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Nr. 5 / 2021

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DREI JAHRZEHNTE VOLLER

DREI JAHRZEHNTE VOLLER GESUNDHEIT Vor genau 30 Jahren kaufte ein Berner Verleger die Zeitschrift «Schweizer Hausapotheke», die damals bereits seit 62 Jahren auf dem Schweizer Markt war. Eine ehemalige Kindergärtnerin aus Basel hauchte damals mit dem Verleger zusammen dieser Gesundheitszeitschrift neues Leben ein … 1991 lag Lara Gut-Behrami noch in den Windeln, die Leiche eines Mannes wurde entdeckt, den alle fortan «Ötzi» nennen sollten, und Arnold Schwarzenegger grüsste sein Kinopublikum mit den Worten «Hasta la vista, Baby!» Das ist jetzt 30 Jahre her, geht es mir durch den Kopf, während ich mich auf das Interview vorbereite. Wie die Zeit vergeht. Zum Jubiläum nimmt mich Sylvia Felber mit auf eine beeindruckende Zeitreise. Aber lesen Sie selbst. Sylvia, vor 30 Jahren hat Christoph Tschan die Schweizer Hausapotheke übernommen und dir die Redaktionsleitung übergeben. Du hast sie massgeblich geprägt. Was löst das in dir aus? Das löst bereits sehr nostalgische Gefühle in mir aus. Im Zusammenhang mit diesem Jubiläum kommt mir wieder sehr viel in den Sinn. Christoph Tschan hat mir damals die Zeitschrift auf den Tisch gelegt und gesagt: «Mach etwas daraus». Damit war mein Ehrgeiz geweckt und meine neue Aufgabe prägte künftig meinen Alltag, nein, eigentlich mein ganzes Leben. Es war Knochenarbeit, die mich leider manchmal auch an den Rand meiner Kräfte führte. Damals war die Konkurrenz sehr gross. Die Zeitschrift «Optima» war führend auf dem Gesundheitsmarkt und die Schweizer Hausapotheke war mit ihren 16 Seiten Umfang nicht mehr so gefragt. Unsere Vision und das nötige Herzblut verlieh uns damals Flügel. Der Umfang stieg stetig. Nach ein paar Jahren kletterte er auf 128 Seiten. Rückblickend kann ich stolz sagen, dass es unsere «gesunde Lektüre» bis heute gibt und sie immer noch mit viel Freude produziert wird. Erzählst du uns von den Anfangsjahren? Die Technik steckte damals noch in den Kinderschuhen. Wenn ich sie mit heute vergleiche, frage ich mich, wie wir in den Anfängen in einem kleinen Team so viel leisten konnten. Etwa ein Jahr lang arbeitete ich in meinem Wohnzimmer und schrieb meine Texte auf einer alten Schreibmaschine – meistens in Nachtschichten. Um die Akzeptanz am Markt zu stärken, begleitete ich Christoph Tschan anfangs bei Kundenbesuchen. Es war eine anstrengende, aber sehr interessante Zeit für mich. Leider blieb dadurch meine eigentliche Arbeit liegen, die ich dann eben oft spät abends in Angriff nehmen musste. Ich wuchs mit der Schweizer Hausapotheke und sie mit mir. Ich musste damals ein ganzes Team an freischaffenden Journalisten aufbauen. Ganz viele begleiten mich heute noch. Ich besuchte Pressekonferenzen und interviewte schon damals interessante Menschen und ich liebte meinen Beruf und die verantwortungsvolle Aufgabe. Das ist heute noch so. Was war es für ein Gefühl, als du die erste Zeitschrift in deinen Händen hieltst? An diesen Tag erinnere ich mich, als ob er gestern gewesen wäre. Christoph Tschan legte mir die erste Ausgabe auf den Tisch und sagte: «Merci vielmoll.» Mittlerweile sind über 250 Ausgaben in zwei Sprachen erschienen und viele Spezialausgaben haben wir ebenfalls produziert. Was sich nicht verändert hat, ist das Gefühl, wenn wieder eine Ausgabe in Druck geht: Ich spüre viel Freude, viel Herzblut und auch Dankbarkeit, dass ich diese Zeitschrift betreuen darf und sie von vielen Menschen geschätzt wird. Wie hat sich deine Arbeit seither verändert? Natürlich dreht sich das Rad der Zeit immer weiter und neue Technologien halten Einzug. In diesen 30 Jahren hat sich auf der Produktionsebene sehr viel verändert. Viele Berufe sind verschwunden. Die Grafiker*innen und Journalist*innen mussten sich frühzeitig an den Computer gewöhnen. Wir kontrollieren heute vor der Drucklegung keine vierfarbigen Filme mehr, sondern schicken alles per Mausklick in die Druckerei. Zu erzählen, was sich in den vergangenen 30 Jahren rein von der Technik her gewandelt hat, würde diesen Rahmen sprengen. Der Fortschritt hat für mich auch eine negative Seite: Trotz vielen Erleichterungen ist es heute sehr viel hektischer und oberflächlicher geworden. Viele Kontakte finden fast nur elektronisch statt. Telefoniert wird fast nicht mehr. Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus? Ich trage immer noch die Verantwortung für die Redaktion und die Produktion der Zeitschrift. Das beinhaltet viele kleine und grössere Arbeitsabläufe, die gut koordiniert werden müssen. Diese Arbeit hat sich vom Inhalt her in den drei Jahrzehnten nicht verändert. Wichtig ist, dass alle den Drucktermin kennen und dieser eingehalten werden kann. Der grösste Teil meiner Arbeit macht mir nach wie vor Spass und ich bezeichne ihn auch als kreativ. Daneben gibt es auch Aufgaben, die reine Fleissarbeit sind, aber auch gemacht werden müssen. 6 Schweizer Hausapotheke 5-2021

Die Produktion ist immer mit Deadlines verbunden. Wie gehst du mit Druck um? Wie in jeder Redaktion gibt es auch bei uns hektische Zeiten – vor allem wenn der Drucktermin naht. Hier ist auch ein gutes Teamwork wichtig. Mit wenigen Ausnahmen haben wir es in den letzten 30 Jahren geschafft, die Zeitschrift pünktlich der Druckerei zu übergeben. Wir sind ein eingespieltes Team, das trotz Hektik in der Regel die Nerven nicht verliert und weiss, was zu tun ist. Ich danke an dieser Stelle meinem ganzen Team für die grosse Arbeit, die immer und immer wieder geleistet wird. Was mich in den vergangenen Jahren immer wieder belastet und müde gemacht hat, sind meine Ferien, dich ich nie über eine längere Zeit geniessen konnte. Über diese lange Zeit spüre ich deshalb eine Müdigkeit, denn mehr als zehn Tage am Stück, wenn überhaupt, lagen nicht drin. Die Produktionen liefen weiter. Was bedeutet dir Familie? Als Familienmensch ist sie für mich ein wichtiger Pfeiler. Mein Team war immer sehr klein, deshalb war es aufwendig, die «gesunde Lektüre» zu produzieren. Damit meine Familie nicht zu kurz kam, habe ich meine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt. Die Schweizer Hausapotheke war lange nicht nur am Arbeitsplatz «das» zentrale Thema. Sie hat mein Leben bestimmt. Ich musste erst lernen, Arbeit und Privates voneinander zu trennen. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Es verstrichen einige Jahre, bis ich am Wochenende und in den spärlichen Ferien abschalten konnte. Heute funktioniert es ganz gut. Bleibt dir überhaupt noch Freizeit bei dieser intensiven Arbeit? Wie bereits erwähnt, musste ich lernen, abzuschalten und auch an mich zu denken. Jetzt, wo meine Kinder erwachsen sind, nehme ich mir Zeit für meine Hobbys oder pflege Freundschaften – ganz ohne schlechtes Gewissen. Wie tankst Du Energie? Ich bin ein vielseitig interessierter Mensch. Meine Ferien verbringe ich am liebsten im Tessin. Die Sonnenstube der Schweiz liebe ich, weil ich Palmen, Berge und die Seen geniessen kann. Zudem liebe ich die Sprache und das mediterrane Ambiente der Südschweiz. Ich fotografiere gerne und halte so das auf meinen Streifzügen Gesehene fest. Während des Lockdowns genoss ich den Garten, der mir mit dem blühenden Flieder, den Tulpen, Glyzinien und Hortensien als Wohlfühloase und Energiequelle diente. Auch Lesen und Stricken füllen meinen Energiespeicher immer wieder. In den vergangenen Jahren hast Du zahlreiche Interviews geführt. Welche Interviewpartnerin oder welcher -partner ist Dir prägend in Erinnerung geblieben und weshalb? Mir war und ist es wichtig, mit der Schweizer Hausapotheke ein breites Spektrum an Themenfeldern abzudecken. Viele spannende Menschen schenkten mir ihre Zeit, Original Dr. Andres Wallwurzsalbe Bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 5-2021 7

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