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Nr. 7 Oktober/November 2017

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Beschwingt durch den Herbst

Zeit haben für

Zeit haben für Wesentliches In der Freizeit geht es nicht nur um Spass. In der Freizeit ist viel mehr möglich. Super Natural Since 1961 erhältlich in führenden Apotheken und Drogerien 26 Schweizer Hausapotheke 7-2017 www.bio-strath.com An Angeboten mangelt es wirklich nicht. Es gibt unzählige Kinos und Theater, an den Wochenenden können wir zwischen zahlreichen Konzerten auswählen, von Sinfoniekonzerten bis hin zu Jodlerabenden. Ausstellungen, Restaurants mit Spezialwochen, Vorträge, Partys, Feste, Lesungen und Veranstaltungen jeglicher Art werden angeboten. Wellness, Fitness und unzählige Sportarten können wir betreiben. Wir haben die Möglichkeit für Ausflüge, Kurzurlaube, Städtereisen oder Ferien auf der ganzen Welt. Wir können Kurse besuchen, von Atemtechnik, Tantra, Schreibkurse über Russisch, Chinesisch, Spanisch bis hin zu Klavierunterricht oder Trommelkursen – nichts scheint unmöglich. Das Angebot ist riesig, die Freizeit- und Tourismusindustrie setzt denn auch Millionen um und beschäftigt eine Vielzahl von Angestellten. Wenn wir uns fragen, wie wir unsere Freizeit gestalten wollen, dann stellt sich zuerst eine grundsätzliche Frage: Was wollen wir mit unseren Freizeittätigkeiten bezwecken? Wollen wir uns von der Arbeit erholen und regenerieren? Wollen wir kreativ sein und all das kompensieren, was uns in der Berufstätigkeit vorenthalten bleibt? Wollen wir Beziehungen zu anderen Menschen pflegen? Wollen wir uns politisch, sportlich oder kulturell betätigen? Wollen wir uns mit uns selbst auseinandersetzen? Oder brauchen wir Abwechslung, Abenteuer – oder wie man heute sagt: Action? Schon in der Antike Wer glaubt, dass der Begriff «Freizeit» ein Produkt unserer heutigen Gesellschaft sei, der irrt ziemlich. Bereits in der Antike haben die Griechen zwischen Arbeitszeit und Freizeit unterschieden. Die Menschen der höheren Schichten nutzten die freie Zeit zum Lernen und zum Philosophieren, die hart arbeitenden Sklaven erhielten pro Jahr 60 freie Tage, die sie dann an Olympischen Spielen oder an anderen Festen verbrachten. Zum Vergleich: Wochenenden, Ferien und Feiertage ergeben bei uns heute pro Jahr zirka 130 freie Tage! Auch die Römer pflegten die Freizeit. Sie prägten den Begriff «Brot und Spiele» und vergnügten sich bei Wagenrennen, in Sportarenen, in Parks oder auch in öffentlichen Bädern. Diese Freizeitkultur prägte übrigens auch das Stadtbild von Rom. Zum Beispiel mit dem Bau des Kolosseums. Mit der Industrialisierung nahm die Arbeitszeit der Bevölkerung massiv zu. 16-Stunden-Tage waren normal, zudem waren noch längst keine festen Regeln bezüglich freien Wochenenden bekannt. Für die Erwerbstätigen wurde die Arbeitszeit bis zur psychisch und physisch höchstmöglichen Grenze ausgenutzt. Die schlechte körperliche Verfassung vieler Arbeitnehmer und die zunehmende Technisierung führten dann zu einem allmählichen Umdenken. Die Arbeitszeiten sanken und die Freizeit erhielt nach und nach einen grösseren Stellenwert. Da die Anforderungen in vielen Bereichen in den letzten Jahren aber wieder massiv gestiegen sind (es wird von Angestellten zunehmend mehr Leistung verlangt und alles muss ganz schnell gehen), entwickelte sich die Freizeit zu einer ganz zentralen Zeit und zur Möglichkeit, kompensieren zu können. Grosse Unterschiede Wir wissen es: Nicht alle Menschen haben gleich viel Freizeit. Doch vielleicht ist die Frage nach der Menge der freien Zeit gar nicht die entscheidende Frage. Die Art und Weise, wie wir mit unserer freien Zeit umgehen und was wir daraus machen, ist wohl bedeutender als die Anzahl freier Stunden. Wie so oft: Qualität statt Quantität. Um fünf Uhr morgens steht sie auf, erledigt im Haus die wichtigsten Arbeiten, bereitet das Frühstück vor, kocht das Mittagessen, weckt die drei Kinder, schickt sie zur Schule und geht dann selbst zur Arbeit. Am Mittag hetzt sie nach Hause, isst mit den Kindern und verschwindet dann wieder zur Arbeit. Um 17 Uhr, wenn sie Feierabend hat, ist der Tag noch längst nicht zu Ende. Einkaufen, mit den Kindern Hausaufgaben erledigen, waschen, putzen, bügeln. Bernadette Z. ist allein erziehende Mutter von drei Kindern und arbeitet von Montag bis Freitag auf einer Bank. Daneben besucht sie auch noch eine Weiterbildung («Das ist wichtig, um meine Stelle behalten zu können»). Den Begriff «Freizeit» kennt sie eigentlich fast nur vom Hörensagen: «Wenn alles optimal läuft, so habe ich in der Woche einmal drei, bestenfalls vier Stunden, die ich ganz für mich habe und die ich als eigentliche Freizeit bezeichnen könnte», sagt

sie dazu. In dieser Zeit pflegt sie sich selbst («Ich gehe dann spazieren, nehme ein Bad, lese ein Buch oder treffe mich mit einer Freundin»). Für sie ist es wichtig, in dieser sehr kurzen freien Zeit regenerieren zu können. Ganz anders ist die Situation bei Bruno P. Er ist knapp sechzig, arbeitet nur noch fünfzig Prozent. Die Kinder sind längst ausgezogen, für den Haushalt ist seine Ehefrau zuständig. Somit verfügt er über unendlich viel Freizeit. Zwei Mal in der Woche arbeitet er nachmittags bei einem Freund in dessen Werkstatt, daneben wandert er viel, trifft Kollegen zum Jassen, spielt in einem Musikverein Trompete – und geniesst seine viele freie Zeit in vollen Zügen. Unterschiede in den Freizeittätigkeiten sind aber auch noch abhängig von den Finanzen. Nicht alle können sich ein Segelboot leisten, auch Skifahren mit einer ganzen Familie ist eine kostspielige Angelegenheit und nicht alle können sich privaten Musikunterricht leisten. So richtet sich bei vielen Menschen die Freizeit auch nach dem Geldbeutel. Was tut uns gut? Freizeit ist geschenkte Zeit. Und eigentlich geht es darum, diese Zeit so zu nutzen, dass sie uns gut tut. Doch was tut uns gut? Was brauchen wir, um einigermassen zufrieden durch das Leben gehen zu können? Und wie können wir es vermeiden, uns auch noch in der Freizeit von irgendetwas stressen zu lassen? Ein ganz interessantes Modell dazu haben die beiden Soziologen Seiwert und Peseschkian entwickelt. Sie nennen es das «Zeit-Balance-Modell». Es handelt sich um ein Modell, welches uns helfen soll, sämtliche Lebensbereiche zu berücksichtigen und sie in eine ausgewogene und sinnvolle Balance zu bringen: 1. Körper: Gesundheit, Ernährung, Erholung, Schlaf, Fitness, Lebenserwartung. 2. Lebenssinn: Philosophie, Religion, Glaube, Liebe, Selbstverwirklichung, Erfüllung, Zukunftsfragen. 3. Kontakte: Beziehungen, Familie, Freunde, Kollegen, Zuwendung, Anerkennung. 4. Leistung: Beruf, Erfolg, Geld, Vermögen, Wohlstand, Karriere. Gemäss diesem Modell wäre es also wichtig, mit den Freizeittätigkeiten einen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen, so dass alle vier genannten Bereiche letztlich in genügendem Masse berücksichtigt sind. Wer sich bei der Arbeit viel bewegen muss, soll sich in der Freizeit eher körperlich ausruhen. Wer bei der Arbeit viele Kontakte zu anderen Menschen hat, dem seien in der Freizeit Tätigkeiten empfohlen, die auch alleine ausgeführt werden können. Sicher ist, dass, wer sich verbissen nur mit einem Thema beschäftigt, früher oder später dafür büssen muss. Hartnäckige Geschäftsleute beispielsweise, die sich ausschliesslich um Geld oder Karriere kümmern und alles andere liegen lassen, werden dafür irgendwann die Quittung erhalten. Andererseits bringt es auch wenig, wenn wir den Fokus nur auf Erholung legen. Wir können nicht stetig nur Leistung bringen, wir können uns aber auch nicht permanent erholen. Die richtige Mischung wäre das ideale Mittel, um uns im Leben wohl zu fühlen. Spannung und Entspannung, mit Menschen zusammen und auch alleine sein, bewegen und erholen, etwas für den Körper und etwas für die Seele tun, über das Leben nachdenken und das Leben geniessen, Zuwendung erhalten und auch Zuwendung geben, sich selbst verwirklichen, ohne die anderen zu vergessen. Das Leben mit der Arbeit und der Freizeit so einzurichten, dass es dem Körper, dem Geist und der Seele gut tut, ist gar nicht immer so einfach. Es ist eine permanente Herausforderung und die Situation ändert sich immer wieder. Zudem gibt es keine Patentrezepte. Wir alle müssen für uns selber das richtige Mass finden. Albin Rohrer Berater, Coach, Autor, Kurs-/Seminarleiter und Musiklehrer Muskel- und Gelenkschmerzen müssen nicht sein! 200 ml Crème warm Wirkt schmerzlindernd und heilungs fördernd bei rheumatischen Muskelund Gelenkschmerzen. Basiert auf einer Mischung natürlicher ätherischer Öle und enthält zusätzlich Arnika-Ölextrakt. Impressum Schweizer Hausapotheke Verlag, Anzeigen und Redaktion Perpress Medien AG, Könizstrasse 25, 3008 Bern, Tel. 031 7409710, Fax 031 740 97 28, info@schweizerhausapotheke.ch • Geschäftsleitung Dr. Christoph Tschan, Tel. 031 740 9715 ch.tschan@schweizerhausapotheke.ch • Administration & Buchhaltung Carolyn Scheidegger, Tel. 031 740 97 10, c.scheidegger@schweizerhausapotheke.ch • Backoffice Ursula Etter • Redaktion Tel. 031 740 97 10 • Redaktions- und Produktionsleitung Sylvia Felber, Tel. 031 7409720, s.felber@ schweizerhausapotheke.ch • Korrektorat Ueli Remund • Leiter Marketing & Kommunikation Mischa Felber, Tel. 740 97 12, m.felber@schweizerhausapotheke.ch • Gestaltung Silvia Bretscher, s.bretscher@ schweizerhausapotheke.ch, Renate Hainfeld • Auflage (deutsch + französisch) 284 571 (beglaubigt WEMF 2017) • Abonnement Fr. 24.– • Erscheinung achtmal jährlich • Abonnentendienst Industriestrasse 37, 3178 Bösingen, Tel. 031 7409762 Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Melisana AG 8004 Zürich www.dul-x.ch HÄLT DICH IN BEWEGUNG Schweizer Hausapotheke 7-2017 27 DUL-X_Inserat_Creme_warm_73x282mm_d.indd 1 26.07.17 09:0

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