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Nr. 6 / 2022

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Emil wieder

Emil wieder «schnädered» Ab Ende September schnädered Emil Steinberger wieder. Im Interview blickt der gebürtige Luzerner mit einem lachenden Auge auf seine Karriere zurück. Auch aktuelle Themen kommen zur Sprache. Dabei kann sich der Altmeister den ein oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen; typisch Emil eben. Herr Steinberger, welche Geschichte ist im Rückblick die schönste, die das Leben für Sie bisher geschrieben hat? Meine Geschichte beginnt mit einem jungen Mädchen, das ihren Flausen im Kopf nacheifert. Nach einem Besuch beim Circus Roncalli, 1980, will sie Clownin werden. Das Mädchen sucht nach Mitteln und Wegen, den Beruf von der Pike auf zu erlernen. Eines Tages fasst sie sich ein Herz und kontaktiert einen gewissen Emil Steinberger, den sie aus dem Fernsehen kennt und schreibt ihm einen langen Brief, in dem sie ihm ihren Herzenswunsch schildert. Jahre später wird Emil ihr gestehen, dass er es war, der die Regie dieses besagten Circusprogramms führte. Und seit 1999 ist sie meine Frau. Sie sind seit 70 Jahren ein gefeierter Star. Erzählen Sie von Ihren Anfängen. Ursprünglich erlernte ich den Beruf des Postbeamten. Schnell wurde mir klar, dass ich mir eine Karriere hinter dem Schalter abschminken konnte. Nach neun Jahren warf ich das Handtuch. Nicht nur für meine Eltern, die darauf gedrängt hatten, dass ich einen soliden Beruf erlernte, ein Ding der Unmöglichkeit. Dann besuchte ich die Schule für Gestaltung in Luzern und erlernte den Beruf des Grafikers. Bereits während meiner Zeit bei der Post war ich Mitglied eines Cabaret-Ensembles. Meine Eltern wussten lange Zeit nichts von meinem verborgenen Talent. Es fehlte ihnen neben jeglichem Verständnis auch an Zuspruch und Unterstützung für meine Kunst. In den eigenen vier Wänden galt es als Tabuthema. Was meinen Eltern verwehrt blieb, fiel anderen auf, die mich schon als Kind darin bestärkten, den Beruf des Schauspielers zu erlernen. Tatsächlich habe ich an einem Termin bei der Berufsberatung vorsichtig «Schauspieler» als Berufstraum angekreuzt. Damals war ich gerade einmal 17 Jahre alt. Die richtige Richtung spürte ich bereits früh, und ich habe über Jahre, trotz schwieriger Momente, diesen Weg weiterverfolgt. Mit Erfolg, wie sich später herausstellen sollte. Wie beurteilen Sie die heutige Kabarettund Comedy-Szene? Wir leben in einer Zeit der Konfrontationen. Gesagtes landet nicht selten im falschen Hals. Oftmals nehmen Menschen Kritik zum Anlass für eine Retourkutsche, die sich gewaschen hat. Obwohl ich mich als Mensch des Dialoges sehe und konstruktive Kritik seit jeher als eine Art des Fortschritts betrachte, habe ich mir angewöhnt, mir hie und da auf die Zunge zu beissen. Ich empfinde es als Fehler, Berufe mit dem Ziel auszuüben, eines Tages berühmt werden zu wollen. Wesentlichen Anteil daran hat nach meiner Auffassung die Presse. In den wenigsten Fällen berichtet sie über Durchschnittsmenschen; vielmehr stehen die Schönen und Reichen im Fokus. Klar, dass die heutige Jugend dem Glamour nacheifert und nach dem schnellen Geld lechzt. Ich hatte nie die Absicht, Kabarettist, geschweige denn berühmt zu werden. Zudem habe ich weder eine Schauspiel- noch eine Sprechausbildung durchlaufen. Vielmehr war es eine Gabe, die mir wohl in die Wiege gelegt wurde. Dafür bin ich sehr dankbar und gehe demütig durchs Leben. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Ihren Blick in Richtung Moskau richten? Ich verfiel wohl wie viele andere dem Irrglauben, dass derartige Zeiten hinter uns liegen. Es ist schwer, mit anzusehen und zu ertragen, wie es einem Menschen gelingt, die Welt derart zu terrorisieren. Einen Krieg im Europa des 21. Jahrhunderts anzuzetteln, ist 6 Schweizer Hausapotheke 6-2022

schon unbegreiflich. Hinzu kommt die zunehmende Hungersnot, die der Tyrann durch seine gegenwärtige Getreidepolitik schürt. Es ist ein Konflikt überdimensionalen Ausmasses, wofür mir als Normalbürger das Verständnis fehlt. Trotzdem kommt man immer wieder in Gefahr, Stellung zu beziehen. Sie waren von 1971 bis 1983 Kinobesitzer. Wie denken Sie über die diesjährige Revision des Filmgesetzes? Die Abstimmung als solche war ein schwieriges Unterfangen, da den meisten der Sinn und Zweck nicht klar genug erläutert wurde. Jedoch bin ich der Meinung, dass es eine gute Lösung ist. Damit stehen ab dem Jahr 2024 neben den nationalen Fernsehsendern neu auch Streamingdienste in der Pflicht, vier Prozent ihrer Einnahmen in den Schweizer Film zu investieren. Das halte ich nicht nur für gerechtfertigt, sondern auch für logisch. Das Kleintheater Luzern ist ihr Kind. Wie kam es dazu? Es war wie mein Wohnzimmer. Die derzeitigen Betreiber*innen haben mir die Tür vor der Nase zugeschlagen. Es hiess damals, sie wollten das Programm verjüngen. Das war eine bittere Pille, die sie mir und anderen Künstlern zu schlucken gaben. Der Gedanke daran stimmt mich traurig. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Mir fiel in den 60er-Jahren auf, dass all die guten Künstler*innen einen Bogen um Luzern machten. Um diesem Zustand Einhalt zu gebieten, machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität und wurde fündig. Ich fand ein Tele-Café mit etwa 200 Sitzplätzen. Darin projizierten die damaligen Besitzer Köche während ihrer Arbeit und boten den Gästen vor Ort Degustationen an. Im Laufe der Zeit konnte sich fast jeder einen Fernseher leisten, und das Interesse an diesem Konzept liess nach. Ich kann von Glück sprechen, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war, um dieses Lokal in ein Kleintheater umzubauen. Einer Gratiszeitung, die ich an alle Haushalte schickte, legte ich einen Einzahlungsschein mit dem Aufdruck drei Franken bei, schrieb aber dazu, Original Dr. Andres Wallwurzsalbe Bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 6-2022 7

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