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Missionieren,

Missionieren, Moralisieren, Motivieren Erziehen heisst Einfluss nehmen auf das Verhalten, zunächst von Kindern. Viele Kampagnen und andere Werbung zielen auch auf Erwachsene. Belehren (Missionieren), Moralisieren (Verurteilen) und Motivieren sind verschiedene Erziehungsinstrumente: Auf welches der drei ist Verlass? Und was sind die Nebenwirkungen? Zufällig geriet ich letzthin in einen TV-Bericht über ein positives Beispiel, das anscheinend einige Erfolge in der Erziehung nicht nur von Kindern, sondern von ganzen Bevölkerungsgruppen hat. Auch solche Berichte gibt es! Es scheint ein Selbstläufer zu sein, der nicht über Missionieren und schon gar nicht über Moralisieren (und Angstmachen) funktioniert. Anlass Adipositas Unter dem Titel «Eine Stadt nimmt ab» berichtete der Weltspiegel in der ARD aus Spanien. Dort soll die Ausbreitung der Fettleibigkeit (Adipositas) in den letzten zwanzig Jahren auf gegen 50 Prozent der Bevölkerung angestiegen sein. Dies liess den Hausarzt Pineiro in Naron (Galizien) tätig werden. Aber er drohte den Menschen nicht mit frühem Tod und missionierte keine Heilmethode, sondern wollte die Leute zum gemeinsamen Aufbruch in eine gesündere Lebensweise motivieren. Besonders freut mich sein Credo: «Klar ist jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Aber es wäre ein Fehler, dem einzelnen die Schuld an dieser Krankheit zuzuschieben. Es gibt ein soziales Kennenlern-Aktion haarsystem.ch Seit über 25 Jahren sind wir als Kompetenzzentrum für Haare bestens bekannt. Wir beraten und begleiten Herren jeden Alters (sehr oft schon junge Männer ab 20 Jahren), die auf volles, schönes Haar und einen jugendlich-vitalen Look nicht verzichten möchten. Natürlich soll und wird dabei niemand Ihr kleines Geheimnis des Zweithaars erkennen. Dafür verwenden wir nur erstklassige Produkte, die grösstmögliche Natürlichkeit und maximale Tragesicherheit garantieren. Unsere Fachspezialistinnen sind erfahrene Haarprofis, die mit den neuesten Techniken vertraut sind und Sie von der ersten Beratung bis zum regelmässigen Service persönlich, kompetent und diskret betreuen. Die Erstberatung für Herrensysteme ist im Rahmen einer «Kennenlern-Aktion» auf telefonische Voranmeldung unverbindlich und kostenlos! Rufen Sie uns einfach an oder bestellen Sie unsere Gratis-Unterlagen. Perückeria / Haarpraxis by Hairplay GmbH Untere Grabenstrasse 8 CH-4800 Zofingen Telefon 062 752 57 00 info@perueckeria.ch www.perueckeria.ch www.haarsystem.ch zertifiziertes Qualitäts-Managementsystem ISO 9001:2008 50 Schweizer Hausapotheke 8-2018

Umfeld, das Übergewicht begünstigt». Da wird kein Unterschied zwischen Eigenverantwortung und sozialer Einbettung gemacht: Weder wird der Einzelne aus der Eigenverantwortung billig entlassen, noch wird ihm diese moralisierend übergestülpt. Beides spielt zusammen und deshalb soll es auch gleichzeitig (oder in eins) angegangen werden. Eindrücklich ist, wie konsequent er seine Kampagne offenbar ohne Schreckensbilder (siehe letzte Ausgabe) startet. Wie überall wissen Leute nämlich schon zuvor, dass ihre Lebensweise ungesund ist. Daher musste er weder den Mahnfinger erheben, noch mit Belehrungen über die Schädlichkeit missionieren. Ein Rezept Menschen mit schlechtem Gewissen tendieren dazu, sich abzuschotten und zu immunisieren gegen noch mehr Vorwürfe. Gleichsam nach dem Motto «Ist der Ruf (resp. die Gesundheit) mal ruiniert, lebt sich‘s gänzlich ungeniert». Leute – namentlich auch Jugendliche – lassen sich zwar gerne missionieren, wenn ihnen sinnstiftende Ziele angeboten werden. Ziele allein führen aber meist nicht über fromme Wünsche oder Sonntagsreden hinaus. Fehlt den Aufklärungen und Zielsetzungen die praktische Ebene, lösen sie keine Veränderung aus. Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen wollen etwas tun – und hören nicht gerne, was sie alles lassen sollten. Offenbar gelang es dem Arzt, in der Kleinstadt eine Entwicklung zu lancieren, in der verschiedene Gruppen mit demselben Ziel verschiedenste Aktionen starteten. Diese erstrecken sich vom gemeinsamen Laufen in Gruppen verschiedener Fitnessstufen über Gemüsepflanzen in Kindergärten bis zu öffentlichen Kochkursen mit alten Rezepten und dem Wiederentdecken alter Traditionen. Ich zitiere den Bericht des Weltspiegels «Es braucht schon viel Zuversicht, um daran zu glauben, dass man Tausende Menschen gleichzeitig dazu bringen kann, ihr Leben zu verändern». Obwohl er «als Verrückter» abgestempelt wurde, hat seine Bewegung offenbar mehrere tausend Leute dazu gebracht, sich gegen ihr Übergewicht täglich einzusetzen. Solidarität Der Bericht hebt ursprünglich nicht beabsichtigte Effekte der Entwicklung hervor: Die junge Generation beginnt sich für die alten Traditionen zu interessieren. Spiele und Tänze auf öffentlichen Plätzen – beide haben viel mit fröhlicher gemeinsamer Bewegung zu tun –, gewinnen ihre Anhänger zurück und lassen ein neues Gemeinschaftsgefühl wachsen. Ein Mädchen erzählt, dass sie ihre Grossmutter nach den Spielregeln fragt, wenn sie sie nicht mehr kennen oder uneins sind, was gelten soll. Eine andere ist begeistert, dass bei den alten Spielen Mädchen und Buben gemeinsam mitmachen können, was beim Fussball nie gelinge. Andere berichten, wie ihnen die Gemeinsamkeit der Aktionen hilft, sich auch dann zu motivieren, wenn der Schwung nachlässt oder trübe und träge Stimmungen drohen, im Bemühen nachzulassen. «Wenn der Nachbar auch mitmacht, dann kriegst du so ein ‚Wir schaffen das’-Gefühl.» Aus der Solidarität und dem Generationen übergreifenden Ansatz erwachsen Stolz und Selbstachtung. Und auch dieser ist zugleich individuell und solidarisch. Die Solidarität ist ein Motor: Sie ist nicht primär auf Leistung ausgerichtet, nicht auf individuellen Erfolg und schon gar nicht auf Konkurrenz. Das Miteinander ist Ziel und Freude. Sie motiviert nach meiner Überzeugung besser als Ehrgeiz, Neid und Konkurrenz. Vielfalt Aber damit die Entwicklung zum Laufen kommt, braucht es auch Ideen, Kreativität und Kooperation; denn langweilig darf es nicht werden. Besonders imponiert mir im Bericht, wie breit die entwickelten Aktivitäten gestreut sind. Im Zentrum stand anfangs sicher auch hier die Verbesserung des Bewegungs- und des Essverhaltens. Aber die Aktionen blieben nicht auf ihre angepeilten Missstände fixiert. Es ist nicht nur die gemeinsame Anstrengung, sondern vor allem auch die Ausweitung der Angebote gemeinsamer Gestaltung, die Raum lässt für den «Weder-Sport-noch-Küchen-Interessierten». Die verschiedenen Haltungen und Interessen werden nicht gegeneinander ausgespielt, es scheint keine Preise und Ehrentitel zu geben. Die Bevölkerung wurde ursprünglich mit Handlungsangeboten motiviert und motiviert sich jetzt gegenseitig. Es scheint, dass die Stadtgemeinschaft sich selber in Schwung hält respektive das Motivieren übernommen hat. Verantwortung Ich komme nochmals zurück auf die ärztliche Erklärung: «... es wäre ein Fehler, dem einzelnen die Schuld an dieser Krankheit zuzuschreiben... ». Die Moralisierung von Krankheit hat eine lange Geschichte. Über Jahrhunderte wurden Beschwerden und Krankheit als Strafe Gottes für begangene Sünden interpretiert. Noch früher – beim biblischen Hiob – sind sie Prüfungen, um sich in der Glaubenstreue zu beweisen. Mit den Erfolgen der Naturwissenschaft werden natürliche Ursachen ausserhalb des Einzelnen Inserat Hausapotheke deutsch:Layout 1 07.09.2017 16:08 Seite 1 Erhältlich in Reformhäusern, Drogerien, Apotheken und MÜLLER Reformhaus Vital Shops Herrlicher Teegenuss für gemütliche Wintertage. Für sich selbst, für die Familie oder als wundervolles Geschenk. Schweizer Hausapotheke 8-2018 51

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