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Nr. 6 / 2022

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GEMMOTHERAPIE Cimicifuga

GEMMOTHERAPIE Cimicifuga racemosa Traubensilberkerze Ihre Heimat sind die Smokey Mountains und die grossen Wälder im Osten Nordamerikas von Ontario bis Georgia. Dort hellt die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) mit ihren weissen Blütenkerzen das geheimnisvolle Dämmerlicht der Wälder auf. Die Traubensilberkerze gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Ihre dunklen Blätter und die Vorliebe für Schatten verleihen ihr eine gewisse Melancholie, die aber durch die weiss leuchtenden Blüten durchbrochen wird. Die Blütenkerzen sitzen auf hohen Stängeln, scheinen zu schweben – ein zauberhafter Anblick. Die Kronblätter fallen beim Aufblühen ab, sodass die zahlreichen Staubblätter einen weissen Stern bilden, in dessen Mitte das Fruchtblatt sitzt. Die Pflanze kann über zwei Meter hoch werden und ist damit eine auffallende Erscheinung. Das Rhizom ist dunkel, hart und knorrig. Dies verhalf der Pflanze zum Namen «Black Cohosh» («cohosh» ist die indigene Bezeichnung für «rau»). Die Raupen des Appalachen-Azurblau-Schmetterlings sind auf die Blätter der Traubensilberkerze als Nahrung angewiesen. Der intensive Geruch der Blüten lockt Bienen, Hummeln, Käfer und Fliegen an. Die Samenstände verbleiben im Winter an den Pflanzen. Streicht der Wind darüber, entsteht ein rasselndes Geräusch, das an den Warnlaut einer Klapperschlage erinnert. Davon zeugt der Name «Rattler root», Klapperschlangenwurzel. Die Namen «Schwindsuchtwurzel» und «Frauenwurzel» lassen aufhorchen. Die Traubensilberkerze war denn auch eine wichtige Heilpflanze verschiedener Indianerstämme. Sie behandelten damit Muskelschmerzen, Fieber, Husten, Lungenentzündung, Menstruationsprobleme; setzten sie bei Wehenschwäche ein, ja sogar bei Schlangenbissen. Dass die geheimnisvolle Pflanze auch magischen Anwendungen diente, erstaunt nicht: Schüchternen Menschen sollte sie mehr Mut verleihen und das Selbstvertrauen stärken. Sie sollte für eine enge Verbindung von Körper und Seele sorgen und auf diese Weise helfen, den richtigen Weg durchs Leben zu finden. Ein Bad angereichert mit einem Absud von Traubensilberkerze wurde bei Impotenz empfohlen – aber auch, um unerwünschte Verehrer und Verehrerinnen loszuwerden. Nicht zuletzt war sie ein unverzichtbarer Bestandteil von Liebestränken und Liebeszaubern. Mit einem Absud wurden Räume rituell gereinigt und ihre Bewohner vor schlechten Energien geschützt. Die Cherokee verwendeten sie medizinisch in Form von alkoholischen Wurzelauszügen und Abkochungen aus Blättern, Blüten und Wurzeln. Die Pflanze stärkte Herz und Kreislauf, linderte Rheuma, löste Verstopfung, half bei Erschöpfung und Rückenschmerzen. Leber- und Nierenleiden wurden ebenso damit behandelt wie Malaria, Schlangenbisse und Halsschmerzen: Die Pflanze galt als eigentliches Allheilmittel. Auf den Geburtstermin hin wurde sie eingesetzt, um den Muttermund weich werden zu lassen und eine leichte Geburt zu gewährleisten. In einem früheren Schwangerschaftsstadium und in Kombination mit weiteren Kräutern kam Traubensilberkerze hingegen als Abtreibungsmittel zum Einsatz. Daraus ist ersichtlich, dass die Pflanze während der Schwangerschaft nicht angewendet werden darf. Die europäischen Siedler lernten die Pflanze und ihre Anwendungen von den indigenen Heilern kennen und weiteten den Gebrauch auf Lungenschwindsucht, Pocken und Chorea aus. Bald kam die Traubensilberkerze nach Europa und schaffte schliesslich auch den Sprung zu einer anerkannten Arzneipflanze der modernen Phytotherapie. Das Wirkungsspektrum ist denn auch beachtlich: beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, menstruationsfördernd, harntreibend, auswurffördernd, herzstärkend. Die Pflanze wirkt über Rezeptoren der Nervenbotenstoffe Dopamin und Serotonin. Als Mittel gegen Wechseljahrbeschwerden regt sie dabei weder die Gebärmutterschleimhaut noch das Brustgewebe zu unerwünschtem Wachstum an. Neuere Studien zeigen, dass auch Männer von der Traubensilberkerze profitieren können, scheint sie doch altersbedingten Prostataveränderungen vorzubeugen und sogar das Haarwachstum anzuregen. Der traditionelle Einsatz bei Schmerzzuständen sollte aber keinesfalls vergessen gehen, denn Traubensilberkerze lindert zuverlässig rheumatische Schmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schmerzen im Augapfel, auch als Symptome grippaler Infekte. Sie ist zudem eine wertvolle Hilfe bei der Behandlung von Schleudertraumata. An Wirkstoffen findet man ätherisches Öl, Triterpenglykoside, Gerbstoffe, Bitterstoff, Isoflavone, Harz, Salicylate, Hesperidinsäure, Zimtsäure, Phytosterine. In der Gemmotherapie werden die Knospen und jungen Blätter der Traubensilberkerze verwendet. Das Mazerat wird bei Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, trockenen Schleimhäuten, Schlafstörungen, Herzklopfen, Schwindel und Leistungsminderung eingesetzt. Es beugt zudem Osteoporose vor, lindert Rückenschmerzen und Verspannungen, hilft bei Schleudertrauma und vermag sogar, Tinnitus zu lindern. Zur Geburtsunterstützung nimmt es die werdende Mutter kurz vor dem Geburtstermin und so lange, bis sie das Kindlein in den Armen hält. Ursula Glauser-Spahni ist Biologin. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie Schweizer Bach blüten für die Firma Phytomed AG. Sie verfasste 2008 das Buch «Kaninchenapotheke». 26 Schweizer Hausapotheke 6-2022

Lampenfieber? Ich doch nicht … oder doch? Der bevorstehende Vortrag, das abendliche Konzert als Musiker oder die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch: Das nächste Lampenfieber kommt bestimmt. Statt cool zu bleiben, sind viele Menschen in solchen Situationen hibbelig und kribblig. Schon Generationen vor uns beschäftigten sich mit diesem Phänomen. So auch vor 1000 Jahren die Tibeter. Aus Sicht der Tibetischen Konstitutionslehre entsteht Gelassenheit nicht nur im Geist, sondern ist auch von der körperlichen Konstitution abhängig. Die Tibeter nutzen dafür seit Jahrhunderten das Wissen um den Geschmack von Nahrung und Gewürzkräutern. Aus der Geschmacksrichtung Natursüss entstehen beispielsweise die Elemente Wasser und Erde – also Boden. Bodengebende Nahrungsmittel sind zum Beispiel Bananen, Haferflocken oder Nüsse. Als warmes Frühstück oder Snack zwischendurch bereiten sie den Boden für den Tag, sorgen für eine stabile körperliche Basis und einen geerdeten Geist. Neben der Ernährung spielen Gewürze und Kräuter eine zentrale Rolle. Pflanzen, die starke Wurzeln bilden – wie beispielsweise Süssholz oder Kümmel, aber auch edler Weihrauch und wehrhafter Sichuanpfeffer –, ergänzen die Ernährung in aufregenden Zeiten optimal. Du bist oft unterwegs und magst die Gewürze nicht überall hin mitschleppen? Du magst es einfach und praktisch? Padma Nervoben mit Magnesium basiert auf dem Wissen der Tibetischen Lehre und bietet dir zu jeder Zeit den warmen, einhüllenden Geschmack verschiedener Gewürzkräuter. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zu einer normalen psychischen Funktion bei. Das Thema Lampenfieber zeigt sehr gut, dass Körper und Geist genauso wie Ernährung und Lebensweise direkt miteinander verbunden sind. Wer mit beiden Beinen verwurzelt und geerdet mit robustem Geist im Alltag steht, kann der nächsten aufregenden Herausforderung freudig entgegenblicken. Viel Erfolg für alle kommenden Vorträge, Konzerte, Vorstellungsgespräche und mehr! IM WACHSTUM LIEGT DIE KRAFT GEMMOTHERAPIE von PHYTOMED in der Schweiz gesammelte Knospen aus Wildsammlung oder biologischem Anbau von Hand einzeln gepflückt oder abgestreift über 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Heilpflanzen Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der Packung. Zulassungsinhaberin und Herstellerin: PHYTOMED AG • CH-3415 Hasle / Burgdorf Telefon +41 (0)34 460 22 11 www.phytomed.ch Schweizer Hausapotheke 6-2022 27

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