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Nr. 7 / 2021

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© Stiftung Theodora_Nicole Bachmann AUF Mit ihren 75 Traumdoktoren begleitet die Stiftung Theodora FRÖHLICHER MISSION Kinder und Jugendliche durch den Spitalalltag. Die Künstler*innen besuchen 34 Spitäler und 27 spezialisierte Institutionen schweizweit. Dabei schenken sie jährlich rund 100000 Kindern und Jugendlichen ein Lächeln. Ich hatte die Gelegenheit mit Dr. U. Fröhlich zu sprechen und erhielt einen magischen Blick hinter die Kulissen der Klinik für Kinder und Jugendliche des Kantonsspitals Aarau. Wir sprachen über magische Momente, die geltenden Arbeitsbedingungen – auch in Corona-Zeiten – und Trauerbewältigung. Herausgekommen ist ein Frage- und Antwortspiel, das mir streckenweise unter die Haut ging. Herr Müller, als Dr. U. Fröhlich sind Sie einer der Traumdoktoren. Wovon träumen Sie? Ich träume von einer Welt, in der die Zusammenarbeit wichtiger ist als der Wettbewerb, die Zufriedenheit wichtiger als das Bruttosozialprodukt und das Lachen wichtiger als Schulnoten. Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht? Erst gestern. Meine Kinder haben die Gabe, mich und meine Frau täglich auf eine Art und Weise zu spiegeln, die uns zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringt. Nach Charlie Chaplin ist ein Tag ohne Lachen ein verlorener Tag. Als «Traumdoktor» nicht immer einfach, oder? Das Lachen ist nur ein Bestandteil meiner Tätigkeit als Traumdoktor. Ich finde es schön, dass meine Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass kein Tag verloren geht. Braucht es spezielle Voraussetzungen, um «Traumdoktor» zu werden? Eine künstlerische Vorbildung ist sicherlich von Vorteil und wird für die Ausbildung benötigt. Zudem braucht es das Zusammenspiel von Empathie und Kreativität, also das gewisse Gespür, das jeder in sich trägt und die Lust aufs Spiel. Denn für alles, was wir von uns preisgeben, erhalten wir eine Rückmeldung, die wiederum beeinflusst, was wir als Nächstes tun. Ebenso wichtig ist eine emotionale Stabilität. Wie lange dauert die Ausbildung und wie muss man sich diese vorstellen? Die Ausbildung dauert in der Regel ein Jahr und findet in Form von verschiedenen Modulen statt. Ein Teil befasst sich beispielsweise mit den Themen Hygiene, Krankheitsbilder, den verschiedenen Arten von Behinderungen sowie der Entwicklungspsychologie von Kindern. Hier arbeiten wir mit dem Institut und der Hochschule für Gesundheit «La Source» in Lausanne zusammen. Hinzu kommen künstlerische Workshops. Hier geht es um die Transformation der Kunst auf den Spitalalltag. In der Praxis werden die angehenden Traumdoktoren von erfahrenen Göttis begleitet. Die «alten Hasen» stehen dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite. Die Ausbildung gilt als bestanden, wenn die Anwärter ihren persönlich gestalteten «Doktorkittel» überreicht bekommen. Dieser ist mit dem Künstlernamen, den die Traumdoktoren frei wählen dürfen, bestickt. Die Übergabe erfolgt in der Regel durch eine feierliche Zeremonie. Somit wird aus dem Traumdoktor Junior, der er während der Ausbildung ist, der Traumdoktor Senior. Geben Sie uns einen kurzen Einblick in Ihre Tätigkeit als Traumdoktor. Neben meinen Einsätzen in Spitälern, bin ich auch in spezialisierten Institutionen unterwegs. Damit sind Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung gemeint. Mein heutiger Spitaleinsatz ging über vier Stunden. Unsere Einsätze sind in einem Dreimonatsplan dokumentiert. So weiss ich, wann ich wo im Einsatz stehe. Während einer kurzen Sitzung werden vorab die Aufgaben verteilt und die Gruppeneinteilung vorgenommen. Von der Stationsleitung erhalten wir alle wichtigen Informationen und können uns individuell auf die Kinder und die möglichen Gegebenheiten einstellen. Anschliessend legen wir eine Reihenfolge unserer Patien- 6 Schweizer Hausapotheke 7-2021

tenbesuche fest. Zum Ende unserer Visiten besuchen wir die Kinder mit einer ansteckenden Krankheit. Wie nah lassen Sie die Kinder und deren Schicksale an sich heran? Meist ist es ein Plüschtier, ein Spiel oder das Lieblingsspielzeug, das das Eis zwischen dem Traumdoktor und den kleinen Patienten*innen zum Schmelzen bringt. Manchmal aber führt der kniffligste Zaubertrick nicht zum Erfolg. Für uns Traumdoktoren ist es wichtig, dass wir die Kinder mit einer positiven Grundeinstellung zurücklassen. Was nicht passiert, ist, dass wir als Traumdoktoren von uns aus über die Krankheiten der Kinder sprechen. Anders verhält es sich, wenn die Patienten*innen das Gespräch darüber suchen. Auch wenn ich für den Moment in der Rolle des Dr. U. Fröhlich stecke, kann es vorkommen, dass mir ein Schicksal nahe geht. Prinzipiell versuche ich aber die Familienangehörigen vor meinen Gefühlen zu schützen. Jährlich besuchen 75 «Traumdoktoren» schweizweit 34 Spitäler und 27 spezialisierte Institutionen. Dabei schenken Sie rund 100 000 Kindern magische Momente. Trotzdem: Geht Ihnen die Arbeit als Traumdoktor nicht an die Substanz? Die Arbeit mit den Kindern empfinde ich als meinen Nährboden, aus dem ich mir meine Energie nehme. Zum Glück habe ich eine sehr verständnisvolle Familie, die mich auffängt. Meine Frau arbeitet als Pflegefachfrau und ist eine perfekte Zuhörerin. Auch meine Kinder sind © Stiftung Theodora_Nicole Bachmann mir eine grosse Stütze. Zudem finde ich im Sport und in der Natur den nötigen Ausgleich. In Ausnahmesituationen kann ich jederzeit auf Gespräche mit Kollegen und Psychologen zurückgreifen. Original Dr. Andres Wallwurzsalbe Bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 7-2021 7

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