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Teddy Zeit 2017

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Das Magazin für junge Familien. Von der Schwangerschaft bis zum Schuleintritt. Gesundheit, kindliche Entwicklung, Familie, Psychologie und Ernährung. Wertvolle Tipps zu Fragen von Pflege und Einsatz von Produkten, damit sich die Kleinsten auch wohl fühlen.

Lachen ist gesund Humor

Lachen ist gesund Humor ist nicht nur einfach lustig. Humor ist entscheidend für die Entwicklung eines Kindes und sein Wohlbefinden. Die vierjährige Anika zieht sich einen Socken ihres Vaters über den Kopf. Sie lacht und lacht und hüpft damit überglücklich durch die ganze Wohnung. Genau solche Situationen findet sie extrem lustig. Dann sagt der Vater zu ihr, sie solle doch aus dem Fenster schauen, es fliege gerade ein grüner Elefant am Fenster vorbei und er habe eine Gitarre im Rüssel. Auch das findet Anika äusserst lustig. Kleinere Kinder finden alles lustig, was sie als «nicht normal» erkennen. Ebenso amüsieren sie sich über sich reimende, aber gleichzeitig sinnlose Verse. Zum Beispiel: Der Peter ist ein Meter und Hans ist eine Gans. Kinder lachen deutlich mehr als Erwachsene (was ja eigentlich für die Erwachsenen schade ist…), man schätzt, dass Kinder etwa zwanzigmal mehr lachen als Erwachsene. Und wie bereits erwähnt, lachen sie nicht über dieselben Dinge wie Erwachsene. Was Kinder lustig finden, hängt von ihrem Alter und von ihrem Entwicklungsstand ab. Je weiter die sprachliche Entwicklung fortgeschritten ist, desto mehr finden Kinder Verse, Reime oder Sprüche, über die sie lachen können. Wollen also Eltern ihren Kindern etwas Lustiges erzählen, so müssen sie den Entwicklungsstand des Kindes genau kennen, damit ein Witz dann auch wirklich verstanden wird und damit das Kind darüber lachen kann. Wenn Babys im Alter von etwa fünf Wochen das erste Mal lächeln, dann hat das mit Humor noch nichts zu tun. Das gehört zum normalen Entwicklungsprozess und hat viel mehr mit der Beziehung zur Person zu tun, die angelächelt wird. Der Humor entwickelt sich ungefähr im Alter von zwölf Monaten. Dann beginnen Kinder zu entdecken, was Erwachsene lustig finden und worüber Erwachsene lachen. Und das finden Kinder ganz spannend. Sie beginnen dann, lustige Tänze aufzuführen, Vaters Kleider anzuziehen oder auch am Tisch allerhand Faxen zu machen. Nach und nach müssen Kinder dann auch lernen, dass Erwachsene nicht ganz alles lustig finden, was sie auf­ 4 TeddyZeit 2017 schweizer hausapotheke

führen. Kinder spüren aber sehr genau, dass sie mit ihren humorvollen Einlagen die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich ziehen. Das gibt ihnen auch ein Gefühl von Macht. Ganz besonders witzig finden Kinder übrigens all das, was auf irgendeine Art widersprüchlich erscheint. Eben zum Beispiel einen fliegenden Elefanten oder eine Socke auf dem Kopf statt am Fuss. Humor kann man fördern Dass humorlose Eltern den Humor des Kindes nicht gerade fördern, liegt auf der Hand. Eltern, die mit ihren Kindern immer wieder lustige Spiele machen und auf den Humor des Kindes eingehen, zeigen dem Kind, dass Humor dringend zum Leben gehört und ganz entscheidend ist für eine gesunde Entwicklung und auch für das allgemeine Wohlbefinden. Ein buddhistischer Spruch übrigens bringt das auf den Punkt: «Das Leben meistert man entweder mit einem Lächeln oder dann gar nicht.» Oder wie es Charles Dickens ausdrückte: «Es gibt keine besser Form mit dem Leben fertig zu werden als mit Liebe und mit Humor.» Ein humorvoller Umgang mit den Kindern sollte deshalb ein «Muss» für alle Eltern sein. Ganz einfach ist es aber nicht immer für Eltern, den Humor des Kindes auf eine gute Art zu fördern. Kinder sollen in einer fröhlichen Atmosphäre aufwachsen, sie müssen aber auch lernen, worüber man lachen darf und worüber man nicht lachen soll. Wenn Eltern auf einem Spaziergang einer gehbehinderten Person begegnen, die sich sehr eigenartig fortbewegt, so sollten Kinder irgendwann einschätzen können, dass darüber nicht in aller Öffentlichkeit gelacht werden darf und dass man darüber eigentlich keine Witze macht. Eltern sollten aber auch wissen, dass solche Situationen in den Augen des Kindes halt einfach lustig sein können. Ausserdem gibt es viele Situationen im Leben (nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen), wo Humor eine ganz gute Möglichkeit ist, etwas Schwieriges zu verarbeiten. Es gibt im Übrigen zahlreiche Studien, die belegen, dass, wer lacht, leichter lernt und über mehr soziale Kompetenzen verfügt. Das könnten sich Eltern in der Erziehung zunutze machen, indem sie beispielsweise dem Kind Aufgaben mit einem Lächeln übertragen und vielleicht noch in einen altersgerechten Scherz verpacken. Ebenso kann auch Kritik dem Kind gegenüber auf eine humorvolle Art angebracht werden. Allerdings sollten Witze oder Scherze niemals in einer Art daherkommen, dass sich das Kind nicht mehr ernst genommen fühlt oder dass dem Kind die Eltern nur noch als billige Clowns erscheinen. Eine beliebte Form des Humors bei Erwachsenen ist übrigens die Ironie. Das allerdings können kleinere Kinder gar nicht verstehen; denn noch wissen sie zu wenig von der Welt. Ironische Aussagen finden Kinder nicht lustig. Ganz im Gegenteil: Es irritiert sie und es löst Zweifel an der eigenen Wahrnehmung aus. Dass Irritationen und Zweifel der Entwicklung eines Kindes nicht förderlich sind, liegt auf der Hand. Lachen verbindet Ob in einem Büro, in einer Werkstatt, in einem Schulzimmer und ganz besonders auch in einer Familie: Lachen verbindet. Bekanntlich läuft ja nicht immer alles so, wie wir es gerne hätten, gerade auch mit Kindern. Statt ständig zu jammern oder zu klagen, ist es viel besser, über ein Missgeschick zusammen zu lachen. Zum Beispiel wenn die Spagetti viel zu weich sind oder wenn ein Kind seine Schuhe nicht mehr findet. Es muss und es kann eh nicht immer alles perfekt sein. Und wenn die Spagetti schon zu weich sind, so verbindet das gemeinsame Lachen mit den Kindern darüber die Familienbande. Und die Atmosphäre am Tisch ist gerettet. Zudem ist es sicher wertvoller, zusammen bei verkochten Spagetti zu lachen, statt einander bei perfekt zubereiteten Spagetti anzuschnauzen. Vielleicht ergeben die verkochten Spagetti sogar noch Anlass, eine lustige Geschichte zu erzählen oder einen für die Kinder lustigen Vers zu erfinden. Zum Beispiel: Mami, du bist eine netti, du kochst viel zu weiche Spagetti…» Kinder lachen gerne, und oft helfen sie ihren Eltern sogar, den eigenen Humor zu pflegen. Dieser kann bei einer starken beruflichen Belastung der Eltern auch gerne verloren gehen. «Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag», sagte übrigens Charlie Chaplin. Lachen ist gesund Lachen ist lustig, lachen ist aber auch anstrengend. Mehr als hundert Muskeln sind aktiv, wenn wir lachen, allein fast zwanzig Muskeln werden im Gesicht aktiviert, wenn wir herzhaft lachen. Zudem tankt die Lunge beim Lachen frischen Sauerstoff, das Blut bildet Abwehrzellen und Schmerzen gehen vergessen oder verschwinden sogar gänzlich. Man sagt, dass eine Minute lachen ein dreiviertelstündiges Entspannungstraining ersetzen kann und wie eine kräftige Extra-Dosis Vitamin C wirkt. Lachen baut im Übrigen auch Stress ab. Und auch wenn uns das manchmal nicht bewusst ist: Auch Kinder sind manchmal gestresst, aus welchen Gründen auch immer. Mit dem Alter der Kinder verändert sich der Humor. Zunehmend können anspruchsvollere Scherze gemacht oder Witze erzählt werden. Da viele Witze auf Zweideutigkeiten aufbauen, verstehen ältere Kinder diese Witze, sofern sie die Zweideutigkeit eines Begriffes erkennen. Zum Beispiel folgende Scherzfrage: «Warum nimmt Peter ein Lineal mit ins Bett? Damit er messen kann, wie lange er schläft.» Und irgendwann beginnen grössere Kinder, sich Witze zu merken, damit sie diese bei passender Gelegenheit erzählen können. Dabei unterscheiden sich Kinder nicht von Erwachsenen: Die einen können das wirklich sehr gut, anderen liegt das Erzählen von Witzen etwas weniger… Albin Rohrer www.albinrohrer.ch schweizer hausapotheke TeddyZeit 2017 5

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