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Nr. 6 / 2022

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Bis sich Kathrin

Bis sich Kathrin Christen sagt: Ich starte nochmals einen Versuch. «Da ich im Alleingang bislang gescheitert war, besuchte ich bei der Berner Gesundheit einen Kurs. Die Kraft der Gruppe half mir, dieser Sucht endgültig Adieu zu sagen.» Nicht nur der Kurs und die Gruppe, sondern weitere Faktoren tragen zum Entscheid bei, der diesmal ein Entschluss ist. Eine ihrer Töchter hat eine seltene Krankheit und macht eine Kur in einer alternativen Klinik. «Eine sehr teure Kur, die sie selbst bezahlen musste. Mir wurde dieser Widerspruch bewusst: Meine Tochter gibt viel Geld aus, um gesund zu werden. Und ich investiere es in teure Zigaretten und nehme in Kauf, meine Gesundheit zu ruinieren.» Ein weiterer Faktor: Ihre Rente ist niedrig. «Das Geld, das ich nun nicht mehr fürs Rauchen ausgebe, ist zum Leben sehr willkommen.» All diese Faktoren lassen den Entscheid zum Entschluss reifen – Schluss mit Rauchen. An ihrem letzten Arbeitstag zündet sie die letzte Zigarette an. Vor Zorn rauchen Seither klopfen sie immer wieder an, die Versuchungen: im Stau, der das Konzert, auf das sie sich so gefreut hat, zunichte machen könnte. Oder wenn es im Beziehungsgefüge knarzt und ächzt. Im Frust sagt Kathrin Christen dann: «Jetzt rauche ich eine.» Doch sie weiss: «Eine Zigarette, und ich bin wieder in der Sucht gefangen. Eine einzige Zigarette reicht, und es geht wieder los. Aus diesem Wissen heraus lasse ich das bleiben.» Sie raucht nur noch vor Zorn, im übertragenen Sinne: Es bleibt bei den Worten, denen sie keine Taten folgen lässt. Denn dieser Satz ist stärker: «Ich zünde die nächste Zigarette nicht an.» Daraus ist geworden: «Ich zünde keine Zigarette mehr an.» Diesem Satz bleibt sie treu, wie sie versichert. «Ich habe immer mal wieder Gluscht», gibt sie zu. «Das wird, wenn man jahrzehntelang geraucht hat, wohl immer so sein. Irgendwo habe ich noch Tabak. Doch ich will und werde Kathrin Christen und Martin Keller dieser Versuchung stets von Neuem widerstehen.» Ihre Willensstärke ist belohnt worden: Ihre Lunge ist gesund, wie eine Untersuchung ergeben hat. Wie ein Antidepressivum Dies tröstet über Nebenwirkungen hinweg: Seit Kathrin Christen nicht mehr pafft, ist sie leichter reizbar. «Rauchen», sagt sie, «war für mich ein Antidepressivum. Es wob um alles einen Schleier: dämpfte die Emotionen, Eindrücke, Erfahrungen. Rauchen liess alles erträglicher werden.» Eine weitere für sie unangenehme Begleiterscheinung: Seit sie keine Rauchwölkchen mehr in den Himmel bläst, hat Kathrin Christen zehn Kilogramm zugelegt. «Das nehme ich in Kauf. Dieser Preis ist es mir wert, denn ich habe eine Sucht loswerden können, die mich eingeengt hat.» Zu einer Art Ersatzsucht ist das Stricken geworden: Überall, auch auf Reisen im Wohnmobil, ist die Lismete dabei. «So sind meine Hände beschäftigt: Ich weiss, was ich mit ihnen machen soll.» Der erfreuliche Nebeneffekt: Sie verschenkt Socken, Mützen, Pulswärmer und Babydecken. «Die stinken nun nicht mehr nach Rauch.» Und Kathrin Christen bereitet so vielen bedürftigen Menschen Freude. Übungen in kribbeligen Momenten • Regenschirm: Die Hände an die Seiten des Oberkörpers legen. Spüren, wie sich der Körper beim Atmen wie ein Regenschirm bewegt. • Farbe: Die Augen schliessen. Sich eine Farbe vorstellen, die beruhigt. • Massage: Die Hände schütteln. An jedem Finger ziehen. Die Handflächen massieren. Kopfhaut streicheln. • Hampelmann: Arme und Beine lockern. Marcel Friedli (friedlitexte.ch) arbeitet als freier Journalist sowie als Yogalehrer (yoga-soletta.ch). Seine erste Zigarette hat er mit 18 an der Fasnacht geraucht – das war zugleich seine letzte. Impressum Schweizer Hausapotheke Verlag und Anzeigen Perpress Medien AG, Könizstrasse 25, 3008 Bern, Tel. 031 740 97 10, Fax 031 740 97 28, info@schweizerhausapotheke.ch Geschäftsleitung Dr. Christoph Tschan, 031 740 97 15, ch.tschan@schweizerhausapotheke.ch; Mischa Felber, 031 740 97 12, m.felber@schweizerhausapotheke.ch Redaktion Ann-Brita Dähler, 031 740 97 18, a.daehler @ schweizerhausapotheke.ch (Leitung); Patricia Schoch, 031 740 97 20, p.schoch@schweizerhausapotheke.ch; Cornelia Hänni, c.haenni@schweizerhausapotheke.ch • Gestaltung Anja Maria Wullschläger, a.wullschlaeger@schweizer hausapotheke.ch Leiter Marketing & Kommunikation Stefan Möckli, 031 740 97 02, s.moeckli@schweizerhausapotheke.ch • Bildnachweis unsplash.com, shutterstock.com, zvg Foto Titelbild © Niccel Steinberger • Auflage (deutsch + französisch) 205339 (beglaubigt WEMF 2021) • Abonnement CHF 24.– • Erscheinung achtmal jährlich Abonnentendienst Saanefeldstrasse 2, 3178 Bösingen, 058 510 61 12, abo@schweizerhausapotheke.ch 36 Schweizer Hausapotheke 6-2022

Diagnose mit Folgen für Mutter und Kind Gestationsdiabetes, der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes, ist weltweit die häufigste Schwangerschaftskomplikation. 10 bis 15 Prozent aller schwangeren Frauen sind betroffen. Insulin ist das körpereigene Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Zuckerhaushalt reguliert. Kann der Körper nicht genug Insulin herstellen, äussert sich das in einem erhöhten Zuckergehalt im Blut: Der Körper hat Mühe, den Zucker in Energie umzuwandeln. Gemäss Diabetes Schweiz gibt es in der Schweiz rund 500 000 Diabetikerinnen und Diabetiker – weltweit ist Diabetes eine der häufigsten chronischen Krankheiten. Die Stoffwechselkrankheit wird unterschieden in Typ 1 und Typ 2, wobei Typ 1 vor allem jüngere Menschen betrifft und Typ 2 eher ältere. Eine Sonderform der Stoffwechselkrankheit betrifft schwangere Frauen, denn sie haben durch die Hormonveränderungen in der Schwangerschaft einen erhöhten Insulinbedarf. Wenn das körpereigene Insulin genau durch diese Hormonveränderungen nicht ausreicht, steigt der Blutzucker und man spricht von Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes. Dies hat Folgen für das Baby im Bauch: Durch den erhöhten Blutzucker der Mutter reagiert es mit einer erhöhten eigenen Insulinproduktion. Dies führt dazu, dass das Ungeborene schneller wächst und mehr zunimmt. Diabetes-Screening für alle Schwangeren Die Ursachen von Schwangerschaftsdiabetes sind gemäss Markus Laimer, Chefarzt für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus (UDEM) am Inselspital Bern, nicht klar. Da gesunde Frauen ohne Verdacht nicht auf Diabetes getestet werden, wisse man nicht, ob die erhöhten Blutzuckerwerte schon vor der Schwangerschaft da waren oder erst durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft entstanden sind. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, familiäre Vererbung, überdurchschnittliche Verstopfung, was tun? Unsere Verdauung funktioniert dann am besten, wenn sich das System im Gleichgewicht befindet. Dabei geht es unter anderem um die Menge an Flüssigkeit, die dem Nahrungsbrei im Darmtrakt entzogen wird. Ist es zu wenig, entsteht Durchfall. Ist es zu viel, kommt es zu einer sogenannten Verstopfung. Lorena Bornacin, Drogistin HF, erklärt, wie einer Verstopfung auf natürliche Weise begegnet und dieser vorgebeugt werden kann. drucksenker, Antidepressiva oder situative emotionale Belas tungen zurückgeführt werden. Der Verdauungstrakt ist besonders empfindlich für Anspannung oder Stress. Dauert die Verstopfung länger an, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. auch das eigene Verhalten beeinflusst das Funktionieren des Verdauungssystems: Wenig Bewegung, ungesunde und einseitige Ernährung sowie mangelnde Aufnahme von Flüssigkeit können zu Verstopfung führen. Grundsätzlich ist die Verdauung eine hoch individuelle Angelegenheit und von Mensch zu Mensch verschieden. Genügend Bewegung und Flüssigkeit braucht der Körper aber in jedem Fall. fördert die Flüssigkeitsaufnahme in den Darm. Damit wird der Stuhl weicher und die Entleerung vereinfacht. Vor der Einnahme sollte eine Fachperson konsultiert oder die Packungsbeilage gelesen werden. Frau Bornacin, wann wird von einer Verstopfung gesprochen? Grundsätzlich ist eine Stuhlfrequenz von dreimal täglich bis zu einmal alle drei Tage normal. Bleibt der Stuhlgang länger aus, wird von einer Verstopfung gesprochen. Kurzfristiges Ausbleiben kann etwa auf gewisse Medikamente wie Schmerzmittel, Blut- Gibt es noch andere Gründe für eine Verstopfung? Vielfach kommt es etwa auf Reisen in ferne Länder zu einer Art «Toilettenangst». Dabei wird der Reflex zur Darmentleerung unterdrückt. Aber nicht nur die Psyche, Welche Mittel aus der Natur können helfen? Die Sennapflanze ist ein altbewährtes Mittel aus der Natur und wird von Menschen seit jeher insbesondere bei akuter Verstopfung verwendet. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden auch wissenschaftlich nachgewiesen. Sie regt in erster Linie die Darmwand zu verstärkter Bewegung an und Lorena Bornacin, dipl. Drogistin HF, Filialleiterin der MÜLLER Reformhaus Vital Drogerie in Thalwil. Schweizer Hausapotheke 6-2022 37

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