen, eine erfundene Ausrede oder Begründung … Dennoch ist es eine schlechte Gewohnheit, und wir sollten uns darum bemühen, sie loszuwerden. Selbst wenn wir anderen Menschen dadurch keinen Schaden zufügen, so ist das Lügen nachteilig für uns selbst: Wir betrügen uns selbst, indem wir unsere Schwächen vertuschen und uns so der Möglichkeit berauben, uns weiterzuentwickeln. Aufrichtigkeit ist eine wichtige Tugend, um die Angst zu überwinden und die Selbstachtung zu wahren. Die Aufrichtigkeit dient aber auch den Mitmenschen: Wie sollen sie sich verbessern, wenn ihnen niemand sagt, woran es ihnen noch mangelt und keiner ihnen die Chance gibt, mit einer bitteren Wahrheit umzugehen und daran zu wachsen? Aufrichtig sein bedeutet wörtlich: die Mitmenschen durch die Wahrheit aufrichten, während eine Lüge sie «unten» lässt, im Reich der Unwissenheit. Die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge Es gibt eine ehrliche Art und Weise, etwas zu sagen, klar und unmissverständlich. Und es gibt eindeutige Lügen. Dazwischen liegt eine grosse Grauzone: Rechtlich betrachtet handelt es sich nicht um Lügen, doch sie kommen solchen gleich. Dazu gehören: • Andeutungen. Wenn wir etwas mitteilen möchten, uns jedoch nicht trauen, flüchten wir gerne in Formulierungen, die verschiedene Interpretationen zulassen und uns nicht festnageln – wir können jederzeit behaupten, es ganz anders gemeint zu haben. • Geschickte Formulierungen und Verschweigen. Bei vielen Aussagen lässt sich durch die Wortwahl oder das Auslassen einzelner Fakten eine «richtige» Lüge vermeiden. • Ironie. Eine weitere Methode, etwas nicht klar zu sagen, besteht darin, es scherzhaft oder ironisch zu äussern. Den Angesprochenen versetzen wir dadurch in eine schwierige Lage: Er weiss nicht, ob er es ernst nehmen soll oder nicht. Und wir können uns immer herausreden mit einem «Das war nur Spass!» oder «Es war Sun-Snack: Trockenfrüchte Für beerenstarke Abwehrkräfte 36 Schweizer Hausapotheke 7-2018

doch ironisch gemeint!». Das ist eine unfaire Art der zwischenmenschlichen Kommunikation. Selbstverständlich lässt sich manchmal eine harte Aussage durch Humor entschärfen, was durchaus zu begrüssen ist; doch über den Inhalt des Gesagten dürfen keine Zweifel oder Missverständnisse entstehen. Berechtigte Lügen? Die Frage, ob es gerechtfertigt sein kann, andere zu belügen, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Das Leben ist nicht so starr und gesetzmässig, wie wir es gerne hätten. Vieles ist nicht entweder absolut richtig oder absolut falsch und es gibt zweifellos Situationen, in denen eine Lüge sinnvoller sein kann als die Wahrheit. Ein Beispiel: Ein Mann auf Geschäftsreise, in einem gewaltigen Stau auf der Autobahn wenige Kilometer vor dem Ziel. Er weiss, dass seine Frau immer Angst um ihn hat, wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Er schickt ihr ein SMS, er sei gut angekommen, damit sie sich nicht noch eine Stunde länger sorgen muss. Handelt es sich dabei um eine Lüge oder um eine gute Tat aus Liebe? Nie berechtigt sind hingegen Selbstlügen. Sie vermögen zwar manchmal das schlechte Gewissen vorübergehend zu beruhigen oder das Selbstwertgefühl kurzfristig zu stärken, doch in unserem Innersten kennen wir die Wahrheit jeweils genau. So ist es sinnlos, vor uns selbst Ausreden zu erfinden, warum wir zu viel und ungesund essen – der Stress! – oder das Fitnesstraining schwänzen – die Freundin geht heute ja auch nicht hin. Zudem birgt der Selbstbetrug die Gefahr, zu einer Lebenslüge auszuarten. Dabei beschönigen wir Dinge, die wir getan haben oder zu tun beabsichtigen, wir bringen vor uns selbst Rechtfertigungen vor, messen mit ungleichen Ellen, blenden aus, was nicht in unser Bild passt oder verdrängen, was zu schmerzhaft wäre. Wir reden uns etwa ein, unseren übermässigen Alkoholgenuss unter Kontrolle zu haben. Wir rechtfertigen das Ausharren in einer unglücklichen Ehe damit, unseren Partner doch zu lieben. Wir kämpfen erfolglos um eine berufliche Karriere, weil wir unsere Fähigkeiten überschätzen. Ohne Lügen leben Wollen wir das Lügen aufgeben, so bedarf es grosser Achtsamkeit, zumal wir es oft beinahe automatisch tun und es erst im Nachhinein merken. Selbst in diesen Fällen sollten wir die Aussage zurücknehmen und berichtigen: Eine Lüge zuzugeben ist eine wirksame Übung für unser Selbstwertgefühl und unseren Mut. Versuchen wir doch einmal, einen ganzen Tag lang keine einzige Unwahrheit zu äussern und halten wir uns an das Jesus-Wort «Das Ja ein Ja, das Nein ein Nein.» Wir nehmen es uns gleich am Morgen nach dem Aufwachen vor: Heute sage ich ausschliesslich die Wahrheit. Ist es uns dann an einem Tag (einigermassen) gelungen, erholen wir uns einige Tage lang von dieser anstrengenden Achtsamkeit und fassen danach wieder den gleichen Vorsatz. Und so fort, bis die Wahrheit uns zur Gewohnheit wird. Konzentrieren wir uns insbesondere auf Folgendes: • Wir achten auf Unter- und Übertreibungen; auf Formulierungen, die falsche Schlüsse zulassen; auf Aussagen, die gewollt unpräzis sind oder Wesentliches verschweigen; auf Lügen, die uns unüberlegt, voreilig entschlüpfen; auf Notlügen und harmlose Schwindeleien. • Wollen wir eine Frage nicht beantworten, so kommunizieren wir das klipp und klar; es ist immer besser zu schweigen als zu lügen. • Haben wir gelogen und merken es, berichtigen wir den Sachverhalt sofort. Wir scheuen uns nicht zuzugeben: «Was ich soeben gesagt habe, stimmt nicht. Es ist in Wirklichkeit …» Abschliessend noch ein Denkanstoss, der uns die Aufgabe erleichtern sollte: Wie fühlen wir uns, wenn wir merken, dass wir angelogen wurden? Bestimmt verletzt, erniedrigt, betrogen. Warum meinen wir dann aber, das treffe auf andere nicht zu und sie wollten lieber eine Lüge hören als die Wahrheit? Dieser Artikel beruht auf dem Buch von Karin Jundt: «Ich liebe mich selbst 2». Website der Autorin: www.selbstliebe.ch Karin Jundt ist Autorin und Verlegerin von Fachbüchern über Selbstliebe, Karma Yoga und Spiritualität. Schweizer Hausapotheke 7-2018 37

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