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Nr. 7 / 2019

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Wir Mitläufer*innen,

Wir Mitläufer*innen, Führer*- innen und Fanatiker*innen Oft wird zu stark auf die Führungsfiguren fokussiert, die sich ja meist auch gerne feiern lassen. Aber ohne einen «Anhang», der sie in diese Position hineinträgt und sie dort ihre Macht ausspielen lässt, gibt es keine Anführer*innen. Es gilt aber auch, dass es ohne gesellschaftliche Organisationen, die von Führungskräften geleitet werden, kein geordnetes Zusammenleben gäbe. Wenn Joe auf dem Pausenplatz den starken Mann spielt, geht er eine gewagte Wette ein: Lassen sich genügend andere Kids von ihm beeindrucken, wird er allmählich oder auch plötzlich zum Machtmenschen. Gibt es da aber eine Gruppe, die ihm seine Überlegenheit nicht glaubt – und hat diese genügend Verstand, um ihn der Lächerlichkeit preiszugeben – kann er als Klassenclown enden. Hat Joe zu wenig Selbstironie, kann er gar noch tiefer fallen. Schreckensherrschaften Droht ihm dieses Schicksal, versucht er vielleicht durch die Verbreitung von Angst und Schrecken, seine Anhänger*innen um sich zu scharen: Wer zu ihm steht, ist durch ihn geschützt; wer sich ihm entgegenstellt oder nur schon davonläuft, wird verfolgt. Diese Machtspiele kann er aber nur aufrechterhalten, solange die Anderen wirklich Angst haben und ihm keine Gleichstarken Paroli bieten. Der Aufbau von Schreckensherrschaften geht zunächst meist langsam vonstatten. Erst muss sich ein Kern von «Getreuen» bilden, die wohl auch selber Freude an Überlegenheitsgefühlen haben. Wer sich der Sicherheit halber anschliesst, gerät oft in einen Zirkel, aus dem es schwierig wird, unbeschadet wieder auszusteigen; es sei denn, es gebe eine alternative «Sicherheitsstruktur». Wird nun einer solchen Gruppe mit Zerschlagung gedroht, schliesst sich der Kreis oft nur noch enger zusammen. Meist entwickeln sich solche Schreckensherrschaften langsam: Für die Pausenaufsicht bedeutet dies, frühzeitig aufmerksam zu werden, wenn sich solche Machtballungen anbahnen. Offensive Bekämpfung bewirkt meist das Gegenteil. Aktive Gestaltung des Umgangs der Schüler*innen innerhalb und zwischen den Klassen eines Schulhauses sind Prävention oder auch Therapie gegen Schreckensherrschaften. Auch transparente und verlässliche Sicherheitsstrukturen im Schulhaus gehören dazu: Nicht jede Meldung ist petzen – auch wenn es den Anschein macht – und oft steht dahinter Angst, deren Berechtigung ernsthaft abzuklären ist. Vielleicht geht es ja wirklich um einen Anfang, dem zu wehren ist. Wege zur Macht Erst die Mitläufer*innen, die von einem Führer profitieren, oder die Bewunderer, die sich ihm zu Füssen legen, machen aus einem Möchtegern einen «Herrn der Fliegen». 1954 beschrieb der englische Autor William Golding im gleichnamigen Jugendroman, wie sich eine Kindergruppe ohne korrigierende Aussenwelt in eine Diktatur verwandelt. Viele gruppendynamische Prozesse beschreibt er Schritt für Schritt. ZAUBERE SONNE AUF HAUT UND SEELE Weleda holt die belebende Kraft der Sonne von dort, wo sie die Natur als Geschenk eingefangen hat: Aus Früchten, Samen und Kernen werden reine, natürliche Körperöle kreiert, die prall gefüllt sind mit dem Licht und der Wärme des Sommers. Die Anwendung schenkt der Haut ganz besondere Aufmerksamkeit und ist ein unvergessliches Pflegeritual, mit dem sich das eigene Badezimmer schnell in eine Wohlfühloase verwandeln lässt. Zur Auswahl stehen insgesamt acht kostbare Weleda Körperöle, die alle eine individuelle Wirksamkeit entfalten und Tropfen für Tropfen Sonne auf Haut und Seele zaubern. 100 % NATÜRLICHE PFLEGEÖLE Intensive Pflege für seidig-zart Haut Natürliche Düfte, von hauseigenen Parfümeuren entwickelt Kompetenz seit über 90 Jahren Mit neuem Pumpspender Glasflasche aus 85 % Recycling-Material 54 Schweizer Hausapotheke 7-2019

Herrschaft und Führerschaft entwickeln sich im Zusammenspiel von Gruppe und Individuum. Da kann Joe mit irgendwas «Eindruck schinden». Im günstigsten Fall kann er etwas Besonderes, das viele Bewunderer anzieht; im ungünstigeren Fall gelingt es ihm einfach, «Angst zu verbreiten». In beiden Fällen müssen andere Kinder da sein, die sich beeindrucken lassen. Erst die Masse der Anhänger*innen, die ihre Bereitschaft bekunden mitzumachen, kürt den Führer respektive die Führerin. Entwicklungspsychologie der Anhänger*innen Die meisten Menschen suchen Zugehörigkeit, Geborgenheit und Sicherheit. Kinder suchen nicht primär Verantwortung. Zwar ist der Wunsch nach «Selbermachen» und Freiheit ab dem Trotzalter gross; aber Misserfolge, Beschämung und Sanktionen lassen im Zweifelsfall das Sicherheitsbedürfnis über das Autonomiestreben siegen. Da stellt sich rasch die Frage, wer denn Sicherheit gewährleistet und von wem das Kind Anerkennung sucht. Sind keine vertrauenswürdigenden Erziehenden zur Stelle, oder wurde deren Autorität beispielsweise von Mitschüler*innen oder auch von Medien geschickt untergraben, orientieren sich Kinder (und Erwachsene) an Personen, denen sie zutrauen, die Befriedigung ihrer Sicherheits- und Zugehörigkeitsbedürfnisse zu garantieren. Daher ist für Kinder so wichtig, dass Erziehende ihre Glaubwürdigkeit nicht selber fahrlässig verspielen oder Eltern und Lehrer*innen sich gegenseitig kritisierend vor den Kindern abwerten. Hierher gehören auch die Gefährdungen, die tiefe, unversöhnliche Streitereien zwischen den Eltern bedeuten, wenn sie die Autorität des jeweils anderen Erziehungspartners zersetzen. Der Zerfall von Glaubwürdigkeit in Erziehung, Schule oder auch Politik öffnet die Tore für «Machtmenschen». Eine zweite – schon in früher Kindheit zu beobachtende –, weit verbreitete Motivation von Mitläufer*innen ist der Wunsch nach Happening, Unterhaltung und Plausch. Alle Werbung lautet demgemäss heute auch «Spass haben». Kann jemand Menschen mit seinem Unterhaltungswert faszinieren, findet er respektive sie Anhänger*innen. Die «Claque» ist kein ganz neues Phänomen: Viele Führer, aber auch viel Unfug, entstehen erst aufgrund der Anfeuerungen durch die umstehenden Zuschauer*innen. Zwischen Anführern und Mitläufern besteht ein dynamisches Gleichgewicht. Entwicklungspsychologie der Fanatiker*innen Im Jugendalter tritt eine weitere, sehr starke Motivation hinzu: Fragen nach dem Lebenssinn, das Bedürfnis nach Idealen und die Suche nach Werthaltungen hält nach Vorbildern und Leitsternen Ausschau. Die Aufgabe der Adoleszenz ist es, einen Weg aus der Kinderperspektive zur Erwachsenenwelt zu finden. Das bisher Geglaubte wird suspekt, der Horizont erweitert sich. Neue Prediger werden interessant, gerade wenn sie den bisherigen Kreis des Weltbewusstseins übersteigen. War die bisherige Lebenserfahrung sehr behütet, können Erfahrungen von Ungerechtigkeit, Heuchelei, Doppelmoral und offenem Betrug (Fake News lassen grüssen) Jugendliche zutiefst erschüttern. Davon berichtet der Werdegang von Buddha. Wichtige Orientierungspunkte geraten ins Wanken. Wenn etwa das Vertuschen von Fehltritten durch Kirchenleute moralische Instanzen in Zweifel zieht, oder politische Machtinteressen unter dem Etikett «Sanktionen» die sogenannten «westlichen Werte» pervertieren, brechen Stützen der moralischen Orientierung ein. Die Suche nach der verlorenen heilen Welt macht Jugendliche anfällig auf radikale Heilsversprechen. Eine Welt, wie sie ihnen in der Kindheit versprochen Trockene Haut? Ausschlag? Juckreiz? OMIDA ® Cardiospermum-N Salbe bei trockenen, juckenden Hautausschlägen sowie akuten und chronischen Entzündungen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Omida AG, Küssnacht am Rigi Haut_Anzeige_N-Salbe_189x126mm_DE_FR.indd 1 Schweizer Hausapotheke 19.08.19 7-2019 12:03 55

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