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Nr. 7 / 2021

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noch, in denen das Kind

noch, in denen das Kind ganz von selbst viele Impulse für seine Entwicklung durch verschiedene Personen im eigenen Haushalt bekam. Natürlich bekommen die Eltern zunehmend Unterstützung öffentlicher Institutionen. Das Wissen, die Wertvorstellungen sowie die kulturellen Güter werden heute grösstenteils nicht mehr durch Eltern vermittelt, das Kind erfährt viel aus anderen Quellen, zum Beispiel aus Fernsehen und dem Internet. Andererseits lastet auf den Eltern dadurch auch eine grössere Verantwortung. Sie müssen aus der Vielfalt der Einflüsse, die für ihr Kind förderlichen aussuchen und ihm, wenn immer möglich, bei der Verarbeitung dieser Eindrücke helfen. Den Eltern fehlt aber in zunehmendem Masse das intuitive Wissen darüber, was ihrem Kind schadet und die Kraft und Entschlossenheit, dieses zu schützen. Gerade Kinder brauchen heute in der veränderten Welt von ihren Eltern mehr denn je konkrete Orientierungshilfen. 46 Schweizer Hausapotheke 7-2021 Kinder brauchen Bezugspersonen Jedes Kind braucht das Gefühl, dass jemand verantwortlich für sie/ihn ist. Jedes Kind hat das natürliche Bedürfnis, seine Eltern als Vorbild und richtungsweisend zu erleben. Jedes Kind möchte das Richtige tun, seine Eltern glücklich machen, zu ihnen zu gehören, zur Familie beitragen. Die Familie sollte ein sicherer, verlässlicher Ort sein, an welchem die Kinder Vertrauen und Kraft erlangen und an welchem sie sich mit allen ihren Sorgen und Nöten jederzeit wenden können. Geborgenheit und das sichere Gefühl, dass sie vollständig angenommen und in ihrer Ganzheit akzeptiert sind, bilden die Grundbedingungen für vielfältige Schritte der seelischen, körperlichen und sozialen Entwicklung. Kinder sind Persönlichkeiten Kinder sind eigenständige Personen, welche Achtung, Aufmerksamkeit und gleichberechtigte Annahme verdienen. Nur so können Kinder Neues ausprobieren und doch wieder in den sicheren Hafen zurückkehren. Die grösste Unterstützung, welche Eltern ihren Kindern geben können, ist für sie da zu sein und sie zu lieben. Liebe ist wichtiger als richtige Ernährung und Versorgung. Erst wenn das Kind voll gesättigt ist mit dem Gefühl der Bindung, Geborgenheit und Sicherheit, kann in ihm der nächste Entwicklungsschritt passieren. Für das Erste sind die Eltern zu 100 Prozent verantwortlich. Den Rest macht die Natur. Eltern sollten auf eine gute Art dominieren, ohne dass sie Kindern Angstmachen oder ihre Abhängigkeit missbrauchen. Aber auch übertriebener Schutz und Verwöhnung hemmt. Jedes Kind soll selbst Erfahrungen sammeln und auch mal Niederlagen überwinden lernen – auch das gehört zum Leben. Den Eltern wird heute unheimlich viel Literatur, Weiterbildung, Vorträge, Workshops und Ähnliches geboten. Auch im Internet findet sich viel Gehalt- und weniger Gehaltvolles zu dieser Thematik. Aber die wichtigsten und besten Lehrer sind eigene Erfahrungen mit dem eigenen Kind und der Austausch mit bekannten und befreundeten Familien. Glück ist harte Arbeit Was machen glückliche Familien anders, fragen sich bisweilen besorgte Eltern, wenn es einmal nicht nach Wunsch läuft. Eines sollten sich alle bewusst sein: Eine glückliche Familie ist nicht etwas, was sich zufällig entwickelt. Eine glückliche Familie entsteht in der Praxis. Es ist etwas, das alle haben können. Glückliche Familien füllen ihren Tag mit schönen Gewohnheiten, mit Gewohnheiten, die helfen, eine liebevolle Verbindung zueinander aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Es sind kleine Dinge, durch die sich die Familienmitglieder geliebt, verstanden und wertgeschätzt fühlen. Sie erfordern nur sehr wenig unserer Zeit und können leicht in den Alltag integriert werden. Positiv reden – Glückliche Familien konzentrieren sich auf Positivität. Sie respektieren und schätzen alle Familienmitglieder und sie wissen auch, dass alle Stärken und Schwächen haben. Statt die Schwächen des anderen in der Öffentlichkeit zu dokumentieren, konzentrieren sie sich darauf, wie sie dem anderen helfen können. Auf Worte achten – Alles, was wir hören, hinterlässt einen bleibenden Eindruck und prägt unsere innere Stimme. Glückliche Familien wissen, dass gesprochene Worte, wie faul, dumm oder mein Dickerchen … nie mehr zurückgenommen werden können. Wenn sie einmal gesagt sind, bleiben sie gesagt. Zuhören – Glückliche Familien lassen den ausreden, der spricht, hören zu und versuchen zu verstehen, was der Gegenüber genau möchte. Sie sagen ihre ehrliche Meinung zum Gesagten und stimmen nicht allem zu. Auch wenn ihre Antwort nicht immer die ist, die man hören möchte, ist sie ehrlich und hilfreich. Zeit nehmen – Glückliche Familien nehmen sich füreinander Zeit, um eine liebevolle Verbindung aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Sie wissen, dass Zeit das Wichtigste ist, was wir einander geben können. Zusammenhalten – Glückliche Familien wissen, dass alle ihre Schwächen haben und genau hier die grösste Hilfe benötigt wird. Deshalb ermutigen und unterstützen sie den anderen mit Wort und Tat, und sie ermutigen sich bei Fehlern. Vor allem in schwierigen Situationen helfen sie sich gegenseitig. Vertrauen – Glückliche Eltern vertrauen ihren Kindern. Nur wer Vertrauen schenkt, kann ein Kind glaubwürdig ermuntern, eigene Erfahrungen zu sammeln, selbstständig zu werden und eigenverantwortliche Entscheide zu treffen. Urs Tiefenauer ist Texter, Werbe- und PR- Fachmann. Seit 2001 arbeitet er selbständig im Bereich Gesundheit und Gesellschaft.

Entscheide ich richtig? Täglich stehen wir vor Entscheidungen. Wie sollen wir damit umgehen? Die Sache ist manchmal verflixt! Ständig müssen wir Entscheidungen treffen, aber nicht immer möchten wir das. Es gibt leichte und schwere Entscheidungen, es gibt wichtige und weniger wichtige Entscheidungen, es gibt – wie wir oft erst nachträglich erkennen – richtige und falsche Entscheidungen. Viele Entscheidungen müssen (oder dürfen) wir alleine treffen, andere aber treffen wir gemeinsam in einer Gruppe oder in einer Beziehung. Manchmal besteht die Gefahr, dass wir zu früh entscheiden, manchmal aber auch leider zu spät. Es gibt Situationen, bei denen wir zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden müssen, oft aber gibt es sogar mehr als zwei Möglichkeiten. Und manchmal entscheiden wir nicht. Doch auch das ist eine Entscheidung. Dann nämlich entscheiden andere für uns. Oder die Umstände treffen eine Entscheidung. Also alles in allem: Wir stehen ständig vor Entscheidungen, ob wir wollen oder nicht. Kaum sind wir aufgestanden und haben den ersten Kaffee getrunken, müssen wir uns schon entscheiden. Das blaue oder das weisse Hemd? Die beigen oder die schwarzen Schuhe? Wie ist das Wetter? Was habe ich heute vor? Elegant oder sportlich? Natürlich sind das keine Entscheidungen, die unser Leben in den Grundzügen verändern, doch ganz leichte Entscheidungen sind es dann ja auch nicht immer. Wer steht schon gerne irgendwo mit den völlig falschen Kleidern und schwitzt, friert oder hat das Gefühl, völlig falsch angezogen zu sein. Weitreichende Entscheidungen Etwas schwieriger wird es dann schon, wenn es etwa um eine Arbeitsstelle, um eine Wohnung oder um eine Beziehung geht. Soll ich meinen Job kündigen und das neue, verlockende Angebot annehmen? Oder soll ich bleiben? Soll ich die Wohnung wechseln? Oder soll ich diese Beziehung eingehen oder doch nicht? Das Unangenehme bei solchen Entscheidungen ist die Tatsache, dass wir nie ganz genau wissen, welche Konsequen- Schweizer Hausapotheke 7-2021 47

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