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Nr. 8 / 2020

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UR SCHWEI- ZERISCH GUT

UR SCHWEI- ZERISCH GUT Anfang der Zwanzigerjahre nahm ein Bäcker aus Zweisimmen die ersten Hafergüetzi aus dem Ofen. Heute, fast hundert Jahre später, gibt es diese feinen und vollwertigen Kreationen immer noch. Daniel Gerber, der Enkel von Karl Gerber, sorgt zukunftsweisend für den Fortbestand dieser langen Familientradition. Die Zutaten für die feinen Güetzi sind kein Geheimnis: Die acht knusprigen und gesunden Sorten bestehen ausschliesslich aus naturbelassenen Rohstoffen. Die rund 15 Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. So entstehen mit feinen Gewürzen und ganz viel Sorgfalt und Erfahrung feine und gesunde Biscuits. Fünf davon sind vegan, sieben laktosefrei – und bei allen wird auf Palmöl verzichtet. Auch die Geschichte, die sich um die Backstube der Bäckerei, Conditorei und Spezerei Gerber in Zweisimmen dreht, ist kein Geheimnis. Daniel Gerber beantwortet meine Fragen offen und engagiert. Herr Gerber, wer ist der Mann, der seit 20 Jahren hinter den Original Gerber Biscuits steht? (Er lacht und meint, dass er sich diese Frage auch jeden Tag stelle.) Spass beiseite. Ich habe in meinem Leben sehr viel auf mich genommen und erlebt. Die Biscuit-Geschichte ist sicher ein wichtiger Teil. Mein Bruder übernahm von meinem Onkel das Biscuit-Geschäft. Im Jahr 2000 wollte er das Familienunternehmen «verscherbeln». Zu dieser Zeit hatte ich plötzlich Lust, mich in diesem Business zu engagieren. Gleichzeitig stand ich als Fotograf in den goldenen Zeiten, die damals noch herrschten. Trotzdem habe ich mich darauf eingelassen und eine GmbH gegründet. Damals war mir noch nicht klar, was das langfristig bedeutet. 2006 starb mein Bruder, der noch in der Firma angestellt war. So stand ich ein halbes Jahr selber in der Backstube. Nach diesen sechs Monaten stellte ich eine gelernte Bäckerin ein, die fortan zehn Jahre in der kleinen Backstube meines Elternhauses wirkte. Wo stehen Sie heute? Es ist sehr viel passiert, auch mit dieser Firma. Es ging immer weiter und weiter. Heute ist eigentlich alles geregelt und ich bin sehr zuversichtlich. Mein Ziel ist es, wieder vermehrt zu fotografieren. Die Fotografie ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. In Zukunft möchte ich alles so organisieren, dass ich meinen Alltag auch geniessen kann. Seit vier Jahren werden die Original Gerber Biscuits von einer «Lohnbäckerei» hergestellt. Die Produktion ist somit in guten Händen. Dass ich keine eigene Backstube mehr habe, bedaure ich sehr. So fällt leider auch die Nähe zum Verarbeitungsprozess der Rohstoffe weg; das war immer ein schöner und sehr sinnlicher Teil dieser Firma. Im Elternhaus ist die Backstube winzig klein und für die heutige Produktion nicht mehr geeignet. Im Moment bin ich aber zufrieden. Was die Zukunft bringen wird, weiss ich nicht. Ich bin gespannt darauf. Machen wir eine Reise in die Vergangenheit. Es war einmal ...? ... mein Grossvater. Er war Bauer und Bäcker. Vor langer Zeit kaufte er im Dorfzentrum von Zweisimmen ein Wohn- und Geschäftshaus. Oben wohnte die Familie und unten befand sich ein Laden mit angrenzender Backstube. Als Bäcker bekam er schon bald von Kurärzten den Auftrag, ein Gebäck zu entwickeln; es sollte gesünder und vollwertiger sein als bereits bestehende. Karl Gerber kreierte sein Hafergüetzi – und eine Erfolgsstory nahm ihren Lauf. Mein Grossvater war sehr ehrgeizig. 1925 zog er aus, um in Paris und London 6 Schweizer Hausapotheke 8-2020

am «Salon de la Boulangerie et Pâtisserie» teilzunehmen. Dort gelang es ihm, mit seinem gesunden Gebäck eine Goldmedaille zu gewinnen. Er war von der damals neuen Reformbewegung angetan, die als Gegenbewegung zur Industrialisierung entstand. Was ihn dazu bewegte, diese zu unterstützen, ist mir nicht bekannt. Ich weiss aber, dass mein Vater und mein Onkel überzeugte Anhänger von Rudolf Steiner waren. Diese Lebensform war bei uns stark verankert und führte dazu, dass unsere Ernährung immer sehr gesund und gut war. Aber auch das Geniessen kam nie zu kurz. Wenn mein Vater in der Backstube stand, dann waren auch oft Zucker und Butter mit im Spiel: So entstanden in der kleinen Backstube neben den gesunden Hafergüetzi auch Cremeschnitten oder Nussstängeli. Dann waren Gerbers alle Bäcker? Ja, sie beherrschten dieses Handwerk alle. Mein Vater entschloss sich aber im Alter von dreissig Jahren, sich der Kunst zu widmen. Er reiste nach Berlin, um dort Kunst zu studieren «FÜR MICH IST WERTSCHÄTZUNG ETWAS ZENTRALES.» und wurde Kunstmaler. Mein Onkel war auch gelernter Maschinenbauer und praktisch sehr begabt. Er konstruierte und baute eine Verpackungsmaschine, die in der winzigen Backstube zum Einsatz kam. 1958 wurde der alte Backofen durch einen modernen Tunnelofen ersetzt. Die ganze Produktion lief immer auf kleinsten Raum. Es war eine Erfolgsgeschichte, obwohl keiner auf einen grossen Profit aus war. Morgens um sechs Uhr begann die Produktion und am Nachmittag fuhr mein Onkel oft in die Berge, um sein Modellflugzeug zu starten. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Wie ging es weiter mit den Hafergüetzi? Irgendwann wurde die Produktion der Hafergüetzi zum Hauptgeschäft. Reformhäuser wie Müller am Rennweg und Egli, die damals schon existierten, waren die Hauptkunden und wurden regelmässig beliefert. Wie diese Zusammenarbeit entstand, weiss ich leider nicht. Ich kann mich aber gut erinnern, dass ich als Kind mithalf, die Hafergüetzi für die Reformhäuser zu verpacken. Karl Gerber mit seiner Frau. Seine Güetzi sind bis heute gesund und beliebt. Im Jahr 2000 übernahmen Sie die Firma. War dieser Schritt eine grosse Herausforderung für Sie? Diese Firma ist für mich mit viel Herzblut, Lie- © zvg Original Dr. Andres Wallwurzsalbe Bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage. Dr. Andres Pharma AG Schweizer Hausapotheke 8-2020 7

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