Aufrufe
vor 8 Monaten

Nr. 1 / 2019

  • Text
  • Schweizer
  • Hausapotheke
  • Menschen
  • Kinder
  • Fieber
  • Behandlung
  • Frauen
  • Gewissen
MEHR ALS EIN DIRETTORE | HOMÖOPATHIE | ERKÄLTUNGSHUSTEN | STUMPFE VERLETZUNGEN | KURKUMA | ERKÄLTUNGSSCHNUPFEN | THERAPIE BEI ERKÄLTUNGSSYMPTOMEN | HÖRBERATUNG | SCHLECHTES GEWISSEN | NARBENPFLEGE | THERMALBAD | NATÜRLICHES WÄRMEPFLASTER | AKELEI | ABWEHRSTARK MIT ÄTHERISCHEN ÖLEN | HUSTENSIRUP | BRÜCHIGE NÄGEL | WARNZEICHEN SCHLAGANFALL | ECHINACEA GEGEN ERKÄLTUNGEN | LAKTOSEUNVERTRÄGLICHKEIT | JUBILÄUMSWETTBEWERB | ZAHNIMPLANTATE | BEHANDLUNG VON AKNE | KATZENPFLEGE | VITALSTOFFE | HALSSCHMERZEN | URDINKEL | SCHULD UND SCHAM | KINDERBUCH | FIEBER | ALOESAFT | THERAPIEN BEI SCHEIDENTROCKENHEIT | MAMMUTBAUM | RICHTIG ZÄHNEPUTZEN | PERFEKTE KINDER | HEUSCHNUPFEN | MEERRETTICHWURZEL | GELENKSNAHRUNG | LORBEER | KRÄUTERHEFE | INNERE HALTUNG | THERAPEUTISCHE UNTERSTÜTZUNG IN DER PALLIATIVE CARE

Betroffen ist jede

Betroffen ist jede zweite Frau Während und nach der Abänderung empfinden viele Frauen Geschlechtsverkehr als schmerzhaft – ihre Vagina brennt und juckt. Viele Frauen sprechen nicht über ihr Problem und leiden still vor sich hin. Esther Schmitt, Gynäkologin in Thalwil, erklärt im folgenden Interview, was hinter Scheidentrockenheit steckt und was Betroffene tun können. Esther Schmitt, Gynäkologin in Thalwil Weshalb leiden so viele Frauen während und nach der Abänderung an Scheidentrockenheit? In dieser Zeit nimmt die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen deutlich ab. Dieses Hormon beeinflusst den Aufbau der Schleimhaut in der Vagina. Sinkt der Östrogenspiegel, wird die Schleimhaut weniger gut durchblutet und dünner und bildet weniger Scheidensekret. Deshalb kann sie beim Geschlechtsverkehr leichter einreissen. Zudem verkürzt sich die Vagina in den Wechseljahren. Während sich im Gesicht mehr Fältchen bilden, wird die Scheidenwand glatter und somit anfälliger für Verletzungen. Viele Frauen verlieren in der Folge die Lust auf Geschlechtsverkehr. Kann Scheidentrockenheit weitere Folgen haben? Ja, bekannt ist zum Beispiel, dass eine trockene Scheide das Risiko für Blasenentzündungen und Pilzinfektionen erhöht. Weshalb? Heute wissen wir, dass die Schleimhautzellen in der Vagina dank des Östrogens Zucker bilden, der den Döderlein-Bakterien als 36 Schweizer Hausapotheke 1-2019 Nahrung dient. Diese Bakterien produzieren Milchsäure und sorgen für ein saures Milieu in der Scheide, das krank machende Keime am Wachstum hindert. Durch den Östrogenrückgang steht den Döderlein-Bakterien weniger Nahrung zur Verfügung, weshalb ihre Zahl abnimmt und der pH-Wert in der Scheide steigt. In dieser Umgebung können sich Bakterien und Pilze leichter vermehren. Das erklärt, weshalb manche Frauen während und nach der Abänderung häufiger an Blaseninfektionen und Scheidenpilz erkranken. Kann Scheidentrockenheit durch weitere Faktoren verursacht werden? Ja, seelische Probleme, Ängste, Stress oder Nervosität können das Problem begünstigen. Bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel das Sjörgen-Syndrom, das zu starker Trockenheit der Augen und des Mundes führt, können die Scheidenfeuchtigkeit ebenfalls reduzieren. Frauen, die vor der Menopause an einem Brusttumor erkranken, dessen Entstehung und Wachstum von Hormonen beeinflusst wurde, und ein hohes Risiko für einen Rückfall haben, erhalten heute eine Antihormontherapie. Diese unterdrückt die Produktion von Östrogen und versetzt die betroffenen Frauen künstlich in die Wechseljahre. Viele Patientinnen sind deshalb auch von den entsprechenden Symptomen betroffen. Eine Chemotherapie kann die Scheidenfeuchtigkeit zusätzlich reduzieren. Nicht zuletzt kann aber auch eine ungünstige oder übertriebene Intimhygiene Scheidentrockenheit fördern: Vaginalduschen, Feuchttüchlein, der übermässige Einsatz von Duschgel und Seife können die Vaginal schleimhaut bereits bei jungen Frauen austrocknen lassen und zu Reizungen führen. Idealerweise verwenden Frauen zum Waschen des Intimbereichs nur Wasser oder eine sanfte Intimwaschlotion. Wie kann man Scheidentrockenheit behandeln? Hier muss man zwischen der Behandlung der Symptome und der Ursache des Problems unterscheiden. Vielen Frauen in den Wechseljahren hilft es, wenn sie beim Geschlechtsverkehr Gleitmittel verwenden und nach dem Duschen nicht nur Körper und Gesicht eincremen, sondern auch die Scheide mit einer für diesen Zweck konzipierten feuchtigkeitsspendenden Creme pflegen. Die Feuchtigkeit kann auch durch Vaginalzäpfchen erhöht werden. Präparate mit Milchsäurebakterien können sich ebenfalls positiv auf das Scheidenmilieu auswirken. Was können Frauen tun, wenn diese Massnahmen nicht zu einer ausreichenden Besserung führen? In diesem Fall empfehle ich meinen Patientinnen östrogenhaltige Präparate, die lokal appliziert werden. Damit lässt sich die Ursache des Problems, also der Östrogenmangel in der Scheide, behandeln. Lokal applizierbare Östrogenpräparate gibt es in Form von Vaginaltabletten, -zäpfchen, -creme, -salbe, -gel oder -ring. Wie oft müssen diese Präparate angewendet werden? Die meisten Präparate werden ein- bis zweimal wöchentlich appliziert. Gemeinsam ist allen, dass sie eine gute Wirkung erzielen können – allerdings nur so lange sie angewendet werden. Können alle Frauen, die an Scheidentrockenheit leiden, lokal anwendbare Östrogenpräparate einsetzen? Nein, für Frauen, die an Brustkrebs leiden, sind alle hormonhaltigen Produkte nicht angezeigt. Bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs sollten hormonhaltige Produkte nur zurückhaltend und nach Besprechung der Vor- und Nachteile eingesetzt werden. Susanna Steimer Miller

Scheidentrockenheit muss nicht sein Prof. Dr. med. Harald Meden Gynäkologe FMH Praxis am Bahnhof AG 8630 Rüti ZH Herr Prof Meden, was ist MonaLisa Touch? Es geht um das Thema vulvo-vaginale Atrophie. Das ist ein weitverbreitetes Phänomen, welches vor allem Frauen während und nach den Wechseljahren betrifft. Der hormonelle Rückgang betrifft auch die Scheidenschleimhaut. Sie wird dünner und trockener, beginnt zu jucken und verursacht plötzlich Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs. Dann handelt es sich um ein neues Medikament? Nein, ganz und gar nicht. Das MonaLisa Touch ist ein Lasergerät. Damit behandelt man die Schleimhaut mit dem Effekt, dass sich diese wieder neu aufbaut, regeneriert, und dass sich ihre Funktion wieder herstellt. Dafür gibt es doch Salben und Cremes und nicht zuletzt Hormontherapien. Braucht es dazu wirklich eine teure Laserbehandlung? Sie haben Recht, diese Therapien stehen zur Verfügung. Trotzdem bleiben viele Vorbehalte bei den betroffenen Frauen. Auch Resignation kann eine Rolle spielen. Diese Mittel helfen den meisten Frauen nicht wirklich dauerhaft und vor allem packen sie die Ursache oft nicht an. Abgesehen davon gibt es vor allem bei den Hormontherapien Risiken und mögliche Nebenwirkungen. Und der Laser hat keine Risiken? Die Risiken der Behandlung sind gering . Der Laserstrahl verändert die Schleimhaut durch Hitze. Die mikroskopisch kleinen Wunden heilen ab und es entstehen neue Hautzellen nach dem alten Bauplan des Gewebes. Wie lange geht so eine Behandlung und ist sie schmerzhaft? Die Behandlung dauert nur wenige Minuten. Sie ist schmerzlos oder schmerzarm. Sie sollte dreimal erfolgen mit einem Abstand von ein bis zwei Monaten. Bezahlt die Krankenkasse? Nein, die meisten Krankenkassen bezahlen sie nicht, es gibt wenige Ausnahmen. Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einzelheiten besprechen die Therapeuten vor der Behandlung. Wie lange hält der Effekt an resp. muss die Behandlung irgendwann wiederholt werden? Der Rückgang der Hormonproduktion kann nicht aufgehalten werden. Die Behandlung kann problemlos wiederholt werden, wenn der Effekt wieder nachlässt – nach ein bis zwei Jahren. Sind die Patientinnen zufrieden? In den letzten Jahren sind mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Lasertherapie erschienen. Zumeist mit positiven Resultaten, was sich durch die bisherigen Erfahrungen bestätigt hat. Nähere Infos: www.monalisatouch.com www.lasermed.ch/monalisa.html IN ALLEN APOTHEKEN ALOE VERA IST DAS HERZ DES WELLNESS VERTEILT DURCH: SALERBA SAGL VIA GERRETTA 6 A CH 6500 BELLINZONA Schweizer Hausapotheke 1-2019 37

Unsere Zeitschriften

Schweizer Hausapotheke

Nr. 5 / 2019
Nr. 4 / 2019
Nr. 1 / 2019
Nr. 3 / 2019
Nr. 2 / 2019
Nr. 1 / 2019
Nr. 8 / 2018
Nr. 7 / 2018
Nr. 6 / 2018
Nr. 5 / 2018
Nr. 1 / 2018
Nr. 4 / 2018
Nr. 3 / 2018
Nr. 2 / 2018
Nr. 1 / 2018
Nr. 8 / 2017
Nr. 7 / 2017
Nr. 6 / 2017
Beckenbodentraining