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Nr. 5 / 2021

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Mama und Papa kommen

Mama und Papa kommen später heim Manchmal erfordert das Berufsleben der Eltern seinen Tribut: Viele Kinder verbringen nach Schulschluss ein paar Stunden allein zu Hause. Und wenn das Ganze gut vorbereitet sowie liebevoll begleitet ist, geniessen die Schlüsselkinder durchaus auch ihre Freiräume. In früheren Zeiten haben Eltern ihre Kinder nach der Schule allein gelassen, weil sie arbeiten mussten. Sie taten es voller Bedauern und sorgten sich, weil ihre Kinder nach allgemeiner Meinung der damaligen Zeit viel zu früh auf sich allein gestellt waren. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Die Entwicklung der Kinder schreitet schneller voran – so erweisen sich viele als erstaunlich selbstständig. Man traut ihnen daher auch viel zu. Das neue Selbstständigkeitsideal ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Es kann dazu führen, dass Eltern nur noch die selbstständige Seite ihrer Kinder wahrnehmen und sie viel zu früh und voreilig als «kleine Erwachsene» ansehen, die schon fast alles können, was sie zum Leben brauchen. Damit überschätzen und überfordern sie jedoch ihre Kinder und übersehen, wie sehr die Heranwachsenden trotz allem auf den Schutz von umsorgenden Erwachsenen angewiesen sind. Keine Überforderung Ob und wann ein Kind so weit ist, regelmässig ohne Betreuung auszukommen, lässt sich schwer sagen. Generell sind Kinder unter acht Jahren bei Oma, der Nachbarin, Tagesmutter oder im Hort besser aufgehoben als allein in der Wohnung. Selbst Kinder unter zehn sind meist noch 14 Schweizer Hausapotheke 5-2021 überfordert, wenn sie die ganze Woche ihre Nachmittage selbst organisieren sollen. Eltern sollten zur Beurteilung nicht nur das biologische Alter ihrer Kinder, sondern vor allem ihren individuellen Entwicklungsstand berücksichtigen. Mütter und Väter dürfen ihren Kindern ruhig etwas zutrauen, gleichzeitig sollten sie die Kinder mit dem Alleinsein nicht überfordern. Kindern, die von sich aus noch nicht bereit sind, alleine zu Hause zu bleiben, sollte dies auch nicht zugemutet werden. Manche Kinder trauen sich eben früher und manche später. Dies sollten Eltern unbedingt respektieren, um keine unnötigen Ängste zu schüren. Schrittweise Gewöhnung Häufig sind Schüler zwar begeistert von der Vorstellung, sich den Blicken ihrer Eltern zu entziehen. Psychologen allerdings warnen: Sie können nicht einschätzen, was das wirklich konkret bedeutet. Nur wer sein Kind behutsam und schrittweise an das Allein-verantwortlich-Sein heranführt, kann eine Überforderung vermeiden, die beidseits nur Stress bedeutet. Am besten gelingt der Start mit wenigen Stunden pro Woche und dies unter Beobachtung der Reaktionen des Kindes. Empfehlenswert ist ein regelmässiger Austausch mit ihm über seine Erfahrungen und Gefühle. Nicht vermeiden lässt sich eine selbstkritische Analyse, ob dem Kind nicht doch zu viel Selbstständigkeit abverlangt wird, weil es für die Eltern doch so praktisch wäre. Bei allem Vertrauen in die Eigenständigkeit des eigenen Kindes sollten Eltern diverse Sicherheitschecks vorsehen, bevor sie ihr Kind in die grosse Freiheit entlassen. Dazu gehören: Das Kind trägt immer ein Handy bei sich. Alle Nummern der Eltern sind eingespeichert. Ausserdem gibt es einen Plan B für Notfälle, wenn beispielsweise der Schlüssel klemmt oder sich das Kind krank fühlt – dann sollte sich ein Schlüsselkind an eine Nachbarin/einen Nachbarn wenden können. Und zu Hause erwartet das Schlüsselkind idealerweise eine warme Mahlzeit, die es sich ohne Probleme zubereiten kann. Klare Absprachen Es sollte zum Beispiel eine klare Regel dafür geben, wann das Kind eine Freundin mit nach Hause bringen oder sich bei anderen verabreden darf. Die Hauptsache ist, dass die Eltern immer wissen, wo ihr Kind gerade steckt und wie lange es dortbleibt. Dasselbe gilt natürlich für die Eltern: Wenn Eltern mit ihrem Kind abgesprochen haben, dass sie um 15 Uhr zu Hause sind, dann sollten sie auch um 15 Uhr und nicht um 15.30 Uhr zu Hause sein. Bevor Eltern ihren Kindern den Hausschlüssel überreichen, ist es ausserdem sinnvoll, einige Testläufe zu starten. Bewährt hat sich, wenn das KInd alltägliche Handlungen einübt, die normalerweise Erwachsene übernehmen. Zum Beispiel: Haustür aufschliessen, einen Imbiss zubereiten, ein Pflaster kleben, eine Wärmflasche füllen. Ideal sind auch Rollenspiele: Wie reagieren, wenn ein Fremder anruft oder es an der Tür klingelt? Das Kind sollte einfache Sätze kennen, die es sagen kann, ohne zu verraten, dass es ganz allein ist. Ebenfalls wichtig ist die Klärung, wo das Kind Hilfe findet, wenn ihm auf dem Schulweg etwas passiert. All diese Vorbereitungen erleichtern es Kindern, ihren Alltag für einige Stunden souverän zu managen. Zudem haben sie auch ein gutes Gefühl: Mir kann nichts passieren. Für die Struktur des Solonachmittags, der übrigens nie länger als zwei bis drei Stunden dauern sollte, müssen unbedingt Regeln aufgestellt werden, wie zum Beispiel: «Erst wenn die Hausaufgaben erledigt sind,

darfst du an den Computer oder fernsehen.» Hierbei ist es allerdings unerlässlich, mit dem Kind feste Zeiten zu vereinbaren und keinen Medienkonsum mit Open End zu erlauben. Vertrauen, Kontrolle, Nähe Auch wenn Eltern einer anstrengenden und fordernden Berufstätigkeit nachgehen, ist in ihrer Abwesenheit der Kontakt zu den Kindern gerade am Anfang des Alleinseins wichtig. Eltern sollten sich daher gerade bei jüngeren Kindern und Teenies nicht scheuen, zu Hause anzurufen, um zu hören, ob wirklich alles in Ordnung ist. Dies beruhigt mit Sicherheit beide Seiten und gibt gerade jüngeren Kindern das Gefühl, dass sich Eltern trotz ihrer Abwesenheit um sie kümmern. Ab einem bestimmten Alter werden die Anrufe der Eltern aber vielleicht eher als Kontrolle empfunden. Daher ist ein guter Kontakt zu den Kindern auch so wichtig. Gemeinsame Gespräche und Diskussionen helfen dabei, Regeln und Strukturen immer wieder altersgerecht anzupassen. Eine Besonderheit betrifft die Jahreszeit von Herbst und Winter: In diesen dunklen Monaten, wenn es bereits nachmittags dämmert, ist die Installation einer Zeitschaltuhr für das Licht empfehlenswert. So ist die Wohnung hell, wenn das Kind von der Schule kommt. Ein erleuchtetes Zuhause statt dunkle, verlassene Räume zu betreten, hat für Kinder eine wichtige psychologische Komponente. Wichtig ist, dass die Eltern am Abend mit den Kindern Zeit verbringen und sich nicht sofort den häuslichen Verpflichtungen zuwenden. Hierbei ist es für Kinder und Eltern gleichermassen schön, wenn man sich sofort zusammensetzt und jeweils von seinem Tag erzählt oder einfach nur kuschelt und es sich gemütlich macht. Auch diese intensive Zeit, die gar nicht lange dauern muss, vermittelt dem Kind Geborgenheit und Zuwendung, die es vielleicht nachmittags vermisst hat. Urs Tiefenauer Das «Schlüsselkind» Der Begriff «Schlüsselkind» geht zurück in die 50er-Jahre. Damals galt für Betreuungsangebote am Nachmittag: Fehlanzeige. Ursprünglich war «Schlüsselkind» in der allgemeinen Wahrnehmung eher negativ besetzt, denn das Idealbild einer traditionellen Familie dieser Zeit sah anders aus: Der Vater ging arbeiten und die Mutter kümmerte sich hauptsächlich um den Nachwuchs und den Haushalt. Überhaupt nicht vorgesehen war, dass Kinder nachmittags nach der Schule allein zu Hause blieben. Automatisch wurde den «Rabeneltern» unterstellt, ihre Sprösslinge zu vernachlässigen, was nach damaliger Auffassung unweigerlich auch zu Problemen in der Schule führen musste. Diese Behauptung ist mittlerweile allerdings durch die PISA-Studie entkräftet worden: Die Erhebung zeigte deutlich, dass es keine auffälligen Leistungsunterschiede zwischen Schlüsselkindern und betreuten Kindern gibt. Entzündete Augen? Wer freut sich nicht auf den Sommer. Doch dieser kann auch ins Auge gehen und gerade in den wärmeren Monaten treten sie gehäuft auf: Augenentzündungen. Gut, wenn man etwas dagegen tun kann. Für die Augen ist zu viel Sonnenlicht ein Problem, denn die Bindehaut reagiert sehr schnell auf äussere Reize. Aber nicht nur UV-Strahlen, sondern auch das Chlorwasser in der Badi, das Salzwasser in den Ferien am Meer oder der Wind, den wir uns bei der Autofahrt im Sommer gerne um die Nase wehen lassen, können die Bindehaut zu einer Abwehrreaktion herausfordern. Klimaanlagen und Ventilatoren verschaffen uns eine kühle Brise. Daher als Tipp: Achten Sie darauf, dass der Luftstrom nicht direkt ins Gesicht bläst und zusätzliche Reizungen auslöst. Heikler wird die Sache, wenn Viren oder Bakterien eine Bindehautentzündung auslösen. Die roten Augen entstehen oft über Nacht. Man geht mit leichtem Augenbrennen ins Bett und erschreckt dann am Morgen! Gerötete und verklebte Augen, Lichtempfindlichkeit und Sandkörpergefühl in den Augen! Was tun? Sofort zum Arzt? Ohne Antibiotika Die DOG (Deutsche Ophthalmische Gesellschaft) hat bereits vor einigen Jahren die Empfehlung abgegeben, in den ersten drei Tagen zurückhaltend mit Antibiotika zu sein. Diese drei Tage können Sie nutzen. Euphrasia, der Augentrost, ist ein häufig eingesetztes homöopathisches Heilmittel in der Augenheilkunde. Durch die gezielte Kombination mit Belladonna und Hepar sulfuris wird das Wirkungsspektrum speziell auf entzündlichen Reaktionen der Bindehaut, Lider und Lidränder mit Rötung, Brennen und Lichtempfindlichkeit abgestimmt. Kommen aber zum roten Auge zusätzlich weitere Symptome wie Hilfe bei entzündeten Augen Lymphknotenschwellugen, grippeähnliche Beschwerden oder Abgespanntheit dazu, ist ein Gang zum Arzt aber unumgänglich. Similasan Entzündete Augen: Bei geröteten, brennenden Augen. Können uneingeschränkt angewendet werden. Similasan Eye Wipes Sensitive: Pflegt und reinigt die Augenpartie. Entfernt sanft Ablagerungen und Verkrustungen. Mit Schwarztee-Extrakt. Similasan Entzündete Augen sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilagen. T&S Eye Care Management AG Schweizer Hausapotheke 5-2021 15

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