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Nr. 5 / 2021

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Gefahr im Schwimmbad:

Gefahr im Schwimmbad: Blasenentzündung Kurz husten, luftige Kleidung tragen und genügend trinken – so beugen Sie Harnwegsinfekten vor. Das Wasser im Schwimmbad ist kaum je Schuld an einer Blasenentzündung. Viel eher sind es die Bakterien, die sich auf und im eigenen Körper tummeln. Im Darm beispielsweise leben Milliarden von Mikroben, die bei der Verdauung helfen. Dass einige davon auch den Weg in die Harnblase finden, ist fast unvermeidlich – verursacht aber in den meisten Fällen keine Beschwerden. Denn normalerweise werden sie bei jedem Wasser lösen nach draussen gespült. Damit es zur Blasenentzündung kommt, braucht es also noch mehr Faktoren, die der Infektion Vorschub leisten. Im Schwimmbad ist das zum Beispiel der nasse Badeanzug, der den Unterleib abkühlt. Zudem schafft er im Intimbereich ein feuchtes, warmes Milieu, in dem sich manche Erreger besonders gut vermehren. Ratsam ist deshalb, gleich nach dem Baden den nassen Badeanzug aus- und trockene, luftige Kleidung anzuziehen. Genügend trinken Wenig trinken – gerade bei heissem Wetter – ist ein weiterer Umstand, der Blasenentzündungen begünstigt. Denn wer wenig trinkt, muss nur wenig zur Toilette. Zudem kann sehr scharfer Urin die Blasenwand reizen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zwei bis drei Liter pro Tag) und häufiges Wasser lösen, bis die Blase leer ist, beugen darum einer Blasenentzündung vor. Einen guten Hinweis liefert bei gesunden Menschen die Farbe des Urins: Ist er 32 Schweizer Hausapotheke 5-2021 hell, stimmt die Flüssigkeitszufuhr. Insbesondere bei Frauen haben es Bakterien vergleichsweise leicht, in die Harnblase zu gelangen. Denn die Strecke, die Harnröhre hinauf beträgt bei ihnen nur etwa drei bis fünf Zentimeter. Der nasse Faden eines Tampons kann dabei wie eine «Leitschnur» für Erreger dienen, weil Scheide und Harnröhre sehr nah beieinander liegen. Daher empfiehlt es sich, den Tampon nach dem Baden zu wechseln. Auch mehrmaliges Husten kann Blasenentzündungen vorbeugen. Dadurch wird Druck auf den Beckenboden ausgeübt, der etwaiges Badewasser aus der Scheide presst. Dies entzieht den Bakterien eine feuchte Nische, in der sie sich vermehren können. Tipps • Die gängigsten Symptome einer Harnblasenentzündung sind ständiger Harndrang, häufiges Wasser lösen (oft nur kleine Mengen Urin), Brennen beim Wasser lösen und Unterleibsschmerzen. • Gesunde junge Menschen sollten bei Anzeichen einer Blasenentzündung viel trinken (zum Beispiel Nieren-Blasen-Tee) und wenn nötig, die Unterbauchschmerzen mit Wärme und/oder mit rezeptfrei erhältlichen Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern. • Tritt innerhalb von zwei Tagen keine Besserung ein oder kommen Warnzeichen hinzu (Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Schüttel- frost, Flankenschmerzen, Übelkeit) sollte ein Arzt konsultiert werden. • Schwangere Frauen, Männer und Menschen mit Immunschwäche oder Diabetes haben ein höheres Risiko, dass sich aus einer Blasenentzündung eine Nierenbeckenentzündung entwickelt. Sie sollten sofort zum Arzt gehen. • Bei der Intimpflege immer von vorn nach hinten reinigen, weil sonst Bakterien vom Darmausgang in Richtung Harnblase befördert werden. • Psyche und Stress können Harnblasenentzündungen begünstigen. • Nach der Menopause sinkt bei Frauen der Spiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Dadurch kann die Schleimhaut dünn und trocken werden, was Harnwegsinfekte begünstigt. Eine lokale Östrogenbehandlung kann bei grossem Leidensdruck helfen. Medbase Apotheken Die Medbase Apotheken sind Teil der Medbase Gruppe. Sie sind Anlaufstelle bei Fragen rund um die Gesundheit und das Wohlbefinden. An knapp 50 Standorten berät das gut ausgebildete und top motivierte Fachpersonal kompetent und ganzheitlich. Kunden profitie-ren von einem umfangreichen Sortiment an Arzneimitteln und Kosmetik. Ausserdem bieten die Medbase Apotheken diverse Dienstleistungen an, wie beispielsweise Diabetes-Check, HerzCheck®, Impfungen, Ohrlochstechen und Reiseberatung. Nach Möglichkeit arbeiten die Medbase Apotheken eng mit den medizinischen Zentren von Medbase zusammen, um dem Kunden eine umfassende medizinische Betreuung zukommen zu lassen. www.medbase-apotheken.ch

Obstruktive Schlafapnoe Wirksame Therapie gegen Erholsamer Schlaf dank Zungenschrittmacher Lautes Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer stören nicht nur den erholsamen Schlaf, sie können auch Symptome einer Obstruktiven Schlafapnoe sein. Das Ärzteteam aus dem Kantonsspital St. Gallen bietet ein umfassendes Therapiespektrum an und setzt auf ein innovatives und wirksames Verfahren – den Zungenschrittmacher. Mit dieser modernen Therapieform kann immer mehr Betroffenen zu gesundem Schlaf verholfen werden. Was ist eine Obstruktive Schlafapnoe (OSA)? Eine OSA ist eine nächtliche Atmungsstörung, bei der es durch eine Verengung im Rachenraum während des Schlafens wiederholt zu verminderter Atmung oder kompletten Atempausen kommt. Insbesondere durch die Gaumenmandeln und/oder die Zunge kann der obere Atemweg eingeengt sein. Die Erschlaffung der Rachen- und Zungenmuskulatur während des Schlafs führt u.a. zum Zurückfallen der Zunge. Dadurch können Engstellen so verstärkt werden, dass der Luftfluss reduziert oder ganz gestoppt wird. Es kommt zu einem Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut als auch zu Aufweckreaktionen (sog. Arousals). Beides bedeutet Stress für den Körper und die Schlafqualität nimmt ab. Woran erkennt man eine OSA und wie wirkt sie sich auf den Alltag der Betroffenen aus? Die OSA ist gekennzeichnet durch lautes, unregelmässiges Schnarchen mit Atempausen. Betroffene bekommen das selbst oft nicht immer mit – die Partnerin/der Partner dagegen schon. Tagsüber kann eine vermehrte Müdigkeit bestehen, teils auch eine erhöhte Einschlafneigung, was bei Sekundenschlaf, beispielsweise im Strassenverkehr, verheerende Folgen haben kann. Durch den nächtlichen Sauerstoffmangel und den damit verbundenen Stress kommt es häufig zu Bluthochdruck, das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag aber auch für viele andere Erkrankungen ist erhöht. Welche Therapiemethoden gibt es? Es gibt viele Therapiemöglichkeiten. Neben Gewichtsnormalisierung gibt es grundlegend drei Methoden, nämlich die nächtliche Maskentherapie, Zahnschienen mit Unterkiefervorschub oder ein chirurgisches Vorgehen. Die Standardtherapie ist die nächtliche Überdruckbehandlung, sog. CPAP (continuous positive airway pressure). Diese Therapie ist sehr wirksam, wird aber oft nicht gut toleriert und deshalb Dr. René Schariatzadeh, Leiter Schlafsprechstunde HNO-Klinik Kantonsspital St. Gallen Dr. Christian Gysin, Oberarzt Schlafzentrum Kantonsspital St. Gallen „Die Bedienung per Knopfdruck ist einfach, die Toleranz gut. So wird die Therapie sehr regelmässig angewendet 2 und die OSA kann fast vergessen werden.“ abgebrochen. In diesen Fällen kann eine Versorgung mittels Schiene oder ein operatives Vorgehen abgeklärt werden. Es gibt verschiedene chirurgische Massnahmen. Die häufigste Operation ist die Entfernung der Gaumenmandeln, eine neuere und sehr wirksame Methode ist die Behandlung mit dem Zungenschrittmacher. Wie funktioniert die Inspire Therapie mit dem Zungenschrittmacher? Der Zungenschrittmacher besteht aus drei Komponenten. Einem kleinen Sensor zwischen den Rippen, welcher das Atemmuster erkennt und an den eigentlichen Schrittmacher weiterleitet. Dieser befindet sich auf dem rechten Brustmuskel, ähnlich wie ein Herzschrittmacher. Er wandelt das Sensorsignal in ein Impulssignal um, das an den Zungennerv gesendet wird. Dadurch kann eine Aktivierung der Zungenmuskulatur erreicht werden. Die Zunge wird also bei jeder Einatmung stimuliert, wodurch sie sich leicht nach vorne bewegt und im Rachen Platz für einen ungehinderten Atemfluss schafft. 90% Wer ist für den Zungenschritt macher geeignet? Bei Betroffenen mit einer mittelbis schwergradigen OSA, welche eine CPAP nicht tolerieren, kann eine Versorgung mittels Zungenschrittmacher abgeklärt werden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass kein starkes Übergewicht besteht (Body Mass Index (BMI) unter 35). Sind die genannten Punkte erfüllt – und der Betroffene motiviert – kann die Implantation eines Zungenschrittmachers eine sehr gute Lösung sein. Die Operation ist risikoarm, die Patienten sind meist nur 2–3 Tage im Spital und rasch wieder erholt. Sehr gute Ergebnisse sind nicht nur durch Studien (Erfolgsrate um 7 5 % 1 ) belegt. Auch unsere Erfahrungen sind sehr positiv. der Bettpartner berichten von keinem oder nur noch leichtem Schnarchen der Betroffenen. 3 94% der Betroffenen geben an, mit der Inspire Therapie zufrieden zu sein. 4 Entdecken Sie die Therapie auf Knopfdruck – die Alternative nach CPAP. 0800 / 555 186 www.InspireSleep.ch Weitere Informationen zur Obstruktiven Schlafapnoe und ihrer Behandlung sowie wichtige Sicherheitsinformationen finden Sie unter www.InspireSleep.ch. Hier erfahren Sie auch, in welchen Kliniken in der Nähe Ihres Wohnorts ein Zungenschrittmacher implantiert werden kann. Sie können auch die Telefon-Hotline unter 0800 / 40 43 00 anrufen. Quellen: 1 Andrea Costantino et al. Sleep Breath. 2020 Jun. „Hypoglossal nerve stimulation long-term clinical outcomes: a systematic review and meta-analysis“ 2 Clemens Heiser et al. The Laryngoscope Volume 130, Issue 5 p. 1333-13 38 „Results of the ADHERE upper airway stimulation registry and predictors of therapy efficacy“ 3 Woodson, B. T. et al. (2018): Upper Airway Stimulation for Obstructive Sleep Apnea: 5-Year Outcomes. In: Otolaryngology - Head and Neck Surgery, Vol. 159(1), S. 194-202. 4 Heiser, C., Steffen, A., Boon, M. et al. (2019): Post-approval upper airway stimulation predictors of treatment effectiveness in the ADHERE registry. In: European Respiratory Journal, Vol. 53(1):1801405.

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