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App-Tipp Regel nehmen

App-Tipp Regel nehmen Kinder bei Unfällen mit diesen Produkten jedoch nur kleine Mengen zu sich, die meist harmlos sind. Wichtig ist, dass kein Schaum in die Lunge gelangt, weil er eine chemische Lungenentzündung verursachen kann. Auch ätherische Öle, Benzin und Lampenöle bergen diese Gefahr, wenn sie in die Lunge geraten. Risiken im Freien Immer wieder vergiften sich Babys und Kleinkinder in der Natur. Besonders gefährlich sind die Tollkirsche, die Engelstrompete und der Stechapfel. Sie können das Bewusstsein verändern und zu Halluzinationen führen. Herbstzeitlose und Chinesenlaterne enthalten ein Zellgift, das die Zellteilung verhindert, wodurch es zu Organversagen kommt. Fingerhut und Oleander beinhalten Substanzen, die zu Herzrhythmusstörungen führen können. Eibe und Eisenhut beeinträchtigen die Herzfunktion ebenfalls. Ungiftig ist hingegen Die kostenlose Notfall-App von Tox Info Suisse informiert über die Prävention bei Vergiftungen und enthält wertvolle Hinweise zur Ersten Hilfe bei Vergiftungen. Ausserdem erklärt sie die Bedeutung der Gefahrensymbole auf chemischen Produkten. Im Notfall können mit Hilfe der App Bilder und Produktstrichcodes an Tox Info Suisse geschickt werden. Das erleichtert die Giftidentifikation und ermöglicht eine schnellere und zuverlässigere Beratung. das rote Fruchtfleisch der Eibenbeeren. Für Kleinkinder ist es nicht einfach zu verstehen, dass sie die Beeren vieler Sträucher nicht probieren dürfen. Rote Beeren sind weniger gefährlich als schwarze Beeren. Der Verzehr von fünf roten Beeren ist harmlos. Eine Ausnahme bildet die Kletterpflanze Bryonia (Zaunrübe), die schon in kleineren Mengen zu heftigen Magen-Darm-Symptomen führen kann. Bei schwarzen Beeren ist eine genaue Bestimmung wichtig, um die Einnahme gefährlicher Beeren, wie zum Beispiel der Tollkirsche, auszuschliessen. Familien mit eigenem Garten sollten möglichst auf giftige Pflanzen verzichten oder die unteren Äste von potenziell gefährlichen Sträuchern und Bäumen entfernen. Bei den Pilzen sind der Knollenblätterpilz und der Giftschirmling oder Gifthäubling äusserst gefährlich, weil sie die Leber schädigen können. Die Einnahme der meisten anderen Pilze führt lediglich zu Magen-Darm-Symptomen, selten kann es aber auch zu Halluzinationen oder einer Nierenschädigung kommen. Grundsätzlich verderben alle Pilze leicht und sollten deshalb immer möglichst frisch zubereitet und gegessen werden. Verantwortungsvolle Eltern lassen selbstgesammelte Pilze immer in einer Pilzkontrollstelle prüfen (siehe www.vapko.ch). Wenn die Gefahr im Gemüsebrei lauert Wer hätte gedacht, dass auch ein selbst hergestellter Gemüsebrei zu Vergiftungserscheinungen bei Babys führen kann? Wohl niemand. Eine Analyse von Tox Info Suisse hat gezeigt, dass im Zeitraum von 1996 bis 2017 insgesamt elf Kinder ernsthafte gesundheitliche Probleme nach dem Verzehr von hausgemachtem Gemüsebrei erlitten haben und ärztlich behandelt werden mussten. Grund dafür ist das Nitrat, das im Gemüse vorhanden ist. Bei zu langem Stehenlassen des Breis bei Raumtemperatur wandeln Bakterien das Nitrat in gefährliches Nitrit um. Dieses lässt das Hämoglobin (rote Blutkörperchen) oxidieren, wodurch weniger Sauerstoff im Körper transportiert wird. Die Lippen, Nase und Finger des Säuglings verfärben sich blau und die Farbe der restlichen Haut wirkt grau. Weitere Symptome sind Atemnot, erhöhte Atemfrequenz, Erbrechen und Benommenheit. In schweren Fällen kann es sogar zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit kommen. Die elf betroffenen Kinder konsumierten Brei mit Kohlrabi, Zucchetti, Fenchel und Spinat. Hohe Nitratmengen sind aber auch in Blattsalaten und Mangold enthalten. Um Kinder zu schützen, sind allgemeine hygienische Massnahmen bei der Zubereitung und die rasche und anhaltende Kühlung des Breis wichtig. Wenig Nitrat sind in Tomaten, Gurken, Karotten und Kartoffeln enthalten. Tox Info Suisse berät Bei den meisten Vergiftungen geht es nicht um Sekunden. Eltern sollten also nicht in Panik geraten und ihr Kind zum Beispiel nicht zum Erbrechen bringen. Hat das Kind eine ätzende Substanz geschluckt, kann es beim Erbrechen erneut zu einer Verätzung der Speiseröhre kommen. Wenn es einen giftigen Stoff geschluckt hat oder die Eltern verunsichert sind, dürfen sie jederzeit Tox Info Suisse unter der Nummer 145 kontaktieren. Für eine gute Beratung benötigen die Expertinnen und Experten von Tox Info Angaben zu Alter, Gewicht und Geschlecht des Kindes, zur Art des Giftes, zur geschluckten Menge, zum Einnahmezeitpunkt und zu den ersten Symptomen. Wenn ein Kind aber bereits an stärkeren Symptomen leidet, muss sofort ein Arzt oder eine Ambulanz unter der Nummer 144 kontaktiert werden. Susanna Steimer Miller 8 TeddyZeit 2018 SCHWEIZER Hausapotheke

Zu klein fürs Alter Verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass ein Kind nicht normal wächst. Wird eine Wachstumsstörung frühzeitig erkannt und abgeklärt, haben die betroffenen Kinder – je nach zugrundeliegender Ursache – die Chance, den Rückstand nahezu oder ganz aufzuholen. In einer ersten Phase wird das kindliche Wachstum vor allem von der Ernährung beeinflusst. Später wird die Wachstumsregulation immer mehr von Hormonen, insbesondere dem Schilddrüsen- und dem Wachstumshormon mitgeprägt. Zuletzt kommen die Sexualhormone unterstützend dazu und bewirken zusammen mit dem Wachstumshormon den Pubertätsspurt. Stefanie Graf, die zusammen mit Jürg Girard und Beatrice Kuhlmann eine kinderendokrinologische Praxis in Basel betreibt und am Inselspital Bern als Oberärztin tätig ist, erklärt: «Entscheidend für das Wachstum und die Endgrösse sind aber auch die Gene, beziehungsweise die familiäre Komponente.» Das bedeutet, dass Kinder kleiner Eltern eher klein sein werden. Das normale Wachstum In den ersten zwei Lebensjahren sind Perzentilenwechsel* nicht ungewöhnlich. Ab dem zweiten Geburtstag sollte das Kind aber bis zum Wachstumsabschluss (Ende Pubertät) kontinuierlich entlang «seiner» Perzentile im familiären Zielbereich wachsen. Die Expertin Stefanie Graf weiss: «Knickt die Wachstumskurve ab, nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit ab oder verläuft das Wachstum unterhalb der 3. Perzentile, muss man der Ursache auf den Grund gehen.» Viele Kinder, die sie als Fachärztin untersucht, sind aufgrund einer konstitutionellen Verzögerung des Wachstums und der Entwicklung kleiner als gleichaltrige Kinder. In der Umgangssprache nennt man sie oft Spätzünder. Sie bedürfen keiner medizinischen Behandlung und können ihren Rückstand bis zum Wachstumsabschluss aufholen. Die Spezialistin für Hormonstörungen- und Diabetes (Zuckerkrankheit) muss aber auch bei diesen Kindern genau hinschauen und eine Grunderkrankung ausschliessen, die das Wachstum stören könnte. Dazu gehören chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Nierenleiden oder Lungenprobleme, Magen-Darm-Störungen, wie zum Beispiel die Zöliakie, oder aber hormonelle Störungen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Wachstumshormonmangel. Manchmal treten Wachstumsstörungen aber auch zum Beispiel im Zusammenhang mit Chromosomenstörungen, Syndromen, Knochenerkrankungen und nach Verabreichung gewisser Medikamente auf. Zu klein bei der Geburt Manche Kinder kommen bezogen auf die Schwangerschaftsdauer zu klein zur Welt. Viele Betroffene holen den Rückstand bis zum 4. Lebensjahr auf. «Wenn ein Kind dies nicht tut, ist eine Abklärung angezeigt und das Kind qualifiziert sich unter Umständen für eine Behandlung mit Wachstumshormon», erklärt Stefanie Graf. Auffälligkeiten früh abklären Um Wachstumsstörungen frühzeitig zu erkennen, müssen Kinder regelmässig gemessen werden. Ist das Wachstum auffällig, ist eine frühe Abklärung wichtig. Die Wachstumsspezialistin weiss: «Je früher man eine chronische Grunderkrankung erkennt und behandelt, desto weniger wird das Wachstum dadurch tangiert.» Ist der Kleinwuchs hormonell bedingt, ist das Kind auf den Ersatz des fehlenden oder ungenügend wirkenden Hormons angewiesen, um so zu wachsen, wie es seine Gene vorsehen. Jedes Behandlungsjahr vor der Pubertät verbessert die Prognose. Eine hormonelle Behandlung kann aber nur dazu beitragen, dass ein Kind sein genetisch vorgegebenes Wachstumspotential möglichst ausschöpfen kann. Das Wachstum ist ein wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand des Kindes. Stefanie Graf ergänzt: «Damit lässt sich nicht jedes kleine Kind grösser machen!» Nach der Pubertät, also nach Verschluss der Wachstumsfugen am Knochen, ist das Wachstum abgeschlossen und kann nicht mehr beeinflusst werden. Susanna Steimer Miller *Wechsel des Wachstumskanals auf der Wachstumskurve Mit freundlicher Unterstützung durch Novo Nordisk. Dr. med. Stefanie Graf, Kinderendokrinologin am Inselspital Bern (medizinische Universitätskinderklinik) und in Privatpraxis in Basel. SCHWEIZER Hausapotheke TeddyZeit 2018 9

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