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Nr. 4 / 2022

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Wie können werdende

Wie können werdende Eltern ihr Tier auf die Ankunft eines Babys vorbereiten? Am besten überlegen sie sich früh, was die Geburt des ersten Kindes für das Tier bedeutet. War der Hund oder die Katze für das Paar bis jetzt sein Ein und Alles, das nun plötzlich von seinem Thron gestossen werden wird? Gerade in diesem Fall ist es wichtig, das Tier gut auf die Veränderungen vorzubereiten. Wollen die werdenden Eltern zum Beispiel nicht, dass das Tier Zugang zum Kinderzimmer hat, sollte ihm dieser schon während der Schwangerschaft verwehrt werden. So kann sich der Hund oder die Katze allmählich an die neuen Regeln gewöhnen. Das Tier soll in dieser Zeit auch nicht speziell verwöhnt werden, mit dem Hintergedanken, nachher habe man nicht mehr viel Zeit für den Vierbeiner. Ganz im Gegenteil: Das Tier soll früh auf freundliche, aber bestimmte Art erfahren, dass es Zeiten gibt, zu denen nicht auf es eingegangen wird. Wie erreicht man am besten, dass der Hund oder die Katze das Neugeborene akzeptiert? Jetzt zahlt es sich aus, wenn man zusammen mit einem jungen Hund alle Gelegenheiten genutzt hat, ihn an Kinder und vor allem an Babys zu gewöhnen. Sicher schadet es auch nicht, ein vom Baby getragenes Kleidungsstück aus dem Spital mitzubringen, damit der Hund oder die Katze es beschnuppern kann. Bei der Heimkehr habe ich unseren Tieren unser Baby jeweils immer ruhig und aus der Nähe gezeigt. Auch wenn die Tiere nicht jedes Wort verstehen, habe ich ihnen jeweils gesagt, dass das Kleine jetzt zu uns gehört. Es geht darum, dass sie diese Botschaft spüren. Wichtig ist, dass die Eltern beim ersten Zusammentreffen gelassen bleiben, da sich Nervosität auf das Tier übertragen kann. Babys und Tiere Die tierpsychologische Beraterin Verena Grünig erklärt im folgenden Interview, was werdende Eltern wissen müssen, wenn sie ein Haustier halten oder anschaffen wollen. Was können Tierhalter*innen tun, damit der Hund oder die Katze nicht eifersüchtig reagiert? Für die Tiere ist es am einfachsten, wenn ihr gewohnter Alltag so gut wie möglich beibehalten wird. Wenn ein liebevoller Tonfall bis jetzt immer für das Haustier galt, ist es nicht verwunderlich, wenn es sich bei zärtlichen Worten der Eltern für ihr Baby angesprochen fühlt und sich vordrängt. Wie bei einem älteren Geschwister muss man sich bei der Ankunft eines Babys auch bei einem Tier in seine Situation versetzen. Damit es sich während der Babypflege nicht ausgeschlossen fühlt, hilft bereits ein freundlicher Blick, ein aufmunterndes Wort oder kurzes Streicheln. Auch wenn die jungen Eltern am Anfang oft müde sind – das Haustier hat es verdient, dass es zwischendurch volle Zuwendung erhält. Warum sollen Eltern ihr Baby nie mit ihrem Tier allein lassen? Nicht nur Babys, sondern auch kleinere Kinder dürfen nie mit einem Tier allein gelassen werden! Bei jedem Klingeln an der Haustür muss daran gedacht und entsprechend gehandelt werden! Kinder und Tiere sind unberechenbar, schnell entstehen auch Missverständnisse. Kleine Kinder können schmerzhaft zupacken. Auch wenn ein Hund oder eine Katze den menschlichen Nachwuchs schnell ins Herz schliesst, dürfen Baby und Tier nie ohne Aufsicht zusammen sein. Ein schreiender Säugling kann insbesondere bei Hunden zuerst den Beschützerinstinkt wecken. Hört das Baby aber nicht auf zu weinen, ist das eine Stresssituation für den Hund und er könnte aggressiv reagieren. Viele Kinder wünschen sich ein Haustier. Worüber müssen sich die Eltern vor der Anschaffung Gedanken machen? Wenn sich nicht mindestens ein Elternteil für ein Tier begeistern lässt, rate ich von der Anschaffung ab. Tiere sind eigene Persönlichkeiten und nicht einfach ein Spielzeug für Kinder. Es ist eine grosse Aufgabe und Verpflichtung, ein Haustier möglichst artgerecht zu halten. Man muss sich über seine Bedürfnisse informieren, damit es seine angeborenen Verhaltensweisen so gut wie möglich ausleben kann. Die Tierhaltung bedeutet neben viel Freude auch Arbeit, Zeitaufwand und Kosten. Viele Tiere leben lange. Sie müssen auch dann gut betreut werden, wenn die anfänglich grosse Begeisterung der Kinder anderen Interessen Platz macht. Susanna Steimer Miller Verena Grünig Lic. phil., dipl. tierpsychologische Beraterin I.E.T. Kontakt: verena@grunig.com, Tel. 052 625 64 44 30 Schweizer Hausapotheke 4-2022

Boswellia: Heilpflanze mit langer Tradition Aus dem Boswelliabaum, der zur Familie der Balsambaumgewächse gehört, wird ein kostbares Harz gewonnen, das besser bekannt ist unter dem Namen Weihrauch. In Indien wird das Extrakt aus Boswellia in der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden als Heilmittel zur Behandlung von Gelenkbeschwerden eingesetzt. Boswelliabäume wachsen in verschiedenen Gegenden der Erde. Zu den wichtigsten Arten gehören die Boswellia serrata und die Boswellia sacra. Die Boswellia serrata wächst als mittelgrosser Baum mit flach ausgebreiteter Krone und ist vor allem in Ostindien beheimatet. Die Boswellia sacra, die kleiner und stark verzweigt wächst, kommt in Nordsomalia, im Oman und Jemen vor. In verschiedenen Kulturen wird Weihrauch seit der Antike für Heilzwecke eingesetzt, aber auch bei religiösen Zeremonien geräuchert; in vielen Kulturen galt Weihrauch neben Gold und Myrrhe als Luxusgut. Auf Papyrus wurde bereits 1500 Jahre vor Christus beschrieben, wie das Boswelliaharz zur Behandlung von inneren Krank heiten eingesetzt wurde. Aber auch Wunden wurden damit behandelt. In der ayurvedischen Medizin kommt Weihrauch bei zahlreichen Beschwerden, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen, zur Anwendung. Vom Saft zum Harz Durch Anschneiden der Rinde und an den Ästen tritt ein milchiger Saft aus, der vom Baum ausgeschieden wird, um die Schnittstellen zu verschliessen. Während Monaten trocknet der Saft an der Luft und erstarrt zu unregelmässigen und leicht zerbrechlichen Klumpen. Das Weihrauchharz ist grobkörnig bis stückig. Die Farben variieren von durchscheinend braungelb bis rötlichbraun. Der indische Weihrauch (Boswellia serrata) wird zweimal jährlich, jeweils im März und Juni, gesammelt. Pro Jahr kann je Baum etwa ein Kilogramm Harz gewonnen werden. Wirkung von Boswelliasäuren Der indische Weihrauch besteht aus circa 60 Prozent Harz, das neben ätherischen Ölen und Polysacchariden die wertvollen Boswelliasäuren enthält, die für die medizinische Anwendung von Bedeutung sind. Boswelliasäuren können die Entstehung von Entzün dungsreaktionen im Körper beeinflussen. Seit einigen Jahren wird die Wirkung von Boswelliasäuren wissenschaftlich verstärkt untersucht. Die European Scientific Cooperative on Phytotherapie (ESCOP) anerkennt Boswellia zur Behandlung von schmerzhafter Gelenkarthritis und zur symptomatischen Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Mittlerweile gibt es einige klinische Untersuchungen, die über positive Ergebnisse berichten. Bei Kniearthritis ... Eine Untersuchung, an der während 120 Tagen 48 Patient*innen mit Kniearthritis teilgenommen haben, ergab eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit des Kniegelenks im Vergleich zum Placebo. Dafür verantwortlich waren die Linderung der Schmerzen und eine Reduktion der Gelenksteifigkeit. Die Verbesserungen wurden auch im Röntgenbild erkannt. Zudem war der entzündungshemmende Effekt im Blut nachweisbar. ... und Kniearthrose Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Untersuchung mit Teilnehmenden, die an Kniearthrose leiden. Die Probanden, welche Boswellia- Präparate einnahmen, stuften ihre Knieschmerzen auf einer Skala von 0 (gar keine Schmerzen) bis 100 (grösstmögliche Schmerzen) mit 23 Punkten ein; Teilnehmende aus der Placebogruppe hingegen mit 40 Punkten. Die Schmerzverbesserung kann sich auf den Alltag auswirken. Asthma und Diabetes Weitere Untersuchungen konnten eine positive Wirkung bei Asthma und bei Diabetes-Patienten nachweisen. Bei den Asthma-Patienten verbesserten sich die Symptome und die Lungenfunktion durch Boswellia. Bei den Diabetes-Patienten, die mit der Standardtherapie Metformin behandelt wurden, beobachtete man nach zwölf Wochen eine signifikante Senkung des Nüchtern-Blutzuckerspiegels, des Langzeitzuckers, des Cholesterins und des Insulins im Blut im Vergleich zur Placebogruppe. In der Schweiz sind Produkte mit Boswellia als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Susanna Steimer Miller Schweizer Hausapotheke 4-2022 31

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