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Nr. 4 / 2019

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GEMMOTHERAPIE Ribes

GEMMOTHERAPIE Ribes nigrum Schwarze Johannisbeere Die Heimat der Schwarzen Johannisbeere liegt in Mittel- und Osteuropa bis Asien. Sie ist eine typische Bewohnerin von Auenwäldern mit einer Vorliebe für feuchte, humose Böden. Bei uns findet man sie fast ausschliesslich kultiviert in Gärten. Im April und Mai erscheinen am einjährigen Holz ihre grünlichroten Blüten, aus denen im Sommer die schwarzen Beeren reifen. Die goldenen Punkte auf den Blütenkelchen, auf den Beeren und den Blättern sind Drüsen, die für den charakteristische Geruch verantwortlich sind. Die Parfümindustrie nutzt diesen für fruchtige Duftnoten. Die Pflanze aus der Familie der Stachelbeergewächse gibt es in vielen Sorten und auch als Kreuzung zwischen Stachelbeere und Johannisbeere, Jostabeere genannt. Mit einer Schwarzen Johannisbeere im Garten hat man eine eigene kleine Hausapotheke; verwendet werden Blätter und Früchte. Als Inhaltsstoffe findet man Flavonoide und Proanthocyane, das sind entzündungshemmende und zellschützende Substanzen. Dazu Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, Gerbstoffe, ätherische Öle, Aminosäuren. Die Pflanze macht exotisches «Superfood» überflüssig; denn ihre Früchte trumpfen mit einem besonders hohen Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen auf und gehören damit zu den wertvollsten einheimischen Früchten. Diese sind entzündungshemmend und antioxidativ, lindern Heiserkeit und Husten, stoppen Durchfall und sorgen für eine gesunde Darmflora. Es gibt Sportler, die vor einem Wettkampf Johannisbeersaft einnehmen, da dieser eine Schutzwirkung auf die beanspruchten Muskeln ausübt. Wertvoll sind die Beeren auch für die Augengesundheit: Hier sorgen sie für eine bessere Durchblutung der Netzhaut und des Sehnerves und schützen darüber hinaus die Netzhaut durch antioxidative Carotinoide, Luteine und Zeaxanthine. Beerenverächter ziehen die Frucht möglicherweise in flüssiger Form als Likör in einem Blanc Cassis vor. Jedenfalls lohnt es sich, Johannisbeeren regelmässig in den Speiseplan einzubauen, obschon sie herb und mit dem typischen Aroma nicht jedermanns Geschmack sind. Der Geruch polarisiert, man mag ihn oder findet ihn widerlich. Der Pflanze hat er zu den wenig schmeichelhaften Namen Stinkstruk, Bocksbeere, Wanzenbeere verholfen. Sie heisst aber auch Gichtbeere und im Englischen Quinsybeere (quinsy = Mandelentzündung): Hinweise auf ihre Heilwirkungen. Ein Tee aus den Blättern lindert schmerzhafte Rachen- und Halsentzündungen. Er regt die Nieren an, entwässert und hilft bei Blasenerkrankungen, Rheuma, Arthritis und Gicht. Wichtigstes Mittel Doch erst in der Gemmotherapie zeigte sich das ganze Potential der Schwarzen Johannisbeere: Ihre entzündungshemmende Wirkung und die Tatsache, dass sie andere Knospenessenzen in der Wirkung verstärkt, macht sie zum wichtigsten Mittel der Gemmotherapie. Sie ist zudem ein Stoffwechsel- und Entgiftungsmittel, verstärkt die Harnausscheidung, schützt die Gefässwände und hält sie geschmeidig. Sie regt die Nebenniere an, wirkt damit auf den Körper ähnlich wie Kortison, aber ohne dessen Nebenwirkungen. Ihre Hauptanwendungsgebiete sind Entzündungen jeglicher Art und allergische Erkrankungen. Allergien sind in allen Industrieländern auf dem Vormarsch, je «westlicher» der Lebensstil, desto mehr Allergien treten auf. Weshalb das so ist, ist noch weitgehend unklar. Umweltschadstoffe, übertriebene Hygiene, zu viele und zu früh einsetzende Impfungen, ja selbst fehlende Parasiten spielen mit. Man weiss, dass Bauernkinder weniger unter Allergien leiden. Der Aufenthalt im Stall, der Kontakt zu Kühen und anderen Tieren scheinen ihnen einen Schutz zu geben. Ihr Immunsystem muss sich schon früh mit verschiedensten Erregern auseinandersetzen. Beim Allergiker hingegen scheint das Immunsystem unterfordert zu sein, es reagiert auf harmlose Stoffe, zuerst auf Pollen, später auf immer mehr Substanzen und in immer heftigerer Form. Der Klimawandel führt zu längeren Pollenflugzeiten, Luftschadstoffe steigern die Pollenmenge und den Gehalt an Allergenen in den Pollen, das zeigten neueste Forschungen. Die Bedingungen für Allergiker werden schwieriger! Hier setzt die Schwarze Johannisbeere mit ihrer die Nebennieren stimulierenden und entzündungshemmenden Wirkung ein: Sie senkt die Allergiebereitschaft, Heuschnupfen, allergisches Asthma, Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen werden gelindert. Als harntreibendes und entzündungshemmendes Mittel hilft die Johannisbeere aber auch bei Gicht, Rheuma, Arthritis, Gelenksschmerzen. Sie hat sich bewährt bei Migräne, gilt als Gefässtonikum und hält Blutgefässe und Blut gesund. Ihr Verstärkungseffekt auf andere Mittel zeigt sich in bewährten Kombinationen von Knospenessenzen: Johannisbeere und Hagebutte sind ideal für Kinder, die immer wieder erkältet sind. Johannisbeere und Holunder verkürzen grippale Infekte. Heuschnupfen verlangt nach Johannisbeere kombiniert mit Weissbuche, allergisches Asthma benötigt Johannisbeere, Haselnuss und Wolliger Schneeball. Johannisbeere und Weinrebe lindern einen akuten rheumatischen Schub. Der «Stinkstruk» ist zur idealen Heilpflanze unserer Zeit geworden. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bachblüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch «Kaninchenapotheke». 40 Schweizer Hausapotheke 4-2019

Jugendliche Ausreisser Eines Morgens haute die 15-jährige Nicole ab – mit 90 Franken im Portemonnaie, einigen Schminkutensilien und ihrem kleinen Plüschhasen im Rucksack. Drei Tage lang fand sie Unterschlupf bei einer Schulfreundin, deren Eltern in den Ferien waren. Als diese zurückkehrten, versuchte Nicole im Freien zu übernachten. Rückblickend erzählt sie: «Ich habe kein Auge zugetan, fürchtete mich schrecklich und habe stundenlang geweint.» Schliesslich fuhr sie mit dem Taxi zur jüngeren Schwester ihrer Mutter. Sie weigerte sich standhaft, nach Hause zu gehen. «Als mir meine Schwester telefonisch mitteilte, dass Nicole bei ihr sei, habe ich vor Erleichterung nur noch weinen können», erinnert sich die alleinerziehende Mutter. Drei Tage zuvor hatte sie in panischer Angst bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Nach vierzehn Tagen kehrte Nicole zurück. Was war passiert? Dem Ausreissen vorausgegangen waren von einem Tag auf den anderen tägliches Motzen, Wutausbrüche, Türenknallen, beleidigter Rückzug und Gesprächsverweigerung. Manchmal glaubte die Mutter, vor Wut verrückt zu werden, dann wiederum war sie einfach nur noch traurig, enttäuscht und fühlte sich hilflos. Natürlich wusste sie, dass die Pubertät schwierige Jahre bringen würde; aber derart nervenaufreibend hatte sie es sich nicht vorgestellt. Es ging alles rasend schnell: Innerhalb von wenigen Wochen wandelte sich ihre Tochter vom süssen und umgänglichen Mädchen in eine unflätige und regelbrechende junge Frau. Die Mutter suchte nach Erklärungen, dann meldeten sich Versagensgefühle und schliesslich keimte der zermürbende Verdacht auf, in den vergangenen 15 Jahren erzieherisch alles falsch gemacht zu haben. Sie hatte den Eindruck, dass sie sich Mühe gab, ihre Tochter zu verstehen und räumte ihr ihrer Meinung nach grosse Freiheiten ein. Nicole sieht es ganz anders: «Ich fühlte mich total unverstanden, bevormundet und eingesperrt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich meine Mutter daran hindern wollte, Spass zu haben und eigenständig zu werden.» In den letzten Sommerferien eskalierte der Streit: Als Nicole sich trotz Hausarrest – verhängt wegen mehrmaligem Zuspätkommen nach dem Ausgang – an eine Party schlich, empfing sie ihre Mutter mit einer Ohrfeige. 4000 jugendliche Ausreisser In einer Untersuchung des Pädagogischen Instituts der Universität Zürich wurde festgehalten, dass in der Schweiz pro Jahr zirka 4000 Jugendliche – etwa gleich viele Mädchen wie Jungen – davonlaufen. Drei Viertel waren 14 bis 18 Jahre alt. Die meisten Ausreisser entfliehen im Sommer, kurz vor IM WACHSTUM LIEGT DIE KRAFT Mit Gemmotherapie von PHYTOMED NATÜRLICH GESUND In der Schweiz gesammelte Knospen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau. Produkte ohne Zusatzstoffe. 40 der wichtigsten Präparate aus eigener Herstellung. Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der äusseren Packung oder lassen Sie sich von einer Fachperson beraten. Zulassungsinhaberin/Herstellerin: www.phytomed.ch PHYTOMED AG · CH-3415 Hasle/Burgdorf Telefon +41 (0)34 460 22 11 Schweizer Hausapotheke 4-2019 41

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