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Nr. 2 / 2020

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Früher war nicht alles

Früher war nicht alles besser … Einiges aber schon! Vor allem aber scheint es mir, dass vieles je länger, desto komplizierter werden könnte … Ich bin etwas unsicher. Liegt es am Alter? Mangelt es mir an Intelligenz? Oder fehlt mir eine gewisse geistige Flexibilität? Wer weiss? Tatsache aber ist, dass mir viele digitale Geräte ziemlich Kopfzerbrechen bereiten und meine Sympathien dafür nur sehr, sehr gering sind. Ich glaube, man könnte es schon fast als eine «akute, chronische Digitalallergie» bezeichnen. Mit meinem Hausarzt werde ich darüber nicht reden; soviel ich weiss, ist dies kein medizinisches Problem und ich habe auch noch nie davon gehört, dass es wirksame Therapien oder Medikamente dagegen gäbe. Also muss ich wohl oder übel damit leben. Wahrscheinlich mehr übel als wohl. Ja und was sind denn die Symptome dieser neuartigen Krankheit? Ich versuche jetzt einmal, diese so gut es geht zu beschreiben: Es ist morgens um sieben Uhr und ich würde gerne eine SMS schreiben. Doch irgendwie will mir das einfach nicht gelingen: Wie es scheint, ist die Tastatur blockiert oder sie leidet an einem mir völlig unbekannten Defekt. Gerne möchte ich «Guten Morgen» schreiben. Also tippe ich ein «G», doch auf dem Display erscheint ein «K». Oh, ich kann doch nicht «Kuten Morgen» schreiben. Und zu allem Übel funktioniert auch das «t» nicht. Es erscheint ein «l». So hiesse es also «Kulen» Morgen. Das geht gar nicht, wenn schon müsste es dann ja «coolen» Morgen heissen. Doch auch das scheint mir im Moment nicht passend zu sein. Da ich technisch ein eher unbegabter Mensch bin und meine Fähigkeiten ganz woanders liegen, bleibt mir also nichts anderes übrig, als das nächstbeste Fachgeschäft aufzusuchen. Gesagt, getan. Dort erklärt man mir, dass sich eine Reparatur für mein Gerät in keinem Fall lohne, ich müsse mich wohl oder übel mit der Anschaffung eines neuen Gerätes anfreunden. Also «anfreunden» scheint mir in diesem Falle 28 Schweizer Hausapotheke 2-2020 schon nicht ganz der richtige Ausdruck, ich bin nämlich gar kein Freund solcher Geräte. Ich kenne ja nicht einmal den Unterschied zwischen einem iPhone und einem Smartphone — und ich bin auch nicht so sicher, ob diese beiden Bezeichnungen, die ich vor längerer Zeit einmal gehört habe, überhaupt noch aktuell sind. Es könnte ja sein, dass man diese Geräte mittlerweile schon wieder anders benennt. Das habe ich vor einigen Jahren erfahren, als ich meinen Telefon- und Internetanschluss erneuern musste. Ich wusste, was ein «Modem» war. Dann erhielt ich ein Paket. Vergeblich suchte ich das Modem, stattdessen war da von einem «Router» die Rede. Und niemand hat mir gesagt, dass es jetzt keine Modems mehr gibt und dass diese Geräte (die ich eh nicht wirklich verstehe) nun plötzlich «Router» heissen. Unglaublich! Wie wäre es denn, wenn ich meinen Namen einfach wechseln würde, ohne jemanden darüber zu informieren, und mich statt «Albin Rohrer» plötzlich «Kevin Mekinowski» nennen würde? Das Steueramt hätte sicher grosse Freude an mir … Aber zurück zu meinem Smartphone: Mit Hilfe des Verkäufers im besagten Shop gelingt es, einige Daten auf das neue Gerät zu übertragen. Allerdings schafft der junge Mann es auch nicht, alle meine Kontakte – also die Telefonnummern all meiner Bekannten – gänzlich und korrekt zu übertragen. Für mich heisst das nun, dass ich abends zu Hause stundenlang damit beschäftigt bin, die Nummern meiner Kontakte mühsam von Hand ins neue Gerät zu tippen. «Deine Daten» Zwei Tage später: Ständig erhalte ich Mitteilungen: «Deine Daten werden nicht gesichert». Diese Meldung empfinde ich als etwas gruselig. Erstens habe ich keine Ahnung, woher diese Meldung kommt. Wer zum Teufel hat denn Zugriff auf mein Gerät und schickt mir eine solche Meldung? Wer weiss denn, dass ich meine Daten offenbar nicht gesichert habe? Wer ist interessiert daran, dass ich meine Daten sichere? Und: Wer hat denn die Frechheit, mich einfach mit «Du» anzureden? Also diese virtuelle, digitale Welt ist mir manchmal schon ziemlich ungeheuer. Ich sehne mich manchmal nach den alten Zeiten zurück, wo man noch Briefe oder Postkarten schrieb und einigermassen nachvollziehen konnte, was mit all den persönlichen Informationen passieren kann. Tja, früher war nicht alles besser, das mit den persönlichen Daten aber schon! Abos, Abos, Abos … Zurück zum Shop: Der Verkäufer tippt meine Nummer in sein System und sieht sofort, bei welchem Anbieter ich welches Abo gelöst habe. Er meint dann, dass dies nicht das Optimalste sei und erklärt mir, welche Möglichkeiten es für mich gäbe. Uiuiui, mir wird fast schwindlig. Obschon ich doch bezüglich Intelligenz sicher nicht zum hintersten Drittel gehöre, kann ich seinen Ausführungen nur schwerlich folgen. Dieses Abo kostet so viel, dafür können Sie unbeschränkt telefonieren, dieses Abo kostet weniger, dann kostet aber jedes Telefongespräch im Inland so viel, im Ausland so viel; dieses Abo kostet etwas mehr, dafür haben Sie so und so viele Gespräche frei; wenn Sie dieses Abo nehmen, erhalten Sie einen Einstiegsbonus, jenes Abo wäre dann wieder etwas günstiger, dafür können Sie es zwei Jahre lang nicht kündigen … Also es gibt bekanntlich viele Aboanbieter für diese modernen Kommunikationsgeräte. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass es fünf verschiedene Anbieter gibt (das ist vorsichtig geschätzt …) und jeder Anbieter zehn verschiedene Abos im Sortiment hat, so habe ich

also die Wahl zwischen 50 verschiedenen Abos. Dazu kommt noch, dass diese Abos dauernd wechseln. Alle drei Monate wird alles anders. Und wenn man der Sache nicht stets hinterherrennt, so erfährt man davon nichts. Und dadurch verpasst man ständig neuere und günstigere Angebote. Und mir wird dabei schon wieder fast schwindlig … Schliesslich entscheide ich mich für ein Abo und unterschreibe einen Vertrag. Ich habe das Gefühl, jetzt ein für mich passendes Angebot gebucht zu haben. Das ist aber nur ein Gefühl, mit Gewissheit hat das gar nichts zu tun. Und schon gar nichts mit Tatsachen! Drei Wochen später nämlich erhalte ich einen Telefonanruf von meinem Anbieter. Ein freundlicher junger Herr (das Wort «schleimig» möchte ich jetzt lieber vermeiden) erklärt mir, dass gerade eine Aktion laufe und er mir ein gutes Angebot machen könne. Ich höre ihm aufmerksam zu und erkläre ihm dann, dass ich gerade erst vor drei Wochen einen Vertrag bei seiner Firma unterschrieben hätte. Davon weiss er aber nichts. Ich erkläre ihm, dass mich sein Angebot interessieren würde und dann sagt er, dass ich den kürzlich abgeschlossenen Vertrag leider nicht kündigen könne. «Aber warum rufen Sie mich denn an?» Er entschuldigt sich und sagt, er habe von meinem neuen Vertrag nichts gewusst. Ich sage ihm dann, dass es wohl nicht schaden würde, wenn die interne Kommunikation in seiner Firma optimiert würde, damit die linke Hand auch wisse, was die rechte Hand soeben getan habe. Er flüchtet sich in Ausreden und ich ärgere mich darüber. Tja, früher war nicht alles besser, das aber schon! Was kommt noch? Von «freier Marktwirtschaft» ist oft die Rede. Von «Liberalisierung» auch. Was heisst das? Statt dass ein zentraler, seriöser Anbieter dafür verantwortlich ist, dass wir telefonieren können, gibt es unzählige Anbieter. Wie seriös diese wirklich arbeiten, kann ich nicht beurteilen. Doch ich werde den Verdacht einfach nicht los, dass es bei diesen Anbietern in erster Linie darum geht, viel Geld zu verdienen; und erst in zweiter Linie darum, dass wir telefonieren und im Internet surfen können. Aber eigentlich ist das ja klar, wir leben ja schliesslich in einer kapitalistischen Gesellschaft und obschon – das muss ich ehrlich zugeben – der Kapitalismus das kleinere Übel ist als der Kommunismus, macht mir das manchmal auch ein wenig Angst. Irgendwann wird mit der Stromversorgung und der Wasserversorgung das Gleiche passieren, was wir jetzt schon mit dem Telefon, dem Fernsehen und dem Internet haben. Dann haben wir die Qual, uns mit zehn verschiedenen Stromanbietern (mit je zwanzig Möglichkeiten für ein Abo) auseinanderzusetzen und sieben verschiedene Wasseranbieter (mit je sechs Möglichkeiten für ein Abo) kommen noch dazu. Wir werden dann wohl mindestens 80 Prozent unserer Energie dafür verwenden müssen, die für uns passenden Abos zu buchen – und diese wahrscheinlich alle drei Monate zu überprüfen und allenfalls wieder anzupassen … Albin Rohrer ist Berater, Coach, Autor, Kurs- und Seminar leiter sowie Musiklehrer. www.albinrohrer.net Stärken Sie Ihr Immunsystem ! Schützen Sie sich gegen virale und bakterielle Atemwegsinfektionen Ihr Verbündeter für einen wirksamen Schutz Erhältlich in Ihrer Apotheke Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten und lesen Sie die Packungsbeilage. CH-BV-2000010 0320 Schweizer Hausapotheke 2-2020 29

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