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Nr. 6 / 2021

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GEMMOTHERAPIE Rubus

GEMMOTHERAPIE Rubus fruticosus Brombeerstrauch Der Brombeerstrauch hat eine helle und eine dunkle Seite: Er versorgt uns mit gesunden, süss-aromatischen Früchten, doch sein unbändiges Wachstum kann Gartenliebhaber zur Verzweiflung treiben. Der Brombeerstrauch strotzt vor überschäumender Vitalität: Erreicht er ein Geäst oder einen Strauch, nutzt er seine gekrümmten Stacheln wie Steigeisen, um daran emporzuklettern. Findet er keine Kletterunterlage, bildet er bis drei Meter lange bogenförmige Triebe, die, sobald sie den Boden berühren, Wurzeln schlagen. Als Pionierpflanze erobert er auf diese Weise freigewordene Flächen nach Sturmschäden oder Holzschlag und bildet undurchdringliche Dickichte. Auf gleiche Weise überwuchert er aber auch vernachlässigte Gärten. Sein überbordendes Wachstum lässt sich dann nur unter schweisstreibender Arbeit wieder in geordnete Bahnen lenken. Früher gab es den magischen Brauch des Brombeerkriechens. Dieses galt als Therapie für fast alle Lebenslagen; Überholtes sollte abgestreift werden und im Dornenbusch hängen bleiben. Ein zerstrittenes Paar etwa sollte wieder zu Harmonie finden, wenn es dreimal gemeinsam unter einem Brombeerbogen durchgekrochen war. Kinder, die lange nicht laufen lernten, mussten ebenfalls dreimal unter einer Brombeerranke durchkriechen. Der Brauch wurde bei allen möglichen Krankheiten und bösen Zauber eingesetzt, die so in der Pflanze hängen bleiben sollten. Brombeerbüsche um das Haus herum galten zudem als Mittel gegen böse Geister; diese würden sich darin verheddern, so glaubte man. Brombeerranken über der Stalltüre aufgehängt sollten auch das Vieh vor Verhexung schützen. Schwierige Verwandtschaftsverhältnisse Botanisch gehört die Brombeere zu den Rosengewächsen. So weit ist die Verwandtschaft klar. Doch dann wird es kompliziert: Unter der Bezeichnung «Echte Brombeere» (Rubus fruticosus) wird eine Vielzahl von Unter- und Regionalarten zu einem sogenannten Aggregat zusammengefasst. Dazu kommen Hybriden zwischen diesen verschiedenen Arten, ja sogar Mehrfachhybriden, die gestandene Botaniker das Grauen lehren. Brombeeren bilden sogar Samen ohne Befruchtung, die auswachsen 24 Schweizer Hausapotheke 6-2021 und Klone der Mutterpflanze bilden. Eines ist aber beruhigend: Alle Brombeeren sind ungiftig, sodass man auf dem Waldspaziergang getrost davon naschen kann. Rund 100 Insektenarten, darunter auch 30 Schmetterlinge, nutzen die Blätter, Blüten oder Früchte als Nahrungsquelle. Brombeerdickichte sind wertvoll, bieten sie doch Vögeln wertvollen Lebensraum und Nahrung. Verschiedene Kleinsäuger wie Haselmaus und Eichhörnchen gehören ebenfalls zu den Brombeerliebhabern. Bereits den Steinzeitmenschen dienten die Beeren als Nahrung, wie Ausgrabungen steinzeitlicher Lagerplätze zeigen. Die Beeren sind nicht nur fein, sondern auch gesund. Sie enthalten viel augenstärkendes Provitamin A, blutbildendes Eisen, Magnesium für Muskeln und Nerven und Mangan, das Knochen und Bindegewebe stärkt. Dazu enthalten sie zellschützende Anthocyane, B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E. Wertvolle Früchte und Blätter Auch die Blätter werden genutzt. Getrocknet ergeben sie einen feinen Tee, fermentiert erinnert der Geschmack an Schwarztee. In den Blättern finden sich Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, organische Säuren, Triterpene. Hippokrates empfahl die Blätter als heilende Wundauflage. Der Tee ist ein bewährtes Hausmittel bei Durchfallerkrankungen, Entzündungen von Mund und Rachen und zur Kräftigung des Zahnfleischs. Hildegard von Bingen setzte die Blätter bei Lungenleiden und Husten ein. Die Volksmedizin nutzte sie ebenfalls bei Atemwegserkrankungen, aber auch bei Blinddarmreizung, Hautausschlägen und Diabetes. Diese Wirkung wurde von neueren Studien bestätigt und wird weiter erforscht. In der Gemmotherapie werden die sich öffnenden Knospen des Brombeerstrauches verwendet. Das Knospenmazerat stärkt das Lungengewebe, verbessert den Gasaustausch und damit die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. So wirkt es auch als Stärkungsmittel, denn eine optimale Sauerstoffversorgung ist unabdingbar für Wohlbefinden und Vitalität. Das Knospenmazerat der Brombeere hilft bei chronischen Lungenerkrankungen, Bronchitis und Asthma, wobei es oft mit den Knospenmazeraten von Haselnuss und Schwarzer Johannisbeere kombiniert wird. Das zweite grosse Anwendungsgebiet sind die Knochen. Das Knospenmazerat der Brombeere regt die knochenbildenden Zellen an. Es lindert rheumatische Beschwerden, hilft bei Arthrose von Knie- oder Hüftgelenken, beschleunigt die Heilung von Knochenbrüchen und beugt Osteoporose vor. Das Knospenmazerat lindert zudem Entzündungen in Mund und Rachen. Nicht zuletzt hat es auch eine psychische Wirkung: Es hilft Ideen umzusetzen, fördert den Willen und die Durchhaltekraft, ein Projekt bis zur Vollendung durchzuziehen. Streift man durch den Wald, hält einen ab und zu eine Brombeerranke zurück. Es lohnt sich, innezuhalten und ihr etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Vielleicht sollen wir etwas Überholtes bei ihr zurücklassen. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bachblüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch «Kaninchenapotheke».

Verstopfung, was tun? Unsere Verdauung funktioniert dann am besten, wenn sich das System im Gleichgewicht befindet. Dabei geht es unter anderem um die Menge an Flüssigkeit, die dem Nahrungsbrei im Darmtrakt entzogen wird. Ist es zu wenig, dann entsteht Durchfall. Ist es zu viel, kommt es zu einer sogenannten Verstopfung. Lorena Bornacin, diplomierte Drogistin HF, erklärt, wie einer Verstopfung auf natürliche Weise begegnet und vorgebeugt werden kann. kamente wie Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antidepressiva oder situative emotionale Belas tungen zurückgeführt werden. Der Verdauungstrakt ist besonders empfindlich für Anspannung oder Stress. Dauert die Verstopfung länger an, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. zur Darmentleerung unterdrückt. Aber nicht nur die Psyche, auch das eigene Verhalten beeinflusst das Funktionieren des Verdauungssystems: Wenig Bewegung, ungesunde und einseitige Ernährung sowie mangelnde Aufnahme von Flüssigkeit können zu Verstopfung führen. Grundsätzlich ist die Verdauung eine hoch individuelle Angelegenheit und von Mensch zu Mensch verschieden. Genügend Bewegung und Flüssigkeit braucht der Körper aber in jedem Fall. zu verstärkter Bewegung an und fördert die Flüssigkeitsaufnahme in den Darm. Damit wird der Stuhl weicher und die Entleerung vereinfacht. Vor der Einnahme sollte eine Fachperson konsultiert oder die Packungsbeilage gelesen werden. Frau Bornacin, wann spricht man von einer Verstopfung? Grundsätzlich ist eine Stuhlfrequenz von dreimal täglich bis zu einmal alle drei Tage normal. Bleibt der Stuhlgang länger aus, dann spricht man von einer Verstopfung. Kurzfristiges Ausbleiben kann etwa auf gewisse Medi- Gibt es noch andere Gründe für Verstopfung? Vielfach kommt es etwa auf Reisen in ferne Länder zu einer Art «Toiletten-Angst». Dabei wird der Reflex Welche Mittel aus der Natur können helfen? Die Sennapflanze ist ein altbewährtes Mittel aus der Natur und wird von Menschen seit jeher insbesondere bei akuter Verstopfung verwendet. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden auch wissenschaftlich nachgewiesen. Sie regt in erster Linie die Darmwand Lorena Bornacin, dipl. Drogistin HF, Filialleiterin der MÜLLER Reformhaus Vital Drogerie in Thalwil. IM WACHSTUM LIEGT DIE KRAFT NATÜRLICH GESUND GEMMOTHERAPIE von PHYTOMED in der Schweiz gesammelte Knospen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau von Hand einzeln gepflückt oder abgestreift über 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Heilpflanzen Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der Packung. Zulassungsinhaberin und Herstellerin: PHYTOMED AG • CH-3415 Hasle / Burgdorf Telefon +41 (0)34 460 22 11 www.phytomed.ch Schweizer Hausapotheke 6-2021 25

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