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Nr. 5 / 2019

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WORTWEISE

WORTWEISE Willensfreiheit «Der Mensch kann zwar tun, was er will, er kann aber nicht wollen, was er will.» Ich muss schon zweimal hinhören – oder nachlesen –, bevor sich mir dieses Zitat von Arthur Schopenhauer restlos erschliesst. Dann überfällt mich aber gleich die alte Frage, die mich seit meiner Jugend beschäftigt: Besitzt der Mensch einen freien Willen oder ist sein Handeln in irgendeiner Weise fremdbestimmt, sei es nun genetisch oder durch eine höhere Macht? Mir fällt eine Anekdote über Napoleon ein. Da er ständig vom Schicksal redete, wurde er einmal gefragt, warum er dann überhaupt noch nachdenke und plane. Er antwortete: «Weil es das Schicksal ist, das will, dass ich plane.» Im Grunde genommen spielt es keine Rolle, ob ich jederzeit frei entscheide oder ob mein Leben einem Drehbuch gleich aufgeschrieben ist; und ich nichts weiter bin als ein Schauspieler auf der Weltbühne, der ein Drama – zuweilen eher ein verworrenes Lustspiel – nach den Anweisungen eines ihm nicht wahrnehmbaren, mysteriösen Regisseurs darbietet. Da ich nicht weiss, welche Variante zutrifft, bleibt mir nichts anderes übrig, als Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen. Manchmal ziehe ich es allerdings vor, an die Vorbestimmung und Lenkung durch eine höhere Macht zu glauben, in der Hoffnung, dieser Puppenspieler, der die Fäden zieht, sei weiser und vorausschauender als wir Menschen. Die Vorstellung, dass jeder dank STOPP DIE AMEISEN! FORMIX ® Umweltfreundlich und effizient. seines freien Willens auf das Weltgeschehen einwirken kann, ist nämlich ganz schön beängstigend – vor allem in der gegenwärtigen Zeit der selbstverliebten, verblendeten, machtbesessenen Herrscher in West und Ost. Aber natürlich sträubt sich dabei auch etwas in mir: Ich will doch nicht nur eine Marionette sein! Ich will selbst über mein Leben bestimmen. Ich will Fehler machen und daraus lernen. Ich will Gutes tun und wissen, dass ich mich frei dafür entschieden habe. Obwohl mir natürlich klar ist, dass mein freier Wille und alle meine Bemühungen nicht zwangsläufig zu den angestrebten Ergebnissen führen. Andererseits fällt mir mitunter ja auch etwas in den Schoss, wofür ich meinen Willen nicht eingesetzt und überhaupt nichts getan habe. Also was nun? Vorbestimmung oder freier Wille? Vielleicht einfach nur zwei Seiten der gleichen Medaille, hier freier Wille und dort Vorbestimmung. WIRKT! Schnell und Sicher. Bestellung: Medicoss AG Telefon 061 975 05 00 Fax 061 975 05 01 Email: info@tentan.ch www.medicoss.ch Karin Jundt ist Autorin und Verlegerin von Fachbüchern über Selbstliebe, Karma Yoga und Spiritualität. Webseite der Autorin: www.selbstliebe.ch 36 Schweizer Hausapotheke 5-2019

GEMMOTHERAPIE Hypericum perforatum Echtes Johanniskraut Um die Sommersonnenwende herum beginnt das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) zu blühen. Seine Blüten eifern dabei der Sonne nach, die goldgelben Blütenblätter und die strahligen Staubblätter sind ein pflanzliches Abbild unseres lebensspendenden Zentralgestirns. Das Johanniskraut ist eine der geheimnisvollsten und mächtigsten einheimischen Heilpflanzen, umrankt von vielerlei Sagen. Die «Löchlein» in den Blättern, die zum lateinischen Namen «perforatum» verhalfen, sind Öldrüsen. Der Sage nach stammen sie jedoch vom Teufel persönlich, der das Johanniskraut in grenzenloser Wut über dessen grosse Heilkräfte zerstochen hat. Zerreibt man die goldgelben Blüten zwischen den Fingern, tritt purpurroter Saft aus, was ihm zu Namen wie Blutkraut oder Herrgottsblut verhalf – und zum Nimbus einer magischen Pflanze. Sie sollte alles Böse vertreiben, das Vieh vor Zauber schützen, Blitzschlag abwehren, ja gar Gewitter auflösen. Zudem diente sie als Liebesorakel: Ein verliebtes Mädchen musste an seinen Verehrer denken und gleichzeitig Johanniskrautblüten ausdrücken. Trat roter Saft heraus, war die Liebe gegenseitig, bei farblosem Saft nicht. Da kann man nur hoffen, dass die jungen Frauen botanisch so versiert waren, dass sie das Echte Johanniskraut gepflückt hatten und keine verwandte Art. Die rote Farbe stammt vom Hauptwirkstoff Hypericin. Weitere Inhaltsstoffe sind das antibakteriell wirkende Hyperforin, ätherische Öle, entzündungshemmende Flavonoide, Anthocyanidine, Gerbstoffe, Harz und Bitterstoffe. Johanniskraut wurde 2015 zur Heilpflanze des Jahres erkoren und gilt als eine der bestuntersuchten Arzneipflanzen; doch die Wirkungsmechanismen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Man weiss jedoch, dass die Reizübertragung in den Nerven verbessert wird. Hypericin verlangsamt zudem den Abbau des Gewebehormons Serotonin; der Serotoninspiegel bleibt auf einem höheren Niveau, was zu einem ausgeglichenen Gemütszustand führt. Hypericin wird auch in der Krebsforschung eingesetzt, da es sich um Tumorzellen herum sammelt. Unter Lichteinfluss bildet es Sauerstoff-Radikale und zerstört so die entarteten Zellen. Man darf gespannt sein, ob sich daraus eine anwendbare Therapie ergibt. Die Lichtpflanze Johanniskraut hat aber auch ihre Schattenseiten: Sie erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut und kann bei ausgedehnten Sonnenbädern zu Hautrötungen und Bläschen führen. Das ist allerdings nur bei sehr hohen Dosierungen möglich. Zudem beschleunigt Johanniskraut den Abbau gewisser Medikamente wie Immunsuppressiva, Chemotherapeutika und orale Verhütungsmittel und verringert so deren Wirkung. Stabilität und Belastbarkeit In der Volksmedizin nahm Johanniskraut stets eine wichtige Stellung ein. So gehörte ein Ölauszug der Blüten zur medizinischen Grundausstattung in jedem Haushalt. Dazu werden Johanniskrautblüten in Olivenöl eingelegt und an die Sonne gestellt. Nach einigen Wochen nimmt das Öl eine tiefrote Farbe an. Es hilft bei Verbrennungen und Sonnenbrand, bei schlecht heilenden Wunden, aber auch bei Neuralgien, Gürtelrose, Gelenk- und Ischiasschmerzen. Johanniskraut ist überall dort angezeigt, wo Nerven verletzt sind, es wird deshalb auch als «Arnika der Nerven» bezeichnet. Das Öl kann auch innerlich verwendet werden, etwa bei entzündlichen Magen- und Darmleiden. Johanniskraut wächst an sonnigen, trockenen Plätzen entlang von Wegen, an Waldrändern, in Wiesen und auf Ruderalflächen. Sein Stengel wirkt viel zu kräftig für die zarten Blätter und Blüten und weist auf ein wichtiges Thema von Johanniskraut hin: Stabilität und Belastbarkeit. Paracelsus lobte die Pflanze in höchsten Tönen, nannte sie ein Universalheilmittel, das die Macht habe, alle Krankheiten zu besiegen. Er erkannte bereits die Eigenschaft der Pflanze, Licht ins Dunkel der Seele zu bringen, und setzte sie gezielt bei Melancholie und bei «Phantasmen» (Geisteskrankheiten) ein. Auch heute kennt man Johanniskraut vor allem als Mittel bei Depressionen. Es verleiht Ruhe und Gelassenheit, hilft bei nervöser Erschöpfung, geistiger und körperlicher Schwäche, Ruhelosigkeit und Reizüberflutung. In der Gemmotherapie werden die Blütenknospen verwendet. Die Essenz löst stressbedingte Verspannungen der Verdauungsorgane, hilft bei nervösen Magen- und Darmbeschwerden, lindert Angstzustände und depressive Verstimmungen. Sie aktiviert den Stoffwechsel, verbessert die Zellatmung, lindert die Folgen von Gehirn- und Rückenmarksverletzungen – auch bei Schleudertrauma – und hilft bei Rückenschmerzen und Neuralgien. Bei geistiger Erschöpfung gibt Johanniskraut neue Energie, facht das innere Feuer wieder an und bringt die Freude am Tätigsein zurück. Das hilft auch bei Stress und Burnout-Symptomen. Beschwerden, die auf Wetterfühligkeit zurückgehen, sind ein weiteres Anwendungsgebiet, ebenso das Restless-Legs-Syndrom. Johanniskraut hat eine starke Verbindung zum Sonnengeflecht, es löst körperliche und seelische Anspannungen und verleiht ein Gefühl der Leichtigkeit. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bachblüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch «Kaninchenapotheke». Schweizer Hausapotheke 5-2019 37

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