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Nr. 5 / 2020

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Langer Weg bis zur

Langer Weg bis zur Diagnose Die Schilddrüse bildet die Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die an fast allen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt sind und für eine ausgeglichene Energiebilanz essenziell sind. Werden zu viel oder zu wenig Hormone ausgeschüttet, kann sich dies unangenehm auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirken. In der Schweiz leiden etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung an einer Schilddrüsenunterfunktion, in der Fachsprache auch Hypothyreose genannt. Neun von zehn Erkrankten sind Frauen. Schilddrüsenerkrankungen treten familiär gehäuft auf. Für eine Schilddrüsenunterfunktion ist häufig die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis verantwortlich. Diese Erkrankung führt zum Abbau von Schilddrüsengewebe. Dr. med. Claudia Maushart, Ärztin für Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus am Universitätsspital Basel, erklärt: «Bei 50 Prozent der Patientinnen und Patienten, die an einer Schilddrüsenunterfunktion bedingt durch eine Hashimoto Thyreoiditis erkranken, spielen die Gene eine Rolle.» Deshalb empfiehlt die Expertin Nachkommen von Hashimoto-Betroffenen ein Screening ab dem 35. Altersjahr, bei Symptomen jedoch früher. Schilddrüsenunterfunktion: ein langer Weg bis zur Diagnose Eine Hypothyreose tritt häufig erstmals zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Im Frühstadium führt die Krankheit in der Regel nicht zu Symptomen. «Da Menschen dieser Altersgruppe nicht so häufig zum Arzt gehen, dauert es oft länger bis zur Diagnose», weiss Claudia Maushart. Jedoch ist bei Fehlen von Symptomen auch kein generelles Screening auf eine Schilddrüsenunterfunktion empfohlen. Zu den typischen Symptomen der Unterfunktion gehört die Gewichtszunahme von ein paar Kilos, weil sich der Stoffwechsel verlangsamt. Zudem leiden Betroffene an Müdigkeit und Energielosigkeit, muskulären Beschwerden und Kälteintoleranz. Die Krankheit kann auch die geistige Leistungsfähigkeit tangieren – manche Betroffenen haben Mühe, sich Dinge zu merken. Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich auch äusserlich: Die Haut wird trocken und die Haare glanzlos. Oft leiden Betroffene auch an Haarausfall. Für die Abklärung einer Schilddrüsenunterfunktion ermittelt das Labor den TSH- und den fT4-Wert. Liegt der TSH-Wert über der Norm, der fT4-Wert jedoch im Normbereich, spricht man von einer latenten beziehungsweise subklinischen Hypothyreose. Bei der manifesten Form ist der TSH-Wert erhöht, der fT4-Wert jedoch unter dem Normbereich. Bei normalem Tastbefund der Schilddrüse ist keine Ultraschalluntersuchung notwendig. STOPP DIE AMEISEN! FORMIX ® Umweltfreundlich und effizient. Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion Ob eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt werden muss, hängt auch von der Patientin oder dem Patienten ab. Laut Claudia Maushart ist die Hormonsubstitution bei einer latenten Hypothyreose nicht zwingend nötig, solange sich die Betroffenen gut fühlen. Sie ergänzt: «Ich empfehle Blutuntersuchungen im Abstand von ein bis drei Monaten.» Steigt der TSH-Wert über 10 mIU/L, rät sie auch ohne Symptome zu einer Behandlung. Bei Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft empfiehlt sie eine frühzeitige Behandlung, da eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen für die Entwicklung des Kindes wichtig ist. Viele Patientinnen und Patienten mit einer behandlungsbedürftigen Schilddrüsenunterfunktion bleiben ein Leben lang auf die Hormonsubstitution angewiesen Schilddrüsenentzündung nach der Geburt Eine deutsche Studie hat gezeigt, dass etwa sieben Prozent aller Frauen nach der Entbindung an einer Schilddrüsenentzündung erkranken, die zu einer vorübergehenden Schilddrüsenunterfunktion führt. Bei vier Prozent aller frischgebackenen Mütter heilt die Krankheit nach etwa einem halben Jahr aus. Grund für dieses Problem ist die Tatsache, dass das während der Schwangerschaft reduzierte Immunsystem nach der Geburt wieder angekurbelt wird. «Oft wird diese Schilddrüsenerkrankung nicht erkannt, weil man denkt, dass Mütter von Neugeborenen wegen der durchwachten Nächte müde sind», sagt Claudia Maushart. Eine schwere Schilddrüsenunterfunktion kann auf die Stimmung drücken und ein Faktor für die Entstehung einer Depression sein. WIRKT! Schnell und Sicher. Bestellung: Medicoss AG Telefon 061 975 05 00 Fax 061 975 05 01 Email: info@tentan.ch www.medicoss.ch Susanna Steimer Miller ist Chefredak torin eines Elternratgebers. Als freie Autorin schreibt sie über diverse Themen. 46 Schweizer Hausapotheke 5-2020

Weniger Schmerzen mit der richtigen Ernährung Bei Rheuma, Arthritis und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen kann die richtige Ernährung einiges zur Verbesserung der Beschwerden beitragen. Was man tun und was man besser lassen sollte, erklärt Cornelia Eiberli, Drogistin und Ernährungsberaterin. «Wer eine entzündungshemmende Ernährung anstrebt, muss gleichzeitig möglichst alles minimieren, was Entzündungen fördert; sonst kommt man leider auf keinen grünen Zweig. Der Blick auf eine Durchschnittsernährung – mit viel raffiniertem Zucker, tierischen Eiweissen, wenig Vitaminen und Mineralstoffen – lässt vermuten, dass diese früher oder später zu einer Störung des Säure-Basen-Haushalts führt. Was wiederum eine Kettenreaktion auslöst, die auch Entzündungen zur Folge haben kann.» Basische Ernährung, viel Flüssigkeit «Ziel ist daher der Aufbau einer basischen Ernährung», so Eiberli weiter: «Viele Vitalstoffe, mit den Vitaminen A, C, D und Zink und – ganz wichtig – Omega-3-Fettsäuren. Ebenfalls zentral ist eine genügende Flüssigkeitszufuhr, weil die entzündungsfördernden Toxine ausgeleitet werden müssen. Das ist nur übers Trinken möglich: also genügend stilles Wasser, basische Tees oder Zitronenwasser (ist basisch und hat viel Vitamin C). Wichtigster Mineralstoff bei Entzündungen ist Magnesium – der Entzündungshemmer schlechthin. Man findet ihn in vielen Lebensmitteln, etwa in Quinoa, Hirse, Amaranth, Vollkornreis; in allen Samen und Nüssen; in grünen Gemüsen und allen grünen Kräutern, aber auch in ganz dunkler, ungesüsster Schokolade (am besten unverarbeitete Rohkostschokolade). Damit ist schon viel getan.» Fermentiertes und Gemüse in allen Variationen «Eine weitere wertvolle Gruppe sind die fermentierten Lebensmittel. Die Fermentation veredelt, macht die Lebensmittel haltbar und erhöht deren Bioverfügbarkeit. Der Klassiker ist rohes Sauerkraut, anderes Eingemachtes, aber auch mal Kefir, Kimchi oder Miso-Paste. Durch ihre probiotischen Bakterienkulturen wirken diese Lebensmittel sehr positiv auf die Darmflora und somit auch auf das Immunsystem. Was auch nicht fehlen darf, ist die ganze Palette der Gemüse mit ihren vielen sekundären Pflanzenstoffen. Der Vorreiter hier ist der Broccoli mit herausragenden entzündungshemmenden Eigenschaften und Vitamin C; heute wird dessen Hauptwirkstoff Sulforaphan auch in Kapselform angeboten. Weitere Quellen dafür sind Rosen- und Blumenkohl, Kresse, Rucola, Radieschen und andere mehr. Auch Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma sind Entzündungshemmer; oder getrocknete Algen wie Spirulina, Chlorella, Wakame, Nori – hier gilt es aber die Herkunft und den Jodgehalt zu beachten.» Dunkle Beeren, Nüsse, Samen – und Omega 3 «Bei den Früchten stechen vor allem die dunklen Beeren heraus, etwa Heidel-, Johannis- und Aroniabeeren. Ausserhalb der Saison gibt’s diese auch als Saft; oder frieren Sie jetzt in der Saison einen Vorrat ein! Und frisch gepresste Säfte, mit Obst und Gemüse, sind immer eine gute Sache. Gemüse und Früchte gehören grundsätzlich in eine entzündungshemmende Säure-Basen- Ernährung. Abwechslung bringen die verschiedenen Nüsse und Samen, insbesondere Hanf- oder Leinsamen; oder deren Öle mit ihrem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (insbesondere alpha-Linolensäure). Die anderen beiden – EPA und DHA – findet man vorwiegend in Fisch oder Fischöl; oder in der vegetarischen Variante in Algenöl oder -kapseln.» In Bewegung bleiben! «Stark Betroffene sollten konsequent weglassen, was Entzündungen fördert: Stark verarbeitete Nahrungsmittel mit hohem Zuckeranteil, Fertigsaucen und -pizzas, Wurst, Milch- und tierische Produkte (im Übermass) allgemein. Oft bewirkt allein die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung rasch eine starke Besserung der Beschwerden. Und grundsätzlich gilt es, trotz Schmerzen immer moderat in Bewegung zu bleiben: Das hilft ganz entscheidend, aktiviert den Stoffwechsel und hält auch das Lymphsystem in Schwung. Für Menschen, die nicht wirklich Gemüseund Früchte- oder geschäftsbedingte ‘Auswärtsesser’ sind, gibt’s die erwähnten Wirkstoffe auch als Nahrungsergänzungsmittel. Im Reformhaus beraten wir Sie gerne und sehr kompetent.» Ann-Brita Dähler Cornelia Eiberli ist gelernte Drogistin sowie ärztlich geprüfte Diät- und Ernährungsberaterin. Seit 2002 arbeitet sie als Filialleiterin bei der Müller Reformhaus Vital Drogerie in Thalwil. Schweizer Hausapotheke 5-2020 47

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