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Seelenhunger | Immunsystem | Pilates

Seelenhunger stillen

Seelenhunger stillen Wenn wir essen, um uns besser zu fühlen, dann ist das an sich erst einmal völlig natürlich. Schliesslich hat die Natur es so eingerichtet, dass Essen Genuss bereitet und uns zufrieden macht. Problematisch wird es allerdings dann, wenn wir unsere emotionalen Bedürfnisse ständig durchs Essen stillen möchten. Warum wir essen, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Wir essen nicht nur, weil wir Hunger verspüren, nein, wir essen auch, weil es Essenszeit ist, weil Essen herumsteht, weil wir etwas Bestimmtes riechen – und auch, weil wir emotionale Löcher stopfen. Je nachdem, welches Ausmass die Gründe ausser körperlichem Hunger einnehmen, kann das enorme Folgen für das Wohlbefinden mit sich bringen. Gewichtszunahme, unreine Haut durch eine «falsche» Lebensmittelwahl, ein aufgedunsenes Körpergefühl und das gute alte schlechte Gewissen sind nur einige mögliche Folge von emotionalem Essen. Flucht ins Essen Stress, Angst, Verzweiflung… Unsere Gefühle sowie die dazugehörenden Gedanken regen unsere Nebennieren an, Cortisol und Adrenalin auszuschütten. Dabei befinden wir uns per manent im Flucht- und Angriffs-Modus. In diesem inneren, oft unbemerkt ablaufenden Kampf arbeitet unser Nervensystem auf Hochtouren. Wer angreifen oder verteidigen muss, der be nötigt genügend Kalorien – so die urzeitliche Vorstellung des Typus Mensch. Klar, unser Körper macht uns glauben, essen zu müssen. Dabei liegt die Lösung auf ganz anderen Ebenen. Leider gibt es noch keine Schulfächer wie Lebensfreude, Glücklichsein, Gedanken- Gefühle- Beeinflussung, Seelenhunger stillen. Dafür steht jede Menge Schokolade, Chips, Inserat Hausapotheke deutsch:Layout 1 07.09.2017 16:08 Seite 1 Erhältlich in Reformhäusern, Drogerien, Apotheken und MÜLLER Reformhaus Vital Shops Herrlicher Teegenuss für gemütliche Wintertage. Für sich selbst, für die Familie oder als wundervolles Geschenk. 12 Schweizer Hausapotheke 8-2017

Rotwein und Bier zur Verfügung oder was dem Menschen sonst noch alles einfällt, um sich irgendwie abzuschalten. Alkohol und Nikotin sind Nervengifte, Intern etund Handy-Sucht betäuben Gehirnfunktionen! Körperlicher Hunger Körperliche Hunger macht sich meist durch einen leeren Magen bemerkbar. Er kommt schleichend, breitet sich allmählich in unserem Körper aus und nagt im Innern. Begleitet werden kann dieser Hunger durch Konzentrationsschwierigkeiten, Gedanken an das Essen, leichte Kopfschmerzen, ein Schwächegefühl und in sehr starken Fällen oder bei sensiblen Menschen auch durch Zittern oder Kreislaufprobleme. Körperlicher Hunger richtet sich normalerweise nicht auf spezielle Lebensmittel oder Gerichte aus. Selbstverständlich können wir Appetit auf etwas Bestimmtes haben, der physische Hunger lässt sich jedoch auch durch etwas anderes stillen. Dies ist ebenfalls ein deutliches Kennzeichen des physischen Hungers: Wir verspüren eine Sättigung. Je nachdem, wie viel wir essen und welche Nahrung wir auswählen, erfahren wir etwa 20 bis 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme ein Sättigungsgefühl. Körperlicher Hunger lässt sich meist eine Weile ertragen, bis er so nagend wird, dass wir ihn ganz einfach befriedigen müssen. Seelenhunger Im Gegensatz zum rein körperlichen Hunger steht der emotionale Hunger. Er kommt häufig schlagartig und will sofort befriedigt werden. Allerdings kann auch körperlicher Hunger in besonderen Fällen sehr plötzlich akut werden. «Kampf» der Gewohnheit Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es in unserem Gehirn ein Areal gibt, in dem Gewohnheiten abgespeichert werden, die so genannten Basalganglien. Dieser Bereich ist dafür verantwortlich, dass wir uns bei gewohnheitsmässigen Handlungen nicht mehr bewusst überlegen müssen, was wir nun genau machen müssen. Das Problem mit den Basalganglien ist, dass wir mit unseren Absichten kaum auf sie zugreifen können, weil dieser Bereich unseres Gehirns unserem bewussten Willen nur schwer zugänglich ist. Wir können also kaum eingreifen, wenn eine Gewohnheit erst einmal in Gang gesetzt ist. Das Gehirn reagiert auf bestimmte Auslösereize und sorgt dann dafür, dass unser gewohnheitsmässiges Handeln in Gang gesetzt wird. Mit jeder dieser Handlungen stillen wir ein Verlangen. Und jedes Mal, wenn wir unsere Gewohnheit ausführen, erhalten wir dafür eine gefühls mässige Belohnung. Die Routine einer Handlung ist also immer eingebettet zwischen Auslöser und Belohnung. Wenn wir alte Gewohnheiten loswerden wollen, funktioniert das am besten, indem wir sie durch neue Gewohnheiten überlagern. Dazu muss ein neues Verhalten mit dem alten Auslöser verknüpft werden und möglichst gut das gleiche Bedürfnis erfüllen, das bisher mit der alten Gewohnheit befriedigt wurde. Wenn zum Beispiel der Blutzucker deutlich absinkt, was bei einigen Menschen nach körperlicher Belastung oder aufputschenden Substanzen wie Koffein der Fall sein kann. Das bezieht sich meistens auf ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Gericht. Häufig essen wir, ohne uns darüber Gedanken zu machen, einfach aus einem inneren Impuls heraus. Emotionaler Hunger allerdings kann durch Essen nie gestillt werden, im Gegenteil, wir verspüren überhaupt keine Sättigung und vielfach sogar ein schlechtes Gewissen. Bei Essstörungen kann auch der befriedigte körperliche Hunger zu einem schlechten Gewissen führen. Klare Anzeichen Wenn wir immer wieder zum falschen Zeitpunkt essen, ohne wirklich Hunger zu haben, wenn wir unser Sättigungsgefühl missachten und zu viel oder zu wenig essen, wenn wir trotz eigentlich besseren Wissens das «Falsche», weil zu fett, zu süss oder zu einseitig, essen oder wenn sich unsere Gedanken stets um das Thema Essen und Figur drehen, dann, ja dann spricht doch einiges dafür, dass auch wir Essen als Ersatzbefriedigung einsetzen, dass wir unserem Seelenhunger erlegen sind. Wir greifen zum Essen, wenn wir uns eigentlich nach etwas ganz anderem sehnen. Zum Beispiel nach Aufmerksamkeit oder Liebe. Doch Die gute Wahl gegen Schmerzen. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen • schmerzlindernd • entzündungshemmend • abschwellend Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Iromedica AG, St. Gallen Schweizer Hausapotheke 8-2017 13

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