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Nr. 5 / 2021

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Gewürze als

Gewürze als Verdauungshelfer Viele Gewürze regen gleichzeitig die Verdauung an. Im Interview erläutert mir die Drogistin, Cornelia Eiberli, wie Kardamom und Co. die Verdauung fördern. Zudem verrät Sie ein Rezept, das Sie zu Hause leicht nachmachen können. Frau Eiberli, weshalb ist der Kümmel eine gute Waffe für die Verdauung? Kümmel wirkt gegen Blähungen. Bei schwer verdaulichen Mahlzeiten reguliert Kümmel die Darmflora. Fenchel wird insbesondere Babys in Form von Tee verabreicht. Woran liegt das? Der Fenchel kommt meist in Zusammenhang mit Dreimonatskoliken zum Einsatz. Von diesen sind sehr viele Babys nach ihrer Geburt betroffen. Fenchel wirkt entkrampfend und ist besonders für Säuglinge ein idealer Durstlöscher. Wie ist es mit dem Wacholder? Wacholder wirkt im Bereich der Magenmuskulatur entkrampfend und beugt das Völlegefühl nach dem Essen vor. Vielmals werden die Wacholderbeeren vor dem Servieren aus der Mahlzeit entfernt. Sie können jedoch ohne Bedenken mitverzehrt werden. Ein bekannter Fernsehkoch schwört unter anderem auf Chilisalz. Können Sie sich das erklären? Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um Salz. Entweder Meersalz oder Himalaja-Salz. Chili an sich hat eine erhitzende Wirkung auf den Körper. Natürlich ist im Chili- Salz auch ein geringer Anteil an Chili enthalten. In dieser Form trägt er meiner Meinung nach wenig zur Verdauung bei und dient eher als Blickfang. Ein Gewürz, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte, ist der Liebstöckel. Was ist das Besondere an ihm? Viele kennen den Liebstöckel als Maggikraut aus dem Garten. Bei Personen, die aufgrund zu geringer Magensäure unter Magenbrennen leiden, trägt der Liebstöckel zur Produktion von Magensäure bei. Dies führt zu einer besseren Verdauung der Mahlzeiten. Der Ingwer gilt als Geheimrezept in vielen Bereichen. Was macht ihn so einzigartig? In erster Line wirkt der Ingwer wärmend auf den Körper ein. Er kann als Tee sowohl vor- als auch nach dem Essen eingenommen werden. Vor den Mahlzeiten regt Ingwer den Appetit an, nach dem Essen eher die Verdauung. Vor Kurzem gab mir eine Freundin den Tipp, Ingwer in Kombination mit Teigwaren zu geniessen. Also habe ich den Ingwer der Sauce beigemischt und fand es vorzüglich. Der feine Ingwergeschmack, der sich im Abgang bemerkbar macht, fördert die Verdauung. Ingwer ist sowieso ein vielseitig einsetzbares Allheilmittel, der dem Körper sehr dienlich ist. Ein weiteres Gewürz ist die Nelke. In welcher Form ist sie am effektivsten? Die Nelke hat einen ausgleichenden Effekt, besonders nach dem Verzehr von scharfen Gerichten. Sie lindert das Sodbrennen. Daneben hat sie eine erfrischende und zugleich kühlende Eigenschaft. Viele geniessen die Nelke in Form von Tee. Ich persönlich bevorzuge es, sie zu kauen. Kurkuma wird als eines der gesündesten Gewürze der Welt genannt. Stimmen Sie dem zu? Kurkuma ist derzeit in fast aller Munde, weil sehr fiel über sie erforscht wird. Kurkuma wird im therapeutischen Bereich als entzündungshemmendes Mittel eingesetzt. Da die Kurkuma über keinen Eigengeschmack verfügt, kann sie jeder Mahlzeit beigemischt werden und hilft besonders fetthaltige Gerichte besser zu verdauen. Kurkuma kann auch gegen Sodbrennen helfen. Hierfür ist es ratsam, einen gestrichenen Teelöffel in heisem Wasser aufzulösen und zu trinken. Wie steht es um den Knoblauch? Knoblauch ist als natürliches Antibiotikum bekannt. Er desinfiziert den Darm und gilt als Bakterien- und Virenkiller. Ist der Anis ein hilfreiches Gewürz zur Verdauungsförderung? Als Heilmittel ist Anis sicherlich ein hilfreiches Gewürz. So wirkt er entblähend, wärmend und entkrampft die Darmnerven. In Kombination mit Alkohol stehe ich ihm allerdings kritisch gegenüber. Der Alkohol seinerseits wirkt dem Völlegefühl entgegen und lockert die Magenmuskulatur. Genau genommen jedoch reduziert der Alkohol die Verdauungsleistung des Körpers. Hilfreicher wäre, Aniskörner zu kauen. Was bewirkt der Zusatz von Kardamom zum Kaffee im Zusammenhang mit der Verdauung? Diese Art der Kaffeezubereitung kenne ich aus der ayurvedischen Küche. Kardamom macht den Kaffee verträglicher und regt die Verdauung an. Er ist zudem ein Energielieferant. Wieso ist Zimt ein gern gesehener Verdauungshelfer? Unser Verdauungssystem funktioniert nach dem thermischen Prinzip. Alles, was eine wärmende Wirkung hat, nach dem es verdaut ist, so auch der Zimt, ist positiv zu bewerten. Denn für Stoffe, die im Gegensatz eine kühlende Wirkung haben, muss der Körper viel Energie aufbringen, um den Verdauungsapparat auf «Betriebstemperatur» zu bringen. Zimt wie auch Ingwer beugen zudem Erbrechen vor. Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept in Sachen Verdauung, dass unsere Leser*innen schnell und unkompliziert selber herstellen können: Ein tolles, schnell wirkendes Rezept ist ein Tee aus Kreuzkümmelsamen, Koriandersamen, Fenchelsamen und etwas fein geschnittenem Ingwer. Zehn Minuten ziehen lassen und geniessen! Hakan Aki Cornelia Eiberli ist gelernte Drogistin sowie ärztlich geprüfte Diät- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitet als stellvertretende Filialleiterin bei der MÜLLER Reformhaus Vital Drogerie in Thalwil. 28 Schweizer Hausapotheke 5-2021

Stets den eigenen Weg gehen Wäre die Welt besser oder schlechter, wenn alle Menschen nach ihrem eigenen Sinn – also eigensinnig – leben würden? Und ginge es uns besser, wenn wir das täten? Oft spricht man von «Tugenden». So zum Beispiel von der Zuverlässigkeit, der Treue, der Grosszügigkeit oder vom Gleichmut. Und im gleichen Atemzug werden dann auch die «Untugenden» aufgezählt: Disziplinlosigkeit, Egoismus, Sturheit oder eben auch der Eigensinn. Grosses Ansehen geniesst er nicht gerade der Eigensinn. Und in der Gesellschaft hat man doch gerne Menschen, die sich so verhalten, wie es im Allgemeinen erwartet wird. Unzählige Sprichwörter und Volksweisheiten belegen es: «Der Eigensinn ist die Energie der Dummen», sagt man. Oder: «Eigensinn ist ein böser Ratgeber». Und auch nützen soll er nichts, wie folgender Spruch besagt: «Beim Eigensinn ist kein Gewinn». Doch stimmt das wirklich? Haben Sprichwörter und Volksweisheiten immer recht? Ist ein Mensch, der eigensinnig handelt, wirklich eine Belastung für die Gesellschaft? Funktioniert die Welt nur dann richtig, wenn wir auf unsere Eigensinnigkeit (auf unsere eigenen Ideen) verzichten und uns zum Wohle der Allgemeinheit selbst verleugnen, uns dauernd unterordnen, uns knechten und knebeln lassen? Originale und Kopien «Alle Menschen werden als Originale geboren, die meisten von uns aber sterben als Kopien». Diese mittlerweile berühmte Aussage hat mich zur Frage geführt, inwieweit auch ich schon vom Original zur Kopie geworden bin. Das Thema beschäftigt mich nämlich schon seit meiner Kindheit. Von einem Lehrer musste ich mir damals sagen lassen, ich sei «eigensinnig und deshalb schwierig». Warum er das sagte? Ich habe mir ja nur erlaubt, den Buchstaben «r» etwas anders zu schreiben, als es die Schulschrift damals vorschrieb. Ist das so schlimm? Bricht unser Schulsystem deswegen zusammen? Nimmt die Welt Schaden daran, wenn ein 12-jähriger Junge den Buchstaben «r» nicht ordnungsgemäss schreibt, obschon er doch als «r» klar erkennbar ist? Es war ein harter Kampf für mich und wohl auch für den Lehrer. Trotz mehrfacher Schelte habe ich an meinem «r» festgehalten, bis sich die Schrift im Erwachsenenalter weiterentwickelte und sich dieser «Wildwuchs» von selbst verflüchtigt hat. Ich blieb eigensinnig. Nicht, dass ich das bewusst gewollt hätte. Auch nicht aus Trotz gegenüber dem Lehrer oder gegenüber der Welt. Und schon gar nicht deshalb, weil ich Lust hatte, überall anzuecken. Ich war es einfach. Ich konnte gar nicht anders. Und vielleicht bin ich es heute noch. So richtig weiss ich das nicht, obschon es Menschen gibt, welche behaupten, dass bei mir vieles darauf hindeute, dass ich über ein rechtes Mass an Eigensinnigkeit verfüge. Soll ich mich jetzt dafür selber loben oder sollte ich mich deswegen schämen …? Rheuma persönlich: Der Podcast mit Fakten, authentischen Geschichten und Humor Mit der neuen Podcast-Reihe «Rheuma persönlich» bringt die Rheumaliga Schweiz Betroffene gemeinsam mit Expertinnen und Experten vors Mikrofon. Die Episoden widmen sich relevanten und aktuellen Themen, die Betroffene und Angehörige bewegen. Die Gäste berichten zudem über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit und die Auswirkungen auf ihren Alltag. Sie diskutieren zusammen mit Fachpersonen über den Umgang mit Schmerzen, die Rolle des Umfelds und Strategien für die Krankheitsbewältigung. Die Gespräche sind lebensnah, authentisch und ohne Tabus. Die ersten sechs Episoden behandeln Themen wie den Umgang mit dem Coronavirus, ein gutes Schmerzmanagement, das Liebesleben oder eine entzündungshemmende Ernährung. Gastgeber und sympathische Stimme ist Hannes Diggelmann, Produzent und erfahrener Radiomann. Alle Episoden sind auf www.rheumaliga.ch oder allen gängigen Plattformen wie Spotify und Apple Podcast zum Hören bereit. Weitere Episoden folgen im Herbst 2021. Episode 6: Was gutes Schmerzmanagement bewirken kann Schmerzen sind Warnsignale. Als solche zeigen sie uns unsere Grenzen auf und zwingen uns im Ernstfall zu Erholung und Schonung. Doch wenn Schmerzen – wie bei vielen Formen von Rheuma – dauerhaft werden, erschweren sie den Alltag und überschatten das Leben. Wie man trotz chronischer Schmerzen ein gutes Leben führen kann, welche Ansätze und Möglichkeiten hier zur Verfügung stehen, darüber spricht Moderator Hannes Diggelmann mit den Gästen Andrea Möhr, Spondyloarthritis-Betroffene, und Prof. Dr. med. Peter Villiger in dieser Folge. Schweizer Hausapotheke 5-2021 29

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