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Nr. 6 / 2018

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Schul- & Lebenswelten im

Schul- & Lebenswelten im Clinch Die Abkehr von der Schule hat nur in den wenigsten Fällen mit Lernbehinderung oder Lerndefiziten zu tun. Diese Einschätzung gründet sowohl auf den Erkenntnissen vieler Experten als auch auf Erfahrungen aus der Praxis. Vielmehr werden dahinter krisenhafte Entwicklungen in der Familie oder Schwierigkeiten des Kindes vermutet, mit den schulischen Verhaltensanforderungen zurechtzukommen. Dass Kinder nicht immer gern zur Schule gehen, wissen Eltern aus eigener Erfahrung: Schule macht nicht immer Spass, sondern bedeutet auch Anstrengung, Anforderungen, Aufregung und erfordert persönlichen Einsatz und Disziplin. Ernst zu nehmen sind jedoch Schulunlust, Schulmüdigkeit oder Schulverdrossenheit. Es sind Formen der inneren Abkehr vom Unterricht und sie zeigen sich in grosser Lernunlust und Trotz gegenüber Lehrererwartungen. Meist führen sie zu unregelmässigen Schulbesuchen oder sogar zu kompletter Schulverweigerung. Aus dem Fehlen bei einzelnen Stunden können so schnell Tage werden – ein Zeichen für eine längere oder vollkommene Abkoppelung. Häufig entwickelt sich die Verweigerung schleichend: Aus einfacher oder vorläufiger Schulunlust wird inneres Abschalten vom Unterricht, aus gelegentlichem Stören und Schwänzen letztlich eine echte Schulaversion und Schulverweigerung. Halt ist wichtig Die gegenwärtigen Veränderungen im familiären Zusammenleben wirken sich auf die Bildung und Erziehung der Heranwachsenden im schulischen wie im ausserschulischen Bereich aus und gehen mit gehäuften Sozialisationsund Erziehungsproblemen einher. Besonders Multiproblemfamilien sind zunehmend mit der 20 Schweizer Hausapotheke 6-2018 Erziehung ihrer Kinder überfordert. Daher stehen hinter Schulmüden nicht selten Mütter und Väter in Not. Denn Schulmüdigkeit ist oft eine Auswirkung familiär bedingter Lebens- und Entwicklungsschwierigkeiten. Soziale Probleme der Elternhäuser begünstigen die Schulmüdigkeit. Es gibt allerdings auch in so genannt intakten Familien schulmüde Kinder. In der Regel fällt Schulmüdigkeit nicht vom heiteren Familienhimmel, sondern hat eine erkennbare Vorlaufzeit. Dazu gehören häufig negative Schulerfahrungen der Eltern und eine daraus resultierende Zwiespältigkeit der Elternhaltung gegenüber der Schule. Schuldistanzierte Einstellung der Eltern, elterliche Hilflosigkeit, mit schulischen Erfordernissen schwer vereinbare familiäre Lebensverhältnisse sind nur einige Hintergrundthemen aus einem ganzen Fächer von möglichen Beeinflussungen. Schulmüdigkeit und -verweigerung kann sich aber auch durch Überanpassung von Eltern an die Schule entwickeln, zum Beispiel in leistungsehrgeizigen oder rigiden Familien. Dort herrscht oft die ungeschriebene Tauschformel vor: Noten gegen Akzeptanz und Liebe. Im Zuge des ständigen (Über-)Drucks entstehen gar dramatische Ablösungskrisen mit Schulschwänzen als Leit- oder Nebensymptom, dies gleichsam als Waffe der Kinder gegen ganz besonders «wunde» Elternstellen. Anzeichen beginnender Abwendung von der Schule sind oft versteckt und nur schwer festzustellen. Die ersten Anzeichen von Schulmüdigkeit können sich aktiv durch Störung des Unterrichts oder durch Fernbleiben zeigen. Aber auch offiziell entschuldigte Fehltage können Schulprobleme überdecken, beispielweise das Fehlen aufgrund von psychosomatischen Krankheiten. Daneben gibt es auch passive Erscheinungsformen wie etwa das Träumen oder die geistige Abwesenheit, was aber auch auf Schwierigkeiten des Kindes hindeuten kann. Viele Anzeichen Symptome von Schulmüdigkeit zeigen sich spätestens ab dem Alter von ungefähr acht Jahren. In der Primarschule spielen Ängste vor und in der Schule eine grössere Rolle. Krankschreibungen und Entschuldigungen durch die Eltern wirken verdeckend. Frühe Signale sind etwa eine beeinträchtigte Lehrer-Schüler-Beziehung, Verspätungen, Unterrichtsstörungen, schulische Misserfolge, schulische Überforderung und schlechte Noten, verlängertes Fehlen bei Bagatellerkrankungen, häufiges Fehlen wegen unspezifischer und wenig definierter Krankheiten (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen …) bzw. Fehlen im Anschluss an das Wochenende, soziale Isolation in der Klasse, befriedigende bzw. bedeutsame Kontakte zu anderen schuldistanzierten Schüler/innen, Passivität im Unterricht, keine Mitarbeit, Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit des Kindes, soziales und kommunikatives Ausweichverhalten, unzureichende bzw. keine Erledigung der Hausaufgaben, Eltern kommen nicht zur Sprechstunde, sind schwer erreichbar, blocken Kontakt ab, Geschwister gehen nicht regelmässig bzw. erfolglos in die Schule. Die Gründe und Motive für schuldistanziertes Verhalten in der Primarschule sind äusserst verschieden. Oft gibt es Probleme in der Familie. Die Kinder sind frühzeitig auf sich alleine gestellt. Sie erfahren zu geringe Unterstützung im häuslichen Bereich für die schulischen Belange. Nicht wenige Eltern erleben der Schule gegenüber eine Hemmschwelle. Viele Schüler/

innen haben Schwierigkeiten, sich in der Grossgruppe Klasse zurechtzufinden und dort einen sicheren Platz einzunehmen. Eine besondere, bisher teilweise unterschätzte Problemgruppe bilden Schüler/innen, die aus pädagogischen Gründen versetzt wurden, die dann aber ohne zusätzliche, intensive Lernförderung den Anschluss verlieren und demotiviert aufgeben. Manche schuldistanzierte Schüler/innen bewältigen den Stufenwechsel nicht und kommen innerlich, mit zunehmender Dauer auch sichtbar, in der weiterführenden Schule nicht an. Den Fokus ändern Der Blick richtet sich meist auf das einzelne Kind. Dabei sollte der Fokus auch auf den Einfluss des Schulsystems und die möglichen Veränderungen gelegt werden; denn ein grosser Teil der Kinder wird vom Schulsystem gar nicht wirklich erreicht. Erlaubt sind etwa die Fragen: Was kann/muss sich an Schule und Schulstrukturen verändern, damit auch schulmüde Kinder wieder Spass am Lernen gewinnen? Wie kann ein sinnvolles Übergangsmanagement von der Primarschule in die weiterführende Schule eingerichtet werden? Wie können Schul- und Klassenklima so verbessert werden, dass die Kinder sich wohl fühlen und nicht aufgrund von Konflikten der Schule fernbleiben? Ebenso wie die Überforderung kann auch die Unterforderung Grund für Schulmüdigkeit sein. Mangelnde Beanspruchung kann die Entwicklung eines jungen Menschen in gleicher Weise hemmen und beeinträchtigen wie das Gegenteil. Die Folgen sind in beiden Fällen die gleichen, nämlich Interesselosigkeit und mangelndes Engagement. Die verbreitete Schulstressdiskussion hat diese Verhältnisse etwas verwischt und eine einseitige oder undifferenzierte Vorstellung der Überforderung begünstigt. Hinzu kommt, dass die Klage über den Stress durch Leistungsdruck auch zu einer falschen Erwartungshaltung führen kann: Man muss nur die Leistungsforderungen etwas drosseln – und das Problem ist behoben. Kampf der Welten Kinder und Jugendliche beklagen die Entfremdung des schulischen Unterrichts von der Lebenswirklichkeit. Schulwelt und Lebenswelt driften ihrer Meinung nach immer weiter auseinander. Schülerinnen und Schuler verweisen auf die Verwertbarkeit des Schulstoffes für das eigene Leben. Sie beanspruchen den Praxisbezug in Kontext mit Tierhaltung, Garten, Reparaturen von elektrischen Geräten, Herstellung von Produkten oder Erbringung sozialer Dienstleistungen. Ihre und auch die Forderung vieler Eltern ist eine Schule, die sich dem Leben öffnet und vermehrt die Praxis in die Schule holt. Ausserschulische Partner und Lernorte müssten die Bildungsarbeit an Schulen ergänzen. Kommunikations-, Erfahrungs- und Experimentierräume mit interessanten und für die Jugendlichen attraktiven Angeboten müssten geschaffen werden: Technik, Design, Sport, Kunst, Musik, neue Medien, neue Sprachen. In diesen Bereichen könnten Schüler neue Stärken entdecken − es könnte wieder eine Lernmotivation entstehen. Urs Tiefenauer ist Texter, Werbe- und PR-Fachmann. Seit 2001 arbeitet er selbständig im Bereich Gesundheit und Gesellschaft. Müde? Schlapp? Andreabal AG, 4123 Allschwil www.andreafer.ch Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen, Folsäure, Vitamin B6 + B12 und Vitamin C. • ohne Gluten, Zucker und Laktose • Einnahme ohne Wasser, 1× täglich • leckerer Geschmack mit Himbeeraroma Gutschein: Ich möchte gratis ein Stick-Muster AndreaFer® Eisen. ■ Frau Name Strasse, Nr. ■ Herr Vorname PLZ, Ort Einsenden an: Andreabal AG, Binningerstrasse 95, 4123 Allschwil NEU AndreaFer ® Eisen Die leckeren Eisen-Sticks Gratismuster erhältlich unter www.andreafer.ch oder mit diesem Gutschein. ✁ V2018 Schweizer Hausapotheke 6-2018 21

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