Aufrufe
vor 9 Monaten

Nr. 2 / 2019

  • Text
  • Menschen
  • Schweizer
  • Hausapotheke
  • Produkte
  • Zeit
  • Vitamin
  • Wichtig
  • Eltern
  • Zudem
  • Wirkung
KULTUR IM KOFFER | THERAPIE BEI ÜBERARBEITUNG | STOFFWECHSELTHERAPIE | STUMPFE VERLETZUNGEN | SKIN FOOD | ALTERSSICHTIGKEIT | KUNSTLINSEN | LÜGEN – UMGANG MIT DER WAHRHEIT | GELENKSNAHRUNG | WELLNESSDESTINATION | TIBETISCHE KRÄUTERREZEPTUREN | FERMENTIERTE NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL | TROTZALTER | EISEN-STICKS | HEUSCHNUPFEN | FRUCHT- UND GEMÜSESÄFTE | BASISCHE ERNÄHRUNG | VERSTOPFUNG | ZECKENSCHUTZ VON INNEN | MUSKULÄRE VERSPANNUNGEN | GINKGO | ABBAU VON GLUTEN | ALLERGIEN | CARDIOSPERMUM | THERAPIE BEI ARTHROSE | GELENKSCHMERZEN | ZAHNIMPLANTATE | GESELLSCHAFTLICHE WERTE | SCHMUTZ- UND FETTLÖSER | VITAMIN D | BABYNAHRUNG | REIZHUSTEN | HILFE BEIM ZAHNEN | WEG MIT DEM WINTERSPECK | MUSKELAUFBAU | SCHLAFAPNOE | ZWEITHAAR UND HAARERSATZ | STRESSBEWÄLTIGUNG | GEFÜHLE AUF PAPIER | HAUTPFLEGE BEI JUGENDLICHEN | ERKÄLTUNGS- UND HEUSCHNUPFEN | WEISSER REGENBOGEN | GESUNDHEITSBLOG | JUBILÄUMSWETTBEWERB | ESSENZIELLE AMINOSÄUREN | MIKRONÄHRSTOFFE

Kultur im Koffer Im

Kultur im Koffer Im Moment wünschte ich mir, dass ein Tag mehr als 24 Stunden und ich noch mehr Zeit zur Verfügung hätte. Die Zeit vergeht schnell: Der Morgen beginnt und schon ist es wieder Abend. Noch voll im Arbeitsleben eingebunden, ist mein Zeitempfinden vermutlich anders als im Ruhestand … Aus verschiedenen Gründen führt das Älterwerden oft dazu, dass Menschen plötzlich zu viel der sehr kostbaren Zeit zur Verfügung haben. Die Tage werden lang und ähneln sich immer mehr. Begegnungen mit Menschen finden selten statt und dementsprechend fehlen wertvolle Gespräche. Es wird stiller und ruhiger und Langeweile hält Einzug. Am Beispiel meiner Mutter war das Altern auch verbunden mit Abbau. Der Körper wollte nicht mehr so wie einst. Die Sehkraft liess nach. Ihre Hände konnten keine feinen Strick- oder Näharbeiten mehr ausführen und ihre Beine wurden schnell müde, der Gang unsicher. Sie realisierte die Veränderungen und konnte sich mit diesem Abbau nur schwer abfinden. Meine Ratschläge kamen nicht mehr gut an. Es war schwierig – auch mit viel Empathie – in diesen Lebensumstand einzutauchen und sie zu begleiten … Die berühmten Worte «Nimm mini Auge und lueg», konnte ich nicht anwenden, weil mein Leben noch vollgepackt ist und ich keine Langeweile oder Unterforderung kenne; und die eher raren, stillen Momente schätze. Einsamkeit, wenig gesellige Stunden, nicht mehr gebraucht oder sogar vergessen werden wirkt sich auf die Persönlichkeit aus. Oft ziehen sich ältere Menschen in ein Schneckenhaus zurück, werden still und vieles droht zu verkümmern. Haben sie sich einmal «verkrochen», ist der Weg ans Licht extrem schwierig. Das Leben findet in einer anderen Welt – weit innen statt. Nur vertraute Menschen finden – wenn überhaupt – Zutritt zu dieser Welt. Meine Mutter spielte mit mir leidenschaftlich gerne Yatzy, Rummy und Scrabble. Beim Spielen lachten wir viel – fast wie in alten Zeiten. In diesen Momenten wirkte sie wieder sehr fröhlich, offen und auch sehr agil im Denken. Einen Vorschlag wie «Spiel doch einmal mit der Frau, die an der gleichen Strasse wohnt», lehnte sie kategorisch ab. Ich bin heute überzeugt, dass es in dieser Lebensphase sehr wichtig ist, dass Angehörige den Zeitpunkt – bevor das Schneckenhaus nicht mehr verlassen wird – nicht verpassen dürfen. Diesen Wendepunkt möchte eine Gruppe von Sozialtätigen mit der Idee «Kultur im Koffer» auffangen. Franziska Grogg arbeitet in der Kirchgemeinde Petrus als Sozialdiakonin. Sie ist zuständig für die Seniorenarbeit. Ich habe ihr zu diesem interessanten Projekt Fragen gestellt. Frau Grogg, wie ist diese Idee entstanden? Die zuständige Frau für Freiwilligenarbeit des ganzen Kantons hörte von diesem Projekt in Hamburg und schrieb alle Kirchgemeinden in Bern an. Mich hat die Idee sofort sehr angesprochen. Ich war damals neu in der Seniorenarbeit und hörte viel von der Einsamkeit älterer Menschen. Gleichzeitig hörte ich, es werde immer schwieriger, Freiwillige zu finden, die Besuchsdienste übernehmen. Be- 6 Schweizer Hausapotheke 2-2019

suchsdienstleistende bieten einer Person im Alltag Unterstützung. Sei es mit Botengängen oder einer Begleitung auf Spaziergängen. Bei unserem Projekt steht das gemeinsame Interesse an einem Thema im Vordergrund und verbindet somit zwei oder mehrere Personen mit gleichen Interessen. Ich fand die Idee so toll, weil ich denke, beim unkomplizierten Austausch von gleichen Interessen kann eine ähnliche Situation entstehen, wie wir es auf dem Spielplatz beobachten können. Wenn Mütter oder Väter zu ihren Kindern schauen und dabei mit anderen Eltern in Kontakt kommen. Sie finden meistens schnell ein gemeinsames Thema, nämlich die Kindererziehung. Oder wir kennen die Situation, wenn sich irgendwo Fussballbegeisterte treffen. Auch sie haben ihr Thema. Das sind kleine, wertvolle Kontakte, die mobile Menschen im Alltag haben können. Ähnliche Begegnungen möchten wir auf eine andere Art auch Seniorinnen und Senioren, die ihr Haus nur noch schwer verlassen können, ermöglichen. «Kultur im Koffer» bringt Menschen, die ihr Zuhause nicht oder nur schwer verlassen können, Abwechslung und Unterhaltung nach Hause. Die Idee aus Hamburg in Bern umzusetzen, forderte uns heraus. Ein wertvoller Stein kam ins Rollen. Wer hilft konkret mit? Zum Team gehören Rahel Burckhardt, Beauftragte für Freiwilligenarbeit bei der Kantonalkirche, die uns die Idee aus Hamburg vorstellte. Sie begleitet das Projekt. Claudia Blacha (Freiwillige) ist zuständig für das Lektorat, die Webseite und den Einführungskurs für Freiwillige. Claudia Fischer ist Sozialarbeiterin der Kirchgemeinde Paulus in Bern und Tanja Germinale (Freiwillige) ist eine Secondo und sieht am Beispiel der Generation ihrer Eltern, wie wichtig auch im Alter Kontakte und soziale Vernetzung sind. Sie schlägt eine Brücke zu allen italienisch Sprechenden. Mein Aufgabenbereich ist die Koordination und ich bin auch Ansprechpartnerin für das Projekt «Kultur im Koffer». Uns ist es sehr wichtig, dass auch Freiwillige beim Entstehen dieses Projekts mithelfen: Wir möchten es noch breiter abstützen. Menschen, die von aussen kommen, haben einen anderen Blickwinkel als beruflich Sozialtätige. Unser Projekt wurde auch den Altersund Pflegeheimen vorgestellt. Das heisst konkret, dass auch Menschen, die nicht mehr selbständig wohnen, dieses Projekt nutzen können. Wie bekannt ist diese Idee im Moment? Das Projekt ist gut angelaufen. Wir sind allerdings auf Werbung angewiesen. Je mehr darüber berichtet wird, desto mehr können wir auf neue Freiwillige hoffen. Und natürlich auch auf Menschen, die «Kultur im Koffer» geniessen möchten. Das Publikmachen verleiht dem Ganzen einen seriösen Anstrich und weckt Vertrauen. Viele ältere Menschen Prellungen, Lindert Verstauchungen und Quetschungen. Original DR. ANDRES Wallwurz Salbe Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 2-2019 7

Unsere Zeitschriften

Schweizer Hausapotheke

Nr. 6 / 2019
Nr. 5 / 2019
Nr. 4 / 2019
Nr. 1 / 2019
Nr. 3 / 2019
Nr. 2 / 2019
Nr. 1 / 2019
Nr. 8 / 2018
Nr. 7 / 2018
Nr. 6 / 2018
Nr. 5 / 2018
Nr. 1 / 2018
Nr. 4 / 2018
Nr. 3 / 2018
Nr. 2 / 2018
Nr. 1 / 2018
Nr. 8 / 2017
Nr. 7 / 2017
Nr. 6 / 2017
Beckenbodentraining