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Nr. 5 / 2021

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Duftende Zierpflanze

Duftende Zierpflanze Diptam (Dictamnus albus) aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae) Die zierliche Pflanze ist hauptsächlich in Südund Osteuropa verbreitet, kommt gelegentlich aber auch in der Schweiz und Deutschland vor. Sie liebt lichte Fichten- und Eichenwälder, die Südschweiz oder felsige Standorte. In der Reifezeit kann sie mit der Nase leicht aufgespürt werden. Die Drüsen ihrer Fruchtstände verströmen einen herrlichen Duft nach Vanille und Zitrone. Doch aufgepasst, die Pflanze ist selten und steht in vielen Ländern unter Naturschutz. Da der brennende Busch schön blüht, lohnt es sich, diesen im eigenen Garten zu pflegen. Allerdings liebt die Pflanze karge, kalkhaltige Böden und viel Sonnenschein. Wer so ein warmes Plätzchen hat, kann sich über den Diptam als Zierpflanze freuen. Weniger geeignet ist er, wenn Kinder im Garten herumtoben, denn die Pflanze sollte nicht berührt werden, da sie phototoxische Stoffe enthält. Kommt jemand mit diesen Inhaltsstoffen in Berührung und setzt anschliessend die Haut den Sonnenstrahlen aus, kommt es zu bösen Verbrennungen. Da dies auch ganz unabsichtlich passieren kann, wird das Hautproblem Wiesengräserdermatitis genannt. Die Pflanze ist randvoll mit flüchtigen ätherischen Ölen. Diese sind teilweise so flüchtig, dass sie sich an warmen Tagen sogar selbst entzünden können. Dieses Phänomen gab ihr den Namen brennender Busch. Ob der in der Bibel erwähnte brennende Busch ein Diptam war, ist allerdings nie nachgewiesen worden. Der brennende Busch in der Bibel hat nämlich 40 Schweizer Hausapotheke 5-2021 Dornen und der Diptam nicht. Jedenfalls enthält die Pflanze ausserordentlich viele verschiedene Inhaltsstoffe und wurde deshalb in früheren Zeiten als Heilpflanze genutzt, wie auch Hildegard von Bingen beschrieb. Pflanzlicher Entkalker Hildegard von Bingen, die berühmte Heilkundige aus dem Mittelalter, empfahl die Diptamwurzel gegen Kalkablagerungen und Versteinerungen. Im menschlichen Körper können sich ganz unterschiedliche Steine bilden. Dazu gehören die äusserst schmerzhaften Gallen-, Blasen oder Nierensteine. Die Verkalkung der Blutgefässe führt zur Mangelversorgung der Organe mit Blut und dem darin enthaltenen Sauerstoff. Die Folgen dieser Zivilisationskrankheit sind zum Beispiel Herz- und Kreislauferkrankungen, Thrombosen oder gar Schlaganfälle. Hildegard von Bingen wusste zwar sehr viel weniger über diese medizinischen Zusammenhänge, aber Steinleiden waren bereits zu ihrer Zeit bekannt. Sie empfahl, die Diptamwurzeln zu pulverisieren und mit etwas Honig vermischt einzunehmen. Das Pulver ist wahrlich eine bittere Medizin, aber offenbar sehr wirksam. Diptampulver kann in Spezialgeschäften gekauft werden. Es wird empfohlen, dieses in Saucen zu mischen, über das Essen zu streuen, als Gewürz der Suppe beizumischen oder über das Butterbrot zu verteilen. So verwendet, ist die Wurzel eher Gewürz als Heilmittel und wird auch so deklariert. Homöopatische Dosen Die Wurzel des brennenden Busches wird heute kaum noch als Heilmittel verwendet. Einerseits fehlen die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit gegen Steinleiden und Arteriosklerose, anderseits gehört die Pflanze heute zu den Giftpflanzen. Da in der Homöopathie mit Verdünnungen gearbeitet wird, sind giftige Inhaltsstoffe kein Problem. Bereits im Mittelalter wurde die Heilpflanze bei Frauenleiden genutzt. In der Homöopathie werden allerdings die Blätter verwendet und oft mit Hirtentäschli oder Frauenmantel gemischt. In der Homöopathie lehnt man sich bis heute an die Weisheit früherer Heilkundiger an, wenn man den Diptam als Mittel gegen Wurmerkrankungen einsetzt. Die Arzneien gegen Magendarmbeschwerden und Blähungen werden aus frischen Blättern zubereitet. Sie werden in Potenzen von D3 bis D6 empfohlen. Das heisst im Herstellungsprozess wird die Urtinktur entsprechend oft verschüttelt und damit verdünnt. Bei dieser Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Judith Dominguez ist Diplom-Biologin, Pflegefachfrau HF und diplomierte interdisziplinäre Gerontologin.

Was uns besser denken lässt Ob wir bis ins hohe Alter geistig fit bleiben, hängt grösstenteils von den Genen ab. Aber auch eine ausgewogene Ernährung hilft, das Gehirn leistungsfähig zu halten. Sie könnte die Welt gar zu einem friedlicheren Ort machen. Studien belegen nicht erst seit gestern, dass eine ausgewogene Ernährung das Gehirn mit Energie und den nötigen Nährstoffen versorgt. Auch gibt es Lebensmittel, welche die Leistungsfähigkeit unseres Denkapparates gar steigern. Gleichwohl reicht es nicht, täglich ein paar Nüsse oder Vollkornbrötchen zu essen, um schlauer zu werden. Aber eine angemessene und abwechslungsreiche Ernährung hält unsere grauen Zellen definitiv in Schwung. Ernährung fördert Hirnleistung Genauso wie unser Körper altert das Gehirn. Bereits ab der Lebensmitte baut es ab. Kognitive Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Lernfähigkeit, Sprachvermögen oder das Handeln, aber auch Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden langsam weniger. Ernährt sich der Mensch ungesund und fordert die grauen Zellen nicht, beschleunigt dies den Abbau zusätzlich. Kehrt man die Geschichte um, kann gesundes Essen diesem Prozess entgegenwirken. «Ernährungsfachleute sind sich einig, dass eine ausgewogene, den individuellen Bedürfnissen und der Lebenssituation angepasste Ernährung entscheidend für eine gute Hirnleistung ist», bestätigt die Ernährungsberaterin Barbara Richli.* «Klinische Studien belegen, dass diese dazu beitragen kann, das Risiko für krankhafte Veränderungen des Nervensystems wie Depressionen, Schlaflosigkeit, Parkinson, ADHD, Psychosen, Autismus oder Demenz zu reduzieren.» Auch verbessere ein gesunder Ernährungs- und Lebensstil neben der Hirn- die Herzfunktion und verringere das Risiko für ernsthafte Erkrankungen einschliesslich Schlaganfall, Diabetes Typ 2 oder Alzheimer. Nichtsdestotrotz spielt bei der Hirngesundheit der individuelle sowie genetische Bauplan die Hauptrolle. Hoher Energiebedarf Unser Gehirn macht lediglich zwei Prozent des Körpergewichts aus, wiegt also rund eineinhalb Kilogramm. Trotzdem verbraucht es 20 bis 25 Prozent unseres täglichen Energiebedarfs. Da der Denkapparat keine Energie speichern kann, ist er auf eine regelmässige Nährstoffzufuhr angewiesen. «Das Gehirn braucht diese für den Aufbau und die Reparatur der Zellen, um Hormone und Botenstoffe, aber auch kognitive Prozesse und die Emotionen zu steuern», erklärt Barbara Richli. Bleibt die nötige Energiezufuhr aus, können Gedächtnis- und/oder Konzentrationsstörungen, aber auch Müdigkeit die Folge sein. Ernährungsfachleute wie Barbara Richli empfehlen, dem Körper komplexe Kohlenhydrate, die in stärkehaltigen Vollkornprodukten wie Brot, Teigwaren, Reis oder Hülsenfrüchten enthalten sind, gehaltvolle Proteine aus Fisch, magerem Fleisch und Milchprodukten, mehrfach gesättigte Fettsäuren wie Omega-3 oder Omega-6, die in fettem Fisch, Lein-, Raps-, Hanf- oder Baumnussöl, Nüssen, Geflügel, Eiern oder Avocado vorkommen, zuzuführen. Ebenfalls wichtig für Körper und Gehirn sind Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die wir für gewöhnlich über eine ausgewogene Ernährung ausreichend zu uns nehmen. Früchte und Obst enthalten neben Vitaminen und Mineralstoffen sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Diese schützen die Zellen vor gefährlichen Radikalen, die als Abfallprodukte des Stoffwechsels entstehen. Vitamin C und Vitamin E sind bekannte, in Früchten und Gemüse enthaltene Antioxidantien. Geschätzte Länderküchen «Zu den Ernährungsformen, welche die geistige Gesundheit besonders begünstigen, gehören die mediterrane und die traditionelle japanische Küche», sagt Barbara Richli. «Beiden ist gemein, dass sie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Fisch, Meeresfrüchte und geringe Mengen an magerem Fleisch und Milchprodukten enthalten.» Auch weisen diese Länderküchen kaum raffinierte, kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf, die 2-PHASEN ALOE VERA SHAKE DIE 2-PHASEN INNOVATION SHAKE IT! BEI STRAPAZIERTER HAUT NEU Schweizer Hausapotheke 5-2021 41

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