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Nr. 4 / 2021

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Liebe schon seit langer

Liebe schon seit langer Zeit auf der Spur. Sie versuchen zu ergründen, was Liebe genau mit uns macht und wie dieses Gefühl des Glücks entsteht. Wenn wir uns verlieben, wird im Körper der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, was ein Gefühl der Leichtigkeit in uns auslöst und uns dieses Dauergrinsen beschert. Sex mit dem Partner löst Oxytocin aus, das sogenannte «Schmusehormon». Es stärkt die Bindung und bewirkt, dass wir uns unserem Partner zugehörig fühlen. Das ist wichtig, weil so die Bereitschaft für eine gemeinsame Zukunft mit der Fürsorge für ein Kind gewährleistet wird. Nichts dem Zufall überlassen Ewig die bekannten Schmetterlinge im Bauch zu haben, wäre wie ständig high zu sein. Der Körper macht das nicht mit. Was also, wenn dieses Gefühl der Verliebtheit verschwindet? Und was, wenn ein gemeinsames Kind das Paar nicht enger zusammenbringt, sondern sich beide stattdessen nur noch als Elternteil, nicht aber als Teil einer Partnerschaft sehen? Auf den Punkt gebracht: Hier bedarf es an ganz viel Arbeit, um die ewige Liebe zu konservieren? Wichtig ist ein ständiger Austausch, offene Gespräche, wenn einem etwas an der Beziehung missfällt. Gerade wenn Kinder dazukommen, ist es wichtig, sich bewusst Zeit als Paar zu nehmen, bewusst etwa einen «Frau-Mann-Tag» pro Woche einzulegen. Anderenfalls läuft das Paar Gefahr, nur noch Mutter oder Vater zu sein. Und genau das sind beide nicht «nur», sie sind auch Mann und Frau und möchten gerade dafür geliebt und beachtet werden. So ist in einer Beziehung nicht allein die verbale Kommunikation wichtig, sondern auch die sexuelle. Zwar hat eine Untersuchung ergeben, dass Sex lediglich 20 Prozent einer glücklichen Beziehung ausmacht, dennoch sollte die Wirkung nicht unterschätzt werden. Denn hörten Paare auf, miteinander zu schlafen, so hörten sie auf gewisse Weise auch auf, miteinander zu reden beziehungsweise aufeinander zuzugehen. Dass eine körperliche Anziehung nach Jahren abnimmt, ist ganz normal. Das Kribbeln zu Beginn macht vor allem das Neue und Unbekannte aus. Wenn sich beide Seiten aneinander gewöhnt haben, geht diese Spannung leicht verloren. Hierbei ist es wichtig, dennoch aufeinander zuzugehen und Zärtlichkeiten auszutauschen, so stellt sich auch die Lust immer wieder ein. Tipps für die ewige Liebe Es lohnt sich, etwas für seine Liebe zu tun, damit sie lange hält. Folgende Tipps können dabei helfen: • Zeigen Sie Ihre Zuneigung immer wieder neu. • Suchen Sie den Körperkontakt, denn das sogenannte Kuschelhormon sorgt für die innere Bindung zueinander. • Setzen Sie auf ein eigenständiges, glückliches Leben – so machen Sie sich nicht von einer Person abhängig. • Stärken Sie Ihre Beziehung mit gemeinsamen Interessen oder Hobbys. • Pflegen Sie eine die Gegenseite achtende, gepflegte Streitkultur. Urs Tiefenauer ist Texter, Werbe- und PR- Fachmann. Seit 2001 arbeitet er selbstständig im Bereich Gesundheit und Gesellschaft. IM WACHSTUM LIEGT DIE KRAFT NATÜRLICH GESUND GEMMOTHERAPIE von PHYTOMED in der Schweiz gesammelte Knospen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau von Hand einzeln gepflückt oder abgestreift über 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Heilpflanzen Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der Packung. Zulassungsinhaberin und Herstellerin: PHYTOMED AG • CH-3415 Hasle / Burgdorf Telefon +41 (0)34 460 22 11 www.phytomed.ch 26 Schweizer Hausapotheke 4-2021

GEMMOTHERAPIE Vaccinium vitis-idaea Die Preiselbeere Die Preiselbeere lebt auf der gesamten nördlichen Halbkugel in Heiden und lichten Nadelwäldern, wo sie auch extremen Umweltbedingungen zu trotzen vermag. Der immergrüne kleine Strauch wird 15 bis 30 Zentimeter hoch und wächst auf sauren, nährstoffarmen Böden. Wurzelpilze (Mykorrhiza) sind für ihn unverzichtbar: Das weitverzweigte Pilzgeflecht bringt anorganische Nährstoffe zur Pflanze und erhält von ihr wiederum Zucker, Vitamine und Wachstumsstimulatoren. Im Mai erscheinen die glockenförmigen Blüten, die unverkennbar die Verwandtschaft zur Familie der Erikagewächse zeigen. Die Preiselbeere wird oft mit ihrer amerikanischen Verwandten, der Cranberry oder Moosbeere (Vaccinium macrocarpon), verwechselt. Es sind zwei verschiedene Arten, die Cranberry ist so gross wie eine Kirsche und wird in den USA im grossen Stil angebaut. Die Preiselbeere ist kleiner und stammt meist aus Wildsammlung. In den nordischen Ländern bildete die Preiselbeere stets eine wichtige Vitaminquelle. Die Bedeutung war so gross, dass sie sogar Eingang ins finnische Nationalepos «Kalevala» fand: Im letzten Gesang isst die Jungfrau Marjatta eine Preiselbeere und wird davon schwanger. Marjatta bringt einen Sohn zur Welt, der sich durch grosse Weisheit und Stärke auszeichnet und schliesslich König von Karelien wird. Eine Tiroler Sage hingegen erzählt, dass der Teufel den Herrgott bat, auch etwas erschaffen zu dürfen. Er erhielt die Erlaubnis und schuf die Preiselbeeren in seiner Lieblingsfarbe, einem leuchtenden Rot. Allerdings hatte er sie mit einem Zauber versehen, sodass jeder, der die Beeren ass, dem Teufel anheimfallen würde. Der liebe Gott durchschaute jedoch die List und versah die Beeren mit einem Kreuz, um den Zauber zu lösen. Dieses Kreuz tragen die Preiselbeeren noch heute. Die Beeren können gefahrlos gegessen werden. Zudem tun wir uns damit sogar viel Gutes. Die Beeren enthalten Vitamin C, Gerbstoffe, Flavonoide, organische Säuren und viele Mineralstoffe. Roh genossen sind sie allerdings ziemlich herb und etwas mehlig. Zu Marmelade oder Gelee gekocht, kommt ihr Aroma richtig zur Geltung; traditionellerweise begleiten sie Wildgerichte oder Käse. Die Idee dazu ist übrigens recht alt: Im ältesten deutschen Kochbuch aus dem Jahr 1350 findet sich eine Preiselbeersauce aus Beeren, Wein, Pfeffer, Piment, Gewürznelken und etwas Honig. Die Beeren standen bereits auf dem Speiseplan der Steinzeitmenschen. Ob sie sie auch als Arznei nutzten? Erste schriftliche Nachweise zur Verwendung gibt es aus dem Mittelalter. Hildegard von Bingen setzte sie bei schmerzhafter Menstruation ein. Preiselbeersaft mit Zucker gekocht wurde fiebernden Patienten zur Stärkung gereicht. Die Beeren sollten zudem vor Seuchen schützen. Sie wurden aber auch bei Durchfall und Magenproblemen eingesetzt, bei Entzündungen, Lungenblutungen sowie bei Gicht und Rheuma. Auch die entzündungshemmende und antiseptische Wirkung auf die ableitenden Harnwege war bekannt. Gerbstoffe und Fruchtsäuren in den Beeren wirken adstringierend und pilzhemmend. Anti-Aging und mehr Der Saft der Beeren lässt sich auch prophylaktisch gegen wiederkehrende Harnwegsinfekte einsetzen. Neuere Untersuchungen deuten zudem auf eine antidiabetische Wirkung. Eine finnische Studie fand heraus, dass der langfristige Konsum von Preiselbeersaft den Blutdruck senken kann und die Blutgefässe gesund hält. Dabei spielen die Polyphenole als Radikalfänger eine zentrale Rolle. Freie Radikale sind aggressive Teilchen, die die Zellen schädigen und die Alterung beschleunigen. Preiselbeersaft wirkt also als «Anti-Aging». Auch die Blätter werden medizinisch verwendet. Sie enthalten Hydrochinonglykoside (u. a. Arbutin), Gerbstoffe, Flavonoide, Anthocyanidine, Östradiol, Triterpene. In der Volksmedizin werden sie ebenfalls bei Entzündungen der ableitenden Harnwege verwendet. In der Gemmotherapie hat das Knospenmazerat der Preiselbeere einen besonderen Stellenwert: Es gilt als Jungbrunnen für die Frau, denn es wirkt vorzeitigen Alterungsprozessen entgegen. Es fördert die Aufnahme von Kalzium, regt den Knochenstoffwechsel an und beugt Osteoporose vor. Wechseljahrbeschwerden werden dank der östrogenartigen Wirkung gemildert und der Hormonhaushalt harmonisiert. Preiselbeere verbessert die Gesundheit der Gefässwände, wirkt altersbedingten Gedächtnisstörungen mit verringerter Aufmerksamkeitszeit entgegen und stärkt das Kurzzeitgedächtnis. Doch die Preiselbeere ist mehr als ein Mittel für Frauen in der zweiten Lebenshälfte. Das Mazerat ist entzündungshemmend, harntreibend, adstringierend und antiseptisch. Es hilft bei Harnwegsentzündungen – auch chronisch wiederkehrenden Blasenentzündungen – und stärkt die Harnwege. Preiselbeere reguliert die Darmtätigkeit und hilft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall. Sie ist ebenfalls angezeigt bei entzündeter und geschädigter Darmschleimhaut und spastischem Colon. Nicht zuletzt hilft sie, eine gestörte Darmflora wieder ins Lot zu bringen, zum Beispiel nach einer Antibiotikabehandlung. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bachblüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch «Kaninchenapotheke». Schweizer Hausapotheke 4-2021 27

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