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Nr. 8 / 2018

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otZeit für alle Wer

otZeit für alle Wer glaubt, dass Hunger nur viele tausend Kilometer von uns weg ein Thema sei, der täuscht sich. Hunger ist allgegenwärtig – und zwar gleich vor unserer Haustüre. Uschi Glas – als Schauspielerin seit fünfzig Jahren bekannt – erzählt im Interview, wie sie diesem Thema mit der brotZeit ein Gesicht gegeben hat. Seit fast zehn Jahren starten Grundschulkinder in Deutschland gestärkt in den Schulalltag. Nach einer langen «Irrfahrt» durch die Münchner Innenstadt erreiche ich pünktlich mein Ziel: die Maximilian-Strasse. Es ist Oktoberfest-Zeit – dementsprechend sehe ich fast nur Menschen in Dirndl und Lederhosen. Der Bayer nennt das wohl fesch. Das hat etwas, auch wenn das Outfit ein wenig fremd auf mich wirkt. Dunkelblauer Himmel. Rund um das Hotel ausgelassene Stimmung. In der Hotelhalle warte ich mit gros- ser Vorfreude auf Uschi Glas. Nicht jeden Tag treffe ich einen wirklichen Star. Pünktlich dreht sich die Türe und sie steht vor mir und sagt mit einem herzlichen Lachen: «Warten Sie auf mich?» Wir ziehen uns in die hinterste Ecke der Halle zurück, wo wir uns in Ruhe über ihren Verein unterhalten können. Frau Glas, warum haben Sie die brotZeit ins Leben gerufen? Es war an einem wunderbaren Herbsttag mit dunkelblauem Himmel – wie heute. Ich sass im Auto und München präsentierte sich einmal mehr von der schönsten Seite. Die Theatinerkirche leuchtete in ihrem Gelb und der schöne Odeonsplatz – für mich immer wieder Highlights. Bis die Meldung im Radio kam: 3000 Grundschulkinder in München und Umgebung haben massiv Hunger. Sie kommen ohne Frühstück im Bauch zur Schule und haben in der Regel auch kein Znüni dabei. Das fuhr mir ein. Es ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich erschrak und konnte mir im Moment nicht vorstellen, was das bedeutet. Zu Hause erzählte ich das eben Gehörte meinem Mann. Glücklicherweise stiess 6 Schweizer Hausapotheke 8-2018

ich bei ihm nicht auf taube Ohren. Wir überlegten gemeinsam, in welcher Form wir helfen könnten. In München gab es zu dieser Zeit etwa 135 Grundschulen, die wir alle per Fax anschrieben. Unsere Frage lautete kurz und bündig: «Habt ihr an eurer Schule hungernde Kinder? Bitte ein Ja oder Nein ankreuzen.» Das Resultat war deprimierend. Ein grosser Teil schrieb zurück: «Ja, wir haben massiv Hunger an unserer Schule.» Wir nahmen zuerst mit vier Schulleitern Kontakt auf und fragten sie, was wir machen könnten. Die Antwort war bei allen: «Bringt uns Zwieback. Unsere Kinder sind unterzuckert, müde und sie können sich kaum konzentrieren.» In einem ersten Schritt versorgten mein Mann und ich 52 Klassen mit grossen Kisten – gefüllt unter anderem mit Knäckebrot, Müesli und Zwieback. Die Kisten haben wir dann immer wieder aufgefüllt – bis wir merkten, dass unsere Aktion keine Hilfe, sondern eher eine Notversorgung darstellte. Wir waren mit dieser Lösung nicht zufrieden. Eine sehr engagierte Schulleiterin sprachen wir erneut an. «Sollen wir Suppe kochen oder was können wir tun?» «Mein absoluter Traum wäre, dass wir den Kindern jeden Morgen ein Frühstück anbieten könnten.» Eine wunderbare Idee! Wie kam es zur Umsetzung? Wir erzählten einem grossen Lebensmittelunternehmer in Deutschland von unserem Projekt. Er war sofort einverstanden, Lebensmittel für unser Frühstücksangebot gratis abzugeben. Künftig belieferte er die bis zu diesem Zeitpunkt ausgewählten Brennpunktschulen mit Lebensmitteln. Jeden Morgen stand nun ein reichhaltiges Buffet für die Kinder bereit. Ein Stolperstein war, dass die Schulen in der Regel zwar einen Raum zur Verfügung hatten, aber niemand für die Frühstücksausgabe abrufbar war. Es waren im Schnitt achtzig Kinder pro Schule, die frühstücken wollten. Das heisst auch achtzig Teller, Gabeln, Messer, Löffel und Tassen bereitstellen, abwaschen und dazu die Kinder betreuen. Für uns war klar, dass, wenn wir es machten, es jeden Tag ein Frühstück geben sollte. Aber die Schulen konnten für diese Arbeit niemanden delegieren. Wie haben Sie dieses Problem gelöst? Unsere Idee von damals hat sich als geniale Lösung erwiesen: Wir haben Menschen angesprochen, die nicht mehr in einem Arbeitsprozess stehen. Das heisst Seniorinnen und Senioren. Bis zum heutigen Tag haben wir immer und an allen brotZeit-Schulen ein Frühstück ausge- Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Apotheke Stadelhofen, www.drandres.ch Schweizer Hausapotheke 8-2018 7

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