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Nr. 5 / 2021

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wie zum Beispiel Kurt

wie zum Beispiel Kurt Aeschbacher, Fabian Zbinden, Christian Gross, Julia Onken, Allen Guggenbühl, Erni Maissen, Martin Skalsky. Besonders berührt war ich von Ruth-Maria Kubitscheck, die ich in ihrem Zuhause besuchen und einen Blick in ihren berühmten Garten werfen durfte. Auch Uschi Glas, die ich in München zu ihrem Herzensprojekt «brotZeit e.V.», einem gemeinnützigen Verein, der deutschlandweit, Kinder an Grund- und Förderschulen täglich mit einem Frühstück versorgt, befragen durfte, war darunter und zog mich in ihren Bann. Es waren so viele und eindrucksvolle Menschen darunter. Es ist ein Schatz an Begegnungen und unvergesslichen Momenten, den ich aus den letzten 30 Jahren in mir trage. Was ist das Geheimrezept der Schweizer Hausapotheke? Meiner Meinung nach muss man mit dem Herzen an eine Sache herangehen. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Herzblut, das in jede Ausgabe fliesst, für unsere Leserschaft spürbar ist. Die Schweizer Hausapotheke deckt ein breites Spektrum an Alltagsthemen ab. Ich bin überzeugt, dass für jede Frau und jeden Mann mindestens ein Thema pro Ausgabe dabei ist, dass sie/ ihn anspricht. Mir ist es wichtig, anhand von aktuellen Beiträgen Prävention und Aufklärung unter anderem in Sachen Gesundheit, Beziehung, Erziehung, Partnerschaft oder Ökologie zu fördern. Deshalb ist die Schweizer Hausapotheke eine «gesunde Lektüre». Ebenso ist mir wichtig zu erwähnen, dass es sich bei den Beiträgen um exklusive Erstveröffentlichungen handelt. Das war und ist ein wichtiger Teil meiner Philosophie. Im Fussball singen Fans: «You never walk alone!». Wie wichtig sind dir die freien Mitarbeiter*innen, die dich seit Jahren begleiten? Ohne sie geht es nicht. Sie sind seit Jahren mit im Boot und ich kann mich auf sie verlassen. Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Auch deshalb bin ich sehr stolz auf das ganze Team. Du bezeichnest dich als Heimweh-Baslerin. Wie muss ich das verstehen? Es ist nicht einfach, dieses Gefühl zu beschreiben. Ich bin in Basel aufgewachsen und meine Kinder kamen am Rheinknie zur Welt. Ich rede immer noch Baseldeutsch und kein Berndeutsch. Dass ich kein YB-Fan bin, verschweige ich lieber. Das Heimweh ist am schlimmsten, wenn in Basel die Fasnacht pünktlich um vier Uhr morgens mit dem «Morgestraich» beginnt oder die Herbstmesse ansteht. Leider hatte ich in den vergangenen Jahren nicht oft Zeit, meine Heimat zu besuchen, einen FCB-Match vor Ort zu geniessen oder in die Fasnacht einzutauchen. Vielleicht verstehen nur Basler*innen, was ich jetzt genau meine. Neben dem Editorial schreibst du auch regelmässig den «Blickpunkt». Ideen sind gefragt. Gehen sie dir nicht aus? Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, schaue fern, lese viel und interessiere mich für das, was um mich herum passiert. Sicher gehört auch ein Quäntchen Glück dazu. Vielleicht liegt es auch an meinem ursprünglich erlernten Beruf. Kindergärtner*innen gehen in den seltensten Fällen die Ideen aus. Kreativität und immer wieder neue Ideen zu haben, ist wohl eine Begabung, die mir in die Wiege gelegt worden ist. Von dieser profitierte ich damals als Kindergärtnerin und heute als Redaktionsleiterin. Hast du schon Pläne für die Zeit «nach» der Schweizer Hausapotheke? Du meinst, wenn ich pensioniert bin? Das geht nicht mehr allzu lange … Klar habe ich mich damit auseinandergesetzt. Ich möchte Zeit mit meiner Enkelin verbringen, Italienisch lernen, ein Kinderbuch schreiben, Fotobücher gestalten, Ausflüge machen, Museen besuchen und viele Bücher lesen. Wie hat sich dein Arbeitsalltag während der Pandemie verändert? Als kommunikativer Mensch fehlt mir durch das Homeoffice der tägliche Austausch am Arbeitsplatz. Leider sind die Arbeitsprozesse, auch mit den unzähligen technischen Hilfsmitteln, länger und komplizierter geworden. Aber ich bin dankbar, dass wir immer arbeiten konnten und die Schweizer Hausapotheke auch weiter erschienen ist. Trotz der Schwierigkeiten, die das Homeoffice mit sich bringt, sehe ich die Pandemie durchaus auch als Chance. Ich beobachte, dass viele Menschen von Demut und Dankbarkeit reden und hoffe, dass wir gestärkt aus dieser Zeit kommen werden. Wie war es für dich, für einmal nicht selbst ein Interview zu führen, sondern interviewt zu werden? Ich sage es mit den Worten von Kurt Aeschbacher, ihn durfte ich auch interviewen: «Ich ziehe es vor, andere Menschen zu befragen, als befragt zu werden.» Dennoch war es eine schöne Erfahrung, dass ich einmal die Rollen tauschen konnte … HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM JUBILÄUM, SYLVIA. «YOU NEVER WALK ALONE!» Hakan Aki arbeitete seit 2015 freischaffend für diverse Lokalzeitungen. Zum Buch: «Sportunternehmen gründen und führen» steuerte er einen Autorenbeitrag bei. www.hakan-aki.com 8 Schweizer Hausapotheke 5-2021

Die Homöopathie hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Was macht diese weit verbreitete Alternativ-Methode so beliebt, und wie funktioniert sie überhaupt? Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, lebte um 1800 in Deutschland. Er war von Beruf sowohl Arzt, Chemiker, Apotheker, Übersetzer und Schriftsteller und verdiente sein Geld lange Zeit mit den Übersetzungen von medizinischen Schriften. Diese waren es auch, die ihn auf die Spur der Homöopathie brachten. Die meist schulmedizinischen Versuche und Schriften, welche er übersetzte, stifteten ihn zu Selbstversuchen an, so unter anderem zum berühmten Versuch mit der Chinarinde, welchen er um 1790 machte. Während der Übersetzung der Arzneimittellehre des Schotten William Cullen zweifelte er die rein magenstärkende Wirkung des Malariamittels an und versuchte dieses gleich selber an sich aus. Der gesunde Hahnemann litt nach der Einnahme von Chinarinde unter den Symptomen der Malaria, was in ihm die Vermutung hervorrief, die Heilwirkung von Chinarinde könne auf ihrer Fähigkeit beruhen, vergleichbare/ähnliche Symptome hervorzurufen. Das Ähnlichkeitsprinzip ist nun auch die Grundlage dieser Heilmethode. Heilung auf sanften Sohlen Wie funktionierts? «Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt», ist der wichtigste und namengebende Grundsatz der Homöopathie. Homöopathie heisst vom Griechischen ins Deutsche übersetzt denn auch «ähnliches Leiden». Das entscheidende Auswahlkriterium für ein homöopathisches Arzneimittel ist, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann wie die, an denen der Kranke leidet. Genau das Prinzip also, welches Hahnemann mit der Chinarinde erfahren hat. Der Patient bekommt das ausgewählte Mittel in möglichst niedriger Dosis und auf spezielle Art zubereitet, in «potenzierter» Form. Das homöopathische Arzneimittel soll nun nicht ein bestimmtes Leiden heilen, sondern beeinflusst den Menschen als Ganzes. Die Ganzheitlichkeit ist auch ein weiterer Grundsatz der Homöopathie. Das Ziel ist, mittels der verabreichten Arznei den Organismus zu einer Selbstheilung anzustossen. Die körpereigenen Kräfte werden stimuliert, und der Patient soll eine rasche Besserung seines Gesamtzustandes verspüren. Wie wirds hergestellt? Homöopathische Arzneimittel herzustellen, wie es Samuel Hahnemann in seinen vielen Schriften niedergeschrieben hat, hat viel mit Handarbeit zu tun. Die Arzneimittel tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ur- sprungs werden schrittweise in Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und dabei stark verdünnt, sodass oft von der Ausgangssubstanz nichts mehr nachweisbar ist. Gemäss der homöopathischen Lehre ist es nicht die Substanz, die die Wirkung vollbringt, sondern die Information, welche ein Stoff mit sich trägt. Zudem kann durch Verdünnung der Substanz die unerwünschte Nebenwirkung minimiert werden. Gerade bei Substanzen wie Tollkirsche oder Schlangengift ist diese Tatsache nicht unwichtig. Einzel- oder Komplexmittel? Die klassische, strenge Homöopathie geht davon aus, dass für jeden Zustand, jede Krankheit ein einziges Mittel ausreicht, welches die Beschwerden lindert. Dieses muss gesucht und gefunden werden. Bei einem ausgebildeten Homöopathen kann eine Befragung (Anamnese) bis zu zwei Stunden dauern, um den Gesamtzustand eines Patienten zu erfassen. Danach wird das entsprechende Einzelmittel gesucht und dem Patienten verabreicht. Für akute Probleme kann man sich mit genügend Erfahrung und/oder guter Literatur bald einmal selber behandeln. Viele Drogerien und Apotheken führen ein gutes Sortiment an Einzelmitteln und können auch die entsprechenden Tricks und Tipps bei der Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln weitergeben. Nun gibt es auch noch die sogenannten Komplexmittel. Diese sind hervorragend geeignet, wenn sich jemand noch nicht so gut mit Homöopathie auskennt und trotzdem erste Erfahrungen sammeln will. Diese Mittel sind meist mit der sogenannten «Indikation» (dem «Problem», wie zum Beispiel Sinus-Globuli bei Sinusitis oder Fliessschnupfen Globuli bei entsprechendem Schnupfen) bezeichnet. Sie vereinen drei bis fünf Einzelmittel, welche am häufigsten bei dem angezeigten Problem verwendet werden. Nun kann es sein, dass bei einer Sinusitis nur gerade eines der vier beinhalteten Mittel auf das Problembild des Patienten passt; alleine hätte er genau das Mittel jedoch vielleicht nicht herausgefunden. Gerade auch bei den kleinsten Patienten, den Babys und Kindern, sind Komplexmittel sehr beliebt, da die kleinen Geschöpfe oft noch nicht sagen können, wo und was ihnen genau Beschwerden bereitet. Wer verwendet Homöopathie? Viele Frauen kommen das erste Mal mit Homöopathie in Kontakt, wenn sie schwanger werden und ihre gewohnten Arzneimittel nicht mehr einnehmen dürfen. Es sollte nun auf eine schonende, natürliche Behandlungsmethode zurückgegriffen werden, und hier ist die Homöopathie prädestiniert. Wer dann bei sich selber und seinen Kleinsten positive Erfahrungen mit der sanften Heilmethode gemacht hat, der wird so schnell nicht mehr in die Chemie- Kiste greifen. Inzwischen hat sich in der Schweiz eine grosse Fangemeinde gebildet, welche sogar die Haus- und Nutztiere homöopathisch behandelt. Viele Tierärzte schwören sowohl beim grossen Viehbestand in der Landwirtschaft sowie beim Hauskätzchen auf die homöopathischen Tropfen oder Globuli. Und wer nun sagt, Homöopathie helfe nur, wenn man daran glaubt … bei dem sollte spätestens der letzte Abschnitt Fragen aufwerfen …! Urs Tiefenauer Schweizer Hausapotheke 5-2021 9

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