Aufrufe
vor 9 Monaten

Teddy Zeit 2017

  • Text
  • Kinder
  • Eltern
  • Schweizer
  • Grosseltern
  • Hausapotheke
  • Teddyzeit
  • Kindern
  • Angst
  • Babys
  • Magnesium
Das Magazin für junge Familien. Von der Schwangerschaft bis zum Schuleintritt. Gesundheit, kindliche Entwicklung, Familie, Psychologie und Ernährung. Wertvolle Tipps zu Fragen von Pflege und Einsatz von Produkten, damit sich die Kleinsten auch wohl fühlen.

Emotionale Begleiter

Emotionale Begleiter Fast jedes Kleinkind hat ein Schmuseobjekt, mit dem es nuckelt. Nuggi, Daumen, Decke, Kissen oder Schmusetüchli, alle haben die gleiche Wirkung: Sie sind die besten Tröster, die wichtigsten Einschlafhilfen. T atsächlich sind sie für kleine und grössere Kinder oft über viele Jahr die treuesten Freunde in allen Lebenslagen: Trostspender, Mutmacher, Böse- Träume-Verscheucher, Kummerkästen, Tränentrockner, Spielkameraden, Reisebegleiter und vieles mehr: schlicht und einfach die allergrössten Schätze! Ausruhen, Stressverarbeitung und Einschlafen sind nur damit möglich. Doch wehe, man will ihnen diese wegnehmen, dann gibt es Zeter und Mordio. Der Geruch des «Nuschelis» oder Kuschelbärs, das Nuckeln am Daumen oder Nuggi sind für das Kind eben Konstanten, auf die es sich verlassen kann. Denn Mutter und Vater sind nicht mehr jederzeit verfügbar, das «Übergangsobjekt», wie es der amerikanische Kinderarzt und Psychoanalytiker Winnicott nannte, aber schon: «Es hilft einem Kind beim Heranwachsen dabei, der Welt ohne seine Eltern zu begegnen.» Ist aber das gewünschte «Objekt» nicht auffindbar, um so schlimmer! Wieso nuckelt ein Kleinkind, obwohl es vielleicht schon sprechen, Velöli 24 TeddyZeit 2017 schweizer hausapotheke fahren, schwimmen und trotz noch geringem Wortschatz manchmal sogar schon recht frech sein kann? Und warum braucht es sein Tierli oder «Nuscheli» mehr als alles andere? Weil erwiesenermassen Nuggi, Daumen, Schmusetüchli, Kuschelbär einem tragbaren Mutterersatz gleichkommen. Denn die Ablösung von der Mutter – aus der mütterlichen Symbiose – beginnt bereits bei der Geburt und vollzieht sich in vielen kleinen Schritten, welche die ersten ins eigene Leben sind und für das Kind eine grosse Herausforderung über viele Jahre hinweg bedeuten. Nuckelentwöhnung ohne Zwang Nuckeln, respektive der Nuggi und der Daumen gelten, auch wenn diese eine wichtige Bedeutung für das Kind haben, als «Ersatzobjekte», welche Eltern möglichst oft durch echten Körperkontakt und Nähe ersetzen sollten. Das Nuckeln entspricht einem menschlichen Saugbedürfnis und beruhigt das Kind ungemein. Saugen ist ein angeborenes Instinktverhalten, das nicht nur die Ernährung sicherstellt, sondern auch Trost, Beruhigung und Wärme erzeugt und beim Kind besonders intensive und befriedigende Gefühle hervorruft. Der Säugling saugt sich Leben und Lust ein, erst von der Mutter, später von der Flasche. Das Kleinkind findet Geborgenheit und Halt beim Nuckeln, grenzt sich nach aussen ab und zieht sich in seine «Schmusenische» zurück. Der Nuggi, diese Brustwarzenattrappe, im englischen Sprachraum Pacifier, also Friedensstifter genannt, ist zur Nummer eins im Leben eines Kleinkindes aufgestiegen. Manche Babys nehmen zwar den Nuggi gar nicht an, müssen aber auch nicht zwangsläufig zu Daumenlutschern werden. Andere können nicht ohne Nuggi sein – und laufen noch mit zwei Jahren den ganzen Tag mit dem «Stöpsel» im Mund herum. Nuckeln gibt dem Kind die Möglichkeit, sich selbst zu bemuttern, vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Daran hält es sich fest. Doch das Kuscheln und Schmusen seitens der Eltern darf nie vernachlässigt werden und ist für Kinder und deren Entwicklung äusserst wichtig.

Die Probleme beginnen erst da, wo Erwachsene die Bedeutung des Saugbedürfnisses unterschätzen – und auch dessen Dauer. Ade Nuggi und Daumenlutschen! Wenn Babys und Kleinkinder weinen, wollen Eltern sie instinktiv als erstes trösten, beruhigen oder ablenken. Diese Situation ist völlig normal, sagen Erziehungsberater. Oder das Kind weint in der Nacht hysterisch, schreit zuerst nach seinem Nuggi und schleudert zum Erstaunen seiner Eltern trotzig den Ersatz-Tröster aus dem Bett. Schreiende oder tobende Kinder sind kaum zum Aushalten. Warum sie dies tun, können sich die verzweifelten Eltern nicht so recht erklären, doch jetzt sind sie gefordert. Fast gar nichts verstört Eltern so sehr wie ein herzzerreissend weinendes Kind. Hat es Hunger oder Schmerzen? Niemand weint grundlos, auch ein Baby nicht. Weinen ist sein primäres Kommunikationsmittel. Es gilt deshalb, ein weinendes Baby nie zu ignorieren. Früher glaubte man noch, das Schreien würde seine Lunge und Brustmuskulatur stärken. Aber das Kleine könnte ganz einfach Angst haben allein zu sein und seine Ablösungströster Nuggi, Daumen und Kuschelbär zu verlieren. Den Daumen kann man dem Kind nicht wegnehmen; Kleinkindern das Daumenlutschen abzugewöhnen ist deshalb schwierig. In den ersten zwei Jahren lutschen praktisch alle Kinder. Die einen benützen einen Nuggi, andere saugen am Daumen oder an den anderen Fingern. Zwar nimmt die Häufigkeit des Nuckelns nach dem zweiten Lebensjahr ab, doch mehr als die Hälfte der Vierjährigen mag nicht darauf verzichten. Im Allgemeinen sollten die Kinder ihren Nuggi mit drei Jahren abgeben, weil dann des Nuckelns wegen oft schon die ersten Zahnfehlstellungen drohen. Wenn jedoch das Nuggi- und Daumenlutschen zum Machtkampf zwischen Eltern und Kind wird, ist das Kind vielleicht noch nicht bereit für eine Entwöhnung. Diese fällt oft ausgerechnet mit dem Kindergartenstart zusammen, einer Zeit grosser Veränderungen und damit der Unsicherheit für die Kinder. Gerade jetzt brauchen sie – wie erwähnt – mehr verständnisvollen Halt und liebevollen Schutz. In dieser Zeit noch den Nuggi wegzunehmen ist eher schwierig. Erzwungen werden sollte jedenfalls nichts. Auch wäre es falsch, dem Kind mit Tricks oder Angstmachern wie dem «Daumenabschneiden» oder dem Daumeneinschmieren oder gar mit dem Zahnarzt zu drohen. Für das Kind wären dies demütigende Aktionen, die den Wunsch nach tröstlichem Nuckeln nur noch erhöhen würden. Die Entwöhnung sollte auf jeden Fall behutsam vor sich gehen. Es darf nicht vergessen werden, dass das Kind zu seinem Nuggi einen sehr persönlichen Bezug hat – es kann auch süchtig danach sein. Kleinere Kinder – ab Ende des zweiten Lebensjahres – können langsam durch ständige schrittweise Reduktion der «Nuggizeit» entwöhnt werden. Manchmal hilft es, wenn der Nuggi einfach mal verloren geht. Aber es muss darauf geachtet werden, wie schwer das Kind den Verlust nimmt. Jedenfalls sollte es nicht verzweifelt nach seinem Nuggi brüllen müssen. Für Eltern ist es ganz besonders wichtig, dass sie gerade auch bei grösseren Kindern ihre eigenen Gefühle verantwortungsbewusst mitteilen und innige Nähe weitergeben, wenn die Kinder weinen oder toben; das heisst bei ihnen zu bleiben, sodass sie sich auch in dieser Situation geliebt und akzeptiert fühlen. Wenn Kinder schliesslich erste Sätze formulieren, fällt es ihnen nicht immer leicht, in Worte zu fassen, was der Grund für ihr Unbehagen ist. Deshalb müssen Erwachsene aufmerksam zuhören und die Kinder zu Ende reden lassen. Aber Strafen auszuteilen oder Belohnungen in Aussicht zu stellen, um einen Schlusspunkt hinter das Thema «Nuggizeit» setzen zu können, sind Ausdruck von Machtausübung. Ist die Macht zu ungleich verteilt, fühlen sich Kinder unsicher. Kuschelbär als Trostund Spielgefährte Zum einen dient das Lieblingsstofftier den meisten Kindern als Einschlafhilfe, zum anderen als Trostspender und Kraftquelle für Situationen, in denen sie Halt brauchen. Da heisst es Halt zu geben, zu trösten, einfach da zu sein. Greifbar. Das Kind lässt durch das Kuscheltier sein Befinden ausdrücken, um sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen, um sich etwas bewusst zu machen. So avanciert das Kuscheltier zum emotionalen Begleiter. Es ist eine vom Kind entwickelte Strategie zur Alltagsbewältigung und ist Teil des Selbstheilungsmechanismus. Das Kind muss ernst genommen und es soll ihm geholfen werden sich zu entwickeln – dazu gehört auch, sein Kuscheltier ernst zu nehmen und das Kind so wertzuschätzen. Kinder, die mehr als ein Lieblingsstofftier haben, verteilen die unterschiedlichen Rollen meist auf mehrere Stofftiere. Aber nur zu einem bauen sie eine intensive Beziehung auf und machen es zum ständigen Begleiter. Selbst Erwachsene verbinden Kindheitserinnerungen mit Kuscheltieren. Bei den meisten ist es übrigens der Teddybär. Jacqueline Trachsel schweizer hausapotheke TeddyZeit 2017 25

Unsere Magazine

Schweizer Hausapotheke

Nr. 3 April/Mai 2018
Nr. 2 März/April 2018
Nr. 1 Februar/März 2018
Nr. 8 Dezember/Januar 2017
Nr. 6 September/Oktober 2017
Beckenbodentraining
Ernährung im Alter
Gewinnen Sie einen Gatsby Elektromobil-Oldtimer im Wert von Fr. 4450.00

Teddy Zeit

Teddy Zeit 2018
Teddy Zeit 2017