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Nr. 1 / 2020

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ALLTAGSS ZENE Heimat.

ALLTAGSS ZENE Heimat. Gibt es das noch? Drei Wochen lang war ich nun unterwegs. Dabei habe ich viele Sprachen gehört. Thai, Burmesisch, Laotisch, oft auch Englisch. Und bei den einheimischen Sprachen habe ich natürlich gar nichts verstanden. Dann stehe ich plötzlich wieder in Zürich am Flughafen und ein Zöllner empfängt mich mit einem trockenen, aber doch freundlichen «Grüezi». Wow, was doch so ein kleines Wort auslösen kann! Ich höre ein ganz gewöhnliches «Grüezi» und mir wird es wohlig warm ums Herz. Ich fühle mich zu Hause. Heimatgefühle steigen in mir auf und ich merke: Ich habe die Schweiz gerne, ich lebe gerne hier, ich mag diese Sprache, hier bin ich zu Hause. Szenenwechsel 1 Ich bin in Basel, genauer gesagt im Kleinbasel. Zusammen mit Bekannten schlendere ich an einem Freitagnachmittag durch ein lebhaftes Quartier mit vielen Läden. Es sind eher kleinere Läden, aber es sind keine Tante-Emma-Läden. Tante Emma ist offenbar schon vor längerer Zeit gestorben. Drei türkische Läden sind da, ein türkisches Restaurant auch gleich daneben, zwei asiatische Läden sehe ich, alle Läden natürlich mit Waren aus den entsprechenden Ländern. Und aus irgendeinem billigen Lautsprecher erklingt – nebst vielen Nebengeräuschen – auch noch Musik aus dem osmanischen Raum. Ich betrete einen dieser Läden und will etwas kaufen. Dabei merke ich, dass der Verkäufer, ein älterer Herr, mir nur mit Mühe und Not auf Deutsch meine Frage beantworten kann. Ein etwas komisches Gefühl beschleicht mich. Jetzt bin ich doch hier in der Schweiz, wo ich eigentlich zu Hause bin, stehe in einem Laden und fühle mich komplett fremd. Ich reibe mir die Augen (und die Ohren hätten es irgendwie auch nötig). Bin ich tatsächlich hier zu Hause? Was passiert mit meinen Heimatgefühlen, wenn ich mich im eigenen Land in einem Lebensmittelgeschäft kaum verständigen kann? Bin ich etwa altmodisch? Oder gar rassistisch und fremdenfeindlich? Bin ich ein unverbesserlicher Patriot? Szenenwechsel 2 Im Fernsehen läuft ein Fussballspiel. Ein Länderspiel. Und soeben wird die Nationalhymne gespielt. «Trittst im Morgenrot daher …». Diese Melodie löst bei mir seit meiner Kindheit ein starkes Heimatgefühl aus, obschon diese Komposition bezüglich Text und Melodie wahrlich kein Meisterwerk darstellt. Doch die Nationalhymne hat – zumindest bei mir – emotionale Konsequenzen. Sie berührt mich. Und das immer wieder. Während jetzt also im Fernsehen die Nationalhymne läuft und die Kamera von einem Spieler zum nächsten wandert, fällt mir auf, dass nur gerade drei Spieler mitsingen. Es sind die drei Spieler, die auch Schweizer Namen tragen. Die restlichen acht Spieler – so scheint es – lassen die Hymne mehr oder weniger emotionslos über sich ergehen. Ich sehe also eine Fussballmannschaft, höre die dazugehörende Nationalhymne; und irgendwie scheint es mir, dass das gar nicht wirklich zusammenpasst. Wenn ich daran denke, welche Emotionen im Spiel sind, wenn die Italiener oder die Mexikaner ihre Hymne zelebrieren … Bin ich etwa altmodisch? Oder gar rassistisch und fremdenfeindlich? Bin ich ein unverbesserlicher Patriot? Szenenwechsel 3 Nach einer längeren Wanderung in den Berner Alpen mache ich bei einer kleinen Alpwirtschaft einen Halt. Ich habe Lust auf einen Kaffee. Aus einem Lautsprecher ertönt ein Ländler. Kein besonders virtuoser, trotzdem merke ich aber, dass mich diese Musik berührt. Sie passt an diesen Ort, sie löst ein wohlig warmes und heimatliches Gefühl aus, obschon ich im Alltag doch eher Chopin, Liszt, Mozart oder Beethoven höre. Bin ich etwa altmodisch? Bin ich ein unverbesserlicher Patriot? Schliesslich stelle ich mir eine grundsätzliche Frage: Kann man eigentlich in der heutigen globalisierten Welt noch ein Gefühl für Heimat haben? Oder ist das ein alter Zopf? Gibt es das heute gar nicht mehr, wo in Barcelona, Bogota, Kuala Lumpur und in London die exakt gleichen Ladenketten die Strassen säumen, wo in all diesen Läden auch noch die gleiche Musik abgespielt, fast überall Englisch gesprochen wird; wo die Politik bestrebt ist, die ganze Welt in einen Topf zu werfen; wo es in der Schweiz Schulklassen gibt, in denen kein einziges Schweizer Kind sitzt und wo man im eigenen Land gelegentlich Mühe hat, sich mit jemandem zu verständigen? Seit vielen Jahren spiele ich in einer Musikgruppe. Wir spielen unter anderem Melodien und Lieder aus Mexiko, Italien, Bulgarien, Paraguay, Griechenland, Argentinien, Spanien, Rumänien und Irland. Ich mag die Musik aus all diesen Ländern sehr, und auch dem Publikum scheint 24 Schweizer Hausapotheke 1-2020

das zu gefallen. Doch ganz besonders heftig ist der Applaus immer dann, wenn wir – meist unerwartet – eine einheimische Melodie spielen. Zum Beispiel aus dem Appenzell. Wie es scheint, berührt Bekanntes am stärksten. Heimat ist offenbar doch noch etwas, das den Menschen an einem ganz tiefen Punkt berührt. Heimat ist Identifikation Der Begriff «Heimat» stammt übrigens aus dem Germanischen «haima». Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war «Heimat» ein sehr nüchterner, sachlicher Begriff und wurde ausschliesslich im juristischen oder geografischen Sinne gebraucht. In Amtsstuben (Polizei, Kanzlei oder Gemeindeamt) wurde das Wort verwendet, wenn es um den Geburtsort, beziehungsweise den Wohnort oder um das Herkunftsland ging. Von besonderer Bedeutung war die Heimat im Erbrecht. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm (1877) wurde «Heimat» als «das Land oder der Landstrich, in dem man geboren ist oder bleibenden Aufenthalt hat» definiert. Der Begriff «Heimat» verweist folglich auf eine Beziehung zwischen einem Menschen und seinem ihm bekannten Raum. Heimat kann also eine Gegend sein, eine Landschaft, es kann ein Dorf, eine Stadt oder eine ganze Nation sein. Heimat kann sich aber auch auf eine Sprache, eine Kultur oder auf eine Religion beziehen. Und nicht selten, wenn wir «Heimat» meinen, ist es eine Mischung verschiedener Faktoren: Ein Ort mit seiner Landschaft, seiner Sprache, mit seiner Kultur (Essen, Musik, Bräuche). Heimat ist Identifikation. Es ist die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst und lebt, die einem Menschen vertraut sind, die er kennt und die er versteht – und wohl auch weitgehend akzeptiert und vielleicht sogar liebt. Heimat ist folglich kein objektiver Begriff, es ist ein subjektives Empfinden. Dabei werden wohl jüngere Menschen, die in die bereits globalisierte Welt hineingeboren wurden, diesbezüglich eventuell eine andere Empfindung haben als ältere Menschen. Die Auflösung Und nun zurück zu meinen Fragen: Bin ich altmodisch? Rassistisch und fremdenfeindlich? Bin ich ein unverbesserlicher Patriot? Nein, das bin ich sicher nicht. Sehr gerne fahre ich ins Ausland, bin fasziniert von fremden Sprachen, Kulturen, Landschaften, Lebensweisen oder klimatischen Annehmlichkeiten; ich esse gerne italienisch und schätze alle asiatischen Gewürze; ich habe sehr oft Kontakt mit Ausländern in der Schweiz und habe dabei keine Berührungsängste. Ich kenne viele sehr nette Menschen aus aller Herren Länder – aber nur in der Schweiz fühle ich mich wirklich zu Hause. Ich betrachte sie als meine Heimat, hier habe ich meine Wurzeln. Hier bin ich geboren und aufgewachsen, hier fühle ich mich dazugehörig. Ich sehe aber, wie sich meine Heimat seit einigen Jahren verändert. Und zwar ganz massiv. Und manchmal scheint mir, dass sich die Schweiz, so wie ich sie von meiner Kindheit her kenne, langsam, aber sicher in Luft auflöst. «Wer im Gefängnis geboren wurde, der liebt das Gefängnis», besagt ein griechisches Sprichwort. Auch wenn diese Aussage überspitzt formuliert sein mag, ändert das nichts an deren Wahrheitsgehalt. Manchmal mache ich mir fast ein wenig Sorgen um mein Gefängnis … Albin Rohrer ist Berater, Coach, Autor, Kursund Seminar leiter sowie Musiklehrer. Pflanzen- und Quintessenzen 3000 Therapeutinnen und Naturheilpraktiker wissen Bescheid. Für mehr Gelassenheit Verspannungen oder krampfartige Schmerzen können zu gesundheitlichen Störungen führen, deren Folgen schwer zu erkennen sind. Unsere Lebensqualität wird eingeschränkt, wir verlieren unsere Gelassenheit auf Probleme zu reagieren, sind nicht mehr wie früher belastbar und werden zunehmend reizbar. CRAMPEX – homöopathisch und nebenwirkungsfrei kann helfen. CRAMPEX vereinigt acht bewährte und aufeinander abgestimmte homöopathische Wirkstoffe in niedrigen Potenzen wie Ambra, Belladonna, Calcium, Kalium, Magnesium, Kupfer, Zink und Silicium. www.nvs.swiss Naturärzte Vereinigung Schweiz Packungen zu 100 und 250 Tabletten. Erhältlich in allen Drogerien und Apotheken. Ergo-Pharm GmbH 4415 Lausen ergopharm@bluewin.ch www.ergopharm.ch Schweizer Hausapotheke 1-2020 25

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