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Nr. 6 / 2020

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Uraltes Wissen einem

Uraltes Wissen einem ganz neuen Lebenszyklus. Ich lernte Dieter Berweiler kennen, der eine grosse Gärtnerei hatte. Ihn bat ich um eine kleine Ecke auf dem grossen Areal, um meine eigenen Teekräuter anzubauen. Das war mein Herzenswunsch. Ich wollte eigentlich hundert Quadratmeter, und er hat dann eine halbe Hektare Land bepflanzt. Das war der Start für die eigene Teeproduktion. Ab 2002 war ich jeden Tag auf den Feldern und im Gewächshaus, habe mich mit den Pflanzen beschäftigt und ihnen zugehört. Sie haben mich als mein ganz grosser Lehrer an die Hand genommen. So begann der intensive Lebensweg mit den Pflanzen und der Erde. Ist Hildegard von Bingen ein Vorbild für dich? Hildegard von Bingen fasziniert mich ohne Ende. Ich war schon im Kloster und auf dem Friedhof, wo sie ruht, und habe mir das alles angeschaut. Ich bekomme jetzt, wenn ich dir davon erzähle, wieder Gänsehaut. Ich finde es absolut grossartig, was diese Frau in die Welt gebracht hat und ihr Wissen bis zum heutigen Tag erhalten blieb. Es gibt sehr viele Menschen, die nach ihren Rezepturen leben und sich ernähren. Ihr Schaffen fasziniert mich sehr, aber ihre Rezepturen verwende ich ganz selten. Die gelernte Drogistin Christel Ströbel befasst sich seit langer Zeit mit Wild- und Gartenpflanzen. Sie stellt aus diesen Schätzen natürliche Heilmittel her. Streifzüge durch die Natur gehören ebenso dazu wie liebevolle Zuwendung und viel Geduld. Pflanzen zu verarbeiten ist eine Lebenseinstellung: sich auf die Ruhe und Stille einzulassen. Es gibt kein Gestern und kein Morgen, sondern nur das Jetzt. Hektik und Ungeduld haben keinen Platz. Die Natur gibt das Tempo vor – alles hat und benötigt seine Zeit. Für ihre Heilmittel verwendet sie zum Beispiel keinen Mixer, sondern mörsert ein Brennnesselsalz. Dieses Salz bereichert feines Essen und ist ewig haltbar. Der Prozess dauert und wirkt auf die Kräuterfrau immer wieder wie eine Meditation. Diese Hingabe fliesst in das Endprodukt ein und veredelt es zusätzlich. Wer Christel Ströbel kennt, kann bestätigen, dass sie gegenüber der Natur eine bewundernswerte Ruhe und Hingabe ausstrahlt. Ich habe Christel Ströbel per Zoom in ihrem Zuhause besucht und viele interessante Antworten auf meine Fragen erhalten. Christel, deine Arbeit ist Handwerk und Kunst zugleich, weshalb? Handwerk ist für mich alles, was mit den Händen entsteht und wo keine Maschine die Arbeit übernimmt. Handwerk gab es schon im Mittelalter. Kunst ist es, wenn man das Eigene reinbringt und aus dem Herzen heraus etwas erschafft. Das Herstellen von Pflanzenheilmitteln ist, mit dem Herzen und mit den Pflanzen verbunden zu sein. So hat das Produkt eine ganz andere Schwingung oder Energie, als wenn tonnenweise Pflanzen durch eine Maschine geerntet werden. Die Inhaltsstoffe sind gleich, aber die Schwingung ist spürbar anders. Wann und warum hast du dich auf den Weg mit den Pflanzen begeben? Das begann in der zweiten Lebenshälfte, mit Dann hast du dich auf deinen Weg begeben und erschaffst deine eigenen Rezepturen? Ja, das ist so. Für mich sind Pflanzen genauso individuell wie wir Menschen. Wenn zum Beispiel zwei Menschen zu mir kommen und über Magenschmerzen klagen, dann spüre ich durch das Energiefeld ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn mich Menschen darum bitten, ist es für mich die Erlaubnis, näher hinzuschauen. Bei Magenschmerzen liegt die Ursache eigentlich immer im seelischen Bereich. Wenn ein Mensch sehr viel Stress im Alltag hat, dann kommt oft die Schafgarbe zum Einsatz. Liegen die Ursachen bei schlimmen Ereignissen oder Trauer, die auf den Magen schlagen und nicht mehr verdaubar sind, empfehle ich meist die Kamille. Was fasziniert dich an deiner Tätigkeit am meisten? Mich fasziniert, dass ich mein Wissen über die Pflanzen und deren Heilkraft täglich erweitern kann und selbst ihre Wirkung erfahren habe. Für mich ist es nicht eine Arbeit im eigentlichen Sinn. Es ist Liebe und Begeisterung und dass ich mein Liebstes zu meinem Beruf machen konnte. Ich arbeite dort, wo andere Ferien machen; und es berührt mich, sie zu begleiten und Interessierte in die Welt der Pflanzen zu führen – zurück zu ihrem Ursprung. Es ist für mich eine Art Rückbesinnung zu etwas Uraltem. 6 Schweizer Hausapotheke 6-2020

Du gehst mit den Pflanzen sehr behutsam um. Weshalb ist das für dich wichtig? Ich habe mir nie bewusst vorgenommen, zart zu den Pflanzen zu sein. Ich bin einfach so. Auf meinen Streifzügen streiche ich sehr gerne ganz fein über die Pflanzen. So bin ich in der Berührung mit ihnen und der Erde. Es ist so etwas Kostbares, das ich einfach dankbar streicheln muss. © Fotos: zvg «Die Natur hat ihren eigenen Plan.» Wirkt wie eine Meditation: Mörsern eines Brennnesselsalzes. Du verwendest zum Schneiden der Pflanzen immer ein Keramikmesser. Weshalb? Ich kann es wissenschaftlich nicht genau erklären, aber es ist so: Wenn du zum Beispiel einen Bioapfel mit dem Keramikmesser halbierst, dann wird er normalerweise erst nach ein paar Stunden bräunlich. Schneide ich einen Apfel mit einem Metallmesser auf, tritt die Verfärbung nach ein paar Minuten ein. Die Metallionen, die beim Schneiden in das Fruchtfleisch gelangen, verändern diese Oberfläche. So geschieht es auch beim Schneiden der Pflanzen. Das Keramikmesser lässt das Geschnittene so, wie es ist; für mich ein entscheidender Grund, nur mit einem Keramikmesser zu arbeiten. Wäschst du keine Pflanze, die du verarbeitest? Das wird oft empfohlen. Ich mache es nicht. Viele ätherische Öle sitzen bei der Pflanze ganz an der Oberfläche. Wenn ich die jetzt wasche oder sogar schrubbe, geht ganz viel Gutes verloren. Das macht für mich keinen Sinn. Deshalb sollte man auch nie nach einem Regen ernten. Man sollte warten, bis alles gut abgetrocknet ist, am besten einen ganzen Tag. So hat die Pflanze alles wieder aufgefüllt, dehnt sich wieder aus und die Wirkstoffkonzentration ist wieder an der Oberfläche. Waschen ist deshalb schade. Eine Ausnahme bilden Wildkräuter, die man direkt isst. Als ordentliche Kräuterfrau müsste ich sagen: Alle Kräuter sorgsam waschen. Ich selbst tue dies nicht, aus schon genannten Gründen. Mich fasziniert dein Einsatz von Spitzwegerich. Erzähl uns von ihm. Der Spitzwegerich wächst fast überall. Er Prellungen, Lindert Verstauchungen und Quetschungen. Original DR. ANDRES Wallwurz Salbe Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 6-2020 7

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